Mozart brauchte kein Copyright

Musikindustrie. Das klingt, als gäbe es an einem Ort im Ruhrgebiet eine Fabrik, wo Bohlens, Scooters oder Neptunes im Blaumann am Fließband stehen und Töne ineinander stöpseln. Tatsächlich geht es in der Musikindustrie aber nicht mehr um die Herstellung von Musik.

Was man auch liest in diesen Tagen: Immer geht es um das Copyright. Sei es in den Verhandlungen mit Apple, in denen man darauf drängt, dass Musik auf dem iPhone teurer sein soll als bei iTunes; sei es auf der Webseite des Bundesverbandes der Musikindustrie, wo man sich hoch befriedigt darüber zeigt, dass das Landgericht Oldenburg den staatsanwaltlichen Zugriff auf Daten von Anschlussinhabern auch weiterhin ohne richterlichen Beschluss zulässt; seien es die Schadensersatzprozesse in den USA um hunderttausende Dollar wegen ein paar getauschter MP3s – immer geriert sich die Musikindustrie als Opfer, dem Milliardenwerte genommen wurden.

Ein Opfer, das die Vorratsdatenspeicherung unterstützt und seine Angestellten Bettelbriefe an die Bundeskanzlerin schreiben lässt. Wenn die Politik das geistige Eigentum nicht besser schütze, werde die kulturelle Vielfalt in Deutschland abnehmen und die Zukunft würde verspielt. Schließlich sei geistiges Eigentum das Öl des 21. Jahrhunderts. So schrieben neulich einige Künstler im Namen der Musikindustrie.

Geld und Copyright
Nun hat Geld die angenehme Eigenschaft, dass es besser wird, je mehr man davon hat. Insofern sind die Bemühungen der Musikindustrie natürlich legitim. Allerdings muss es ebenso erlaubt sein, den von der Musikindustrie immer wieder behaupteten Zusammenhang zwischen Copyright, finanziellem Erfolg und der Qualität der Kunst zu hinterfragen.

Denn diesen Zusammenhang gibt es nicht. Man kann reich werden ohne Copyright und wenig Geld verdienen trotz gesicherter Rechte, man kann, obwohl man durch Musik reich geworden ist, Zukunftsressourcen verspielen und mit den Ideen anderer Geld verdienen, ob es das Urheberrecht nun erlaubt oder nicht.

Diese These ist mit einigen Beispielen auch aus der Vor-Tauschbörsenzeiten leicht zu belegen. Wolfgang Amadeus Mozart bekam für ein Engagement als Pianist 1000 Gulden. Im Jahr verdiente er 10.000 Gulden. Wikipedia gibt an, dass Mozarts Zimmermädchen einen Gulden im Monat bekam, Mozart war also ein Top-Verdiener. Und das, obwohl in ganz Europa munter Notenblätter mit Mozart-Kompositionen gedruckt wurden, es gab schließlich noch kein Copyright.

Bach im Remix
Auch Mozart profitierte von dem noch nicht durch Verwertungskanäle begradigten freien Fluss des Geistes, denn seine eigene Musik war ebenfalls nicht frei von Einflüssen. Mozarts Requiem weist erstaunliche Übereinstimmungen mit dem Requiem Michael Haydns auf. Zudem bearbeitete Mozart Bach-Fugen und ersetzte die den Fugen voranstehenden Präludien durch für Streicher geeignete Eigenkompositionen. Dafür musste er nicht mit den Erben Bachs vor Gericht – er machte es einfach. Er remixte Bach. Er mashte ihn, er fledderte die toten Noten und schuf etwas Neues.

Dieses Vorgehen, das heute zu wütenden Plagiatsvorwürfen und mindestens bis Karlsruhe führen würde, hat ganz offensichtlich weder dem Ansehen Mozarts noch dem musikalischen Erbe Bachs geschadet.

Die größte Musik, die unsere Vorfahren oder sogar unsere gesamte westliche Kultur je geschaffen hat, entstand in geradezu anarchischer Freiheit. Und trotz – oder gerade dank – dieser Freiheit konnte man als Komponist ein Vermögen verdienen.

Robbie Williams und DJ Ötzi
Robbie Williams wiederum, bestens geschützt durch ein Heer von Anwälten (nicht einmal Fotos durften deutsche Journalisten auf seiner letzten Tournee von ihm machen), hat nach seinem Deal mit EMI, der ihm 127 Millionen Euro für sechs Alben verschafft hat, ein Live-Album, ein Greatest-Hits-Album und drei Studioalben zustande bekommen.

Keines der Werke brachte den erhofften Erfolg auf dem amerikanischen Markt, keines ist im popkulturellen oder gar musikalischen Gedächtnis geblieben. Wer kennt schon jemanden, der jemanden kennt, der ein Stück des Albums «Rudebox» summen könnte? Geld macht also – wen wundert es? – nicht kreativer.

DJ Ötzi, einer der Unterzeichner des Briefes an die Bundeskanzlerin, hatte seinen Durchbruch mit «Anton aus Tirol». Sage und schreibe 17 Menschen haben all ihre Geisteskraft in dieses Stück moderner Volksmusik gesteckt und zeichnen als Urheber verantwortlich für den strammwadigen Anton. Selbst wenn auf das Kopieren von Bierzelthymnen die Todesstrafe stünde, hätte diese Ansammlung von Dichtern und Denkern schwerlich ein Vermögen aus dem Alpen-Hit schöpfen können, denn Geld hat die unangenehme Eigenschaft, dass es schlechter wird, wenn man es teilt.

Geteilte Einnahmen
Copyright macht also mitnichten die Urheber der Werke reich. Der winzige Bruchteil am Verkauf einer CD, der tatsächlich in den Taschen der Komponisten landet (das größte Stück vom Kuchen sichern sich Rechteverwerter, Industrie und Handel), muss häufig mit Komponistenkollegen und Textern geteilt werden.

Ein Rechenbeispiel: Kostet eine CD im Handel 15,99 Euro, erhält der Künstler davon 64 Cent, also 4 Prozent des Ladenpreises. Beim Download eines einzelnen Songs für 1,39 Euro beträgt der Künstleranteil 5,6 Cent. Die eigentlichen Schöpfer der Werke sind unter den gegenwärtigen Bedingungen demnach gerade nicht gestellt, als würde die Industrie sie als das Bollwerk gegen kulturellen Verfall ansehen oder der Handel ihrem Beitrag den Stellenwert des Erdöls des 21. Jahrhunderts beimessen – ihr Anteil am Erlös aus dem CD-Verkauf ist geringer als der der Gema – die erhält 6 Prozent.

Folgehits von DJ Ötzi wie «Hey Baby», «Do Wah Diddy», «Burger Dance», «Ramalamadingdong» und «Ein Stern (der deinen Namen trägt)», die jeweils hohe Chartplatzierungen erreichten, waren allesamt Cover-Versionen. Auch der Gigant DJ Ötzi kann nicht ohne Inspiration von anderen arbeiten. Gar nicht so leicht also, den einzigartig schöpferischen Wert seiner Tätigkeit zu erfassen. Die Älteren würden es ein tolldreistes Bubenstück nennen, dass ausgerechnet jemand, der die Früchte anderer (die allerdings als Urheber mitverdienen) so zahlreich zu Markte trägt, sich als Opfer von Kopisten bezeichnet.

Wer gibt 1000 Gulden?
Niemand – weder Mozart noch DJ Ötzi – schafft Musik allein aus sich heraus. Immer bedarf es der Vorarbeit von anderen. Mal bedient man sich offen aus dem Vorhandenen, mal wird man inspiriert, ein anderes Mal mag man bestehende Strömungen weiterentwickeln – aber niemals kommt man auf die Welt, wandelt taub und blind umher und schreibt dann die Zauberflöte. Man kann Musik nicht stehlen. Ein Dieb nimmt dem anderen etwas weg. Musik aber bleibt.

Für die Allgemeinheit, für die Kunst, für unser kulturelles Erbe: Es könnte nichts unwichtiger sein als die Frage, wie denn nun die Kanzlerbriefunterzeichner Monrose, Dieter Thomas Kuhn und Atze Schröder ihr Talent zu Geld machen. Manche sagen: Hätten sie nur geschwiegen, dann wären sie Friseur geblieben.

Andere wiederum verweisen darauf, dass es furchtbar unfair sei, von der harten Arbeit der Unterzeichner Klaus&Klaus gratis und schunkelnderweise zu profitieren. Denen kann nur entgegengehalten werden: Dann sollen die beiden Nordsee-Barden (ihr größter Hit «An der Nordseeküste» basiert übrigens auf dem irischen Lied «The wild Rover») halt versuchen, sich von jemandem 1000 Gulden dafür zahlen zu lassen, dass sie für ihn Klavier spielen. Zimmermädchen, die für einen Euro arbeiten, gibt es ja mittlerweile wieder genug.

Diesen Text habe ich vor vier Jahren in der Netzeitung veröffentlicht. Die Redaktion der Netzeitung wurde unterdessen durch einen Computer ersetzt. Der Text gibt nicht mehr vollständig meine derzeitige Meinung wieder, enthält jedoch, wie ich finde, immer noch einige interessante Aspekte.

21 comments

  1. Im Hintergrund hören wir zu obigem Beitrag ein wenig alte Hamburger Schule: Die Sterne – Universal Tellerwäscher. Gibt’s bei YouTube – und zwar [noch] komplett GEMA-frei! (http://www.youtube.com/watch?v=t8dk7ZjOZKI)

  2. Bei aller Sympathie, die ich für diese Sichtweise als auch den Vergleich mit Mozart hege, sollte doch etwas klarer herausgearbeitet werden, dass Mozart zahlreiche Kompositionen in Auftrag ausgeführt hat und sein Wohlstand sich, neben seiner Tätigkeit als Kammermusikant am Hof Joseph II., nicht unerheblich daraus sowie aus Unterricht und Konzerten gespeist haben dürfte. Die finanzielle Absicherung war in dieser Hinsicht also anders gegeben. (Und sie ist es zu Teilen ja nach wie vor für zeitgenössische Komponisten „ernster Musik“.)

    Damit ist allerdings auch bezeichnet, was viele nicht zu Unrecht kritisieren und hier bereits anklingt: Es wäre keineswegs verwerflich, als Künstler von seinen Auftritten zu leben, anstatt sich darauf zu verlassen, auf immerdar von den Einnahmen der Aufnahmen zu leben.

  3. Ich möchte an dieser Stelle meine Sympathie für deinen extrem guten und abstrahierenden Schreibstil bekunden.

    Inhaltlich, das bemerkte ich kürzlich auch in meinem Blog, dreht sich die Musik-Industrie im Kreis. Dass sich Künstler vor den Karren spannen lassen, zeigt, dass diese nicht die Ahnung der komplexen Beziehungsverhältnisse zwischen Konsument, zwischengeschaltetem Vermarkter und sich selbst haben.

    Anders als in anderen Wirtschaftsbereichen benimmt sich die Musikbranche wie ein stures Kind, das flennend in der Ecke steht und mit dem Fuß aufstampft.

  4. Genau, wenn man die Diskussion auf eine andere Ebene stellt, sieht man, wie absurd sie eigentlich ist.

    Ohne hier auf unnötige Details einzugehen, es galt in Musikerkreisen (auf jeden Fall bis zur Klassik, um die Zeit von Mozart kam langsam der Originalitätsgedanken ins Spiel, der unser heutiges Verständnis von Urheberschaft wesentlich prägte) als großes Kompliment kopiert und variiert zu werden. Niemand hätte sich da beschwert.

    Ferner hat genau dies die Kreativität in Europa beflügelt, denn nur durch kopieren und variieren konnten die Ideen aus Italien (damals eins der künstlerisch innovativstes Länder) oder anderswo denn Weg in die entlegensten Gegenden Europas und der Welt finden.

    Ich fang gar nicht erst damit an, dass die Renaissance und die Aufklärung ein Resultat einer groß angelegten Kopie der griechischen Antike sind.

    Kopieren klingt immer so schlecht dabei sind daraus die besten Dinge entstanden.

  5. Ich meinte Aufklärung im Sinne der Fortsetzung der Ideen aus der Renaissance.

  6. Hui, da geht aber viel durcheinander in den Köpfen …

    @ Jon:
    >>Es wäre keineswegs verwerflich, als Künstler von seinen Auftritten zu leben, anstatt sich darauf zu verlassen, auf immerdar von den Einnahmen der Aufnahmen zu leben.<>Dass sich Künstler vor den Karren spannen lassen, zeigt, dass diese nicht die Ahnung der komplexen Beziehungsverhältnisse zwischen Konsument, zwischengeschaltetem Vermarkter und sich selbst haben.<>Ich fang gar nicht erst damit an, dass die Renaissance und die Aufklärung ein Resultat einer groß angelegten Kopie der griechischen Antike sind.<<
    (Ich gehe hier davon aus, dass Sie die WERKE der Renaissance und der Aufklärung und ihren Bezug zur griechischen Antike meinen, nicht die "Idee".)

    Das sollten Sie auch nicht tun. Denn die Werke der Renaissance und der Aufklärung waren eine Adaption antiker Werke durch die zeitgenössische Rezeption, KEINE Kopien.

    Und davon ganz abgesehen, fallen Ideen (das beinhaltet übrigens selbst die Idee "gezeichneter Elefant") ohnehin nicht unter den Schutz des UrhG.

    Um’s noch einmal zu betonen:
    das UrhG ist, wie der demokratische Staat oder die Gleichberechtigung der Frau, gesetzliche Mutterschafts- und Arbeitsschutzverordnungen, etc. eine recht junge Errungenschaft in unserem Kulturkreis.

    Sie dient dem Schutz der Urheber und ich kenne keinen Urheber, der damit ein Problem hat.
    Probleme damit haben nur die, die ihre Partikularinteressen durch dieses Gesetz behindert sehen, und kurioserweise beziehen sie sich dann stets auf eine Zeit, in der es diese Gesetzgebung noch nicht gab.

    Es ist eine seltsam konservative Haltung, die in den Ohren der Urheber klingt wie "wir wollen unsren alten Kaiser Wilhelm wiederha’m".

  7. OOps, der erste Teil meines Kommentars ging wohl verloren, ich teile es noch einmal auf :

    1. Teil:

    @ Jon:
    >>Es wäre keineswegs verwerflich, als Künstler von seinen Auftritten zu leben, anstatt sich darauf zu verlassen, auf immerdar von den Einnahmen der Aufnahmen zu leben.<<

    Die wenigsten Urheber arbeiten in Bereichen, in denen sie von ihren Auftritten leben können.
    Fotografen, Illustratoren, Texter, Autoren, Journalisten, Regisseure und unzählige andere Urheber MÜSSEN von "Einnahmen der Aufnahmen" leben können.

  8. 2. Teil:

    @ Henry:
    >>Dass sich Künstler vor den Karren spannen lassen, zeigt, dass diese nicht die Ahnung der komplexen Beziehungsverhältnisse zwischen Konsument, zwischengeschaltetem Vermarkter und sich selbst haben.<<

    Ein schöner Gedanke:
    die Stärkung der Künstler, da sie "nicht die Ahnung der komplexen Beziehungsverhältnisse" haben und nicht selbst für sich sorgen können.
    Und wie kann dem vom Verbraucher entgegengetreten werden?

    Recht simpel:
    durch eine massive Unterstützung der Künstler durch eine Unterstützung der Berufsverbände und Verwertungsgesellschaften der Künstler!
    So wären Verträge mit mieser prozentuale Beteiligung oder TBOs zugungsten der Verwerter schnell Vergangenheit.

  9. 3. Teil:

    @ Journelle:
    Durch das UrhG werden lediglich „kopierte“, nicht aber „variierte“ Werke verhindert.

    Als Gründer des Berufsverbandes der Illustratoren mit über 1.2oo Mitgliedern ist mir kein Fall eines Kollegen bekannt, der beim Zeichnen eines Elefanten ein Problem damit hat, dass schon 738 Fantastilliarden Elefanten vor ihm gezeichnet wurden, ja ich kann neue Elefanten sogar „im Stil von“ Franquin, Herge, oder gar Disney zeichnen und sogar die Rechte daran verkaufen.

    Ich darf nur eben KEINEN „Ottifanten“ oder „Dumbo“ 1:1 kopieren.
    DIE werden durch das UrhG geschützt, genau so, wie MEINE Elefanten unter diesen Schutz fallen.

  10. 4. Teil:

    @ Journelle:

    >>Ich fang gar nicht erst damit an, dass die Renaissance und die Aufklärung ein Resultat einer groß angelegten Kopie der griechischen Antike sind.<<
    (Ich gehe hier davon aus, dass Sie die WERKE der Renaissance und der Aufklärung und ihren Bezug zur griechischen Antike meinen, nicht die "Idee".)

    Das sollten Sie auch nicht tun. Denn die Werke der Renaissance und der Aufklärung waren eine Adaption antiker Werke durch die zeitgenössische Rezeption, KEINE Kopien.

    Und davon ganz abgesehen, fallen Ideen (das beinhaltet übrigens selbst die Idee "gezeichneter Elefant") ohnehin nicht unter den Schutz des UrhG.

    Um’s noch einmal zu betonen:
    das UrhG ist, wie der demokratische Staat oder die Gleichberechtigung der Frau, gesetzliche Mutterschafts- und Arbeitsschutzverordnungen, etc. eine recht junge Errungenschaft in unserem Kulturkreis.

    Sie dient dem Schutz der Urheber und ich kenne keinen Urheber, der damit ein Problem hat.
    Probleme damit haben nur die, die ihre Partikularinteressen durch dieses Gesetz behindert sehen, und kurioserweise beziehen sie sich dann stets auf eine Zeit, in der es diese Gesetzgebung noch nicht gab.

    Es ist eine seltsam konservative Haltung, die in den Ohren der Urheber klingt wie "wir wollen unsren alten Kaiser Wilhelm wiederha’m".

  11. Aber Albert Lortzing, der Komponist von „Zar und Zimmermann“, hätte gern ein Copyright samt Lizenzen gehabt.

    Der Mann war ein Multitalent, hat komponiert und getextet, selbst gesungen und seine Opern auf eigene Rechnung aufgeführt, und er hat sich aufgearbeitet und ist letztendlich völlig entkräftet und früh gestorben.

    Eine neue Oper hat man damals an ein Theater verkauft. Dann konnten die damit machen, was sie wollten. Der Komponist war draußen. Wenn andere Opern das auch spielten, hat er nichts davon bekommen. Lortzing hat das aber als ungerecht empfunden. Er schreibt: „Gegenwärtig liege ich mit Petersburg in den Haaren. Das Sauvolk hat zwei Opern von mir gegeben und will nicht zahlen. es prunkt förmlich noch mit seiner Dieberei.“

    Mit durchsetzbaren Urheber-Lizenzrechten wäre Lortzing Millionär gewesen. Ohne sie ist er verhungert. Deshalb hat man 50 Jahre nach Lortzings Tod die GEMA gegründet.

  12. Nur um das nochmal klarzustellen:

    Lortzing hat eine Oper – sagen wir: an das Dresdner Opernhaus – verkauft. Gegen die einmalige Zahlung einer Summe, die für EIN Opernhaus angemessen war. Wenn nun irgendwer das Aufführungsmaterial, das der Dresdner Oper gehört hat, kopiert (!) hat, es gab damals eine florierende Schreiberzunft, die nur kopiert hat, dann war das nicht ungesetzlich. Lortzing konnte dagegen nichts machen. Dann gab es eine Kopie, Dresden hatte das Original noch. Die Kopie reist dann nach St. Petersburg in Rußland. Da führen sie mit den kopierten Noten (das Original ist noch in Dresden) Lortzings Oper auf und verdienen damit ein Schweinegeld. Und Lortzing in Deutschland sieht von dem Verdienst keinen Heller. Und verhungert. Was sagt ihr zu sowas?

  13. […] Malte Welding erwähnt Wolfgang Amadeus Mozart und DJ Özi im gleichen Artikel. Und behauptet, “Mozart brauchte kein Copyright“. […]

  14. […] Mozart brauchte kein Copyright Mozart brauchte kein Copyright: […]

  15. […] malte-welding.com: Mozart brauchte kein copyright […]

  16. Mal weg von Mozart und für dich persönlich nachgefragt:

    Du schreibst ja für Zeitungen und veröffentlichst Bücher.
    Was wäre das Äquivalent zu Mozart?
    Du verdienst deine 100.000 Euro (wie ist der Umrechnungskurs zum Gulden?) im Jahr durch Lesungen und verschenkst die Bücher? Bei Artikeln, die mit Werbung finanziert werden, kann ich mir das vorstellen, aber wie ist es mit einem längeren Text, für den man mitunter Jahre braucht, um ihn umzusetzen? Wie soll da irgendeine Form von Kompensation aussehen? Da ja auch heutzutage ein Großteil der Schriftsteller nicht vom Schreiben leben kann, wäre vielleicht sogar eine Verbesserung der jetzigen Gegebenheiten möglich, aber wie?

  17. Ich sehe, du hast in der FAZ sehr umfassend geantwortet. Vielen Dank!

  18. Lieber Malte Welding,

    leider vermischt Du – wie so viele in dieser Debatte – zwei ganz unterschiedliche Punkte,

    nämlich 1. die Frage, ob man Techniken wie Sampling und Remixing, bzw. das Anlehnen an ein Werk um daraus ein neues, ähnliches zu schaffen erlauben sollte (unbedingt, so lange man den Autor des Originals an den Einnahmen des neuen Werks beteiligt; die Rechtssprechung des BGH: http://www.telemedicus.info/urteile/Urheberrecht/638-BGH-Az-I-ZR-11206-Metall-auf-Metall-Tontraeger-Sampling.html ist hier absurd restriktiv)

    und 2. die Frage, wie man mit illegalen Downloads/ Filesharern umgehen sollte.

    Diese beiden Sachen haben nichts miteinander zu tun!

    Schade, ansonsten finde ich super was Du schreibst, aber das ist leider zu undifferenziert.

  19. […] Mozart brauchte kein Copyright « Malte Welding – from Malte Welding http://www.malte-welding.com […]