Bin ich vergewaltigt worden?

Zwei Leute haben Sex, obwohl der eine „Nein“ gesagt hat. Dabei handelt es sich um eine Vergewaltigung, das ist doch klar. Das sagt mein Rechtsempfinden, das soll so jetzt Gesetz werden. Die nicht-einvernehmliche sexuelle Handlung soll strafbar werden.
Das hieße, dass ich in meinem Leben von zwei Frauen vergewaltigt worden bin.

Den ersten Sex gegen meinen Willen hatte ich, als ich 18 war. Sie war eine 36jährige Nachbarin. Ich wohnte in der Schloß-Rahe-Straße, sie in der Schloßpark-Straße, ich kannte vorher ihren Namen nicht. Eines Tages fing sie an, mich zu grüßen, wenn ich von der Schule heimkam, irgendwann sprach sie mich an und stellte sich vor, ein paar Wochen später hielt sie mit ihrem Wagen an der Bushaltestelle und brachte mich zur Schule.
Sie schlug vor, dass wir doch einmal zusammen Essen gehen könnten.
Ich fand sie wahnsinnig anziehend, also ging ich darauf ein.
Während des Essens ließ die Anziehung ziemlich nach. Irgendetwas war daneben, sie war zu begeistert von mir, nicht spielerisch, sondern obsessiv und so sehr sie körperlich attraktiv war, so sehr fehlte bei mir irgendein Funke von Verliebtheit.
Trotzdem nahm ich sie mit nach Hause.
Meine Eltern schliefen schon. Sie waren es gewohnt, dass ich Freundinnen mit nach Hause brachte, aber es war klar, dass zumindest meine Mutter eine Augenbraue hochziehen würde, wenn sie auf einmal einer Frau im Flur begegnen würde, die doppelt so alt war wie ich, und die sie auch noch zumindest vom Sehen her kannte.
Also war ich recht nervös, bat sie, ruhig zu sein, und brachte sie auf mein Zimmer.

Vielleicht wollte ich schauen, wie weit es geht. Ich erinnere mich nicht mehr, wie es anfing, ich weiß nur noch, dass es nicht mit einem Kuss begann, denn wir küssten uns nicht. Ihre Bewegungen waren ungeheuer hektisch, vielleicht sollten sie leidenschaftlich sein, sie war viel zu laut, was mich zusätzlich nervös machte. Bald waren wir nackt und sie sagte „Ich will dich ganz spüren.“ Das ist ein Detail, an das ich mich noch ganz genau erinnere.

„Ich will dich ganz spüren.“ Das ist diese Art von Satz, die man vielleicht in Ordnung findet, wenn man gerade selbst völlig hingerissen ist, die sich aber unter einer fürchterlich fremden Frau, der man so fern ist, wie man nur jemandem sein kann, schauderhaft anhört.

Ich weiß noch, wie sehr ich sie nicht ganz spüren wollte. Was ich sagte, weiß ich nicht mehr genau. Vielleicht, dass mir das zu schnell ginge, ich lieber warten wolle. Ich weiß sehr genau, dass ich deutlich zum Ausdruck gebracht hatte, nicht mit ihr schlafen zu wollen, weil sie danach sagte: „Und du hast noch gesagt, du willst nicht.“

Sie hatte trotz meiner Weigerung einfach weitergemacht, sich an mir gerieben, bis ich in ihr steckte, sie mich ganz spürte. Sie wurde immer lauter, ich dachte an meine Eltern nebenan, wir küssten uns immer noch nicht und ich glaube, sie kratzte mich. Von einem Kondom war natürlich auch keine Rede.
Als es vorbei war, war es noch nicht vorbei, weil sie mir nun einen Finger in den Hintern schob.

Immerhin war es tröstlich, dass sie bald darauf ging und meine Eltern nichts merkten.
Einige Tage später bekam ich von ihr einen Brief, in dem sie schrieb, wie schön es gewesen sei. Wie zärtlich ich sie geküsst habe. Bei diesem Satz habe ich mich fast übergeben.
Konnte sie nicht gemerkt haben, dass wir uns nicht ein einziges Mal geküsst hatten?

Das zweite Mal, als eine Frau gegen meinen Willen mit mir schlief, war deutlich schlimmer.

Ich war 22 oder 23. Sie war eine meiner besten Freundinnen. Und der letzte Mensch, mit dem ich gerne geschlafen hätte.
Einige Wochen zuvor hatte ich das erste Mal LSD probiert. Der Freund, mit dem ich es genommen hatte, war irgendwann ins Bett gegangen und ich hatte festgestellt, dass es keinen Spaß macht, allein auf einer Droge zu sein, deren Wirkung nicht enden will.

Nun hatten meine Freundin und ich Speed gezogen, auch das war das erste Mal für mich. Wir müssen wohl unterwegs gewesen sein und gingen dann noch zu mir. Wir hatten oft Nächte miteinander verbracht, allein oder mit anderen Freunden. Spät in der Nacht lagen wir auf dem Bett und schauten vermutlich eine Talkshow-Wiederholung, als sie anfing, sich mir in sexueller Absicht zu nähern. Ich erinnere mich nicht mehr, ob sie sich an mich gekuschelt hat oder ob sie sofort ausgesprochen hat, was sie wollte.
Ich weiß nur noch, dass ich mich darauf eingelassen habe zu erklären, warum ich es nicht wollte, was ich im Nachhinein als meinen größten Fehler identifizierte. Ich sagte also, ich wolle unsere Freundschaft nicht gefährden, was gelogen war, denn ich wollte einfach nur nicht mit ihr schlafen, weil ich sie körperlich abstoßen fand.
Sie sagte, sie habe schon oft mit Freunden geschlafen und noch nie sei dadurch eine Freundschaft problematisch geworden. Als ich mich dennoch weigerte, war sie beleidigt und drohte, nun nach Hause zu fahren.
Das war für mich nach den Erfahrung, allein auf LSD zu sein, eine Horrorvorstellung. Ich hätte alles getan, damit sie mich nicht allein lässt. Und das tat ich auch.
Ich steckte all meine verbliebene Konzentrationsfähigkeit in den Aufbau einer Erektion. Hätte ich keine Erektion hinbekommen, wäre sie vermutlich auch gefahren, also zwang ich mich, nur in ihre Augen zu schauen, weil ihre Augen das einzige waren, das mich körperlich nicht anwiderte.
Als es endlich vorbei war, wollte sie nochmal, rollte ihren schwitzenden Körper auf mich und rieb sich an mir. Aber ich stellte mich tot.
Ein Freund erzählte mir, bei ihm habe sie es auch versucht. Er hat sich von Anfang an tot gestellt, hatte so getan, als schliefe er, und sie hatte von ihm abgelassen.
Ich wusste von Dutzenden Männern, die halb besinnungslos besoffen mit ihr geschlafen hatten und sich nun schämten. Sie war etwas, das man sich nach dem dritten Bier gestand. „Die? Ja, Ich auch. Aber erzähl’s keinem.“
Ich fühlte mich beschmutzt. Ich hatte das Gefühl, nie mehr sagen zu können, dass ich irgendwelche Maßstäbe oder Ansprüche hatte. Ich hatte mit ihr geschlafen und jeden Respekt vor mir verloren.

So überfordert ich mich bei meiner Nachbarin gefühlt hatte, so sehr sie meinen Willen ignoriert hatte, so konnte ich die Geschichte doch für mich noch irgendwie auch positiv deuten. Bei meiner Freundin war kein Raum dafür. Ich schämte mich, ich ekelte mich vor mir selbst.

Haben mich diese beiden Frauen nun vergewaltigt?
Aus ihrer Sicht habe ich erst gezögert und mich dann doch dazu entschlossen, mit ihnen zu schlafen. Die Zwänge, die ich in beiden Situationen empfunden habe, waren innere. Sie haben mich nicht bedroht, erpresst oder gar mit körperlicher Gewalt gezwungen.
Sie haben gegen meinen Willen mit mir geschlafen, aber für sie muss es gewirkt haben, als hätte ich mich umentschieden. Denn warum hätte ich sonst mit ihnen geschlafen?

Ich hatte auch nie das Gefühl, dass sie bestraft werden müssten. Sie hatten mich beschämt und in eine ungeheuer unangenehme Situation gebracht, aber für mich hatte das nicht den Unrechtsgehalt einer Vergewaltigung. Ich hätte gehen können, es wäre mir nichts objektiv Schlechtes widerfahren, hätte ich meine Weigerung aufrecht erhalten.

Eine Vergewaltigung ist erst nach 20 Jahren verjährt. Bis vor drei Jahren hätte ich also meine Nachbarin anzeigen können.
Wir hätten vor Gericht gesessen, beide zwei völlig andere Menschen, ich ein erwachsener Mann, sie eine 56jährige Frau, und hätten Zeugnis abgelegt über unsere inneren Vorgänge. Vielleicht hätte sie den Brief vorgelegt, den ich ihr als Antwort geschrieben hatte. Ich habe darin geschrieben, dass wir uns nicht mehr sehen können. Von Vergewaltigung stand da nichts.

Meine Freundin aus dem Studium ist heute Anwältin. Ihre Erinnerungen an die Nacht werden andere sein als meine. Wir waren danach weiterhin befreundet.

Ohne einen erwiesenen Vorsatz kann es keine Verurteilung wegen Vergewaltigung geben.
Es ist grauenhaft, überall juristische Laien zu lesen, die aus ideologischen Gründen „Strafbarkeitslücken“ sehen. Eine Vergewaltigung sollten Männer wie Frauen, Linke wie Rechte, gleichermaßen verurteilen. Wenn sie bewiesen ist, wenn einem Täter also nachgewiesen wurde, dass er wissentlich einen anderen gezwungen hat, mit ihm zu schlafen.

Natürlich hätten beide nicht mit mir schlafen dürfen. Ich bin absolut dafür, dass vom anderen ein enthusiastisches Ja kommen muss, damit man Sex hat.

Das Strafrecht ist bei aller Ausgefeiltheit ein zu grobes Instrument, als dass man mit ihm alle Abirrungen des Lebens geraderücken könnte. Und auch gerechter Zorn kann ungerecht werden.

Die sexuelle Selbstbestimmung ist ein hohes Gut. Ich bezweifele, dass sie besser geschützt wird, wenn man den Begriff der Vergewaltigung verwässert. Aber vielleicht irre ich mich.

22 comments

  1. Lieber Malte,
    Ich finde es großartig, wie offen du über diese Erlebnisse berichtest. Ich kann ziemlich gut nachvollziehen, was in diesem Momenten in dir vorging, den ich habe zwischen ähnliche Situationen erlebt. Über die Definition von Vergewaltigung habe ich oft nachgedacht, denn manchmal sind es Umstände, die einen dazu zwingen etwas zu tun, dass man nicht will und nicht die Person. Macht sie das zu Vergewaltigern, wenn sie es ausnutzen? Vielleicht sind sie sich dessen aber gar nicht bewusst. Für Männer, davon gehe ich zumindest aus, ist das ganze noch viel schwieriger. Die landläufige Meinung ist schließlich, dass Männer Sex wollen, so oft sie ihn kriegen können und dabei nicht wählerisch sind. Das ist ebenso sexistisch wie zu sagen, dass Mädels, die sich aufreizend kleiden es nicht anders haben wollen! Ich glaube, strafrechtlich kann man da nichts erreichen und das ist einerseits auch gut so, denn es schützt ja auch die Männer, die als Racheakt der Vergewaltigung bezichtigt werden. Andererseits finde ich, sollte es mehr Möglichkeiten geben, wenigstens psychologische Hilfe für „Opfer“ zu finden. Den die Scham und die Schuldgefühle sind beim Opfer falsch verortet und durch offene Gespräche können Sie zumindest emotional dahin adressiert werden, wo sie hin gehören.
    Lg jana

  2. Das Strafrecht ist ein grobes Instrument. Als die beiden von Dir geschilderten Fälle stattfanden, war es aber ein noch groberes Instrument. Die damals (wahrscheinlich, der zweite Fall liegt möglicherweise auf der Grenze) gültige Fassung des §177 lautete nämlich:

    (1) Wer eine Frau mit Gewalt oder durch Drohung mit gegenwärtiger Gefahr für Leib oder Leben zum außerehelichen Beischlaf mit ihm oder einem Dritten nötigt, wird mit Freiheitsstrafe nicht unter zwei Jahren bestraft.
    (2) In minder schweren Fällen ist die Strafe Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren.
    (3) Verursacht der Täter durch die Tat leichtfertig den Tod des Opfers, so ist die Strafe Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren.

    Juristisch lässt sich so wohl sagen: Nein, Du bist nicht vergewaltigt worden, denn Du bist ein Mann, und bei Männern war das bis 1997 schon per Definition nicht möglich. Moralisch ist das natürlich was anderes. Zum Glück bewegt sich auch das Strafrecht hin und wieder.

    • Diese Perversität ist es aber die mich an unserem angeblich so patriarchischen anwidert, was bei Frauen als Verbrechen zählt, darüber soll Mann sich freuen.

      • Häh? Ich verstehe nicht ganz, inwiefern Dein Kommentar sich auf meinen bezieht. Wie gesagt: die oben zitierte Fassung gilt seit 1997 nicht mehr.

  3. Strafrechtlich ist es vermutlich keine Vergewaltigung, da diese den Vorsatz benötigt. Moralisch empfinde ich das absolut als Vergewaltigung, denn in beiden Fällen haben sich die Leute über dein „Nein“ hinweggesetzt. Im ersten Fall glaubte deine Nachbarin offenbar, es besser zu wissen (mir kommt die Galle hoch), und im zweiteren Fall hat dich deine Freundin vor eine Wahl zwischen zwei Übeln gestellt, sodass jegliche Freiwilligkeit dahin war. Mit tut sehr, sehr Leid, was dir zugestoßen ist.

  4. Strafrechtlich gilt – in einem Rechtsstaat – zunächst einmal in dubio pro reo, also dass für den Angeklagten grundsätzlich die Unschuldvermutung gilt. Darüber hinaus muss – in einem strafrechtlichen Bezug – grundsätzlich von der Anklage die Position des Angeklagten eingenommen werden, in dem Sinne „hätte er aus einer objekiven Position heraus die Verwerflichkeit seines Verhaltens erkennen können (und müssen)“. Auch dies ist ein Pfeiler des Rechtsstaats, der sich Bestimmtheitsgrundsatz nennt – jeder muss demnach zumindest die Chance haben, zu erkennen, wann er sich daneben benimmt, damit sein Verhalten als strafbar bewertet werden kann.

  5. Es tut mir Leid, dass du diese üblen Erlebnisse hattest und ich finde es sehr beeindruckend und richtig, dass du darüber so offen sprichst (ist bestimmt nicht einfach) und damit gleichzeitig eindrucksvoll aufzeigst, wie falsch die geplante Reform des §177 ist, denn beide Frauen sind offensichtlich keine Vergewaltigerinnen die eingesperrt gehören, obwohl sie es wohl nach Reform des §177 wären.

    Was ich aber nicht nachvollziehen kann, ist folgender Satz:
    Ich bin absolut dafür, dass vom anderen ein enthusiastisches Ja kommen muss, damit man Sex hat.

    Damit stellst du dich in einem Punkt doch auf die Seite radikaler, weltfremder Ideologinnen.
    Es mag ja ab und an mal erotisch sein (oder für manche Leute auch grundsätzlich), Sex per Frage & (enthusiastischer!) Antwort einzuleiten. Auf Dauer ist es das jedoch nicht!
    Sex ist etwas im Kern non-verbales, und genau das macht auch seinen Reiz aus. Durch Blicke und Bewegungen zu erfühlen, was der andere will, gleichzeitig auch klarzumachen, was man selbst will.
    Dabei Frontalhirn und Brocca-Arreal mal mit anzuwerfen für einen Flirt oder Dirty-Talk, kann eine Variante zur Abwechslung sein, aber de facto nicht die Norm im Bett der alles überwiegenden Mehrheit. Schon gar nicht als performativer Akt der Antragstellung für feministisch zertifizierten Beischlaf.

    Wenn du sagst, dass man etwas „nicht dürfe“ oder „müsse“, dann kriminalisierst du 95% aller Sexakte auf der Welt, egal ob juristisch oder nur „moralisch“ gewertet wird.

    Ich habe nicht das Gefühl, dass man dir etwas über Sex erzählen müsste. Erinner dich doch einfach an die unzähligen Male, als du deine Liebste vorsichtig auf „Betriebstemperatur“ bringen wolltest und sie selbst noch nicht wusste, ob sie grade nicht will oder vielleicht gleich Bock hat, wenn du dich geschickt und liebevoll genug anstellst. Dazu ließ sie mit unschuldiger Miene deine Finger gewähren und tat vielleicht so, als würde sie noch schlafen, um deinen Testlauf nach einer Minute wieder durch nur leichtes Beindrehen oder sogar einen tadelnden Blick beenden zu können.
    Nur all zu oft ist es das forsche, leicht animalische Vorgehen, was den Trick tut.
    Der formlose, mündliche Antrag nutzt sich nach den ersten paar originellen Formulierungen schnell ab und der Bittsteller wird zum Abturner.
    Das kann natürlich auch in Richtung Frau-Mann gelten.

    Wer eine nonverbal-rezeptive Defizite hat oder GV aus sonst einem Grund unbedingt vorher aushandeln möchte, der kann ja seine Beischläfer wissen lassen, dass erst eine formale, aber enthusiastische Zusage berechtige, ihn anzufassen und man ihn über etwaiges Begehr rechtzeitig in Kenntnis setzen möge.

    Aber er soll doch bitte tunlichst vermeiden, solche Regeln für alle anderen verbindlich aufzustellen. Ich will nicht zu unsensibel erscheinen – aber dass sich jemand auf Speed zu einsam fühlt um nicht mit einem Walross zu schlafen oder ihm das höfliche Verabschieden der Nachbarin unangenehmer ist, als sich von der Nachbarin neben dem Schlafzimmer seiner schlafenden Eltern ficken zu lassen, berechtigt ihn nicht, den Sex für alle anderen zu bürokratisieren.

    Davon diese Prüderie der erste Schritt zur Beweislast-Umkehr und damit Wegfall der Unschuldsvermutung ist (denn wenn consent notwendige Bedingung für legalen Sex ist, muss ich dieses Kriterium erstmal nachweisen, um nicht vergewaltigt anstatt gevögelt zu haben), ganz zu schweigen.

    • Es ist nun sicher nicht Maltes Schuld, wenn du das dich störende Zitat sofort mit einer verbalen Äußerungs assoziierst. Da steht nur, es müsse ein Ja kommen, nicht in welcher Form.
      Schalt doch einfach mal einen Gang runter, bevor du hier eine solche Textwand aufgrund einer Sache postest, die vermutlich an einer Interpretationsschwäche deinerseits liegt.

  6. Juristisch dürften beides keine Vergewaltigungen sein. Denn erforderlich ist weiterhin, dass der Geschlechtsverkehr entweder 1. mit Gewalt erzwungen war oder 2. unter Androhung von Gewalt erzwungen war oder 3. unter Ausnutzung einer hilflosen Lage erfolgte. Wegen der Drogen könnte man noch an Nr. 3 denken, aber vermutlich wird Dein Zustand dafür noch nicht ausreichen.
    Ich bin tatsächlich mal in Variante 3 vergewaltigt worden. Ich hatte ausdrücklich mein Nein erklärt und sie hat dann eine Gelegenheit genutzt, sich auf meine Morgenlatte zu setzen und ich wachte erst vom Sex auf. Erst war ich sauer. Aber dann gefiel es mir, nicht zuletzt auch weil es gegen meinen Willen war. Seither gilt bei mir jedenfalls: Solange niemand schwanger wird und keine Krankheiten übertragen werden, können sie ruhig machen…

  7. Danke, für das Teilen deiner Erlebnisse und deiner Einschätzung. Genau diese geht mir seit Tagen auch schon durch den Kopf und es ist schön zu sehen, dass du als betroffener das genau so siehst.

    Gruß
    Samuel

  8. […] Wann ist eine Vergewaltigung eine Vergewaltigung? Ein Bericht und eine Einschätzung eines Opfers […]

  9. Hallo Malte

    ich habe leider keine Email-Adresse gefunden, Ich hätte Dir gerne persönlich geschrieben.

    Ich bin durch Diskussion mit @moeffju über meine Stellungnahme https://mogis.info/blog/debatte-um-strafrechtsverscharfung-oder-ein-feminismus-der-sich-nicht-mehr-erklart-hat-verloren auf Deinen Artikel gestoßen worden.

    Der Artikel ist etwas länglich, um Dir zu ersparen ihn in voller Länge zu lesen hier das wesentliche Zitat: „Um dafür ein plastisches Beispiel zu geben: ich bin in der Vergangenheit bei sexuellen Handlungen mit einer Partnerin selber einmal in einen solchen dissoziativen Zustand gefallen. Ich war zwar bei vollem Bewusstsein, konnte mich aber nicht mehr bewegen oder anders verständlich machen, dass ich nicht mehr „dabei“ war – es mir also lieber wäre, wenn sie aufhören würde. Sie hat davon in ihrer Ekstase leider nichts mitbekommen. Ich möchte ihr aber auch nichts vorwerfen, ich wusste damals noch nicht um – diese – Folgen des Missbrauchs, den ich erlitten habe, sodass ich etwas mehr auf mich hätte achten und auch sie um etwas mehr Sorgfalt und Wachheit hätte bitten können.“

    Dass wir beide zu diesem Zeitpunkt nun unabhängig voneinander solche Erfahrungen schildern kann wahrscheinlich nur auf die aktuelle Debatte zurückzuführen sein.

    Vielleicht hat diese Debatte so wenigstens ein Gutes. Vielleicht fangen wir als Männer nun an darüber nachzudenken und zu äußern welchen Grenzüberschreitungen wir ausgesetzt sind.

    Dein Mut dazu ist übrigens bewundernswert.

    Viele liebe Grüße
    Christian Bahls
    1. Vorsitzender MOGiS e.V – Eine Stimme für Betroffene

  10. OMG. Du forderst ein enthusiastisches Ja? Wie wäre es mit einem enthusiastischem Nein, wenn du etwas nicht willst? Einfach zu albern deine Ausflüchte. Wenn du so leicht manipulierbar bist, solltest du dich vielleicht nicht in solche Situationen bringen?
    Jeder ist nur noch Opfer, keiner übernimmt Selbstverantwortung.

    • Kommt bei mir auch so an.
      So dezent armselig den Fehler den anderen Unterschieben zu wollen.

      2. Fall: Hatte panik im Drogenrausch alleine zu sein, deswegen hat er mit ihr geschlafen.

      Um das mal aus der Sicht der Frau zu betrachten:
      Sie will mit ihm schlafen und hat ab von dem kein Interesse an ihm.
      Deswegen die Frage ob er nun mit ihr schläft oder halt nicht.
      Die aussage zu gehen, wenn es keinen Sex gibt war ihr gutes Recht. Niemand ist zu Menschlicher interaktion verpflichtet.
      Hier gewalt zu interstellen impliziert die Pflicht der Frau bei dem Mann zu bleiben. Was wieder eine Form der Gewalt wäre.
      Weil Sie will nicht bei ihm bleiben will wenn es nicht Sex als Belohnung/Entschädigung gibt.

      Eine Form der Gewalt übrigends aus der Sie sich nicht befreien könnte.
      Malte könnte aus der Gewalt entkommen, wenn er Freunde anruft oder einen Notarzt. Ist in 10 Minuten an der Tür. Gibt unangenehme Fragen, aber selbstverantwortung und so.

  11. Von Frauen vergewaltigt?! Fakt ist doch, der Autor hat zwar Nein gesagt, aber er hat dann seine Meinung geändert und zu verstehen gegeben, dass er doch zustimmt.

    Schließlich schreibt er: „Ich steckte all meine verbliebene Konzentrationsfähigkeit in den Aufbau einer Erektion.“

    Er hat also dem Sex zugestimmt, innerlich, wie äußerlich. Dem schlechten Sex. Von dem er wusste, dass er schlecht werden wird. Aber er hat zugestimmt. Obwohl ihn die Frau körperlich anwiderte. Nicht mögen ist etwas anderes als nicht zustimmen. Die wenigsten Prostituierten mögen den Sex, den sie haben, aber sie stimmen ihm zu. Das scheint der Autor hier zu verwechseln.

    Was der Autor beschreibt, ist daher keine Vergewaltigung, sondern einfach nur einvernehmlicher, aber für ihn vorhersehbar schlechter Sex.

    Bei dem neuen Gesetz geht es nicht um solche Fälle. Es geht darum, dass eben gerade keine Zustimmung besteht; dass das Nein eben gerade nicht in ein (verbales oder nonverbales) Ja geändert wurde.

    Nun mag der spitzfindige Leser sagen: Aber Moment mal! Eine Erektion kann doch nur ein Mann bekommen, nur er kann signalisieren, indem er eine Erektion bekommt, dass er seine innere Entscheidung geändert hat und nun doch möchte! Also ist das doch eine Ungleichbehandlung! Nein, ist es nicht. Aber doch zumindest eine Ungerechtigkeit? Nein. Männer und Frauen sind nun mal verschieden. Das kann man als Ungerechtigkeit ansehen, ist aber letztlich die Realität. Männer können nicht schwanger werden, Frauen keine Erektion bekommen. „Ungerecht“ aber wahr.

    Nein heißt nein. Wer in eine Frau eindringt, obwohl sie Nein gesagt hat und ihre Meinung nicht ausdrücklich geändert hat, der vergewaltigt sie.

    Natürlich muss man auch die Gefahren falscher Anschuldigungen sehen. Das ist aber kein Argument gegen ein solches Gesetz. Rechtsprechung und Gesetzgeber müssen eine faire Abwägung für die Fälle entwickeln, die bisher straffrei waren. Wenn Mann und Frau in der Zeit davor schon einvernehmlich Sex miteinander hatten, müssen die Beweisanforderungen höhere sein, als wenn sie sich an dem Tag zum ersten mal gesehen haben. Haben sie nach einer angeblichen Vergewaltigung wieder einvernehmlich Sex, muss die Verfolgbarkeit dafür entfallen. Auch muss die Verjährung wesentlich schneller eintreten als bei den „harten“ Fällen. Es darf nicht dazu kommen, dass sich Frauen bei der Trennung plötzlich massenhaft daran erinnern, dass es im Laufe der langjährigen Beziehung ein paar mal zu nicht ganz eindeutigen Situationen kam. Oder nach 5 Jahren, wenn sie erfahren, dass ihr Ex zwischenzeitlich Karriere gemacht hat, behaupten, dass sie sich damals wegen nicht einvernehmlichem Sex getrennt hatte, und mit Anzeige drohen, wenn kein ordentliches Sümmchen fließt.

    Und das Strafmaß muss für diese Fälle, die nicht unter die alte Rechtslage fallen, bei Ersttätern auch entsprechend moderat ausfallen. Verwarnung oder Geldbuße genügt da als Warnschuss.

    • Die Differenzierung geht an der Sache vorbei. Vorliegend fügt sich der Autor aufgrund empfundener, äußerlicher Zwänge widerwillig in sexuelle Handlungen. Insofern ist die Parallele zu den derzeit statuierten Forderungen der Verschärfung der Sexualstrafrechts eigentlich nur schwer zu übersehen.

      „Nein heißt nein. Wer in eine Frau eindringt, obwohl sie Nein gesagt hat und ihre Meinung nicht ausdrücklich geändert hat, der vergewaltigt sie“. Auch das ist kein zwingender Schluss. Man stelle sich nur folgende Situation vor: Person A nähert sich Person B in eindeutiger Absicht. Person B sagt „Nein“. Person A lässt sich davon nicht beirren. In der Folge haben beide Sex. Dieses äußere Geschehen spielt sich in Deutschland täglich hundertfach ab, unabhängig wie die Rollen von Mann oder Frau verteilt sind. Und weiter: Einen Unwert erhält dieses Geschehen erst, wenn wir den gut- oder böswilligen geistigen Horizont der jeweils Beteiligten hinzunehmen. Ich wage die Prognose, dass dieses Szenario in der weit überwiegenden Zahl der Fälle von gutem Willen getragen wird und das in den seltensten Fällen die Frau wie gefordert „ausdrücklich“ ihre ursprüngliche Verweigerung zurücknimmt.

      Daher sage ich: Derartige Anbahnungen sexuellen Verhaltens dürften nicht unnötig pönalisiert werden. Im Gegenteil sollte man von Erwachsenen erwarten dürfen, in Situationen, die keinen besonderen Charakter von Zwang oder Schutzlosigkeit aufweisen, ergo nicht unter die geltende Rechtslage fallen, eigenverantwortliche Selbstbestimmung zu zeigen und auch köperlichen Avancen, die die Schwelle zur Gewaltanwendung nicht überschreiten, entgegenzutreten. Den Bereich der Aufnahme zwischenmenschlicher Sexualiät legislativ marginalisieren zu wollen grenzt an Irrsinn. Deutschland hat schon so weniger Sex, als gut wäre.

      • „Die Differenzierung geht an der Sache vorbei“ Der Autor beginnt den Artikel mit „Zwei Leute haben Sex, obwohl der eine ‚Nein‘ gesagt hat“ Deshalb finde ich schon, dass ich den Kern der Sache anspreche. Dass er Nein gesagt hat, spielt eine wesentliche Rolle in seinen Schilderungen. Es sind keine Fälle, in denen lediglich empfundene äußere Zwänge vorlagen, aber kein Nein.

        Letztlich fügen sich auch die meisten Prostituierten aufgrund äußerlicher Zwänge (ob empfundener oder realer kann dahingestellt bleiben) widerwillig in sexuelle Handlungen, nämlich Zwänge finanzieller Natur. Dass das keine Vergewaltigungen sind, dürfte klar sein.

        Genauso wie jemand bei Prosititution die Zustimmung aufgrund des Motivs des finanziellen Vorteils gibt, hat der Autor hier aus anderen Motiven seine zunächst geäußerte Ablehnung dann doch innerlich und äußerlich wieder geändert und doch zugestimmt.

        „Person A lässt sich davon nicht beirren. In der Folge haben beide Sex“ Man muss hier unterscheiden, ob die Frau es nur passiv über sich ergehen lässt, oder am Sex aktiv teilnimmt. Wenn letzteres, würde ich das analog der Erektion und des Sex nach angeblicher Vergewaltigung auch als nachträgliche Zustimmung sehen, die vor Strafverfolgung schützt. Nun kann man einwenden: Ja der Täter kann es doch gar nicht mehr beeinflussen, ob die Frau nun mitmacht, oder nicht, ob er also wegen einer Straftat verfolgt werden kann! Aber dieser Einwand geht meines Erachtens fehl. Wer trotz Nein eindringt, der bewegt sich bereits nicht mehr auf legalem Boden. Er begeht dabei schon eine Tat, die dann durch die nachträgliche Zustimmungsänderung der Frau lediglich von der Verfolgung ausgenommen wird. Oder anders herum gesagt: Wenn jemand erschossen wird, darf das bestraft werden, obwohl der Schuss auch hätte vorbeigehen könnte. Man muss sich im Strafrecht nach den Tatsachen richten. Kontrafaktische Überlegungen nach dem Prinzip „was wäre wenn“ führen nicht weiter.

        Ich stimme zu, dass Deutschland weniger Sex hat, als gut wäre. Ich halte jedoch eine strafrechtliche Freistellung von „Sex trotz Nein“ nicht für eine wünschenswerte Lösung dieses Problems.

        • @Gast Den Artikel hast du aber gelesen oder ?
          Da steht z.B.: „Ich weiß sehr genau, dass ich deutlich zum Ausdruck gebracht hatte, nicht mit ihr schlafen zu wollen, weil sie danach sagte: „Und du hast noch gesagt, du willst nicht.““

          Er hat also sehr wohl nein gesagt. Und dass eine Erektion eine Zustimmung sein soll, ist auch einfach nur absurd…

    • Hier könnte dein Name stehen

      „Er hat also dem Sex zugestimmt, innerlich, wie äußerlich.“

      Ich wäre mit dieser Aussage etwas vorsichtig. Es kommt nicht gerade selten vor, dass Frauen während einer Vergewaltigung „feucht“ werden, sprich Anzeichen von Erregung zeigen und in einigen Fällen ungewollt zum Höhepunkt kommen. Ich würde behaupten, dass niemand wirklich einer Frau unterstellen würde, sie hätte ihrer Vergewaltigung innerlich wie aüsserlich zugestimmt, nur weil sie feucht wurde oder einen Orgasmus hatte. Ebenso kann man nicht annehmen, dass das Vorhandensein einer Erektion beim Mann grundsätzlich seiner Einwilligung zum GV entspricht.

      In einem anderen Kommentar hat jemand das Beispiel gebracht, wenn eine Frau sich auf deine morgendliche Erektion setzen würde, während du noch schläfst. Du hast zwar eine Erektion, du kannst aber nicht sagen, dass diese Erektion auch bedeutet, dass du dein Einverständnis gegeben hast.

      Erektionen sind nicht wirklich steuerbar. Erektionen werden – soweit ich mich richtig erinnere – durch das autonome Nervensystem gesteuert. Dein Einfluss auf Erektionen ist daher sehr gering bis nicht existent. Bei Frauen ist das nicht anders und sie haben dadurch keinen Einfluss darauf, ob und wann sie feucht werden. Ob nun bei einer Vergewaltigung oder beim leidenschaftlichen (und einvernehmlichen) Vorspiel mit ihrem Traumprinzen.

      Um es anders zu formulieren: Wenn du auf irgendeine Art sexuell stimuliert wirst, bekommst du in aller Regel eine Erektion. Ob du es willst oder nicht. Im Fall von Malte lag beim zweiten Fall wohl ein ausreichender Reiz vor, der die Erektion verursachte und mit aller Wahrscheinlichkeit weniger eine bewusste Steuerung oder gar eine prinzipielle Einwilligung zum Sex.

      Malte’s „Freundin“ hat unwissentlich eine Angst ausgenutzt, da er nicht im Drogenrausch allein bleiben wollte. Und genau das ist der Knackpunkt: Sie hat seine Angst höchstwahrscheinlich nicht wissentlich ausgenutzt. Es fehlt also am Vorsatz. Hätte sie das getan, wäre der Fall deutlicher.

      Mit dem Klischee eines One Night Stands, dass du hier beschreibst oder Prostitution ist das ganze nicht wirklich vergleichbar. Ich würde das eher damit vergleichen, wenn ein Partner sagt „Wenn du mich lieben würdest, dann würdest du mit mir schlafen“ oder „Wenn wir nicht Sex haben, dann mach ich eben Schluss mit dir und such mir jemanden der will“. Also schlicht und ergreifend Manipulation. Und ich halte eine solche Art von Manipulation für moralisch zumindest verwerflich und in gewisser Weise eine Nötigung.

    • na ja, eigentlich hat er nicht zugestimmt, er hat aber einach das Ganze über sich ergehen lassen bzw. „mitgemacht“. Und eine Erektion als äußerliche Zustimmung halte ich für äußerst problematisch, gelinge gesagt. Da kann ich dann dem Herrn auch eine Pille in den Mund schieen und nachher sagen „aber du hattest ja einen hoch, das hieß, du wolltest auch.“
      Eine Erektion sagt nicht immer etwas aus, genauso wie eine Frau, die „unten feucht ist“, nicht automatisch auch mit dem, der sie dazu bringt, schlafen will. Ist übrigens bei Vergewaltigungen für Frauen extrem schwer zu überwinden – wenn sie während der Vergewaltigung ggf. sogar feucht wurden.

    • Wenn du glaubst, dass eine Erektion immer und unter allen Umständen ein Ausdruck von sexueller Lust und quasi eine biologische Zustimmung zum Geschlechtsverkehr ist, dann hast du recht wenig Ahnung vom männlichen Körper und männlicher Psyche.

  12. Ich bin absolut dafür, dass vom anderen ein enthusiastisches Ja kommen muss, damit man Sex hat.“schreibst du und verkennst imho damit aber Realitäten. Viele Menschen sind nicht einmal nach langem Zusammenleben in der Lage, die Frage „wollen wir miteinander schlafen“ überhaupt zu stellen, geschweige denn zu beantworten. D.h. es wird auf Nonverbales ausgewichen und das bietet immer auch Interpretationsspielraum da ein Signal ja gedeutet werden muss. Mal ein Beispiel: Er (der Einfachheit halber das mit einem Mann) sagt zu ihr „na komm, gehen wir ins Schlafzimmer“. Sie steht auf und geht mit ihm ins Schlafzimmer, dort haben sie beide GV. Nun weiß der Mann aber nicht hundertprozentig ob sie mit ihm ins Schlafzimmer ging und GV hatte weil sie auch wollte oder ob sie z.B., wie es oft derzeit ja angesprochen wird, z.B. durch irgendwelche Ängste, egal ob begründet oder nicht, dachte „ich geh lieber bevor xy geschieht“. D.h. das, was das Signal aussagt, ist interpretierbar. Auch spätere Verhaltensweisen können ein „Ja“ bedeuten, aber auch daher rühren, dass das Ja nur aus Angst geäußert wird. ((„Ich erinnere mich, dass mein Vater meine Mutter schlug wenn sie nicht auf „Gehen wir ins Schlafzimmer“ ensprechend reagierte, das fiel mir in dem Moment ein und deshalb bin ich mitgegangen – ich hatte Angst auch geschlagen zu werden“ — diesem Argument wäre dann kaum etwas entgegenzusetzen bei der neuen Gesetzgebung, so sie umgesetzt wird)

    Dazu kommt, dass sich Meinungen ändern können, ein einmal geäußertes „Ja“ kann jederzeit geändert werden, nur muss dies imho deutlich sein. Nach der neuen Lage würde es schon reichen wenn später gesagt wird „er hätte merken müssen, dass ich nicht mehr will, aber ich habe mich schutzlos gefühlt, er ist soviel größer als ich usw. usw.“

    Die Idee, enthusiastisch „Ja“ zu sagen verkennt imho die Realität einer Bevölkerung, die trotz Pornokonsums und Co. weitaus verschüchterter beim ganz normalen zwischenmenschlichem Sex ist als man annimmt und immer noch gerne auf Codierungen usw. zurückgreift weil ein direktes „wollen wir miteinander schlafen“ zu entblößend oder peinlich wirkt.