“Also wenn Frauenquoten eingeführt werden, ist es gut, und wenn Gleichberechtigungsquoten eingeführt werden und Männer mal gefördert werden ist es schlecht.
Also entweder es gibt eine Quote wo die Minderheit gefördert wird, oder garkeine. Dann gehören die Frauenquoten aber auch abgeschaft. Ich finde Quoten in diesen Bereich sowieso hinderlich. Man sollte immer die nehmen die am Besten Qualifiziert sind. Nur sowas bringt einen weiter.”
Das schreibt der User mitro im Forum der Piratenpartei. Andreas082 ergänzt:
“Die Frauenquote bevorzugd einseitig die Frauen und die Männer sind benachteiligt. Sowas gehört abgeschafft.”
Das Problem, das die Piraten zur Zeit mit der Gleichberechtigung haben, besteht darin, dass sie sie entweder für bereits verwirklicht halten oder wenigstens der Meinung sind, innerhalb ihrer Partei seien sowieso alle gleich. Die Piraten sind also schon gegendermainstreamt, daher brauchen Frauen keine eigene Mailingliste, keinen Sitz im Vorstand und man kann, wo immer sie sich äußern, aus der Haut fahren, als habe gerade Alice Schwarzer den eigenen kleinen Bruder auf dem Podium mit einer Gartenschere entmannt.
Es gibt da bloß ein Problem: die Realität.
Man kann nicht mit letzter Sicherheit entscheiden, ob Männer und Frauen von Geburt an unterschiedlich sind. Es gibt feststellbare statistische Unterschiede in Verhaltensweisen und Vorlieben, die für die einzelne Person nichts aussagen, aber nun einmal so sind wie sie sind. Es ist dabei gleichgültig, ob sie von Natur aus gegeben sind oder durch die deutlich unterschiedliche Erziehung, es ist jedoch offensichtlich, dass die bisherigen Bemühungen um Chancengleichheit in eine Sackgasse geführt haben.
Schon zum Jahr der Frau 1975 schrieb der Spiegel, dass Mädchen deutlich bessere Schulnoten als Jungs hätten und die Männer vermutlich abgehängt werden würden.
Fast wortgleich werden heute dieselben Sorgen durch das Feuilleton getragen, als hätten nicht die vergangenen 35 Jahre gezeigt, dass bessere Noten für die Frauen nicht mit einem besseren beruflichen Fortkommen einhergehen. Für eine Karriere braucht man Eigenschaften, die Frauen nicht anerzogen werden und man braucht einen Partner, der einen unterstützt. Es verhält sich in der Wirtschaft so, als würden ein Mann beim Hundertmeterlauf der Frauen teilnehmen. Die Regeln sind so gemacht, dass sie Männern nutzen, sie sind von Männern gemacht und Männer bestimmen die Teilnahmeberechtigung.
Man bräuchte neue gesellschaftliche Regeln für ein Miteinander, man bräuchte eine Gesellschaft, in der nicht der, der am lautesten Alphamännchen spielt, sich durchsetzt, Männer müssten die Hälfte der Hausarbeit machen, aber solange dass nicht der Fall ist, braucht man Quoten.
Eine moderne Partei braucht ganz selbstverständlich eine Frauenquote, wie man bei den Grünen sieht, gibt es dann auf einmal auch genug gute und geeignete Frauen. Es gibt nicht viele Politiker, die die riesigen Eier von Renate Künast toppen können, aber niemand könnte mit Sicherheit sagen, ob wir sie je zu Gesicht bekommen hätten, wenn der lärmende Joschka Fischer – wie in anderen Parteien üblich – für 25 Jahre den Posten des Parteivorsitzenden inne gehabt hätte.
Los, Piraten, schaut mal raus, die Wirklichkeit lehrt euch auch, dass Frauenparkplätze nicht dazu da sind, euch zu ärgern. Frauenparkplätze erkennen einen Unterschied an, der zu gravierenden Nachteilen führt. Ihr könnt von Geburt an ohne Angst durch dunkle Parkhäuser laufen, Frauen brauchen da etwas Unterstützung (außer denen, die Kung Fu können).
Ihr habt euch immer schon nach vorne gedrängelt und habt eure Ellenbogen trainiert*, Frauen sind darauf gedrillt worden, zart und süß und leise zu sein.
Also, macht Halbe/Halbe, Frauen und Männer kommen beide von der Erde und jedem steht die Hälfte davon zu.
*Sorry, ich vergaß, ihr seid ja Nerds, also: Keine Ellenbogen, dafür aber CAPS im Kommentarstrang.
@lantzschi:
Vielleicht missinterpretiere ich deinen Ton, aber ich bin weder Mitglied, noch Sympathisant der Piratenpartei, die mir in vielen Punktenunsympathisch erscheint.
Ich habe schon vorangestellt, dass ich von Genderthemen kein Fachwissen habe, ich habe lediglich für mich in etwa definiert, was ich die “intelligenteren Piraten” in etwa mit Post Gender meinen. Wenn der Begriff bei den Genderstudies eine andere Definition hat: gerne. Ich habs halt der Verständlichkeit so definiert, wie beschrieben und extra noch Anführungszeichen gesetzt.
Und “Sexismus zum Leizprinzip erklären”, sorry. So sehr ich denke, dass die Piratenpartei viele Fehler macht – Sexisten sind sie noch lange nicht. Viele einzelne Mitglieder der Partei mögen sexistischen Mist ablassen und wer am lautesten brüllt wird auch am ehsten wahrgenommen. Aber nach dem, was ich so gelesen habe, muss man fairerweise einfach sagen: die meisten Piraten sind ziemlich naiv im Bezug auf Geschlechterrollen, aber nicht sexistisch.
Ich glaube es ist ein großer Fehler bei der Debatte “Piraten vs. Feministen”, dass man sich gegenseitig nur Sexismus bzw. Veraltetheit vorwirft. Beides ist falsch und durch diese unsachlichen Vorwürfe, die meistens durch Trolle bei den Piraten angestachelt werden, wird jeder konstruktive Dialog verhindert.
Ob eine tatsächliche Diskriminierung stattfindet, ließe sich übrigens doch grob überprüfen. Es werden ca. 10% Frauen bei den Piraten geschätzt. Wie hoch ist denn der Frauenanteil bei den Listenplätzen und Vorständen? Gefühlt etwa auch bei 10%…
Mathematisch gesehen muss man eben auf die Grundgesamtheit schauen. Wenn ein Verein 80% weibliche Mitglieder hat und nur 50% der Vorstände weiblich sind ist das ja auch keine Gleichberechtigung. Genauso fair sollte man bei den Piraten sein.
Das Problem ist doch viel eher, warum sind nur so wenige Frauen überhaupt Mitglied der Piraten. Das würde ich auch nur bedingt den Piraten zuschieben, wenn ich mir die IT Branche anschaue.
“post-gender kann man (wenn das überhaupt möglich ist) erst sein, wenn man sich mit feminismus, gender, strukturalismus, identitätstheorie und dekonstruktion auseinandergesetzt hat”
Dieser Satz ist in etwa so sinnvoll wie der Satz: “Ich kann nur tolerant gegenüber Ausländern sein, wenn ich mich mit Identitätstheorie, Kulturanthropologie und der Rechtsphilosophie der Menschenrechte auseinandergesetzt habe.”
Es werden viele Vordenker, fähige Politiker etc. benötigt um Toleranz und Gleichberechtigung in einer Gesellschaft durchzusetzen – ich selber kann jedoch auch für Emanzipation sein ohne Gender Studies studiert zu haben.
“Wo kümmern sich Piraten um die Belange von Menschen mit Migrationshintergrund, mit Behinderung, von alten Menschen, homosexuellen Menschen, religiösen Minderheiten?”
Ganz ehrlich: Ich glaube das liegt eher an der Ein-Themen-Fokussierung der Piraten als an fehlendem Willen zur Diskriminierungsbekämpfung. Auch hier wieder: die Piraten machen viel Schwachsinn weswegen ich sie sobald nicht unterstütze, aber deine Kritik an ihnen ist unsachlich.
Ich würde die Bedeutung der Kategorisierung bei der Diskriminierung wirklich nicht unterschätzen. Ich wäre von allein nie auf die Idee gekommen, dass das deutsche “man” als männlich zu interpretieren, wenn jemand auf die tolle Idee gekommen wäre “frau” zu sagen. Und mit Geburtenjahrgang 1990 käme ich auch nie auf die Idee, zwischen Ost- und Westdeutschen zu unterscheiden, wenn der Unterschied nicht in jeder Statistik gemacht werden würde.
Wohin genau deine Kritik an mir gehen soll weiß ich letzten Endes aber auch nicht so recht, denn den letzten Absatz von dir kann ich genauso unterschreiben, weil ich dasselbe auch geschrieben habe:
“Es ist nur ein Problem, wenn andere kategorisieren und diskriminieren, während man selber [Piraten] aufgrund fehlender Kategorisierung keine Diskriminierung feststellen kann.”
@Swiss: es geht doch um den Wahlkampf, nicht um die Realität. Und weil die Piraten noch viele Jahre nicht in die Verlegenheit kommen werden, Regierungsverantwortung zu tragen (oder überhaupt: Abgeordnete zu haben), könnten sie sich exzellent aus dem Fenster lehnen.
@Malte
Da du das nicht zu wissen scheinst: IT, Internet und Kram like that SIND nunmal Dinge die für den Großteil der Frauen sehr unattraktiv sind. Nicht so sehr wie der Monstertruck-Fanclub, aber immerhin. Das ist Fakt. Und das sind bisher die Piraten nun einmal. Der Bundesparteitag bestand aus langen Haaren, wuscheligen Bärten, schwarzen T-Shirts und weißen Aufdrucken. Dazu Laptops und Nerdkram.
Erkennt mal die Realität an.
Die ganze Thematik wurde vom Großteil der Blogger nicht im Ansatz verstanden. Da aber Blogger grundsätzlich so tun als hätten sie alles umrissen, argumentieren sie gedanklich in den 80ern.
Ich bin in der Piratenparteidiskussion nicht besonders drinnen, weil ich sie aus ganz anderen Gründen als Partei für mich nicht ernst nehmen kann (liegt daran, dass politische Ziele nicht nur etwas mit dem Netz zu tun haben können.) Daher frage ich mich in der Diskussion gerade eines, warum sind bei den Piraten denn keine Frauen in die Spitze gewählt worden …
a) weil sich keine Frauen haben aufstellen lassen?
b) weil aufgestellte Frauen nicht gewählt wurden?
Persönlich so mit inzwischen 45 Jahren auf dem Buckel, kann ich für mich nur sagen, möchte ich keine Quote mehr für Frauen. Sie ist nicht mehr standesgemäß für 2010. Quote hat zu offensichtlich leider zu überhaupt keiner nennenswerten Änderung geführt für Frauen in Deutschland. Wir haben die gruseligste Frauenpolitik seit Merkel für’s mis en place zuständig ist, seit den 70igern. Quotenministerinnen, deren sachliche Kompetenz ich ernsthaft anzweifle, werden in Quotenpositionen, die sich mit Familie oder Arbeitslosigkeit beschäftigen dürfen, also primär hausgemachten KnowHow, eingesetzt. Alleine, dass sich keine dieser Frauen mal getraut hat zu sagen, „Nein, dieser Ministerposten kann mir als Frau nur zu blöd sein und reicht mir nicht.“, sagt alles.
Dabei verdienen Frauen nach wie vor 33 Prozent weniger bei gleicher Eignung im Job, machen Frauen nach wie vor den größten Anteil ihrer Existenz mit Minijobs. Und man hat ein neues Scheidungsunterhaltsrecht eingeführt, dass nicht wenige Frauen aus der Generation 1960 direktamente in die Altersarmut führen wird – obwohl man die Regelung wissend um diese Problematik auch hätte anders auslegen können für die Frauen, die Ehe noch als Versorgungsmodell begriffen und Jahrzehntelang gelebt haben.
Was ich sagen will, wir können noch wochenlang über die Männerdominanz in einer kleinen Partei diskutieren. Für mich sind die Piraten längst tot und sie werden nicht wirklich mehr groß werden, denn außer der Tatsache, dass die aktiven Frauen innerhalb der Partei unzufrieden sind: ich bekomme außer dieser Diskussion in der Öffentlichkeit nicht mehr mit von der eigentlichen Parteiarbeit und dem Anliegen – seit einem halben Jahr ungefähr. Das macht es rein imagebedingt schwer an die Piraten zu glauben. Dann erlebt man Interviews einer FDP-Spitzepolitikerin, die in Brüssel geparkt wurde, die den Posten eines Verteidigungsministern für die nächsten Jahrzehnte für eine Frau unmöglich gemacht hat. Der Trend geht dazu, die Quotenfrau mit jemanden zu besetzen, die wenig Rückgrat hat, wenig Fachwissen (Künast als Ausnahme sei dank), wenig Kampfgeist, um wirklich gute Politik zu machen.
Wir haben in Berlin seit Jahren einen Senator für Wirtschaft, Technik und Frauen (in dieser Reihenfolge!). Wenn so offensiv Priorität im Namen kundgegeben wird, braucht’s keine Quote. Quote bedeutet in Deutschland nämlich, dass in Behörden bei Prüfungen gerne bemängelt wird, dass die Frauenquote unter aller Sau ist – und dennoch wird der nächste frei Posten von einem Mann besetzt. Quote birgt keinerlei Konsequenz – worüber reden wir also?
Insofern sind aber auch die Piraten für mich kein Ort, wo man Belange von Frauenquote und deren Erfolg diskutieren muss. Die Probleme von zu wenig Frauen in der Politik sind größer und sie werden an ganz anderer Stelle nicht gelöst. Und genau dorthin sollte die Kritik fließen, das ist ein Kampf, der viel Kraft und Energie abverlangt – ich halte es für eine völlige Verschwendung die Energie ausgerechnet bei den Piraten zu verpulvern.
Vielleicht bringt es die Piraten weiter, vielleicht nicht. Frauen bringt sie auf alle Fälle nicht weiter.
Mich kotzt es gelinde an, daß ein paar wenige Trolle uns aussenwirkungsträchtig so massive Probleme andichten, und dann die Machotrolle (Diskussionen im Wiki) das Bild komplettieren, so daß kluge Köpfe wie Anne Roth sich abwenden. Diese lauten Stimmen sind Ausnahmen, und die Folge von festgefahrenen Grabenkämpfen. Diese Außenwirkung verhindert, daß wir intern das Problem korrekt angehen können. Dieses Problem ist: Wie macht man die Piraten für Frauen attraktiv. Denn Frauen, die es so reingeschafft haben, wurden meines Wissens nach noch nie diskriminiert, das Schlimmste, was ich erlebt hatte, war unsachliche Kritik ggü einzelnen weiblichen Personen, aber nicht bezogen auf ihr Geschlecht, sondern bezogen auf einen total verfahrenen Grabenkampf und eine Historie an unproduktiven Provokationen. Weder Frauen, noch eine korrekt geführte Genderdiskussion werden abgelehnt. Der berüchtigte interne Schutzraum der “Piratinnen” wurde eingerichtet und wurde bis dato noch von keiner Frau benötigt, die ML ist nach Aussagen von Teilnehmerinnen faktisch tot.
Das heißt für mich, daß wir kein Problem haben, aber unbedingt Problemen vorbeugen müssen. Wir müssen Strukturen schaffen, die Frauen ansprechen und wir müssen öffentlich festschreiben, was wir (jetzt schon intuitiv) tun, um Diskriminierungen gegen JEGLICHE Individuen sofort zu ersticken umd zu verhindern.
Das dämliche “piraten machen nix und sind daher unwählbar” Geblöke ist inhaltlich falsch, und schadet der Partei, den Frauen in der Politik und damit ganz Deutschland! Und es behindert die echten politisch motivierten und dialogfähigen Piraten, die tatsächlichen Probleme zu identifizieren und zu bekämpfen
@zrendavir
post-gender ist kein wort, dass man einfach so frei umdeuten kann, auch wenn man von gender studies und soziologie noch nie gehört hat. das ist ja genau das, was ich meine. menschen, die keine ahnung haben, maßen sich an über ungleichheitsverhältnisse und begriffsdefinitionen, über unterdrückungsmechanismen zu urteilen, wie es ihnen passt – weil sie von ihrer privilegiertenposition gar nicht sehen, wie sehr sie selbst teil davon sind. natürlich muss man dafür all das nicht studiert haben, aber post-gender hat nun einmal auch nichts mit deinem sonderlich hinkenden toleranzvergleich zu tun. tolerant zu sein ist keine leistung, es bedeutet menschen in ihrer vielfalt zu schätzen und zu achten. post-gender bedeutet hingegen das negieren von der wirkmächtigkeit von geschlecht, dazu bedarf es allerdings erstmal das negieren der eigenen geschlechtlichkeit und das unwirksammachen von geschlechtlichen konnotationen und zuschreibungen. alles andere ist augenwischerei. die piraten denken, sie könnten das eine ohne das andere haben, und nebenbei unter dem deckmantel von pseudogelaber noch sexistischen müll reden. post-gender ist keine entschuldigung für hegemoniale männlichkeit.
achso: sexismus ist also neuerdings so etwas wie eine charaktereigenschaft. und wer sexistisches zeug labert, ist kein sexist. das ist eine so dermaßen typische abwehrhaltung von privilegienträgern. rassisten würden sich auch nie rassistisch nennen, nur weil sie “n****” sagen… wie definierst du denn sexismus?
Eine einfache Frage:
Wenn jede Partei bereits ihre Frauenquotenforderungen und ihre jeweiligen anderen Instrumente zur Frauenförderung hat, aber keinerlei Verständnis von Datenschutz und Internet, dies aber die Piratenpartei als ihr Kernziel ausgibt (und nur dies als Kernziel).
Warum sollte die Piratenpartei – mit ihren begrenzten Ressourcen!! – so sein wie alle anderen, während sie doch gerade als Nischenpartei eine perfekte Ergänzung für bestimmte Themen (Internet, Datenschutz) perfekt wäre?
Wozu andere kopieren? Wenn alle anderen schon so sind?
nach 57 Kommentaren steig ich nicht mehr ein,
aber 1a Text, gut abgefeiert und mich selbst wiedererkannt – leider nur inhaltlich – machma dein Buch
@Sleeksorrow: Daran müsst ihr euch halt gewöhnen. Ihr werdet immer wegen euren Trollen angegriffen werden, von unsachlichen Wahlkämpfern wie z.B. mir. Und deshalb müsst ihr eure Trolle eben unter Kontrolle bringen, und nicht in Ämter wählen und dann höchstpeinlich und öffentlich versuchen sie loszuwerden.
Klar klingt das mies und nicht sonderlich liberal, aber was eine politische Partei unbedingt braucht, sind Einpeitscher, die dafür sorgen, dass die Basis nicht gegen sie arbeitet. Schau dir die anderen an: wenn irgendjemand aus einer anderen Parteibasis herumtrollt, färbt das praktisch nie negativ auf die Partei selbst ab, weil die es stets schaffen, ihr äußeres Bild zu kontrollieren. Dass die bis vor kurzem völlig unpolitischen Piraten das noch nicht können, ist verständlich. Und dass sie es nicht wollen, weil es unehrlich und undemokratisch wirkt, ist auch klar.
Wie wäre es denn statt Quoten mit Kursen für ein selbstbewußteres Auftreten bereits in der Schule? Und für eine Betonung wie wichtig Parteiarbeit ist?
Interessanterweise gibt es Frauenparkplätze übrigens nur im deutschsprachigen Raum. Andererorts scheint man gut ohne sie zurechtzukommen.
Ich bin für 50/50 Quoten…dann allerdings auch bei der Wehrpflicht, in Afghanistan, auf dem Bau, unter Tage…usw. Den Spass würde ich mir gerne mal anschauen…;) Sollten die Frauen es schaffen das Deutschland nicht auf das Niveau eines Dritte-Welt-Landes fällt, dann soll es auch Quoten für Mangerposten usw. geben…wenn es allerdings nicht klappt, dann sollten die Frauen wieder zurück an den Herd…
Ich finde man sollte diese 50/50 Quoten mal ausprobieren, aber zuerst in den Bereichen in denen fast nur Männer arbeiten, und dann werden wir ja sehen…ohne ein Prophet zu sein: Das geht aus wie das Hornberger Schiessen.
Die Frauen früher im und nach dem 2. Weltkrieg hätten es gepackt (arbeit in Munitionfabriken, Trümmerfrauen). Bei den heutigen Frauen bin ich mir nicht so sicher.
“…würden ein Mann und die habt eure Ellenbogen…”
…konterst du damit “bevorzugd abgeschaft”?
;¬)
@marcel
gottverdammt! und der erste, der was sagt, meldet sich nach 40 stunden. danke!
nie wieder ohne aspirin.
hab’ solange gebraucht es zu lesen.
;¬)
Also eins muss man dem Thema schon lassen – für massig Kommentare ist es immer gut. Sollte es vielleicht auch mal aufgreifen.
Was meinen Sie, was passiert, wenn Sie da noch ne iPad-Verlosung dazupacken.
@creezy
Ich bin sehr erstaunt, dass das neue Scheidungsunterhaltsrecht so wenig thematisiert wird. So wie die gesellschaftlichen Verhältnisse bei uns sind, ist man mit dem neuen Unterhaltsrecht als Frau nur noch in den Arsch gefickt. Und keiner stellt sich hin und klärt unsere jungen Geschlechtsgenossinnen mal darüber auf, dass sie einfach nur noch bescheuert sind, wenn sie für Kindererziehung auf Karrierechancen verzichten. Der liebe Ehemann gibt Dir dann nach 20 Jahren nen Tritt in den Arsch, gründet ne neue Familie, und Du kannst sehen wo Du mit Deinem Dödeljob bleibst (zu mehr hat’s ja nicht gereicht weil man wegen der 3 Kinder zuhause bleiben musste).
Okay, die Diskussion ist wahrscheinlich abgeschlossen, ich bin spät dran, möchte aber noch was schreiben, weil mir das hier völlig fehlt.
“Die Frau von heute” – wer ist das? Und die kann alles?
Manche Frau hat sich schon für stark und modern und eigenständig gehalten, bis sie eines Tages mit Gewalt, verübt von einem Mann, konfrontiert war und merkte: “Es gibt hier gerade einen klitzekleinen Unterschied in der Ausgangssituation: Der Typ ist doppelt so groß und schwer, und hat nur halb so viel Angst, zuzuhauen, und ist wahrscheinlich zweimal so geübt darin.” Hinterher war, wenn es glimpflich ablief, ein Auge blau, das Portemonnaie weg, und die Psyche nachhaltig gestört. Manche moderne Frauen lassen sich nach Einbruch der Dunkelheit “wie von Papi” von ihrem Partner abholen, vom Bahnhof, von sonstwo, und fühlen sich dabei im besten Fall “beschützt”. Oder sie steigen ins Taxi. Das kostet.
Und da nützt das beste Ego nichts! Das beste Diplom versagt in dem Moment, in dem dir jemand gegenübersteht wie siehe oben. Weil kein Aggro sagt: “Zeig mal deine Abschlussnote. Oh, so gut? Dann lasse ich dich in Ruhe.”
Und ich stimme Maltefan zu. Das ist oft genug Realität. Bzw. viel zu oft. Wir sind z.T. noch Lichtjahre von Gleichberechtigung entfernt!
“Frauen sind darauf gedrillt worden, zart und süß und leise zu sein.”
Lieber Malte, das muss nicht einmal der Fall sein! Ich wurde z.B. von meinen Eltern darauf gedrillt, davon auszugehen, dass ich mich stets für mich selbst stark machen muss. Dass das kein anderer für mich tut. In den Ferien gab’s Rhetorik-Kurse, es gab kaum eine Sportart, die ich nicht lernen “musste”. Und trotzdem. Trotzdem kann es passieren, dass Frau sich plötzlich mit einem Typen konfrontiert sieht, dem das piepenhausen ist oder der sich davon sogar provoziert fühlt, und dann gibt’s eins auf die Nuss. Denn die Welt besteht nicht nur aus dem, was man selbst hineingibt. Einem Anderen ist das eigene Anliegen schnurz. Der will jetzt seine Aggressionen, oder weiß der Geier was, loswerden und basta.
Genauso verhält es sich bei Gehaltsklassen.
Bei Scheidungsurteilen (w.g.) etc etc
Und mit das Schlimmste ist, dass sich Frauen dann auch noch gegenseitig in den Rücken fallen (schöne Formulierung…), weil die einen meinen, sie seien so modern und deswegen unkaputtbar, und die anderen – was auch immer.
Bei diesem Unterpunkt “Gewalt an Frauen” sollte man auf jeden Fall mal die befragen, die selbst welche erlebt haben. Die werden sicher nicht sagen, dass Ausbildung und Selbstbild sie davor bewahrt hätten.
“Manche Frau hat sich schon für stark und modern und eigenständig gehalten, bis sie eines Tages mit Gewalt, verübt von einem Mann, konfrontiert war und merkte: “Es gibt hier gerade einen klitzekleinen Unterschied in der Ausgangssituation: Der Typ ist doppelt so groß und schwer, und hat nur halb so viel Angst, zuzuhauen, und ist wahrscheinlich zweimal so geübt darin.” ”
Huh? Was ist das für ein Unsinn. Männer werden also nicht überfallen?!? Das was du beschreibst ist einfach eine Situation, in der jemand von einem möglicherweise überlegenen Gegner körperlich bedroht wird. Das hat einfach gar nichts mit dem Geschlecht der bedrohten Person zu tun, denn das kann einfach jedem Menschen passieren.
Ich möchte sogar behaupten, dass Frauen hier recht eindeutig in einer privilegierten Position sind (schlimm wenn eine Frau bedroht wird, okay/egal wenn es ein Mann ist), denn wer schlägt schon eine Frau? Die durchschnittliche, normale Person hat da echte Hemmungen. Für körperlich “schwache und unsportliche” Männer hingegen ist es normal, z.B. während der Schulzeit häufig verprügelt zu werden. Das interessiert auch niemanden und wird als völlig selbstverständlich angesehen.
Ein echter Doppel-Standard.
Welche Frau wurde nach dem Sportunterricht verprügelt, weil sie nicht schnell genug einen Hindernisparcours durchlaufen hat, oder nicht genug Tore geschossen hat?
Das Männer immer sportlich und stark sind und keine Schmerzen fühlen würden wenn sie geschlagen werden ist /genauso/ ein Mythos, wie das Frauen aufgrund ihres Geschlechts bestimmte Berufe nicht ausüben könnten. Im Unterschied gibt es jedoch für Männer keine Stellen die solche Fälle aufarbeiten, weil es sich hier ja um Weicheier handelt die sowieso selbst Schuld sind. ;)
“Für mich sind die Piraten längst tot und sie werden nicht wirklich mehr groß werden, denn außer der Tatsache, dass die aktiven Frauen innerhalb der Partei unzufrieden sind:”
Also für jede Frau die unzufrieden ist, gibt es offenbar mindestens 2 die noch nie ein Problem hatten und diese Meinung nicht teilen. Da die Kritikerinnen ja auch folgenlos ihren Mund aufmachen dürfen, kann es bei den restlichen weiblichen Mitgliedern ja nicht daran liegen das sie Angst hätten sich mitzuteilen – zumal Diskussionen oft quasi-anonym im Netz geführt wurden/werden. Bis auf die viel genannte Lena kenne ich jetzt nur noch eine Piratin, die sich sehr kritisch geäußert hat. Alle anderen Frauen von denen ich Kritik hörte, sind selbst nicht in der Partei und haben auch keinen echten Bezug zu dieser. Ein paar peinliche Beiträge von Außenstehenden im Forum sind in gleich mehrfacher Hinsicht nicht die Partei.
Ich bin wahnsinnig oft im IRC und habe es dort noch nie erlebt, dass eine Frau blöd angemacht wurde. Gerade dort müsste es aber zur Sache gehen, weil Leute in der Schein-Anonymität des Netzes viel mutiger/ehrlicher sind als von Angesicht zu Angesicht.
Ich will mit all dem nicht mal sagen das es sicherlich kein Problem gibt (mein Überblick hat natürlich auch seine Grenzen), nur erkenne ich in all den Texten die ich von Außenstehenden las die täglich erlebte Praxis kein Stück wieder und muss mich über so einiges echt wundern.
“ich bekomme außer dieser Diskussion in der Öffentlichkeit nicht mehr mit von der eigentlichen Parteiarbeit und dem Anliegen – seit einem halben Jahr ungefähr.”
Das klingt so als würdest du es der Partei anlasten, dass deren politischen Gegner und sonstige Widersacher selbstverständlich schlecht über sie reden. Müssen sie doch? Auch Malte Welding hat doch im Bundestagswahlkampf pro SPD geschrieben und von den Piraten lediglich als “die verschenkte Stimme” gesprochen. Alle weiteren Beiträge, die die Piraten in ein schlechtes Licht rücken, sind da doch nur konsequent.
Es klingt so als würdest du die SPD schlecht finden, weil du in ihrer Beurteilung durch die CDU nicht viel gutes über sie gelesen hast. Ist doch glasklar?
Ich habe gerade vorhin einen Text der Piratenpartei zu dem Vorschlag gelesen, Ursula von der Leyen zur Bundespräsidentin zu machen. Den fand ich echt gut. Das ist es, was meine Wahrnehmung der Partei prägt.
@ Maurice:
Meine Aussage bezieht sich explizit auf “Opfer”-Frauen – und nicht im Umkehrschluss auf “Opfer”-Männer. Ich glaube sofort, dass Männer, die nicht auf körperliche Kämpfe geeicht sind, genauso beschissen dran sind, wenn es sie erwischt. Dass sie es sogar z.T. noch mehr sind, weil man von ihnen aufgrund des Genders erwartet, “ein Mann zu sein”, glaube ich auch. Aber vielleicht sind Schamgefühl und Ungerechtigkeitsempfinden bzw Empörung bzw Trauer am Ende doch vergleichbar? Ich weiß es nicht.