Heribert Prantl hat in mehreren Artikeln in der Süddeutschen Zeitung überzeugend dargelegt, warum die Staatsanwaltschaft in Duisburg wegen Fahrlässiger Tötung ermitteln muss. Und zwar nicht gegen Unbekannt, sondern gegen konkrete Personen: “Der Oberbürgermeister ist nicht “unbekannt”. Und der Veranstalter der Loveparade heißt Rainer Schaller; er ist auch nicht “unbekannt”. (…) Bekannt sind auch der Chef des städtischen Ordnungsamtes, der Chef des Bauamtes, der polizeiliche Einsatzleiter. Bekannt sind die Chefs der privaten Ordnungsdienste.”
Es geht hierbei nicht um Rachejustiz oder Bauernopfer, sondern um ein geordnetes Verfahren. Prantl schlägt vor, Sauerland könne solange sein Amt ruhen lassen. So bliebe Sauerland, sollten sich die Vorwürfe als haltlos erweisen, die Rückkehr ins Amt (es gibt in seinem Fall die Besonderheit, dass er durch einen Rücktritt sämtliche Pensionsansprüche verlöre, er sieht also seine Existenz durch diesen Schritt gefährdet).
Warum tatsächlich auch die Einsatzleiter der Polizei und die Verantwortlichen der Ordnungsdienste in den Fokus der Ermittlungen gehören, verdeutlicht dieses Video.
Es ist an der Treppe aufgenommen zum Zeitpunkt der Katastrophe und es zeigt ein Ausmaß an Inkompetenz, das niederschmetternd ist. Völlig willkürlich werden einzelne Personen aus der Menge gezogen und so der Ansturm auf die Treppe erst angefeuert. Es kommen keine zusätzlichen Kräfte, es gibt keine Lautsprecherdurchsagen. Ich war auf Schulfesten, die besser organisiert waren.
Das Video selbst ist schwer verdaulich und man sollte es sich besser nicht allein angucken, was ich leider eben getan habe.