Juli, 2009


31
Jul 09

Hamburger Verklärung

Stellen Sie sich einmal vor, Sie wären Zoodirektor. 50 Prozent Ihrer Besucher kämen mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Busunternehmer, Bahn und Taxifahrer bezahlen zwar keinen Cent für die Fütterung der Tiere, verdienen aber sehr ordentlich an den Zoobesuchern. Da ist es doch nur allzu verständlich, dass Sie als Zoodirektor Geld von den Transportunternehmern fordern.

«Aber das ist doch Unsinn», sagen Sie, «der Zoodirektor profitiert doch schon von dem zusätzlichen Verkehr.» Aber bedenken Sie doch bitte: Sie sind der Zoodirektor! «Ach so. Ja, dann sollen die bezahlen!»

Sehen Sie. So einfach ist das. Und schon haben Sie die Hamburger Erklärung verstanden.

Weiter in der Netzeitung.

Update: Kommentar von Matthias Wagner


28
Jul 09

Bundesverfassungsgericht? Ist das bewaffnet?

Spiegel Online berichtet über die Praxis der Polizei in Mecklenburg-Vorpommern, verdachtsunabhängig Autokennzeichen zu scannen und mit Fahndungslisten abzugleichen.

“Bei 49 Einsätzen wurden rund 73.000 Autokennzeichen in der Grenzregion zu Polen fotografiert und überprüft, ganz automatisch. 16 Mal gab der Fahndungscomputer laut Innenministerium Alarm. Erwischt wurden Personen, denen Eigentums- und Diebstahldelikte vorgeworfen werden, aber auch Versicherungsbetrug.”

Das Bundesverfassungsgericht hatte diese Praxis erst im vergangenen Jahr für die Länder Hessen und Schleswig-Holstein verboten. Einer der Kläger war damals Klaus Petersdorf, Generalsekretär der Piratenpartei Schleswig-Holstein.

Erwin Sellering, der Ministerpräsident Mecklenburg-Vorpommerns, dürfte der unbekannteste Ministerpräsident Deutschlands, vielleicht sogar der ganzen Welt sein. Dabei hat er interessante Ansichten: Die Wikipedia erinnert an seine Idee, flächendeckend die genetischen Fingerabdrücke aller Bundesbürger zu erfassen und die DNA-Merkmale aller Neugeborenen zu speichern. Seine Äußerung, die DDR sei kein Unrechtsstaat gewesen, ist so vielleicht besser zu verstehen. Hätte Erich Mielke die Möglichkeiten Sellerings gehabt, hätte Sellering vermutlich auch in einem anderen deutschen Staat die Karriereleiter erklommen.

Den typischen Verfassungsrichter unterscheidet vom typischen Polizisten, dass er keine Pistole an der Hüfte trägt. Das ist äußerst bedauerlich. Wenn wir schon die Gewaltenteilung aufheben, warum dann eigentlich zugunsten des BKA? Ich sähe lieber ein Bundesverfassungsgericht, das Verfassungsbrecher einkerkert als Ermittlungsbehörden mit richterlichen Kompetenzen. Und lieber Menschen mit Respekt vor der Privatsphäre an der Regierung als solche, deren Idealvorstellung von Sicherheit eine Insel mit einer Mauer drum herum ist. Aber das ist alles nur ein wilder Traum.


24
Jul 09

Auch Versager können Schrecken verbreiten

“Bekanntlich gelang es dem BND, trotz einer großen Anzahl von SS-, SD- und Gestapo-Experten in seinen Aufbaujahren, weder den Bau noch den Fall der Mauer vorherzusagen, nicht die Wiedervereinigung, auch nicht den Zusammenbruch der Sowjetunion, wahrscheinlich nicht einmal die Uhrzeit.”

Rayk Wieland in der SZ vom 9./10. Mai

Man hat die USA vor dem elften September 2001 zu Unrecht als Hippiestaat in Erinnerung. 1994 wollte ich rasch noch die Freiheitsstatue erklimmen, bevor ich wieder zurück nach Deutschland musste. Am Eingang der Statue wurde mein Rucksack durchsucht, ein Marshall wurstelte mit einem Metalldetektor an mir herum, es war wie sonst nur bei Papstaudienzen oder auf dem Flughafen. Ich fragte, was es denn hier zu befürchten gebe und der schnauzbärtige Schwerbewaffnete antwortete freundlich: “Na, Terroristen halt.”
Ich hielt es damals für unwahrscheinlich, dass jemand die Freiheitsstatue entführen wollen könnte, immerhin hatte sie ja in Ghostbusters 2 bewiesen, dass sie recht selbständig ist, als sie Vigo, der Geißel der Karpaten, Einhalt gebot, aber ich war mir sicher: Sollte es jemand versuchen, würde der Marshall ihn aufhalten.

Nun ist aber dennoch der elfte September geschehen. Im Grunde eine Geste der militärischen Impotenz seitens der Islamisten, denn was haben die Auftraggeber der Attentäter gewonnen außer Rheuma von der feuchten Höhlenluft?
Aber doch konnten diese Amateure erheblichen Schaden anrichten.
Deshalb darf man nun nicht mehr mit Flüssigkeit reisen, muss, um in die USA zu gelangen, einen Reisepass besitzen, der mehr Daten über einen enthält als das eigene Tagebuch und wenn man schon einmal das Wort Gentrifizierung benutzt hat, wird man verhaftet.

Kann jetzt nichts mehr passieren?
Kommen wir noch einmal zu dem Zitat von Rayk Wieland zurück. Nicht nur der BND hat ja nichts gemerkt von den Vorgängen in der DDR, auch der andere Geheimdienst, der, der noch etwas näher dran war am Geschehen, war überrascht über das plötzliche Absterben der DDR. Die Stasi mit zwei Millionen Augen wusste zwar recht genau, wann Katharina Witt mit wem schlief, es gibt wilde Geschichten um geflohene Fußballer, die von im Westen tätigen Stasi-Agenten verunfallt wurden, jeder Gymnasiast wurde auf seine Linientreue durchleuchtet, Briefe wurden zensiert und das Fernsehen war fast so unehrlich wie 9live.
Nur verhindern konnten die sammelwütigen Agenten und ihre inoffiziellen Mistkäfer dann doch nichts.
Was im Umkehrschluss bekanntermaßen nicht bedeutet, dass sie nicht viel Unheil angerichtet hätten.
Wobei “Unheil anrichten” so großväterlich dräuend klingt, als wären es Worte aus einem Fußballfilm von Sönke Wortmann: Ein Schreckensregime haben die Versager bis zum 9. November aufrecht erhalten.

Wenn nun Markus Wehner in der FAZ die bedingte Abwehrbereitschaft der Deutschen beklagt, obwohl er doch ziemlich sicher weiß, dass ein furchtbarer Anschlag bevorsteht, dann kann man beim Lesen regelrecht sehen, wie ihm die Haare zu Berge stehen:
“Man stellt die Stimmungslage der Deutschen in Rechnung. Ihr Land soll so friedlich sein wie Luxemburg oder die Schweiz. Es soll Behörden haben, die die Sicherheit garantieren, aber dafür keine Eingriffsrechte in die Privatsphäre der Bürger bekommen. „Dieses Land fühlt sich nicht wirklich bedroht“, sagt ein führender Sicherheitsfachmann.”

Entschuldigung: Die Behörden sollen also mal endlich Eingriffsrechte in die Privatsphäre der Bürger bekommen? Damit man nach einem Anschlag schnell weiß, ob die Terroristen Landkarten auf dem Rechner hatten? Oder weil man sie wegen Dokumentenfälschung in Tatmehrheit mit Massenmord drankriegen kann, wenn man in der Lage ist nachzuweisen, dass ihr biometrischer Ausweis gelogen hat?

Es ist ganz bestimmt nicht erfreulich, Opfer eines Terroranschlags zu werden. Ich möchte zum Beispiel auch furchtbar ungern von einem Meteoriten erschlagen werden oder im Kampf um eine Kuh einem Stier unterliegen.
Aber weder Meteor noch Stier oder Terrorist lassen sich ernsthaft abhalten von ihrem Treiben, weil der Staat vorher in meine Privatsphäre eingedrungen ist.
Fragen Sie mal den Marshall von der Freiheitsstatue. Der kann ein Lied singen von Terrorbekämpfung durch Rucksackdurchwühlen.


23
Jul 09

Benimm-Regeln? Was von der Leyen wirklich gesagt hat

Gerade macht ein Artikel von Spiegel Online die Runde, der die schöne Überschrift “Von der Leyen fordert Benimm-Regeln” trägt.
Der Spiegel-Artikel basiert auf einem Interview der Ministerin mit der Rheinischen Post.

Auf der Homepage des Familienministeriums nimmt von der Leyen ausführlicher zu dem Thema Stellung. Und ich habe schon größeren Quatsch gehört. Sie fordert (fordern ist übrigens etwas, das man überhaupt häufiger machen sollte) Intranet für Grundschulen, wo die Schüler dann
“… die einfachen Techniken, aber dann auch die einfachen Verhaltensweisen lernen, die netzbasiert sind.”

Das ist zwar kein Deutsch, aber auch nicht die Forderung nach Benimm-Regeln.

Direkt zur Rede

 

23
Jul 09

Paul bekommt die Welt erklärt und versteht beinahe Werbung

Am nächsten Tag versuche ich Vitamine zu bekommen. Zwei Drittel der Artikel im Kaisers sind Süßigkeiten. Morgens halb zehn, die zarteste Versuchung, das schmeckt so italienisch flott, der erste Bär, der backen kann, take a Break, einmal gepoppt, niemals gestoppt, quadratisch, praktisch, gut, yesyesyesyesyes, die Extra-Portion Milch, und Erwachsene ebenso, enjoy!, Fruchtalarm, prickelt fruchtiger, die wahrscheinlich längste Praline, guten Freunden gibt man, I hate Sex … in the Bedroom, kleine Torte statt vieler Worte, bringt verbrauchte Energie sofort zurück, die kleinen Unwiderstehlichen, Spaß ist, was ihr draus macht, kann man teilen, muss man aber nicht, und der Hunger ist gegessen, was wirklich zählt ist klar, natürlich nasch’ ich, alles lecker, oder was?
Der Rest ist ungenießbar.
Die drei Hochglanzapfelsorten strahlen um die Wette, das Fleisch hat nie gelebt und kostet weniger als ein Schokoriegel, das Erdbeerjoghurt ist rotgefärbter Zucker, das Brot braungefärbter, die Gewürzgürckchen sehen aus wie Marsmännchenpimmel und passen daher gut zu den tiefgekühlten Eskimogliedchen, die als Cevapcici-Darsteller unterwegs sind. Mir ist flau.

Ich nehme eine Packung Miracoli und gehe in die Apotheke. Apotheken sind schon lange keine Pharmazieläden mehr. Sie sind Wellnesstempel. Ich decke mich mit Aspirin, Silikonohrstöpseln, Meersalz, ph-neutralem Duschgel, Vitamin-D-Kapseln, Vitamin-C-Lutschbonbons, Teebaumöl, Baldrian und Anti-Aging-Creme ein. Schon mit dem Bezahlen fühle ich mich besser.

Ich gehe nach Hause, suche den Zettel mit Elisas Nummer raus und setze mich erst noch einmal aufs Klo. Selbst dort fällt mir kein guter erster Satz ein. Ohne zu irgendetwas gekommen zu sein, ziehe ich ab und renne in Matze. Ich spreche ihn auf die Stelle aus seinem Buch an und er sagt, dass die ihm misslungen sei, zu unternehmensberatermäßig, zu Tschakka. Ich solle mir keinen Kopf machen, ich doch nicht, hey! Fehlt nur noch das „Kopf hoch! Ohren steif halten!“.
„Bei der nächsten Auflage fliegt das raus, man sollte natürlich nicht lügen. Ehrlichkeit ist das neue Schwarz.“
„Hallo, ich bin Paul, nutze gern den Saugreflex von Kälbern, habe einen Zwergenpenis aber einen riesigen sexuellen Appetit, Stinkefüße und Rheumahoden seitdem ich 12 bin und mein Medienberater sagt, Ehrlichkeit sei das neue Schwarz. Was ist denn das neue Hirn?“
„Google natürlich“, sagt Matze kopfschüttelnd.

Ich erzähle Matze von dem Honda-Angebot.
„Neenee, das ist der falsche Weg.“ Er zieht mich in die Küche.
„Wir müssen uns von den Konzernen dafür bezahlen lassen, dass wir sie ficken. Als du geschrieben hast, dass die Nestlé-Manager, die das Wasser privatisieren wollen, die Pharmamanager, die nicht an Malaria forschen und ihre Medikamente, die hier verboten sind, in die dritte Welt verscherbeln, die Colatypen, die den Indern das Wasser abgraben gute Familienväter sind, nette Gesprächspartner und kompetente Beisitzer im Elternrat der Schulen ihrer Kinder, mehr Menschenleben am Tag auslöschen als Osama bin Laden in seiner Karriere – darüber hätte ich gern ein fettes Werbebanner gesehen.“
„Wo ist der Unterschied? Danone-Granini-Nutella-Trinkgenuss und dazu spielt Kurt Cobain.“
„Aber wir sind viel radikaler als Kurt Cobain. Weil wir intelligenter sind.“ Matze macht eine Coke Zero auf.
„In dem, was du da gerade machst, wird doch das ganze Dilemma deutlich. Du empörst dich über Cola und dann nimmst du einen langen Schluck von der extra für Männer konzipierten Cola Light.“
„Ja, aber wir wissen das. Weißt du, wie die französische Revolution angefangen hat?“
„Sturm auf die Bastille?“
„Nein, viel früher. Mit der Enzyklopädie. Mit Diderot. Das gesamte Wissen der damaligen Zeit versammelt und verfügbar für die Massen. Wissen sprengt Königshäuser, Wissen wirft alles um. Die Wikipedia wird von 20-Jährigen geschrieben. 20-Jährige sammeln das Wissen unserer Zeit und machen es Menschen in der ganzen Welt verfügbar. Wir sind der dritte Stand, wir sind die Bruchstelle dieses Systems. Wir sind gut ausgebildet und genauso klug wie die Eliten und wir wissen genau, was sie treiben. Wir sind gefährlich, wir zünden keine Autos an, wir stellen die Guillotinen auf. Bildlich gesprochen, wir sind ja nett. Genauso nett wie die Pharmamanager.“

„Wer das schon alles geglaubt hat.“
„Jetzt ist es aber technisch möglich. Bis jetzt ging es immer nur darum, ob ein paar wenige die Produktionsmittel in der Hand haben oder der Staat. BILD oder Prawda. Jetzt kann jeder produzieren. Erst Worte, dann irgendwann alles, was er braucht. 3D-Drucker! Creative Commons auf das Coca-Cola-Rezept! Open-Source-Autobau! Das hast du doch alles schon geschrieben.“

“Matze, ich bin ein Hoffnarr. Ich ändere nichts, man lässt mich doch nur reden, weil ich nichts zu sagen habe.“

„Du spinnst. Die ganzen netten Manager, die leiden doch selbst wie die Tiere. Deswegen lassen die sich doch alle von Dominas verprügeln. Die wollen, dass du sie peitschst, die wollen geläutert werden, die wollen rein und gut sein. Wir müssen ihnen sagen, wie sie es machen sollen. Du hast geschrieben, dass Börsenkurse gewissenloser als Nazis wären. Die wollen da alle raus, die wollen auch glückliche Kinder in Afrika sehen.“

Was interessiert mich Afrika, ich fühle mich wie Eddie Murphy in „Nur 48 Stunden“. Ich habe das Gefühl, den ganzen Tag einen stehen zu haben.
Als hätte Matze meine Gedanken gelesen, sagt er: „Komm, wir gehen in den Puff.“


22
Jul 09

Vodafone

Im aktuellen Blogblick geht es um Vodafone.

Zu der Passage, in der es um René und seine lobenden Worte für das Vodafone-Handy geht: Ich bin davon überzeugt, dass sein Tweet kein Zeichen für Käuflichkeit ist, ebenso wie ich bei dem im Blogblick verlinkten Artikel von Don Dahlmann nicht glaube, dass er etwas mit Dahlmanns Adnation-Anbindung zu tun hat.
Das weiß ich aber nur, weil ich beide kenne (Dahlmann nur sehr flüchtig, René etwas besser). Und ich möchte nur sehr ungern mit jedem Blogger schon Bier getrunken haben, um wissen zu können, warum er etwas schreibt.


21
Jul 09

Frau Schnutinger hört auf mit dem Web 2.0

Vermutlich unter anderem wegen dieses Beitrags von Felix Schwenzel zieht sich Frau Schnutinger jetzt aus dem Web 2.0 zurück.

Es wird oft darüber spekuliert, warum Frauen im Web 2.0 so wenig wahrgenommen werden. den erhellendsten Artikel habe ich dazu bei Teresa gelesen:

“Das Internet einfach als weiteren Kommunikationskanal zu nutzen – dieser Pragmatismus ist ein weiterer Hinweis darauf, warum bislang weniger Frauen durch die Nutzung des Netzes zu einer öffentlichen Person geworden sind. Mit großer Selbstverständlichkeit wurde das Netz als Ort begrüßt, an dem bestehende Themen eine weitere Verbreitung finden können. Expertinnen existierten bereits. Das erste neue Expertisefeld, das sich durch das Internet eröffnete, war das Internet selbst. Die zunächst überwiegend technischen Aspekte erklären vielleicht, warum Netzthemen eher von Männern besetzt werden. Originär im Netz entstehende weibliche Wissensgebiete formieren sich langsam, unterliegen aber dem gleichen Problem, das „Frauenthemen“ in klassischen Medien haben: über ihre Relevanz wird in der breiten Öffentlichkeit nicht von Frauen bestimmt, und sie wurzeln eher in der privaten Lebenswelt.”

Das ist ein wichtiger Punkt: Gehen wir für einen Moment davon aus, Frauen und Männer seien unterschiedlich, nicht Mars/Venus-unterschiedlich, aber ein wenig. Und dann bauen wir uns eine Welt, in der es zur Allgemeinbildung gehört, Schlachtendaten zu kennen und im Schlaf zu wissen, wer Deutschland 1974 zur Weltmeisterschaft schoss.
Wären Männer und Frauen unterschiedlich, dann wäre das etwas ungerecht.

Nach meiner persönlichen Erfahrung haben Frauen darüber hinaus auch eine etwas geringere Neigung, sich anpöbeln zu lassen. Ich bekomme häufiger Mails von Leserinnen, die nicht einmal Freude daran haben, sich in den Kommentaren beschimpfen zu lassen.

Ich argumentiere hier auf dünnem Eis und ich darf natürlich nicht vergessen hinzuzufügen, dass es wehrhafte Frauen gibt, gegen die ich noch beinahe jede Kommentarschlacht verloren habe und auch meine Mutter war eine Meisterin des letzten Wortes. Aber zurück zum Thema.

Frau Schnutinger hat also einen etwas unglücklichen PR-Beitrag verfasst für Vodafone. So etwas ist mir auch schon passiert. Ich weiß nicht, wann die Schweigepflicht für persönliche Job-Desaster abläuft, deshalb drücke ich mich im Folgenden so vorsichtig wie möglich aus.

Ich habe einige Wochen für die Wii gebloggt. Irgendwann hat dann Robert Basic dieses Blog aufgespießt wegen seiner grauenhaften PR-Texte. Ich wage mich hoffentlich nicht in den Bereich der Vertragsverletzung, wenn ich sage:
Robert Basic hat sich noch höflich zurückgehalten. Ich aber habe zurückgeholzt und schön weiter PR-Texte verfasst.

Frau Schnutinger jedoch hat versucht, zu erklären, was sie da macht (alles nachzulesen in den Kommentaren zum oben verlinkten Artikel von Felix Schwenzel). Dafür wurde sie – nunja, auf dem Schulhof würde man sagen: gemobbt.

Ich hoffe, dass Frau Schnutinger es sich noch einmal überlegt. Der Zorn der politisch interessierten Blogger richtet sich gegen Vodafone und trifft Randfiguren einer Kampagne. Und auch wenn ich Schlammschlachten liebe und seit meinem dritten Lebensjahr trainiert darin bin, Gegnern Sand in die Augen zu streuen (Reineke Fuchs!), habe ich es nicht gelernt, Lynchmobs zu schätzen.

So sind wir doch eigentlich gar nicht.


21
Jul 09

Adam Yauch von den Beastie Boys hat Krebs

In der Speicheldrüse.
Aber er ist zuversichtlich. Immerhin.


20
Jul 09

Folter durch nackte Frauen

“Es gab viele Vorschläge, wie man den Gefangenen zum Reden bringen könnte: Ihn mit verwesenden Leichen in eine Zelle stecken. Ihn mit nackten Frauen umgeben. Ihn mit Elektroschocks an den Zähnen malträtieren.”
SZ über amerikanische “Befragetechniken”

Das erinnert mich an einen entfernten Bekannten, der in einer Sendung mit Kai Pflaume (dessen Indianername übrigens Kai Pflaume ist) 70000 Mark gewann, weil er vorgab, sich vor Luftballons zu fürchten.
In der Sendung wurde man reich entlohnt für die Überwindung seiner Ängste. Mein Bekannter liebte natürlich Luftballons, wie jeder Mensch. Wer hätte gedacht, dass die amerikanischen Agenten ähnlich ticken wie Kai Pflaume?
“Warum haben Sie ihm 70000 Mark gegeben?”
“Er sagte, er fürchte sich vor Luftballons. Da umgab ich ihn mit Gummi.”
“Und Sie, wie wollten Sie an die benötigten Informationen kommen?”
“Er sagte, seine Religion verbiete ihm die Betrachtung nackter weiblicher Körper. Statt Leichen neben ihm verwesen zu lassen habe ich dann das Cheerleader Team der 49ers vor seinen Augen entkleidet. Es war grauenhaft.”


17
Jul 09

Die Antwort auf HC Strache

Hier der Rapversuch von Strache