23
Feb 10

Ein Mädchen, eine Videokamera – und ein leerer Flughafen

Selten kann man sich den Worten eines Youtube-Kommentators so rückhaltlos anschließen:
“This is the triumph of the human spirit against fear and mindless conformity. Way to go, girl. World B. Free! I would marry you except that I don’t know you and I am a 53 year old black man.”

Habt keine Angst! Macht Quatsch mit Kameras!


23
Feb 10

Deutsche Blogs und ihre Zwillinge unter den Zeitungen

Meedia.de hat die Online-Ableger deutscher Tageszeitungen in den Adplanner von Google eingespeist. Auf Platz 1 steht erwartungsgemäß Bild.de mit über sechs Millionen Unique Visitors im Monat. Ab Platz 25 tummeln sich in der Liste die Angebote aus den deutschen Provinzmetropolen, im Grunde ist diese Liste von da an deckungsgleich mit der Ewigen Tabelle der zweiten Liga. Wie schlagen sich nun die deutschen Blogs* im Vergleich? Hier die Speerspitze der Moderne, bewaffnet nur mit Linkschleuder und Laptop, dort die Pixel gewordene Fußgängerzone mit Primelbottich. Weiterlesen →


22
Feb 10

Eine gute Sache. Rainer Langhans über Missbrauch durch Priester.

Rainer Langhans hat dem Münchner Radio afk ein Interview gegeben.

Interviewerin:
“Wie stehen Sie denn jetzt selbst zu der Verbindung, die Bischof Mixa da schafft zwischen der 68er-Bewegung und den sexuellen Missbrauchsfällen?”

Langhans:
“Ja, das ist ja berechtigt. (…) Natürlich sind wir dann auch mit den Kindern anders umgegangen. Ich selbst auch. (…) Das sind aber, wie ich finde, auch ganz normale Angelegenheiten. Und man muss natürlich auch fragen “Was haben die da gemacht?”. Und man muss auch fragen “Ist das nicht in vielen, vielen Fällen damals – auch mit den Priestern – eine gute Sache gewesen?” Weiterlesen →


22
Feb 10

It’s a known Issue

Wenn Malakoff Kowalski morgens aufsteht, dann ist er Louis de Funès auf Angel Dust, ein nervöser, herumbrüllender, aber im Grunde liebenswerter Zeitgenosse, der gerade auf dem Sprung ist. Aber wenn er das Netz betritt, dann läuft er grün an, schnallt den Gürtel seiner Kalaschnikow enger und legt los (Auszug aus seiner Info-Page bei Facebook): Weiterlesen →


18
Feb 10

Ratzinger befahl Bischöfen die systematische Vertuschung sexuellen Missbrauchs

2003 berichtete der Observer von einem vertraulichen Dokument, das vierzig Jahre zuvor mit dem Siegel von Papst Johannes XXIII an alle katholischen Bischöfe weltweit gesandt wurde (hier das Dokument als pdf).
2005 legte das amerikanische Polit-Blog Daily Kos nach. Der damalige Präfekt der Glaubenskongregation Joseph Ratzinger, heute besser bekannt als Benedikt XVI, hatte 2001 in einem weiteren Rundschreiben ausdrücklich die Weitergeltung des päpstlichen Dokuments von 1962 bestätigt.

Für den Fall, dass die Opfer des Missbrauchs sich an kirchliche Stellen wenden, sollen auch sie einen Eid schwören, dass sie Stillschweigen bewahren werden.

Auszug aus dem Dokument:

Die sexuelle Revolution sei Schuld an den Missbrauchsfällen, sagte der Augsburger Bischof Walter Mixa, Träger des bayerischen Verdienstordens, im Gespräch mit der Augsburger Allgemeinen Zeitung: “Die sogenannte sexuelle Revolution, in deren Verlauf von besonders progressiven Moralkritikern auch die Legalisierung von sexuellen Kontakten zwischen Erwachsenen und Minderjährigen gefordert wurde, ist daran sicher nicht unschuldig.”

Seit 48 Jahren organisiert die katholische Kirche von höchster Stelle aus Täterschutz, lässt die Opfer Schweigegelübde ablegen, deckt also Kindesmissbrauch und Missbrauch von Schutzbefohlenen. Das ist in diesem Ausmaß nichts anderes als Organisierte Kriminalität. Wie viele Fälle von Strafvereitelung mögen da zusammenkommen? Aber was rede ich?
Schuld sind ja die Hippies.

via reddit


16
Feb 10

Paul im Puff

„In den Puff? Ist das auch ein hochironischer Akt, Sexsklavinnen durch Konsum zu befreien?“
„Käse, du hast natürlich falsche Vorstellungen. Das sind Fair-Trade-Huren, das ist der Bioladen unter den Puffs. Von einer Frau geführt, die Hälfte sind Studentinnen, du kannst auf der Seite nachlesen, welchen Anteil der Laden behält, die können absagen, wie sie wollen. Alles super.“
„Aber das hast du doch echt nicht nötig.“
„Siehst du, auch da hast du falsche Vorstellungen. Das hat nichts mit „nötig haben“ zu tun. Puff ist Wellness, kein Lügen, kein Gebagger, kein Gemurkse an deinem Schwanz, die wissen, was sie tun, glaub mir, das wissen sie sehr genau.“
Ich habe nichts gegen Puffs. Also nicht aus ideologischen Gründen. In Coupling heißt es, Stripbars seien der Albtraum eines Mannes, „Porno der dich ansieht“. Der Autor von Coupling ist der einzige Mensch, der mich versteht. Zum ersten Mal heute spüre ich meinen Schwanz nicht.
„Ok, ich komme mit, aber erst muss ich noch Elisa anrufen.“
„Klar, du Baggerkönig, ich mach mich noch untenrum frisch.“

Wir fahren durch endlose Tunnel und kommen in einem Stadtteil wieder heraus, in dem ich noch nie war. Könnte auch Lima oder Göteborg sein. Ich fühle mich kurz sehr alt und dann wie ein Kind, das aus einem schrecklichen Traum erwacht ist. Wir steigen aus dem Wagen. Bei dem Puff steht nicht etwa Puff draußen an der Tür, sondern der Name einer Werbeagentur. Ein ganz normales Wohnhaus. Auf Matzes Klingeln hin geht der Summer und wir steigen die Treppen hoch in den dritten Stock. Eine überhaupt nicht puffmutterige Frau Mitte Dreißig im Rollkragenpulli steht am Türeingang und lässt uns freundlich lächelnd herein. Sie führt uns in ein Zimmer und bittet um einen Moment Geduld. Kann sie haben, das Gras hat mich geduldig wie eine indische Kuh gemacht.
Sieht das hier scheiße aus. Wenn Jeff Koons ein blinder Innenarchitekt wäre, würde er Wohnungen so einrichten. Grellbunte Aktzeichnungen, verspielte goldene Vasen und griechisch-chinesische Skulpturen. Ansonsten alles rot. Rote Tapeten, rote Glitzerstoffe, rote Kissen auf dem abartigen roten Riesenbett. Es läuft leise Bumsmusik.
Die freundliche Frau kommt wieder rein und fragt, was wir wünschen.
„Nichts Ausgefallenes, wie gewohnt, nur sehen, wer da ist“, sagt Matze.
Die Frau zählt ein paar schlecht ausgedachte Künstlernamen auf (Venus, Vanessa, Aphro, Chantalle, so die Liga) und Matze sagt: „Super, dann schick die doch mal rein.“
„Wollt ihr die gemeinsam buchen?“
Matze schaut mich fragend an und ich sage: „Um Gottes Willen.“
Dann vergehen ein paar Minuten, in denen ich meine wahnsinnig kalten Hände anstarre und schließlich kommt eine riesenbusige Greisin mit mal hübsch gewesenem Gesicht und klugen Augen herein.
Sie lächelt, gibt uns die Hand, sagt ihren Namen und geht wieder raus. Dann reißt eine junge Ultrabraune ungestüm die Tür auf, zuppelt an ihrer Lack-Korsage, lacht laut, gibt uns die Hand, Namen und raus. Dann drei wirklich Hübsche mit kleinen Fehlern. Die eine hat Plastiktitten, die andere hässlichen Nagellack und die dritte nicht den geringsten Hinweis auf Brüste. Bis jetzt alles Deutsche. Die nächste ist eine riesige Afrikanerin, die akzentfrei ihren Namen sagt, mir zuzwinkert und dann ihren unwahrscheinlichen Hintern herausträgt. Dann eine mit Perücke, eine mit Doppel-D-Hängebusen, eine mit braunem Lippenstift und Rastalöckchen und endlich zwei, die wirklich Studentinnen sein könnten, lustigerweise Soziologiestudentinnen.
Dann haben wir alle gesehen, es hat höchstens zwei Minuten gedauert. Alle hatten unglaublich hohe Schuhe an mit Plateausohlen, bis auf zwei mit Over-Knee-Stiefeln. Der Raum riecht jetzt nach Calvin-Klein-Nightflight-Gabriela-Sabatini und nassem Hund. Wahrscheinlich tragen alle Curious von Britney Spears.
„Ich kann mich gar nicht entscheiden“, sagt Matze. „Mona bläst mit Unterdruck, Arabella schreit beim Ficken als ginge die Welt unter und Cindy hat die schönsten Titten, die man sich vorstellen kann. Aber vielleicht probiere ich mal was Neues.“
Ich kann mich auch nicht entscheiden, aber aus anderen Gründen. Ich könnte was essen.
Jetzt kommt wieder die Eingangsfrau rein und fragt, für wen wir uns entschieden hätten.
„Wie immer schwierig“, sagt Matze. „Ich würde gern Cecilia nehmen.“
Beide schauen mich an.
„Ich will ja nicht unhöflich sein.“ Das ist jetzt aber unangenehm.
„Aber für mich war.“ Wie sagt man das denn?
„Also keine, also ich weiß nicht.“
„Gar kein Problem.“ Matze erlöst mich. „Wartest du dann unten auf mich?“
„Wie lange denn?“
„Ich buche erstmal eine Stunde.“
„Ok.“
Ich lasse mich rausführen. Ein paar Häuser weiter ist ein Sonnenstudio. Na dann. Ich lasse mich 20 Minuten färben und denke an Greta. Ich versuche sie mir in Plateauschuhen und Bräunungscreme mit Nuttenlächeln vorzustellen.
Als die Sonnenbank anfängt zu piepen, krieche ich hervor, wische mir den Schweiß vom Rücken und schaue in den Spiegel. Ich sehe traurig aus.
Draußen geht das Leben weiter und ich fühle mich wie jemand, der Hiroshima erlebt hat und jetzt auf einer Tagung von E.ON sitzt und sich von den Wundern der Atomkraft erzählen lassen muss.
Alle sehen so glücklich aus, so gesund und zukunftsorientiert, so gelassen und naturbraun und selbst die Rentner tragen heute ihre Milchzähne spazieren. Ich rauche zwei, drei Zigaretten, starre in ein paar Schaufenster. Die Zeit steht still, kein schöner Tag. Das einzig Revolutionäre an mir ist mein Magen. Der dreht sich, Säure sprudelt in meine Speiseröhre. Ich kotze den Rauch in einen Hauseingang und lasse mich von einer Rentnerin anbrüllen, ob ich das zuhause auch so mache, „Ich habe kein Zuhause“, murmele ich. Ich gehe zurück zum Puff.

Vor dem Eingang wartet Matze auf mich.
Er sieht entspannt aus.
„Jetzt fahren wir nach Hause und du schreibst was Tolles.“

Matze zögert nie. Er ist gedanklich so viel schneller als ich, er ist visionärer, skrupelloser, positiver.
Er ist Intelligenz ohne Angst.
Hillary Clinton hat mal zur Verteidigung von Bills Blow-Job-Eskapaden gesagt, Selbstzweifel seien die Kehrseite von Intelligenz. Aber Hilary Clinton kennt Matze König nicht.

Nachts träume ich, dass sich mein Schwanz in eine riesige Warze verwandelt. Meine Mutter kommt in Plateauschuhen herein und sagt, ich hätte Germanistik studieren sollen, dann hätte ich auch meinen über alles geliebten Schwanz noch. Ich schlage nach ihr, aber dann nimmt mich Greta in den Arm und sagt, das sei alles nur ein böser Traum.

Meine Träume sind so uninspiriert, dass mich jeder Psychologe rauswerfen würde.


06
Feb 10

Wie süß! Drei junge Geparden SPIELEN mit einem kleinen Impala. Äh, Moment. Urghs.


28
Jan 10

Podcast 28.01.10

Malte und ich haben den ersten Podcast des Jahres gemacht. Schlecht gerechnet und grob gerundet knapp ein halbes Jahr nach Maltes letztem Podcast. In zwei Stunden reden wir über alles, sagen vieles und meinen noch mehr. Kurzer Themenüberblick: Lendenbrüche, Bücher schreiben, Sex und Porno, Tauschbörsen, Depressionen und Krieg. Aber schön: Es bleibt nichts davon hängen. Also leichter Hörgenuss zum einschlafen ohne Völlegefühl.

Mathias

 

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28
Jan 10

Das nordische Sonnenlicht: Das deutsche Reich besteht ewig

Rassisten: Was wäre die deutsche Humorproduktion ohne sie?
Selbstgemachte Rapvideos: Auch sie ein steter Quell des Vergnügens.

Kommt beides zusammen wie in diesem Fall eines jungen Rechten (Rangarmad ist lediglich der Youtube-User, der das Video ins Netz gestellt hat), dann ergibt das ein Stahlbad der Freude, man ist hin- und hergerissen zwischen dem dringenden Wunsch, sich das Zwerchfell in einer Notoperation herausnehmen zu lassen oder sich selbst, stellvertretend für alle Deutschen, einen Einlauf mit einem rostigen Rohr zu verpassen.
Hach. Man sollte allen Nazis ein Mikrofon geben, das wäre ein Endsieg des Fremdschämens.


27
Jan 10

Jugendliche brauchen nicht mehr Schutz

Der Entwurf für einen Jugendmedienschutz-Staatsvertrag sorgt zur Zeit berechtigterweise für Empörung.

* Es werden sowohl Internet-Zugangs-Anbieter (Access-Provider, ISP) als auch Anbieter von Webspace (Hosting-Provider) mit den eigentlichen Inhalte-Anbietern gleich gesetzt. Sie werden als „Anbieter“ bezeichnet. Sie alle sind für die Inhalte ihrer Kunden verantwortlich.
(…)
* Generell werden alle Inhalte in Kategorien eingeteilt: ab 0 Jahre, ab 6 Jahre, ab 12 Jahre, ab 16 Jahre, ab 18 Jahre.
* Alle „Anbieter“ müssen sicherstellen, dass Kinder der entsprechenden Altersstufe jeweils ungeeignete Inhalte nicht wahrnehmen. Dafür sind mehrere (alternative) Maßnahmen vorgesehen:
o Es wird ein von der Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) zugelassenes Altersverifikationsverfahren genutzt.
o Inhalte werden nur zu bestimmten Uhrzeiten angeboten. (beispielsweise nur zwischen 22 und 6 Uhr, wenn ab 16 Jahre)
o Alle Inhalte werden mit einer entsprechenden Altersfreigabe gekennzeichnet.
* Die bestehenden Regelungen bezüglich schwer jugendgefährdenden Inhalten (das betrifft u.a. Hardcore-Pornographie usw.) bleiben natürlich in Kraft.

Für mein Buch habe ich mich in den vergangenen Monaten ausführlich mit dem Zusammenhang zwischen Pornographie und Sexualität beschäftigt. Am Rande geht es dabei auch um die Auswirkungen von Pornographie auf Jugendliche. Ein paar der Erkenntnisse werde ich nun – grob verknappt, wir sind hier ja im Internet – zusammenfassen.

Es gibt erwartungsgesmäß eine Vielzahl von Meinungen zu dem Thema, alle Wissenschaftler aber, die mit real existierenden Jugendlichen tatsächlich Gespräche geführt haben, kommen übereinstimmend zu dem Schluss:
Die befürchteten Auswirkungen gibt es nicht.
1. Jugendliche wissen, dass Pornographie nicht die Realität wiedergibt.
2. Jugendliche finden weibliche Pornodarsteller “billig” und männliche Pornostars “lächerlich”, sie erfüllen also keine Vorbildfunktion.
3. Jugendliche konsumieren reichlich Pornographie, aber ein verändertes Sexualverhalten gibt es nicht. Selbst jene, die das gesamte Frühwerk Michaela Schaffraths mit den Händen nachkneten können, werden rot, wenn ihnen Katharina aus der Parallelklasse ein Zettelchen zusteckt.

Jugendliche onanieren seit Anbeginn der Menschheitsgeschichte wie die Wahnsinnigen. Mädchen treten in den Club der großen Wixer erst ein paar Jahre später ein (übrigens ein Grund dafür, dass das erste Mal oft für beide so unersprießlich ist – der Junge ist gewöhnt daran, so schnell wie möglich abzuspritzen, damit niemand etwas mitbekommt, das Mädchen hat noch gar keine Ahnung, wie es zum Orgasmus kommt) und haben aus verschiedenen Gründen ein eher laues Interesse an Pornographie. Es gibt, verkürzt gesagt, wie eh und je eine Phase, in der die sexuelle Neugier und die sexuelle Kompetenz denkbar weit auseinander klaffen.
Früher griff man in dieser Phase zu Schafen, heute zu Pornographie.

Dennoch kommt es natürlich zu problematischem Sexualverhalten. Klaus Hurrelmann, Autor der Shell-Jugendstudie, sagt, dass in Deutschland der Anteil der Jugendlichen, die riskante Formen der Sexualität praktizieren, “im Promillebereich” liegt. Generell hat sich das Sexualverhalten der Jugendlichen nicht geändert, in den USA ist das Durchschnittsalter für das erste Mal sogar deutlich gestiegen. Wenn man aber einen der spektakuläreren Fälle anschaut, beispielsweise die Syphilis-Epidemie in Rocksdale County, bei der sich 200 Teenager zwischen 13 und 16 mit Syphilis infizierten, dann wird man sehen, dass nicht Pornographie das Problem ist, sondern emotionale Vernachlässigung.

Wenn man sich Sorgen machen möchte um unsere Kinder, dann muss man sich mit Phänomenen wie den folgenden auseinander setzen:

Alleinerziehende haben ein ungeheures Armutsrisiko. Sie haben die Wahl, ihre Kinder entweder in Armut aufwachsen zu lassen oder zu vernachlässigen.
9to5-Jobs sind zu 24/7-Jobs geworden.
Kinder erleben viel zu früh einen wahnsinnigen Karrieredruck und wachsen in der Angst auf, den Ansprüchen nicht zu genügen.
Kinder werden mit Geschenken und materiellen Zuwendungen dafür entschädigt, dass die Eltern zu wenig Zeit für sie haben.
Eltern sorgen sich, dass sie nicht mehr der beste Freund ihrer Kinder sein können, wenn sie ihnen Grenzen aufzeigen.

Wenn es ein Problem gibt mit der Jugend von heute, dann hat dieses Problem nichts mit Pornographie zu tun. Jugendliche brauchen nicht mehr Schutz, Jugendliche brauchen mehr Aufmerksamkeit. Wenn aber die gesamte Mittelschicht gegen den Absturz in die Unterschicht kämpft, dann haben die Erwachsenen gar nicht mehr die Zeit, sich um die Kleinen zu kümmern.
Diese Probleme sind allerdings nur durch eine gesellschaftliche Neuausrichtung hinzubekommen. Als Politiker ist es da natürlich der etwas einfacherere Weg, die Verantwortung an Internet-Provider abzugeben.