20
Sep 09

Daran denkt ja wieder keiner – alltägliche Alltagsprobleme in Serie.

Teil Eins – Das Staubsaugerproblem.

Das Geräusch das Staub in einem Zyklonstaubsauger beim zyklonieren erzeugt, ist haargenau dasselbe, das Staub bei normalen Staubsaugern beim durchfliegen des Ansaugrohres macht. Beide Male stößt der Staub heftig aufgewirbelt an seine Umgebung an. In einem Fall im Zyklonbehälter und im anderen Fall im Saugrohr. Daraus ergibt sich eine sonderbare Saugproblemsituation: Das aufgewirbelte Anstossen des Staubes im herkömmlichen Ansaugrohr war damals (sic!) ein deutliches Indiz dafür, dass an der gerade übersaugten Stelle noch Staub lag, man sozusagen auf eine Staubgoldader gestoßen war. Man saugte also so lange über besaugter Stelle, bis das Anstossen des aufgewirbelten Staubes am Saugrohr zunächst leiser wurde und später ganz verstummte, nur um dann befriedigt auf sein Saugwerk zu blicken, festen Wissens, eine gute Arbeit, weil einen sauberen Teilabschnitt der abzusaugenden Fläche fertiggestellt zu haben.
Aufgewirbelter Staub in einem Zyklonstaubsauger tut nun allerdings genau das, was er tun soll: er zykloniert. Das bedeutet er wirbelt (ohne Saugverlust) im Staubauffangbehälter in einer atemberaubender Geschwindigkeit und schlägt dabei immer wieder gegen die durchsichtige Behälterwand. Das dabei erzeugte Geräusch ist – wie eingangs schon erwähnt – eben identisch, zu dem Ansauggeräusch im Ansaugrohr. Beim saugen ergibt sich deshalb nun folgendes, logisches, aber überaus schwerwiegendes Problem: Der Saugende kann nicht mehr verifizieren, ob er länger an einer zu saugenden Stelle verweilen muss, der Geräuschlogik der alten Staubsaugermodelle folgend, oder ob die zu besaugende Stelle schon ausreichend gesaugt wurde. Das Geräusch bleibt immer gleich und gleich laut. Unter Umständen verlängert sich so das Staubsaugen unnötig. Bei Erfindungen wie Zyklonstaubsaugern werden solche zu lösenden Probleme sicher nicht in die Produktüberlegungen geflossen sein – weil daran denkt ja wieder keiner.

Mathias