Im Herzen die Weißeste von Allen

Die Autorin Noah Sow wurde zu einer Lesung in Fulda eingeladen. Die Organisatorin, Mitglied in der Grünen Jugend und von Sow als im “antifaesken Look”gekleidet geschildert, versteht die Abkürzung PoC nicht und reagiert auf die Empörung, die Sow äußert, als diese in dem Café, in dem gelesen werden soll, eine (in der Tat geschmacklose) Mohrenfigur sieht, mit den Worten: “Das können wir doch lösen. Ich kannte ja das Café vorher gar nicht.”
(Ein Bild des Mohren ist verlinkt in Sows Blog mit den Worten “Achtung; Bild nicht gewaltfrei”).

Sow weigert sich daraufhin, die Lesung zu absolvieren. Über diesen Skandal berichtet die Feministin und Bloggerin (Mädchenmannschaft) Nadine Lantzsch. In einem offenen Brief an die Veranstalter schreibt sie:

“Ich bin entsetzt darüber, dass Sie die Dreistigkeit besitzen, eine PoC in einen weißen Raum einzuladen, in dem sie es sich neben kolonialrassistischen “Raumverschöner_innen” gemütlich machen und ein (wahrscheinlich) mehrheitlich weißes Publikum darüber aufklären soll, was Rassismus ist. Das bodenlose Fass könnte nicht größer sein, wird leider aber noch übertroffen von den gewaltvollen wie übergriffigen Reaktionen und der Supremacy-Haltung, denen sich Noah Sow bei Betreten des Raumes in Gegenwart einer der weißen Organisator_innen ausgesetzt sah.”

Das schlägt der Fäss_in doch die Böd_in aus! Die Reaktion der jungen Grünen war ein gewaltvoller Übergriff, nein Entschuldigung: eine Übergriff_in!

Wer ist der bessere Mensch in diesem titanischen Kampf der politisch korrekten Geisteselite: Antifa-Frau oder PoC-Schriftstellerin, linker ASTA oder die Feministin?

Im März 2009 war Nadine Lantzsch bei mir zu Besuch und wir haben gemeinsam einen Podcast gemacht.
Im Vorgespräch hatte sie gesagt, sie würde sich gern “über Linke aufregen”. Während des Podcasts sagte sie dann auf die Frage, was sie denn gegen Linke habe: “Ich finde die irgendwie hohl. Ich weiß auch nicht.” (etwa ab Minute 9)
Linkssein definierte Lantzsch im Folgenden als “Steinewerfen für den Weltfrieden”, was sie “irgendwie diffus” fand.
Sie beklagte dann, dass Linke sich in jede Form von Protest hineindrängen und die Ziele dieses Protests damit deligitimieren würden, denn: “Deren Ziele sind so weit weg von der Realität, dass man damit niemals die bürgerliche Mitte erreichen kann, die dann wirklich was ändern kann.”
So weit, so irgendwie. Es war ein irgendwie diffuser Podcast mit einer irgendwie diffus unpolitischen jungen Frau, die halt in erster Linie jung war.

Heute allerdings ist Nadine Lantzsch hochsensibilisiert. Ihr innerer Geigerzähler schlägt nicht nur bei subtilsten Sexismen zuverlässig aus, auch für Rassismus ist sie innerhalb der vergangenen zwei Jahre durch ihr Studium der Gender- und Diversitiy-Kompetenz Expertin geworden.

Man kann in zwei Jahren zweifelsohne eine Menge lernen, und nichts, was sie heute schreibt, ist allein schon dadurch diskreditiert, dass sie vor zwei Jahren eine reine Tor_in war. Und doch ist der Konvertitenfuror das, was ihre Texte so unerträglich macht. Es gibt in ihrem Denken keine Gelassenheit, keine Freundlichkeit, keinen nach vorne gerichteten Enthusiasmus. Alles ist Häme, jedes Wort ein nach oben gereckter Arm, der dem Mitschüler signalisiert: “Ich weiß was. Und du nicht.”
Da lädt jemand eine Autorin ein, hat das Café, in dem gelesen wird, vorher nicht untersucht, und kennt die Abkürzung des in Deutschland nicht besonders üblichen Begriffs People of Color nicht: und wird dafür hingestellt, als hätte sie das Dritte Reich mit Gaskammern beliefert.
Das ist ein Ichbinbesseralsdu-Wettbewerb, bei dem ich kotzen muss. Ich habe halt einen Privilegienpenis und bin weiß wie Schnee. Aber so weiß wie Lantzsch im Herzen ist, das werde ich wohl nicht mehr werden.

UPDATE:
Cigar Store Indian von Seinfeld muss da natürlich erwähnt werden.

339 comments

  1. Danke. Vielen Dank. Endlich mal jemand der sich diesem Thema annimmt. Ist mir auch schon des öfteren aufgefallen. Nur kann ich es nicht so schön in Worte fassen.

    Die Arroganz und Aggressivität auf dem maedchenblog ist in der Tat wahnsinnig hoch. Und wer wie ich, ab und an mal diskutieren möchte bekommt auch recht schnell mit, wie intolerant die Autor_innen dort sind. Jede abweichende Meinung ist mindestens eine versuchte Vergewaltigung und wer sich nicht ausgiebig mit dem ganzen Genderzeugs auseinander gesetzt hat darf dort eigentlich gar nicht kommentieren. Dementsprechend wird auch permanent zensiert/Kommentare nicht freigeschaltet/auf die Netiquette hingewiesen sowie einem vorgeworfen, dass man nunmal “weiß und männlich” ist. Diese Kombination ist ja per Definition von jeglicher Diskrominierung ausgeschlossen und darf demnach zu dem Thema eigentlich auch nichts sagen!

  2. Wikipedia dazu, wie Arsch auf Eimer: “The untranslated English term has also seen some limited usage among Germans of color, especially when stressing the postcolonial perspective, but so far has not found entrance into general German language and is not necessarily known by the general populace.”
    Und überhaupt, wäre es nicht viel souveräner gewesen, den ahnungslosen Studenten ordentlich die Löffel langzuziehen? Sich hinzusetzen, deren Bemühungen zu loben, dann auf die Lampe zu deuten und das Publikum zu fragen, ob es sich gar nicht kreuzdämlich vorkommt – um dann über die Symptomatik der Situation zu palavern?
    Aber vielleicht ist es ja genau diese Situation wiederum symptomatisch für die selbstzerstörerische Ader der Linken.
    Für die PI-Bande, falls sie noch aufkreuzen sollte: http://ichbinkeinrassistaber.tumblr.com/
    Ich geb dir – natürlich! – recht, Malte; aber dein “Salzstreuer_in”-Witz ist dann doch ein bisschen zu niveaulos.
    Frantz Fanon dreht sich während dieser Kinderkacke vermutlich im Grabe um.

  3. @Christoph
    “Und überhaupt, wäre es nicht viel souveräner gewesen, den ahnungslosen Studenten ordentlich die Löffel langzuziehen? Sich hinzusetzen, deren Bemühungen zu loben, dann auf die Lampe zu deuten und das Publikum zu fragen, ob es sich gar nicht kreuzdämlich vorkommt”
    Tja. Amen.
    Und zu dem -in-Witz: Ja, ist flach. Wenn aber in dem zitierten Text völlig ironiefrei von kolonialrassistischen “Raumverschöner_innen” die Rede ist, dann kann ich auch von Flachheiten nicht die Finger lassen.

  4. Mädels wie die Seeliger_in machen aus Emanzen noch Emanzinnen. Hypersensibel. Demnächst läuft die neue “Stromberg”-Staffel an… da wird sie sicher bis vors BVerfG gehen. Menschenwürde etc. Ich halt’s mehr mit Hallervorden:
    “Die Würde des Menschen ist unfassbar.”

  5. @Mettskillz
    Ich lese eigentlich die Mädchenmannschaft ganz gerne, aber es gibt dort schon seit längerem eine Rdikalisierungstendenz. Auf Twitter nannte es gerade jemand eine “für Leitfiguren notwendige Radikalisierung”. Vielleicht muss dieser Heiligkeitswettbewerb sein.

  6. Hi Matthias Schumacher,

    kannst du dein bislang unverständliches Argument noch einmal mit anderen Worten sagen? Dann wird es evtl verständlicher … also, ich als Angesprochene verstehe zumindest nicht, was Du sagen möchtest. Warum das ärgerlich ist, muss ich dir nicht erklären, oder?

    :)

    Also, auf auf – präzisier Dein Argument!

  7. @Malte
    Ja, das trifft es ganz gut. Das Spektrum ergänzt sich ja fast wöchentlich um ein neuen -ismus. Aber mich ärgert in diesem Zusammenhang viel weniger die Absurdität mancher Beiträge, als die beschriebene Intoleranz im Kommentarbereich.
    Daher: schön mal was kritisches zum Thema zu lesen!

  8. wow, noch so einer, der sich *endlich* mal mit hegemonial abgesicherten und selten hinterfragten wissen streitschriftmäßig ein bisschen applaus einfängt. bravo!

    cool auch, wie du dich mit deiner ach-so-”objektiven” analyse als über alles und jede_n erhaben in dieser debatte positionierst. nichts neues im (weißen, männlich dominierten) westlichen diskurs. du bewertest von oben, was rassistisch ist, welche reaktionen angemessen sind, ziehst geschlechtergerechte sprache durch den kakao (weil du es kannst! du bist ja immer mitgemeint!) und disst öffentlich eine feministin, die kritisch ihre eigene position (und die anderer) untersucht. wie heroisch! wie aufmüpfig! da bekommt man(n) auch applaus von so zweifelhaften kollegen wie mettskillz.

    ach ja, und: “mohr”. wirklich? ich lege dir als journalisten folgende lektüre ans herz.

    http://blog.derbraunemob.info/wp-content/uploads/2010/05/M_Wort_blg.pdf

    aber hey, was rede ich hier? die rassistische kackscheiße kannst du dir ja anscheinend leisten.

  9. Das ich in diesem Internetz inzwischen als Person gelte die man mit “zweifelhaft” bezeichnet, dürfte als Indiz gelten, dass ich es geschafft habe :) Hauptsache einen Namen machen.

    Zum Thema rigide Zensurpolitik bei der maedchenmanschaft findet man im entsprechenden Blogeintrag:

    “Ich möchte hier nicht die Konsequenzen diskutieren, die Frau Sow an Ort und Stelle gezogen hat und werde deshalb weitere Kommentare, die entsprechende Forderungen und Vorwürfe zum Inhalt haben, nicht freischalten”

    Es wird also ein Beitrag veröffentlicht, in dem es genau darum geht: um die Konsequenzen von Frau Sow. Aber eine Diskussion wird abgewürgt. Vielleicht sollte die Maedchenmanschaft die journalistische Form wechseln und das mit dem Bloggen sein lassen.

  10. Gut gebrüllt, Löwin!

    Sorry, echt, Magda, mach mal halblang. Diese arrogante Art von irgendwelchen Theoretikerinnen im Gespräch mit “dummen Männern” führt zu keinem emanzipatorischen Fortschritt. Denn es führt zu Abbruch des Gesprächs. Wie auch das Gespräch mit Lantzschi – und wenn man nicht verstanden wird, kann man auch nichts bewirken.

    Denkt (!) mal drüber nach. Danke.

  11. kann in dem text da oben kein einziges argument finden, nur flache Witze und Auskotzen ohne Gelassenheit, Freundlichkeit, und ohne nach vorne gerichteten Enthusisasmus.

    Dann der Radikalisierungsvorwurf, der ist verräterisch: Wenn man radikalisierung per se schlimm findet will man halt doch nicht wirklich reflektieren, wie die welt gebaut ist. Als wäre Radikalität per se falsch. Als müßte am Ende eh alles so bleiben wie es ist. Das ist tatsächlich privilegienpenis-reflexionsverweigerung. Das meine ich ganz unironisch. Sorry, dass ich diese Tatsache jetzt nicht mit Witz oder was auch immer du dir wünschst damit dir geschmeichelt wird, vortrage.

    und im übrigen muss ich sagen, unabhängig davon dass in dem text da oben nicht wirklich was substanzielles steht, ist es doch irgendwie komisch, sich an einer einzelnen Person aufzuhängen. Hätte ein einfaches mag ich nicht nicht gereicht. Was ist jetzt der Kritikpunkt? Die Psyche von Nadine? Oder irgend ein politischer Gegner, dann hätte man aber nicht auf der Einzelperson rumhacken müssen.

  12. @Julia Seeliger

    Und das ist genau der Punkt, den ich nicht verstehe. Wenn es doch in meinem Interesse ist, an bestehenden Umständen was zu ändern: dann geh ich doch auch auf Kritiker ein und lass eine Lampe kein Hindernis sein, und sei diese noch so unmöglich.

  13. @Mettskills
    Die Vorgehensweise der Mädchenmannschaft ist noch hinterf..iger. Zunächst werden die Kommentare freigeschaltet und die Herausgeberinnen treten sogar noch in eine Diskussion ein. Und wenn der oder die Andere sie dann argumentativ am wohlgeformten Gesäß haben, wird alles gelöscht. So gelingt die Meinungsführerinnenschaft.

  14. Im ersten Moment, als ich “Das schlägt der Fäss_in doch die Böd_in aus!” las, dachte ich, es wäre eine Anspielung auf das hier, die Feminispräch der Missfits: http://www.youtube.com/watch?v=T42FwIfuT0Q
    ( + http://www.youtube.com/watch?v=uBa5qa0j7jo )

  15. @Bernd von K.

    Ich erlebe es gerade wieder am eigenen Leib. Der absolut harmlose Beitrag hier wurde nachträglich gesperrt:
    “Weiß nicht wieso du direkt so einen passiv-aggressiven Unterton mit reinbringst, aber bitteschön. Nichts ist irgendjemand seine Aufgabe. Und wenn Frau Sow möchte, kann sie den ganzen Tag auf der Couch sitzen, Kartoffelchips essen und den Rassismuss Rasissmus sein lassen. Sie hat sich aber dagegen entschieden und betrachtet es offensichtlich als ihre Aufgabe anderen Leuten etwas zu diesem Thema zu sagen. Und daher versteh ich die Reaktion nicht. Mehr nicht.”

  16. wenn die Veranstalter_innen nur 5 Minuten auf der Webseite der Autorin, die sie einluden verbracht hätten, wären sie durchaus darauf gekommen, dass eine solche Dekoration nicht tragbar ist. Gerade von Leuten die ein antirassistisches Festival veranstalten hätte man das sehr leicht erwarten können. Es istn icht die Aufgabe von PoC, weiße aufzuklären wie Rassismus funktioniert. Das müssen die schon selber. Und wenn man dann noch AntiRa sein möchte, aber dieses Minimum nicht hinkriegt – und dazu muss man keine schwierigen Theoretiker_innen lesen – dann weiß ich auch nicht.
    Und wenn dann ein unbeteiligter Journalist daherkommt und diese Leute weißwaschen möchte indem er seine eigene Lernunwilligkeit getarnt als lauwarme Polemik ins Internet zimmert…

    Das sind doch weiße Beißreflexe die du da an den Tag legst. Da hat die Nadine schon recht. Ich glaube das Problem das so viele Leute haben ist, dass sie sehr oft Sachen sagt, die einfach stimmen und das passt den Leuten nicht. Dann möchten sie es wenigstens mit “Humor” serviert haben, dass es nicht ganz so schlimm weh tut, wenn man erwischt wird.. Und wenn man dann keine Argumente hat einfach mal Humorlosigkeit beklagen. Sind doch unwürdige Strategien aus dem letzten Jahrhundert. Und das bei so wichtigen Themen!

  17. Der Podcast klingelt mir heute noch im Ohr und ich muss stets an ihn denken, wenn ich einen Text von Lantzsch lese (man wird ja doch gelegentlich dorthin verlinkt). Ich fühle mich nach der Lektüre stets als ein schlechterer Mensch, aber nehme für mich in Anspruch, immerhin noch netter zu sein als sie. Und das ist ja auch schon was.

  18. @Julia Seeliger: Tut mir leid, sowas kommt von sowas…

    Kein Argument. Rasch hingeschriebene subjektive Meinung mit Hang ins Ironische.
    UND: Habe den Artikel zweimal gelesen und da bist Du mir in den Sinn gekommen. Warum auch immer. Frau Lantzsch war gemeint. Freud war schuld.

    Versöhnungsnegerkuss?

  19. Schumacher, isch trolle härter als Sie – und das ist auch gut so.

    Küssen tu ich nur Männer mit Hirn. Sie haben mir noch nicht bewiesen, dass Sie ein intelligenter Gesprächspartner sind.

  20. Boykott-Reflexe und übertriebene, bisweilen aufgesetzt wirkende Empörung halte ich nicht für lösungsorientierte Ansätze. Zumindest kann ich nicht sehen, dass dadurch über Rassismus aufgeklärt werden kann. Allenfalls die Existenz wurde damit benannt. Dabei in einer Weise, die wiederum selbst auf Unverständnis stoßen muss und daher Abwehrreaktionen hervorruft. Die Form ist das Problem, nicht der Inhalt.

  21. Nur mal zwischendurch: Der Lesbarkeit und der Diskussion hier würde es gut tun, Kommentarprobleme dort nicht hier zu diskutieren. Nicht jede Kritik ist als Zeuge für die eigenen Kämpfe geeignet.

  22. @Bernd:
    Dir ist schon klar, dass gerade dieser Scheiß von wegen “wohlgeformte Gesäße” genau der Grund dafür ist, dass es sowas wie Feminismus überhaupt gibt, oder?
    Ich wäre so gerne Post-Gender und dann kommen Leute wie du.
    @julia:
    Das ist erstaunlich ausgeglichen und konstruktiv – vor allem in Anbetracht des Wiki-Artikels über dich. Ich bin gerade sehr positiv überrascht.

  23. christoph: auch für dich – bitte nenne ein Argument. Wenn ich schon mit vorurteilsbehafteten Anonymis diskutiere, dann bitte sachlich. Und nicht mit irgendwelchen wolkigen persönlichen Vorwürfen.

    Bist du zu mehr nicht in der Lage oder traust du dich nicht, hm?

  24. @Matthias Schumacher: Was hat denn “die Seeliger_in” mit all dem zu tun?

    Und: wird jetzt schon das angehängte ‘-In oder _in’ als Zeichen besonderer Radikalität gewertet? Das passt irgendwie (!) schlecht zum Text und klingt ein bisschen nach arg undifferenziertem Feministinnen-Bashing. Aber vielleicht habe ich ja was falsch verstanden.

    Das jetzt dann einsetzende Wir-gegen-die war vorprogrammiert. Wobei ‘die’ für Feministinnen steht, bei ‘Wir’ bin ich mir gerade nicht sicher. Wozu das gut sein soll, Malte, verstehe ich nicht.

  25. @Malte, merkst Du denn garnicht, dass das Polemisieren und Verächtlichmachen sowohl von Lantzschis Empörung, als auch Noahs Gesprächsabbruch genau die Machtstrukturen repliziert, um die es geht?

    Wer bist Du, dass Du die Empfindungen dieser Frauen bewerten und relativieren darfst? Du bist als weiße Hete derjenige, der einfach mal zuhören sollte. Um Dich und Deine Empfindungen geht es nämlich nur als Interpreter und Wiederholer dominanter Strukturen, nachempfinden kannst Du schlicht nicht.

    Fehlte nur noch das Wort “hysterisch”

  26. Das finde ich lustig. Auch in diesem Zusammenhang. http://www.youtube.com/watch?v=6pwmffpugRo

  27. @Erik
    Und wer bist du, dass du Malte maßregeln darfst bezüglich seinen Bewertungen? Ich denke in unserer weitestgehend freien Gesellschaft kann und darf jeder jeden soviel bewerten wie er mag. Ob ich weiße Hete oder der schwarze Homo. Soll doch jeder bewerten was er mag. Muss ja keiner zuhören!


  28. Wer bist Du, dass Du die Empfindungen dieser Frauen bewerten und relativieren darfst? Du bist als weiße Hete derjenige, der einfach mal zuhören sollte. Um Dich und Deine Empfindungen geht es nämlich nur als Interpreter und Wiederholer dominanter Strukturen, nachempfinden kannst Du schlicht nicht.

    Disagree! Raus aus dem Frauenraum!

  29. lieber malte,

    wo finde ich in deinem denken gelassenheit, freundlichkeit und nach vorn gerichteten enthusiasmus? was ist in deinem text keine häme?

  30. Das wirklich Bedenkliche ist, dass diese Aktivisten, sei es Rassismus oder Geschlechterbenachteiligung, die Grenzen zwischen Vorsatz und Fahrlässigkeit, zwischen Tun und Unterlassen verwischt und dann den “Negerkuss”-Sager, der der Kollegin aus dem Grund die Tür aufhält, “weil man als Mann nunmal Frauen die Tür aufhält”, gefühlt genauso behandeln, wie den frauenschlagenden Asylantenheimanzünder.

    Diese Aktivistenform ist dauerangefressen und ungeduldig, keift statt zu helfen, verdammt statt zu verbessern – sie ist so intolerant wie das Feindbild, das sie projeziert und dessen Windmühlenflügel sie dann bekämpft. Sie ist dadurch bei ihren Bemühungen außerhalb der jeweiligen Blase völlig ineffizient und somit eigentlich eine ziemlich traurige Angelegenheit.

  31. Hier wird ganz schön viel “gefühlt” auf seiten der Kritiker_innen…

  32. @mettskillz – mach nur, nur sag dann nicht, Du seist Antirassist.

  33. _innen-Witze und persönliche Angriffe, Disqualifikation eines ganzen Studiengangs und Godwin?

    … OK, nee, keine Lust. So nicht.

  34. Schön, dass Du PoC noch irgendwo aufgelöst hast. Ja, bei einigen Bloggenden bekommt man das Gefühl, dass sie in einer eigenen Welt leben. Ist ja auch nicht schlimm. Aber speziell bei feministisch geprägten Blogs regt man sich doch wohl gerne über die allgemeinen Zustände auf, möchte sich an eine Allgemeinheit richten, redet zugleich mit Fachvokabular an ihr vorbei und beleidigt seine Lesenden auch noch permanent.

    Die Diskussionen in den Kommentaren sind dann noch schlimmer. Sie sind eigentlich überwiegend völlig zwecklos. Mehr möchte ich dazu auch gar nicht ausführen, denn schon allein wenn ein Schwanzträger diese Diskussionen sinnlos findet ist er ja ein Männerschwein.

    Ob nun Rassismus oder Feminismus: Für ein gutes Miteinander müssen immer alle mitmachen wollen, mitmachen dürfen und mitmachen können. Aber vielleicht ist ein schlechtes Gegeneinander eben doch leichter zu erreichen?

  35. @Erik
    Okay. Natürlich nicht. Dann werde ich mich um das “Anti-Rassisten”-Etikett nochmal bei eurer Behörde bewerben.

  36. @julia:
    “frauenraum”: können wir uns nicht alle irgendwie in einen raum setzen und lieb haben?
    das oben war ein durch und durch ernst gemeintes lob – deswegen überrascht mich deine reaktion. wenn ich ironisch werde, dann nur mit gehobener ironie-hand.
    ich möchte dir also hiermit versichern, dass ich dir keineswegs absichtlich auf die füße getreten bin – und möchte mich dafür entschuldigen.
    der anonyme mit den vorurteilen ist doch ein … vorurteil.
    “Ihre überraschende Wahl nach einer Rede mit provokativen Positionen erregte ein breites Presseecho und wurde als Wunsch der Partei zur Rückkehr nach alternativen Sponti-Elementen aufgefasst” ” Amt der frauen- und geschlechterpolitischen Sprecherin” erweckten in mir schlicht ein anderes bild. ein bild, dass nicht auf vorurteilen beruht, sondern auf anstrengende diskutierenden wie erik oder magda oder so ziemlich jede linke jugendgruppe, die ich kennenlernen durfte.
    (ge-facebookt, wider der anonymität. wieso kann man bei dir nicht subscriben?)

  37. Mann, Gurkenkaiser – raffst du es nicht oder willst du es nicht raffen? Es gibt in der Debatte ein Problem, und zwar ein Problem mit der Ansprache von Männern. Meiner Meinung nach in der Herangehensweise aus den 70er/80er-Jahren wurzelnd. Ist ja schön, wenn du so super politisch korrekt poststrukturalistisch drauf bist. Das bringt aber leider im herrschenden Patriarchat nicht so superviel, weil die Macker, die was zu entscheiden haben, eher so Strauss-Kahn heissen.

    Sorry, aber dich kann man nur noch anranten mit deiner theoretischen Arroganz. Und das mache ich sehr gerne. Und Gefühle sind übrigens wichtig. Zum Beispiel ein Grund, warum es zwischen Männern und Frauen (ob Cis oder Trans oder sonstwie) so viele unausgesprochene Dinge gibt. Und warum man sich “nicht versteht”.

    Was zur Folge hat, dass Männer sich nicht sehr häufig für frauenpolitische Anliegen einsetzen. Und das hat zur Folge, das wir, nicht nur in Deutschland, mit der Gleichberechtigung nicht so weiterkommen, wie es möglich wäre. Es gibt eine Menge netter Männer, die eine Meinung zum Feminismus haben, die da auch was verbessern wollen – die aber nicht erst in den Frauenraum wollen. Weil sie da erstmal einen in die Fresse kriegen. Von Lantzschi. Von anderen Theoretikerinnen, die sie als “dumm” bezeichnen und ihre Sichtweise abwerten. Und von dir.

    Ja, eigentlich ging es um Rassismus. Aber wir sehen ja an dem Mädchenmannschaft ein strukturelles Problem in der Kommunikation, weswegen wir hier auch über Feminismus sprechen können.

    Es lebe der Trollfeminismus!

  38. Bei Facebook hat gerade eine Freundin kommentiert: “als kreuzbergerin mit migrationshintergrund mit vielen bunten freunden jeglicher couleur und sexualität muss ich gestehen, dass ich diesen artikel voller freude gelesen hab. ich kann den heutigen laberfeminismus nicht mehr ertragen.. und halte mich für eine wirklich enorm feministische frau. ich denke, jegliche substanz und entspanntheit dem leben gegenüber ist genau das, was auch mir fehlt. wenn ich mal mit stereotypen arbeiten darf: es ist so deutsch………” Aber ihr fehlt da vermutlich nur irgendetwas.

  39. Sich über die Texte aus 2009 zu belustigen (mehr geben die ja nicht her) ist die eine Sache, eine andere, was Nadine jetzt für einen Wust zusammenschreibt. Leider findet sich der Autor aber auch nur im Befindlichkeitendiskurs wieder wenn er Nadine “Unfreundlichkeit” vorwirft oder eben Oberlehrerdasein. Bei Nadine sind es die Sprachalbernheit (_innen und ähnlicher Blödsinn) bei’m Autor die Empörung über die dargebotene Form.

  40. Das Schlimme an solchen ausgeprägt sadistischen, nach Stammtisch miefenden Tiraden wie diesem Fremdschämtext da ganz oben ist ja die ekelhafte Gewissheit dessen, der weiß, dass er Teil derer ist, die in dieser Kultur eh alles dominieren und dann die verhöhnt, die man eh schon den ganzen Tag abwatscht. Gepaart mit einer Ignoranz, die sich auf die eigene Bildungsverweigerung dann auch noch wer weiß was einbildet. Und dieses ewige “Komm, nun sei doch mal nicht so humorlos!” auch noch denen zuzurufen, die seit Jahrhunderten als Witzobjekte verniedlicht gröhlenden, weißen, heterosexuellen Herrenwitzen ausgesetzt sind, das ist so deutsch, so Mario Barth, so RTL-Nachmittagsprogramm, nee, sorry, eine so dreiszt Machtdemonstration habe ich sonst selten gelesen. Geht Dir dabei wenigstens einer ab? Das ist irgendwie das Text-Äquvalent zum ungfragten Angrabbeln. Zumindest sollte man von nun an den dauerhaften Malte Welding-Witz in den Social Media etablieren, mal gucken, wie lange Du mit lachst.

  41. Also ich klicke mich gerade dank dieses Eintrags mal wieder durch Seinfeld-Videos auf YouTube. Danke dafür, Malte!

  42. Ich glaube, du hast den Konflikt, um den es geht, nicht verstanden. Die Angepisstheit, mit der du hier herumnölst, kenne ich auch aus bestimmten Kommentaren aus meinem Blog, die meistens mit “Frau Schrupp, erklären Sie mir doch bitte mal” (oder auch “gefälligst mal) xyz. Und dann sind die Jungs ganz beleidigt und werden aggressiv, wenn ich das einfach nicht mache, sondern ihre Kommentare einfach weglösche. Und sie können nichts dagegen machen!
    Genau diesen Mechanismus, dass nämlich niemand irgend eine Verpflichtung hat, irgend jemandem etwas zu erklären, wenn sie nicht will, hat Nadine in ihrem Blogpost versucht, zu erklären. Das heißt: Das Thema ist NICHT, wer hat die Situation am besten verstanden (wie du es ihr unterstellst), sondern das Thema ist: Wer muss mit wem in einen Austausch treten.
    Noah Sow hat entschieden, dass sie mit Leuten, die sich gerne antirassistisch geben, aber sich eigentlich nicht wirklich mit dem Thema beschäftigt haben, keinen Austausch führen will. Nadine hat netterweise ein paar Links geliefert, für diejenigen, die sich da eventuell trotzdem informieren wollen. In einem nicht sehr versöhnlichen Ton, zugegeben, aber das ist ja im Internet nun auch nicht so etwas Besonderes.
    Dein gekränktes Um-dich-treten zeigt, dass genau damit ein wunder Punkt getroffen wurde: Ja, die bisher Definitionsmächtigen müssen damit leben, dass sie den ehemals Ohnmächtigen inzwischen egal genug sind, um sie links liegen zu lassen. Einfach so, ohne dafür den Segen von irgendjemandem eingeholt zu haben. Besser, ihr gewöhnt euch dran.

  43. @momorulez

    Ich weiß nicht wie es den anderen weißen Heten hier geht. Aber ich watsche für gewöhnlich niemanden ab. Aber danke für die Unterstellung. Rassist, du.

  44. Fuck yeah, mansplaining!

  45. Solche Diskussionen werfen bei mir inzwischen mehrfach Fragen auf. Ich kenne diese Art von Provokationen von Herrn Welding seit Anbeginn seiner Bloggerkarriere, wo er sich bestimmt auch nicht immer mit Ruhm bekleckert hat.

    Was bringt es, einen Beitrag derart zu personalisieren und Häme auszuschütten, weil anscheinend nicht der gewünschte Effekt eintritt, würde man im normalen Ton miteinander reden, weil Radikalisierungen, Provokationen und persönliche Häme zu diesem ganzen Blogmist seit Jahren dazugehören. So ist die Blogosphäre groß geworden und so versucht sie immer wieder erneut sich zu erfinden. Diese Diskussionskultur, unsere Diskussionskultur wird inzwischen in jedem x-beliebigen Medium genauso gepflegt und wir sind nicht dazu in der Lage, etwas neues auf die Beine zu stellen. Zuhören wird verlangt, lesen wird verlangt, Zeit wird verlangt. Egos und Karierren wollen gestreichelt werden. Wir müssen schon noch mal einen Schritt zurücktreten und schuen, was wir wollen – wollen wir einen gesellschaften Impetus, Turn oder sonstewie Einfluss oder nur unsere Egos zur Schau stellen und im besten Fall darauf basierend, Geld damit verdienen.

    (habe meine yahoo – adresse angegeben – dass ich diese immer noch habe… )

  46. Das Foto von der Lampe (bzw. eigentlich ja die Lampe selbst) ist tatsächlich genausowenig gewaltfrei, wie es Gemälde wie etwa ‘Raub der Sabinerinnen’ sind. Das Problem an ihnen ist, dass die Blickweise des Betrachters durch die Darstellung vorgegeben wird. Und dadurch wird der Blick automatisch objektivierend. Das ist erstens beleidigend für den Betrachter, dem ja unterstellt wird, er würde die dargestellten Personen gerne so betrachten. Und zweitens verletzend für diejenigen Menschen, die -weil sie vielleicht selbst PoC (das Wort habe ich übrigens auch gerade erst gelernt) oder schlichtweg weiblich sind- sich tendenziell mit den objektivierend Dargestellten identifizieren.

  47. PS: Dieser Kommentar wird Teil eines Blogbeitrags werden.

  48. “Warum vertritt jeder Mann in einer Partei entweder nur sich selbst oder die ganze Partei, eine Frau aber immer “die Frauen der Partei”?”

    https://twitter.com/#!/Afelia/statuses/129496656486998016

    Ersetze ‘Frau (einer Partei)’ durch ‘Feministische Blogs’.

    Oder: wenn man vor Beißreflex nicht mehr gucken kann.

  49. …und als wäre das alles nicht schon schwierig genug und als gäbe es nicht genug Mißverständnisse und Häme und Überlegenheitsscheiß und Definitionsmacht und Geschrei. Nein, das Ganze wird dann auch noch in wirr verkreuzten “Diskussionen” in Kommentarspalten abgehalten, in 140 Zeichen auf Twitter, halbironisch und sonstwie gegen Kommunikationsmaximen verstoßend. Da helfen auch keine Emoticons und Ironie-tags, das kann man auch nicht eben so nebenbei abfrühstücken. Als Linguist müsste man eigentlich lachen, auf wie vielen Ebenen hier (und bei “solchen Themen” immer/oft) Kommunikation völlig an die Wand fährt, wenn es nicht so traurig wäre.

  50. Ist das grundlegende Missverständnis nicht, dass angenommen wird es läge irgendjemand in dieser Debatte daran den Status Quo zu verändern?

  51. @Antje Schrupp

    Deine Dummdreistigkeit noch dadurch zu adeln dir zu erklären warum “Ohnmacht” kein Argument ist, wäre ja leider auch Perlen vor die Säue.

  52. @Antje:

    Exakt. Hinzu kam, dass sie auf einer Antirassismus-Veranstaltung als Autorin geladen war und feststellen musste, dass die Einladenden noch nicht msl die Basics auf ihrer Internetseite zur Kenntnis zu nehmen und der Veranstaltungsraum prompt höchst gewalttätige Geschichte mal eben so zur Dekoration nutzte.

    @mettdingens:

    Warum denn so humorlos? Zudem diese ignoranten Umkehroperationen, dass, wer PoC-Erfahrungen und die von Typen wie Dir unterscheidet, nicht nur die ganz reale Herrschaft rhetorisch stabilisiert, sondern zum Standardrepertoire der Neuen Rechten zählt. Ebenso, wie sich über die Wut Diskriminierter zu erheben, darüber lustig zu machen, diskreditierende Strukturen aber zu verniedlichen. Wäre das wenigstens originell – das aber zudem auch noch stumpfer Standard schlechter Journalisten und Kommentatoren, weil Urteilskraft fehlt.

  53. “Rassist sei” fehlte nach “unterscheidet”, bitte mit einem fröhlichen Lächeln und total locker flicken, Herr Blogger!

  54. texte wie der von frau lantzsch sorgen dafür, dass “feminismus” ein wort geworden ist, bei dem ich reflexartig mit den augen rolle und auf durchzug gestellt versuche, die ausmasße des im arsch steckenden stocks zu erahnen ANSTATT AUFZUHORCHEN UND MICH MIT DIESEM WICHTIGEN THEMA AUSEINANDERZUSETZEN!
    mag es auch alles inhaltlich alles noch so richtig sein was gesagt wird, der ton schadet der sache weil er abschreckt und erst eine basis schafft für zum beispiel “_innen” witze

  55. @dilemma.geier
    wenn du wegen einer bloggerin , die dir nicht gefällt und ein thema behandelt, das für dich wichtig wäre, dieses nicht selbst behandeln kannst, dann ist das allein dein Problem. Du nennst es ja selbst “Reflex”. und Reflexe sind im Körper desjenigen der/die sie hat. nirgendwo sonst…

  56. @Heide . Daran gelegen ist allen. Aber die Art und Weise ist sehr verschieden und als Relativistin der ersten Stunde kann ich sagen, dass ich alle Ansätze nachvollziehen kann. Zum einen das darauf beharren – die anderen mögen sich bitte erst einmal informieren, bevor sie mit mir reden, sowie auch den aufklärerischen Ansatz von Onkel Malte Welding (sowie den anderen).

  57. @dilemma.geier:

    Kommentare wie Deiner sind einer der Gründe, warum ich bei solchen Beiträgen nur noch mit den Augen rolle und lieber gleich rum wüte. Ansonsten sollte man zusätzlich zur Etablierung der Malte Welding-Witze auch über Dich mehr machen. Komm, mach Dich locker! Nicht so radikal!

  58. @heike:

    Inwiefern ist der Ansatz “aufklärerisch”? Was hat der denn aufgeklärt?

  59. hier meine lieben, ich bin erstmal nicht euer feind.
    ich bin kein experte sondern steh stellvertretend für eine (denke ich mal) breite schicht, die sich denkt “da läuft doch immer noch was falsch!” ich steck aber nicht mit energie und esprit im thema drin! das ist wichtig. wäre das so, würde mich ja ein blogpost nicht abschrecken, ich hätte ja schon fundiertes wissen und eine meinung.
    grundsätzlich höre ich euch aber gerne zu, ich lasse mir dinge erklären und positionen erläutern und bin dann für euch, für eine veränderung. wenn ihr was verändern wollt bin ich euer kapital!
    wenn ihr mir direkt in die fresse haut, hab ich wenig lust euch noch zuzuhören und mach was anderes.
    und ich bin mir ziemlich sicher, dass ich damit nicht alleine stehe.

  60. Habe ich es richtig verstanden? Die Veranstaltung, die diesen sekteninternen Sturm im Wasserglas überhaupt erst auslöste, bei der eine Schriftstellerin aus Hamburg eingeflogen wurde, die dann aber nach wenigen Minuten wieder abreiste, weil sie sich (da hat sie recht) über eine geschmacklose Raumdeko ärgerte und (da hat sie auch recht, aber wenn’s anders gewesen wäre, wozu hätte man sie dann einladen müssen? Lädt man für Vorträge nicht meistens Leute ein, von denen man noch was lernen kann?) die Organisatorin ihr im ideologisch-antirassisstisch-feministisch-theoretischen Schwanzvergleich nicht gewachsen war — diese Veranstaltung wurde vom Asta der FH Fulda organisiert? Das heißt, von den Studierenden über die bei ihnen eingetriebenen Zwangsgebühren finanziert?

    Und habe ich es ebenfalls richtig verstanden, dass in eurer Diskussion um einen furchtbaren Skandal, die von vielleicht 0,1% der Bevölkerung für relevant gehalten wird, keine/r von euch _darin_ einen Skandal sieht?

  61. Es geht um Missverständnisse in der Kommunikation. Onkel Welding unterstützt kommentierend hier: http://www.malte-welding.com/2011/10/29/im-herzen-die-weiseste-von-allen/comment-page-1/#comment-7908 den aufklärerischen Ansatz seines Vorkommentatoren, welcher auch beabsichtigt war mit Artikelchen.

    Und im übrigen gebe ich Antje Schrupp recht. Es geht auch um eine Umkehrung der Machtverhältnisse in der Kommunikation.

  62. @mainwasser: du hast das allermeiste nicht verstanden. dabei könnte man sich leicht informieren

    @dilemma.geier: hab ich dir in die fresse gehauen? ich glaube nicht. ich habe dir einen fehlschluss in deinem denken erklärt. nicht unfreundlich, denke ich. wo soll nun das problem sein?

  63. es ist gut, dass es diesen post gibt. habe durch das lesen der diversen standpunkte im artikel und den kommentaren hier sowie auf noah sows website wieder einmal meinen denkhorizont erweitert. das waere ansonsten nicht passiert, wahrscheinlich.

  64. Ihr seid alle langweilig!

  65. Mir ist nicht klar was jetzt eigentlich das Problem war… Sow sieht es offenbar nicht als ihre Aufgabe, Idioten zu belehren, die nichtmal Ansätze von Professionalität mitbringen, was ist daran so lächerlich? Das hat doch weniger mit Theorie zu tun als damit, dass Sow keine Lust hat ihre Zeit zu verschwenden. An anderer Stelle im Netz macht man sich gerade über Stallman und seine umfangreiche Checkliste zu Interview-Vorlektüre, Tee und Papageien lustig, das ist doch das gleiche. Diese Leute haben interessantes zu erzählen und können sich daher durchaus anmaßen, Mindestanforderungen an das Publikum zu stellen. So kommt man weiter. Wenn Sow auf jeder Veranstaltung erstmal die Probleme der Raumdeko erklären und Anfängerfragen zu Abkürzungen erklären muss, bringt uns das nicht weiter.

  66. Danke, Malte. Du hast mir aus dem Herzen gesprochen.
    Im Übrigen ist die Diskussion hier sehr erhellend. Viel Theorie, wenig Praxis. Ich werde in meinem Leben nicht mehr verstehen, warum Feministen aller Geschlechter sich freiwillig immer wieder so klein machen, dass sie sich selbst über die herrschenden männderdominierten Machtstrukturen definieren und dann lamentieren, wie ungerecht das doch sei.
    Freunde, möchte ich ihnen nur halbironisch zurufen, Freunde, geht doch raus und macht was. Und zwar in der Praxis. Revolutionen wurden bisher eher selten am Schreibtisch gewonnen.

  67. @thegurkenkaiser nein, hast du natürlich nicht. ich hab auch nur die sprachfigur aus dem post von frau seeliger aufgegriffen und wollte speziell meine situation erläutern…
    aber zB die reaktion von momorulez: “wenn ich sowas lese muss ich kotzen, blabla, will mit DIR ganz bestimmt nicht drüber reden”
    kann ich einerseits sehr gut nachvollziehen, ich reg mich auch über leute auf, die nich wirklich ne ahnung haben wovon sie reden.
    wenn herr momo seine meinung aber vermitteln möchte, MUSS er mit leuten wie mir reden und zwar am besten nicht so wie da oben.
    oder eben nicht so orthodox wie frau lantzsch.

  68. Name (notwendig)

    @Malte, was stört Dich an Nadine Lantzsch eigentlich am meisten? Dass sie recht hat, dass sie es als Frau wagt, ihre Meinung zu sagen, oder dass sie Feministin ist? Ceterum censeo was Antje sagt.

  69. Haha, Malte Welding ist zwar auch gegen Rassismus und tritt deshalb für weniger Rassismus ein, aber nur so lange seine Gefühle dabei nicht verletzt werden. Wenn ihm gesagt wird, dass er selbst in einer rassistischen Gesellschaft verhaftet ist und dessen Strukturen mitträgt, fühlt er sich angegriffen und will erst wieder was für weniger Rassismus tun, wenn Nadine Lantzsch nicht mehr so fies zu ihm ist und im freuntlich und beschwichtigend sagt, dass er zwar rassistisch ist, aber es noch viel schlimmere Leute gibt.

    So ein Honk.

  70. @dilemma.geier
    falls es dir nicht aufgefallen sein sollte: mmomorulez hat in seinem Kommentar lediglich einen persifliert. da solltest du jetzt vorsichtig mit steinen sein, stichwort glashaus… ;D

  71. @Name (notwendig)

    Was macht sie denn außer rumjammern und dauernd das Wort “Privilegiert” in Anschlag zu bringen und dann darüber zu jammern wer nicht privilegiert ist….

  72. @dilemma.geier:

    Versuch doch einfach eigentätig dahinter zu kommen, woher diese Wut kommt, die Du als “Dir in die Fresse treten” liest. Die entsteht ja nicht aus Jux und Dollerei. Wenn Du Artikulationsweisen wichtiger findest, um Dich mit etwas zu beschäftigen, als das, was Frauen oder PoC alltäglich wiederfährt, dann kann das Interesse ja so groß nicht sein. Diese Forderung, sich selbst zu versachlichen und dominanten Gruppen die eigene Erfahrung mundgerecht aufzubreiten, ist ja Teil dessen, worüber Mensch sich aufregt. Dass die immer dafür sorgen, die dominanten, unmarkierten Gruppen, siehe Maltes Eintrag, dass über sie gar nicht mehr geredet wird. Der fällt über Noah und Nadine her und bringt das Verhalten und Selbstverständnis der Veranstalter so zum Verschwinden. Stattdessen formulierst Du dann Ansprüche, als hätte Deine Gattin Dir doch ein leckeres Essen zu kochen und solle sich mal nicht so drüber aufregen, dass Du nicht selbst gekocht hast. Google mal “Critical Whiteness”.

  73. Um mal zum Ausgangspunkt zurückzukommen: Ich bin auch der Meinung, dass die Grüne-Jugend-Tante den Begriff PoC nicht hätte kennen müssen und dass ihr Hinweis, dass man nun mit der rassistischen Lampe umgehen muss, sinnvoll ist. Und wenn “ihr” (nämlich die super-oberkorrekten-queer-post-wasweißichwas-Checker_innen) meint, dass ihr mit einem solchen Ansatz Rassismus und Sexismus in diesem Lande (und außerhalb dessen bekämpfen) könnt, dann liegt ihr falsch.

    Denn es versteht “euch” niemand, es finden euch alle scheiße, außer eurer eigenen Szene – aber die ist ja schon “total ok”. “Ihr” müsst die Sprache derjenigen sprechen, die sexistisch und rassistisch denken. Und “ihr” müsst runter von eurem hohen Ross, damit reißt “ihr” Gräben auf, sogar zu denjenigen, die eigentlich auf eurer Seite wären.

    Ich zum Beispiel. Weil ich Gurkenkaiser, Lantzschi und andere mit ihrem nervigen queer-poststrukturalismus-Gelaber nicht mehr hören kann, sind sie auch nicht meine Bündnispartner. Es gibt keine Nähe mehr.

    Und noch viel mehr: nette Männer, die Gleichheit wollen. Aber nicht in den Frauenraum wollen, um das zu diskutieren.

    Die Blogosphäre mag dezentral sein und da kann jeder seinen Quatsch hinschreiben. Und vielleicht kommt am Ende da doch ein “feministisches Bewusstsein” raus. Ich glaube das aber nicht, wenn man sich ansieht, wie manche Männer auf “eure” Szene blicken. Nette Männer, die eigentlich auf eurer Seite wären. Wären.

    Also, bitte lernt mal allgemein verständlich zu sprechen. Danke.

  74. Wie ermüdend diese “Diskussion” doch ist. Da es ja nur eine einzige legitime Position gibt. Nämlich allem beizupflichten und abzusegnen. Tut man dies, gerade als “weißer Hete” (beeindruckend übrigens, wie konsequent man auf äußere Merkmale reduziert wird) nicht, so heißt es gleich man sei nicht in der Lage das diskutierte einzuschätzen und sei selber ein Rassist/Frauenhasser oder was auch immer. Das macht so eigentlich nicht soo viel Sinn. Weil wenn ich meinen Gegenüber per Definition nicht als diskussionswürdig betrachte, da er in meinen Augen gar nichts zur Diskussion beitragen kann (Weil er weiß ist oder einen Pimmel hat), macht eine Diskussion herzlich wenig Sinn!

  75. “Wie ermüdend diese “Diskussion” doch ist. Da es ja nur eine einzige legitime Position gibt. Nämlich allem beizupflichten und abzusegnen. ”

    Ja, manchmal ist es einfach so, dass es nur eine richtige position in einer debatte gibt. Und dann macht es nicht soo viel sinn zu behaupten, dass jede Äußerung automatisch zur diskussion beiträgt.

  76. Ja schön. Lieb von dir, dass du das mit dem Diskreditieren selber übernimmst. Es gibt also nur eine richtige Position in der Debatte. Alles klar. Schönen Abend noch :)

  77. Es geht ja nicht um eine Diskussion, sondern darum, dass Du mal zuhörst, weil Leute wie Du sowieso den ganzen Tag auf allen Kanälen quatschen und die Bedingungen, Orte und Inhalte von Diskussionen vorgeben. Und wenn dann jemand kommt und sagt “Nö, ich bestimme jetzt Inhalte, Umstände und die Form selbst, und wenn die nicht stimmen, weil Gewaltsymbole irgendwo herum stehen, stehe ich nicht zur Verfügung”, ist das Geschrei groß. Hast Du irgendwas gegen Selbsbestimmung oder einfach mal die Klappe haltten? Ich würde auch Räume sofort verlassen, in denen man Gewalt gegen Schwule verniedlicht.

    Und das sind keine Äußerlichkeiten, sondern differente Erfahrungen, die man macht.

  78. @thegurkenkaiser ok, ich versuch es^^
    @momorulez ja, ich finde in dem punkt die artikulationsweise wichtiger!
    mir geht es doch gerade nicht um die inhalte, denn eure inhaltlichen aussagen will ich nicht angreifen.
    und das das interesse “so groß nicht” ist, habe ich selber gesagt.
    ich bin hier nicht dein gegner auf augenhöhe!
    ich hab kein vertieftes wissen, ich habe nur das bestimmte gefühl bzw. die gewissheit: “dass frauen heutzutage immer noch in so vielen bereichen untergeordnet sind ist schlicht ungerecht und falsch!”
    das ist der nährboden! da müsst ihr ansetzen, mir genauer aufzeigen, wo es im detail schreiend ungerecht ist!
    ich möchte hiermit wirklich nur darauf hinweisen, dass eine reaktion wie die von frau lantzsch (oder viele kommentare hier) in breiten schichten als “überzogen” bewertet werden wird. dann hat man wieder das klischee “militante emanze, kann man eh nicht mit reden” etc…
    das schafft einfach eine distanz und meiner meinung nach schadte diese distanz der sache.
    das ist alles.

  79. Gerade im Bereich der feministischen Blogs bekommt man immer wieder zu hören, man solle doch differenzieren und auf keinen Fall Menschen kategorisieren. Umgekehrt scheint das aber nicht so problematisch zu sein.
    Du kennst mich nicht, weißt nichts über mich. Also spar dir doch ein “Leute wie du” – eine Diskussion müsste doch auch ohne solche Unterstellungen ganz gut funktionieren, oder?
    Von mir aus kann jeder diskutieren unter welchen Bedingungen auch immer er das möchte. Und wenn Frau Sow wegen der Figur eine von öffentlichen Geldern finanzierte Veranstaltung abbrechen möchte, dann interessiert mich das wirklich nur am äußersten Rande. Aber ganz unabhängig von meinem Status und meiner Herkunft, meinem Geschlecht und was mich noch alles zu einem Unterdrücker macht, ist es eine absolut legitime Position zu sagen, dass aus meiner Pespektive ist sinniger wäre die Diskussion nicht wegen der unmöglichen Figur zu beenden. Das brauchst du nicht so zu sehen, das brauch Frau Sow nicht so zu sehen und ich schreibe ja auch niemandem etwas vor – warum auch. Aber nur weil mich die Natur in herrschende Position hereingeboren hat, bedeutet das ja nicht, dass ich keine eigene Meinung mehr haben darf, oder?

  80. Na ja, wenn ich mich an den breiten Schichten und was die von mir wollen orientieren würde, könnte ich einpacken. Das ist eine versteckte Drohung und eine Machtdemonstration, was Du da vollziehst – also exakt ein Beleg für die Privilegienstruktur, die der süße, aber leider nicht ernt zu nehmde @xaftershowx hier in die Diskussion einführt. Du weißt, dass Du da aber das Privileg verfügst und entsprechende Ansprüche an die Kochkunst Deiner Gattin zu erheben – weil sie z.B. ökonomisch von Dir abhängig bist. In der Diskussion nunmehr operierst auf dieser Basis – da aber dann eh kein ernsthafter Austausch möglich ist, Kommunikation funzt nicht bei ungleicher Machverteilung, kann man Dich genau so gut auch gleich verulken oder anpöbeln. Du hättest aber die Möglichleit, Dich eigenständig zu informieren,, z.B., auf Drohgebärden und das Betonen von Privilegien zu verzichten, also z.B. jenes, die Regeln des Spiels diktieren zu wollen. So lange Du die Bereitschaft nicht signalisierst, bist Du kein Gesprächspartner, und man solkte Dir lieber aus dem Weg gehen, weil Du gefährlich bist – für mich, z.B.

  81. Was will uns der Autor eigentlich sagen? Etwas wie “Ich bin gegen alles”? Man sollte bitteschön die eigenen Gedanken ordnen, bevor man andere damit belästigt.

  82. Die Kommentare hier sind wirklich interessant, weil sie ein großes Missverständnis bezüglich “Feminismus” deutlich machen. Nämlich die Vorstellung, es wäre die Aufgabe von Feministinnen, ihre Einsichten jederzeit mainstreamkompatibel zu erklären und zu vermitteln. Das ist aber so – und zwar nicht nur “moralisch” nicht, sondern faktisch nicht. Dass feministisches Denken in der Gesellschaft einflussreich ist, ist eine Tatsache, ganz unabhängig davon, ob alle es kapiert haben oder nicht.
    Ich bin auch immer dafür, spezielle Frauenräume zu verlassen und die eigenen Anliegen in die Welt zu tragen (weshalb ich zum Beispiel hier kommentiere), aber, und das ist der entscheidende Punkt: Ob ich das tue, ist jederzeit meine Wahl. Es gibt auch noch viele andere wichtige Dinge, die ich tun kann. Ich kann zum Beispiel meinen Einfluss ganz einfach dort ausüben, wo ich etwas zu sagen habe. Leute, die glauben, Feminismus sei nur dann relevant und habe einen Einfluss auf die Welt, wenn es Feministinnen gelingt, Argumente zu finden, die auch ihn überzeugen, lebt in einem patriarchal-nostalgischen Wolkenkuckucksheim und darf meinetwegen gerne dumm bleiben.

  83. Das ist aber NICHT so, sollte der Satz natürlich heißen :)

  84. @ momorulez:

    Was soll man denn bitte auf deine Betroffenheitspolitik auch antworten? Dein Versuch moralisch andere an die Wand zu spielen ist zwar irgendwie unterhaltsam taugt aber zu mehr nicht.

  85. Antje

    feministisches Denken mag irgendwo schon im Bewusstsein sein, aber du würdest mir doch schon zustimmen, dass frauenpolitische Inhalte nicht gerade hegemonial sind? Und siehst du denn auch die Probleme, die “feministische Blogs” (ich halte dies im Übrigen für ein Label, das auch ausschließt) mit Trollkommentaren haben – und kannst die einordnen?

    Ich muss ganz ehrlich sagen, dass mich meine Recherchen zum Umgang mit Männern (und “Abweichlerinnen”) klar bestärkt haben, an meiner Position festzuhalten. Leute wie Gurkenkaiser sind keine Role Models, an denen sich Mainstream-Männer und -Frauen orientieren können. Wenn aber das Ziel ist, frauenpolitische Inhalte hegemonial zu machen, dann müssen auch diese erreicht werden.

    Und diese erreicht man nur mit einer Sprache, die sie verstehen. Die Sprache, die Gurkenkaiser und andere sprechen, schließt jedoch massiv aus. Der Habitus auch. Und die Behauptung, ich (und andere) würden verlangen, dass Feminismus “jederzeit” mainstreamkompatibel formulieren soll, suggeriert, Feminismus würde aktuell sehr häufig “mainstreamkompatibel” kommunizieren.

    Meine Behauptung: das ist nicht der Fall. Das Gegenteil ist der Fall.

  86. @antjeschrupp “Ich kann zum Beispiel meinen Einfluss ganz einfach dort ausüben, wo ich etwas zu sagen habe. Leute, die glauben, Feminismus sei nur dann relevant und habe einen Einfluss auf die Welt, wenn es Feministinnen gelingt, Argumente zu finden, die auch ihn überzeugen, lebt in einem patriarchal-nostalgischen Wolkenkuckucksheim und darf meinetwegen gerne dumm bleiben.” Genau. Ein schönes Argument für die Überflüssigkeit all des Gender/Queer/Feminismus-Theoretisierens, das außer denen, die derselben Meinung sind, keiner versteht.

  87. @antje schrupp ja, offensichtlich gibt es hier ein missverständnis o.O
    also…wir hängen hier noch im patriarchat rum und Ihre position ist jetzt, dass leute, die da grundsätzlich gegen sind, sich bitteschön selbst zu informieren hätten, sonst interessieren die Sie nicht, weil man nicht alles mainstreamgerecht verpacken muss, aber feminismus ist trotzdem wichtig, auch wenns nicht alle kapieren???
    so habe ich das gerade verstanden, egal wie falsch es sein mag o.O

  88. ich kapier überhaupt nicht, was ich jetzt hier unverständliches gesagt haben soll.

  89. Um vielleicht noch einmal zu Ausgangspunkt zurück zu kommen: Ein Teil der hier Diskutierenden findet es also richtig, dass eine junge Frau, die einen in den USA erst seit wenigen Jahren gebräuchlichen Begriff in der Abkürzung nicht kennt, die ein Uni-Café nicht daraufhin untersucht hat, ob es sich dabei um einen Safe Place handelt, die sich aber offensichtlich in ihrer Freizeit gegen Rassismus engagiert – dass also diese Frau als Rassistin hingestellt wird?
    Weil sie einen Code nicht beherrscht.
    Herzlichen Glückwunsch zum so verdammt gut sein.

    Dass ich mich in dem Artikelchen mit Nadine Lantzsch beschäftige, liegt daran, dass Lantzsch dazu geschrieben hat, nicht Alice Schwarzer oder der Feminismus.

  90. @Malte – Ja, aber nicht in einem moralischen Sinn, sondern in einem faktischen. Dieser Fakt ergibt sich daraus, dass eine prominente PoC, die für viele Menschen (z.B. für mich) Autorität hat, sie so beurteilt. Wer das anders sieht, könnte inhaltliche Argumente dagegen bringen, aber das tust du in deinem Post nicht, du machst dich lustig.
    @Julia – Ich glaube, im Postpatriarchat gibt es keine Hegemonien mehr. Ich kann deine Position aber verstehen, ich will auch Einfluss haben. Ich bin momentan aber der Ansicht, dass dazu Konflikte notwendig sind, erklärt haben wir (unterm Strich) schon genug. Aber das würde hier jetzt den Rahmen sprengen. Ich komme bei Gelegenheit nochmal drauf zurück.

  91. Kritiker Elche welche

    Voll krass, ey, wie Welding mit seinem Artikel genau das tut, was er anklagt.

  92. Julia,

    die Debatte um akademische Spreche gibt es in feministischen Kreisen schon ewig, aber ist erstmal eine andere. TheGurkenkaiser hat sich in allen Kommentaren hier einer klaren Sprache bedient, Antje Schrupp tut es auch.

    Meinen Recherchen nach, hilft es leider auch nichts, Leuten Wissen hinterher zu tragen. Personen, die ernsthaft an Feminismus interessiert waren, verstehen den Hinweis „sorry, aber ich kann Dir das nicht alles erklären“ und kriegen es trotzdem hin, sich zu informieren. Andererseits habe ich schon genügend Leuten sexistische Probleme haarklein erklärt und dann machen sie fünf Minuten später genau das gleiche noch mal.

    Da habe ich keine Zeit und keine Lust mehr drauf. Ich möchte meine Zeit lieber verwenden, über Barrierefreiheit zu lernen oder das Buch über die Geschichte der feministischen Bewegungen in Ägypten, Irak und dem Sudan zu Ende zu lesen.

    Sich hinzustellen und zu jammern, dass Lanztschi so akademisch schreiben würde, ist doch eine Ausrede. Man kann genauso gut Antje Schrupp lesen. Oder dieStandard oder Kadda oder wen auch immer mit anderer Sprache. Aber sich hinzustellen und darauf zu beharren erst dann Feminist_in zu werden, wenn Person X bestimmte Forderungen erfüllt ist total absurd.

  93. Als was stellst Du denn hier Noah und Lantzschi hin? Diese Gesellschaft ist eh strukturell rassistisch, und bei Veranstaltern von Antira-Wochen sollte man schon erwarten können, dass sie sich mit dem Thema beschäftigt haben, über die Autorin, die liest, informiert haben und im Kontext gewalltätiger Kolonialtegime Zugerichtete darstellende Objekte identifizieren können, ansonsten hat das mit Antirassismus einfach nichts zu tun und okkupiert zudem noch mit Unsinn ein wichtiges, gesellschaftliches Feld. Der Zusatz “in ihrer Freizeit”, wie gütig – Problem ist halt, dass man als PoC Antirassismus nicht nur in der Frezeit als so ein Hobby wie Makramé praktiziert, weil das, wogegen man ankämpft, eh überall ist.

    Die so typisch deutsche Gefrage, wer denn bitte wen als was gerade hingestellt hat, ist da doch völlig irrelevant und zudem eine dieser beknackten Selbstopferisierungen von Mehrheitsgesellschftlern im Kontakt mit jenen, die sie zu unterjochen gewohnt sind, historisch.

    Deine Verniedlichung von kolonialer Gewalt bei gleichzeitigen Lamentos darüber, wie furchtbr radikal, humorlos und aggressiv doch die Anderen sind, reiht sich da nahtlos ein.

  94. Hat denn schon jemand das Management dieser Autorin angeschrieben, die die Lesung verbockt hat, damit der Veranstaltungsausfall finanziell geregelt wird? Der AStA ist allen Studierenden verpflichtet, sein Budget nicht zum Fenster rauszuwerfen.

  95. Die Bigotterie im feministischen/antirassistischen Diskurs lässt sich auch daran erkennen, dass Nadine Lantzsch sehr gern mit ihrer Sympathie für Valerie Solanas kokettiert.

    http://twitter.com/#!/lantzschi/status/98058735469080576

    http://twitter.com/#!/lantzschi/status/71541618511069184

    http://medienelite.de/2010/11/18/feminismus-und-ich/
    (Schlusssatz: “So. Und jetzt lese ich Valerie Solanas.”)

    Solanas wurde durch zwei Dinge bekannt, das von ihr verfasste SCUM-Manifest (“Es wird gemeinhin angenommen, dass SCUM (dt. Abschaum) ein Akronym ist für Society for Cutting Up Men (dt. wörtlich: Gesellschaft zur Zerstückelung von Männern)” Wikipedia) und die Tatsache, dass sie Andy Warhol bei einem Attentat mit drei Pistolenschüssen lebensgefährlich verletzte und schwer traumatisierte.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Valerie_Solanas

    Wie man eine (idiotische) Lampe als akute Gewalt begreifen, gleichzeitig aber mit einer Gewalttäterin sympathisieren kann, ist mir schleierhaft

  96. @Antje Schrupp
    Weil Noah Sow sie so beurteilt, ist sie es? Interessante, außergewöhnlich deutsche Autoritätsgläubigkeit.

  97. Malte,

    nirgendwo hat Nadine Lantzsch die Veranstalterin als Rassistin bezeichnet. Sie hat einen langen Brief verfasst, der wie sie selbst schreibt, Wut enthielt, in dem sie Grundprinzipien antirassistischer Arbeit beschreibt. Und deutlich macht, dass diese Prinzipien weder verstanden noch durchgeführt wurden.

    Sich vor einer Veranstaltung nicht über den Veranstaltungsort zu informieren ist an sich schon unprofessionell. Eine antirassistische Veranstaltung an einem Ort durchzuführen, der rassistische „Deko“ hat und das dann nicht mal zu merken… Da fehlen mir echt die Worte.

  98. Ich vermute in der hier präsentierten Logik wäre es rassistisch Noah Sows Beurteilung nicht zu folgen. Von wegen Definitionsmacht und so.

  99. Autoritätsglauben? Noahs Lebenserfahrung und Expertise durch die Beschäftigung mit dem Thema. Letzteres scheint hier ja nicht zu den Primärtugenden zu gehören.

  100. @Helga
    Lantzsch spricht von “gewaltvollen wie übergriffigen Reaktionen und der Supremacy-Haltung”.

    Was die Studentin gesagt hatte: “Das können wir doch lösen. Ich kannte ja das Café vorher gar nicht.”

    Wenn das gewaltvoll und übergriffig ist, dann gibt es keine Gewalt und keine Übergriffe. Diese Vernebelung von Begriffen ist brutale Opferverhöhnung. Überall in Deutschland gibt es Angriffe auf Menschen, weil sie homosexuell sind, weil sie transident oder muslimisch oder sonstwas sind. Und dieser Satz ist nach dem “weil” falsch, weil es natürlich keines Grundes bedarf für diese Gewalt.
    Aber im Ernst: Wollt Ihr diesen Gewaltopfern sagen: “Mir ist dasselbe passiert, jemand kannte den Begriff PoC nicht?”
    Wisst Ihr, wer den Begriff auch nicht kennt? Alle, die sich noch mit etwas anderem als PC-Sprachtrends beschäftigen, darunter wahrscheinlich nicht wenige PoCs.

  101. Noah Sow sieht sich selber, so nehme ich jedenfalls stark an, als Aufklärerin und auch als eine Art Kämpferin für den Abbau von Diskriminierung. Ich finde es grundsätzlich gut, wenn sich jemand in diesem Sinne engagiert, für mich ist sie eine Art
    “Kriegerin des Lichts”.

    Ich weiß, dass allein dieser Term bei vielen Unbehagen auslöst, aber bitte lest weiter und versucht meinen Denkansatz nachzuvollziehen.

    Wenn sich jemand also für etwas engagiert und eine Veränderung erreichen möchte, v.a. auf gesellschaftlicher Ebene, kann es meiner Meinung nach nicht schaden, sich mal mit dem Thema “Krieger/innen-Mentalität” auseinanderzusetzen.

    Nach meiner Auffassung ist es unter anderem essentiell, dass das mein Handeln stets im Einklang mit den Idealen steht, die ich vertrete. Auch dann, wenn ich mich verletzt fühle, sei es von Kontrahenten oder vom eigenen Publikum. Natürlich ist es nachvollziehbar, dass jemandem – mit Dummheit, Starrsinn, Diletantismus oder auch nur Naivität konfrontiert, der Geduldsfaden reisst. Dass jemand sich (auch hier im Web-Forum) angesichts von Spott selbst dazu hinreissen lässt, sarkastisch zu werden.

    Aber in meinem Augen macht es Sinn, sich zu fragen, welche Einstellung und Mentalität letztendlich am meisten Erfolg verspricht.

    Ich kann Sow´s Entscheidung, die Lesung abzubrechen, natürlich auch als “strenge, klare Linie” werten. In meinen Augen hätte es aber auch der Kriegermentalität, wie ich sie mir wünsche, entsprochen, den akuten Sachverhalt als Beispiel für genau das aufzugreifen, dass ich bekämpfen und verändern will. In meiner Erfahrung bedenkt das Leben uns immer wieder mit genau solchen Gelegenheiten, die wir nur meist nicht erkennen. Geduld ist nicht automatisch Schwäche. Ich kann mir damit auch Respekt verschaffen. Und Gehör. Und genau das will ich doch.

    Das heisst nicht, dass ich Sows Verhalten damit verurteile. Dafür kenne ich weder sie persönlich noch die genaue Situation vor Ort zu wenig.
    Generell finde ich, dass sowieso viel zu viel be- und verurteilt wird. Ich kann doch mein Empfinden kommunizieren, ohne gleich den Anspruch zu erheben, es besser zu wissen. Das wirkt auf einen gewissen Teil der anderen immer arrogant und spornt sie nur dazu an, gegen zu halten. Es teilt nur und führt nicht zusammen (Ur-teil).
    Das hören einige Menschen bestimmt nicht gerne, macht es doch eine einfache Sicht der Dinge, eine einfache Unterteilung in gut/böse schier unmöglich.
    Und verdammte Scheiße, ist es nicht bequem und manchmal auch sehr unterhaltsam, die Welt in schwarz und weiß zu pinseln? Bringt uns nur nicht weiter. Ich empfehle, sich in einem extra Raum auszutoben, Satiren haben in meinen Augen absolut ihre Existenzberechtigung.

    In diesem Sinne, ohne zu meinen es besser zu wissen, Paradoxygen

  102. Ach Gottchen, jetzt die Nummer wieder, sag ich mal als “Homosexueller”. Gewalt gegen Schwule gibt es, weil es schwulenfeindliche Stereotype, Filme, Beschimpfungen usw. gibt. Eine analoge Darstellung ist diese Lampe, dieDarstellungen mach nachweislich auch körperlich etwas mit Betroffenen, wie Mobbing halt, und indem Du das verniedlichst und auf Noah und Lantzschi eindrischt und deren Perspektiven und Wut als “Humorlosigkeit” abtust, beförderst Du exakt das Klima, das das ermöglicht, was Du nun anführst. “Ach, hab Dich so, Kleine.” Und dann ran da …

  103. Ging an Malte, und es fehlt ein “nicht”.

  104. @Momorulez
    Nochmal: Die Studentin hat von der Lampe nichts gewusst. Wenn du mich irgendwohin einlädst, und dort hängt ein Plakat, auf dem steht: “Liebe wird überschätzt”, dann liege ich also richtig, wenn ich in die Welt hinausposaune, dass Momorulez Hass sät und die Liebe verachtet, denn ich kann mich ja nicht irren, weil ich der in Berlin weltberühmte Liebesexperte Malte Welding bin, der Tag für Tag gewaltvolle Erfahrungen seiner Leser mit Liebesenttäuschungen erleben und miterleiden muss?

    Aber wir machen hier ja keine Witze, Entschuldigung,

  105. @ momorulez

    Erinnert mich doch stark an:

    “Ich sage noch einmal, dass es keine Anzünderei von Ausländern gibt, und den Satz möchte ich hier nicht noch mal hören. Mit diesem linken Faschistengeschwätz muss jetzt mal Schluss sein. Es gibt tote Türken, es gibt keine Ausländeranzünderei.

    (Zwischenruf Karl Held: „Doch, gibt’s jeden Tag.“)

    Weil Leute darüber so quatschen wie du.”

    http://neoprene.blogsport.de/2007/10/14/karl-held-gegen-gremliza-und-pohrt-konkret-kongress-1993/

  106. Ich glaube Gewalt gegen Schwule gibt es nicht nur deshalb, sondern v.a. aufgrund einer Verunsicherung bzgl. der eigenen weiblichen Seite. Wer versucht, anderen zu verbieten, bestimmte Worte zu benutzen, oder diejenigen öffentlich zu ächten, die sie benutzen, verändert in meinen Augen nur sehr bedingt etwas. Gerade bei denen, von denen Gewalt ausgeht, erreicht man damit so gut wie gar nix.

  107. @malte

    “(…) einen in den USA erst seit wenigen Jahren gebräuchlichen Begriff (…)

    falsch.

    (…) dass also diese Frau als Rassistin hingestellt wird? (…)

    ? es geht nicht darum, menschen als rassist_innen hinzustellen. es geht darum, vermeintliche selbstverstaendlichkeiten kritisch zu hinterfragen. vor allen dingen, wenn dies von menschen gemacht wird, die sich das etikett der anti-rassistischen arbeit auf die stirn kleben.

    ich verstehe deine personalisierten angriffe nicht. ich verstehe dein reaktionaeres gehabe nicht. ich verstehe nicht, warum es fuer dich schlimmer ist, menschen fuer ihr rassistisches verhalten zu sanktionieren (oder, gott bewahre sie rassist_innen zu nennen!1!!), als z.B. einfach mal kritisch und ernsthaft ueber rassistische strukturen in unserer gesellschaft zu reden.

    “(…) Wenn das gewaltvoll und übergriffig ist, dann gibt es keine Gewalt und keine Übergriffe. Diese Vernebelung von Begriffen ist brutale Opferverhöhnung. Überall in Deutschland gibt es Angriffe auf Menschen, weil sie homosexuell sind, weil sie transident oder muslimisch oder sonstwas sind. (…)”

    instrumentalisiere bitte nicht die (gewalt)erfahrungen und kämpfe marginalisierter gruppen für deine argumentation. danke.

  108. Was lernt man eigentlich über Feminismus, Feministen, Nichtfeministen, wenn man solche Blogbeiträge/Blogkommentare liest?

    Wie denken die Diskussionsbeteiligten über ihre Wirkung auf Außenstehende und welche Art von Erkenntnis sollen diese aus dieser Darstellung ziehen?

  109. @Malte:

    Zum einen kann man einen Veranstaltungsort vorher angucken, zum zweiten sabottiert sich eine Veranstaltungsreihe selbst, die so eine Location bucht. Es geht nicht um das Mädel, sondern ein Klima, das bei einer Antira-Woche herrscht. Und um das, was Du da oben geschrieben hast.

    Wo war jetzt was lustig?

    @Paradoxygen:

    Worte referieren ja auf etwas, signalisieren Haltungen, bringen Ängste zum Ausdruck, gesellschaftliche Verhältnisse usw. und haben physische Wirkung. Ich verändere meine Körperhaltung, wenn wer “Schwuchtel” sagt. Und natürlich ändert reine Sprachkosmetik nix, Begriffe wie PoC beinhalten allerdings politische Konzepte.Und besreite, dass schwul irgendwas mit “weiblicher Seite” zu tun hat. Das ist doch selbst Ideologie.

    @xaftershowx:

    Schreib doch lieber das, was wir gerade bei Twiter hatten ;) …

  110. Nadine Lantzsch macht in meinen Augen etwas, das ganz viele von uns machen. Sie vermischt persönliches Empfinden mit dem Anspruch, ein Urteil über die Geisteshaltung und Vorgehensweise anderer fällen zu können, dürfen, müssen. Passiert genau so jeden Tag milliardenfach am Frühstückstisch, auf Arbeit… bezogen auf unsere/n Chef/in, unsere/n Partner/in, etc.

    Super Projektionsfläche.

    Denn wer sie deswegen doof findet, sollte mal in den Spiegel schauen. Aber ich glaube, ich wiederhole mich.

  111. @Malte: Die Studentin hat von der Lampe nichts gewusst, keiner hat von der Lampe gewusst, sie stand wie aus dem Nichts plötzlich da? Es wird bestimmt jemand von denen schon mal dagewesen sein, und die Lampe hat der Cafebetreiber wohl auch nicht extra für die Lesung aufgestellt haben.

    Das Problem ist nicht, dass die Studentin nichts von der Lampe wusste, sondern dass sie (und anscheinend der Rest der Organisatoren) kein Problem damit gesehen haben, und das zeigt sehr schön, jawohl, rassistisches Denken. Die Problematik ist ihnen nicht
    bewusst gewesen, und das ist sehr wohl ein Problem. (Für Leute, die antirassistisch arbeiten wollen, ist es außerdem echt peinlich.)

    Antirassistisch zu sein heißt nicht nur, gegen das Verprügeln von Schwarzen und das Anzünden von Asylantenheimen zu sein. Es heißt auch, sich mit dem eigenen rassistischen Gedankengut auseinanderzusetzen. Das habe ich, das haben wohl die meisten Weißen in dieser Diskussion. Und die Aufgabe von PoC ist nicht, uns dabei das Händchen zu halten.

  112. Beeindruckend. Magda kann ihre Von-Oben-Herab-haltung selbst in fremden Blogs nicht verbergen. Bei der maedchenmanschaft habe ich das ja schon öfter gehört. Aber in einem fremden Blog dem Autor Anweisungen zu geben (“instrumentalisier bitte nicht…”) ist ein wahrlich starkes Stück.

    Ein anderer Gedanke: besonders schön ist übrigens die korrekte, gendergerechte Schreibweise von “Rasisst_innen” – ich finde das echt gut: so fühlen sich die weiblichen Rassist_innen nicht diskriminiert.

    @Malte
    Rein theoretisch ist es so. Aber nur theoretisch. Wie so viele Dinge funktioniert Definitionsmacht nur in die eine Richtung (von unten nach oben). Du als frauenunterdrückender, weißer Heterosexueller darfst sowas nicht.

    Wenn die Definitionsmacht auch auf diesen Bereich ausgeweitet wird und ihr von Nicht-Betroffenden auf jeden Fall folge geleistet werden muss (Wie in diesem Fall: Noah Sow sagt Rassist_in, also ist es so) – dann begebt ihr euch aber auf verdammt dünnes Eis. Eigenes Nachdenken und reflektieren wird dabei nämlich nicht gefördert. Aber irgendjemand hier sagte ja schon: ziemlich deutsch, das ganze!

  113. @ momorulez

    Wenn du schreibst

    “Homophonie ist eine Art Abfallprodukt der bürgerlichen Dressur zum “Ernährer” und “Fortpflanzer”, weil der Kapitalismus diesen Druck braucht, um Lohnarbeit bestmöglich ausbeuten zu können.”

    Dann gebe ich dir recht. Würde aber dennoch betonen: Dieses “Abfallprodukt” wie auch der Rassismus gegen Frauen ist ja das Mittel der Bürgerlichen Gesellschaft und der Zweck selbst ist das was bei der Ausbeutung bei rumkommen soll. Wenn du aber schon von Ausbeutung sprichst, dann scheint das eine gewaltförmige Sache zu sein die da gegen die Leute durchgesetzt wird. Also gegen Malte, wie auch gegen dich oder gegen Nadine (Auch wenn sie das anders sieht) Jetzt noch innerhalb dieser Gewalt alle auf die Stufe einer Form der Ausbeutung zu heben halte ich für zynisch.

  114. Die dargestellte Figur in der Lampe hat doch eher etwas heroisches als sklavisches, oder?
    Ist die Lampe denn so schlimm?

    Ich habe bei einigen den Eindruck, dass sie Frust und Aggressionen kanalisieren, das Anliegen rückt da in den Hintergrund, bzw ist austauschbar. Nadine Lantzschn hatte doch damals im podcast erwähnt, dass sie mal rechtsextrem war, oder? Ja, passt gut ins Bild.
    Es ist so eine Grundhaltung: “Die Welt ist gemein und ihr seid schuld und ich lass euch das spüren”.
    Das ist eben Breivik-style, das ist einfach nicht gut.

  115. Es ist schon sehr hart, wie hier immer wieder die Ebenen durcheinander gewürfelt werden, solange Mann, weiß, heterosexuell nur bloß nicht die eigenen Privilegien hinterfragen und Praxen reflektieren muss.

    Richtig ist, dass nicht alle Menschen die Bezeichnung PoC kennen. Das Problem liegt aber nicht in diesem Umstand, sondern eher in der Tatsache, dass viele sich mit ihrer unmarkierten weißen Position nicht auseinandersetzen müssen. Andere, die nicht von dieser Unmarkiert profitieren können, bleibt da keine Wahl, egal welchen Begriff sie dann letztlich wählen um sich selbstzubezeichnen. Krass genug, dass in dieser Debatte, dann auch immer wieder gerne das N…-Wort gebraucht wird. Natürlich von weißen, denn die haben die Definitionsmacht ja eingebaut gekriegt, quasi. Unsere Gesellschaft sorgt schon dafür, dass alle, die geandert werden, an ihre Grenzen stoßen. Diese Lampe ist für manche also nur eine blöde Lampe, für andere aber eine gewaltsame Erinnerung an die Vergangenheit kolonialer Unterdrückung, die bis heute fortleben darf.

    Richtig ist auch, dass es Gewalt in verschiedenen Formen gibt. Aber wer bist du, Malte, um beurteilen zu können, was als gewaltsame Verletzung für PoC gelten darf und was nicht? Wenn du es trotzdem einfach tust, wie in diesem Blogeintrag und deinen Kommentaren, dann nennt sich das White Supremacy. In diesem Zusammenhang sogar von Opferverhöhnung zu sprechen, ist ja mal super krass!

    Richtig ist auch, dass es sicher nicht in der Absicht der Organisator_innen lag, Noah Sow mit dieser Lampe zu verletzen. Aber anders als du, wollten diese Leute in Fulda aber eine anti-rassistische Veranstaltung machen und sich vielleicht damit auch diesem Feld positionieren. Damit geht dann aber mehr Verantwortung einher.

    Die Verantwortung weißer Verbündeter ist u.a.:
    - dass sie sich der kolonialen Geschichte Deutschlands (wenigstens das als Minimalanforderung) und in der eigenen Stadt, sowie des Fortwirkens kolonialer
    Ausbeutung bis in die heutige Zeit bewusst seid.
    - dass sie sich die alltäglichen rassistischen Unterdrückung in allen gesellschaftlichen und auch Uni-Strukturen, in den Medien und in der Architektur bewusst machen. Auch wenn das erst in der Vorbereitung einen solchen anti-rassistischen Events passiert.
    - dass sie Räume schaffen, in denen PoC grundsätzlich und nicht schon von der Orgagruppe aus, keinen Verletzungen ausgeliefert werden. Dazu gehört auch, zu überprüfen welche Veranstaltungsorte gewählt werden und wie diese ausgestaltet sind.

    und schließlich noch und besonders wichtig:
    Verletzungen passieren trotzdem, und ja, sie sind in den seltensten Fällen intendiert. Das macht es aber in keinem Fall besser!!!

    Keine Sorge, du musst dich mit diesen Anforderungen an Verantwortung nicht auseinander setzten: Du willst ja auch kein Anti-Rassist sein.
    Aber anderen, die nicht so beratungsresistent sind, sei der Text von Tami ans Herz gelegt.
    http://www.whattamisaid.com/2009/11/when-allies-fail-part-one.html

    Und ja, die eigenen Praxen zu reflektieren tut weh, aber nicht, weil dir die Geanderten in die Fresse hauen, sondern weil sie dich auf deine Privilegien stoßen!
    Das sollten so gestandene Männer, wie sie sich hier rumtreiben, schon abkönnen, ohne sich dabei selbst zum Opfer von PoC oder Feministinnen machen…
    Und ja, es bedarf hier der Entscheidung für eine Seite: Willst du die Angriffe der Weißen entschuldigen oder dich vor/hinter die Unterdrückten stellen. Wenn das schon radikal ist, dann frage ich mich ernsthaft, wo wir in dieser neuen tollen freien Internetwelt eigentlich hin wollen?

  116. @ Malte

    ” I get where you comin´ from”

    Du willst zu einem unverkrampfteren Umgang mit dem Thema Rassismus aufrufen. Aber auch in meinen Augen schießt Du dabei etwas über das Ziel hinaus. Weil Du Dich lustig über Menschen machst, Dir ein Urteil über ihren scheinbar “verkrampften” Ansatz machst. Aber Du weißt nicht, woher der kommt. Mir würde es mehr gefallen, Du würdest einfach diese Frage stellen.

  117. Martin ist dann wohl der mit der Strähnchenfrisur. Viel Spaß.

  118. @DoDieZweite
    Demnach dürfte man das Handeln und Denken von überhaupt niemandem beurteilen. Weil niemand die gleichen Voraussetzungen hat. Aber dennoch machen wir es. Und das ist auch solange kein Problem solange es keine Konsequenzen hat. Und in diesem Fall kann es Noah Sow absolut egal sein wie Malte ihr Verhalten findet. Also ist es überhaupt kein Problem!

  119. Um mal aus einem recht unbedarften Standpunkt heraus zu argumentieren:
    In meinem Weltbild gehört die Verbesserung der Realsituation und der Wahrnehmung von Frauen, Homosexuellen und Menschen, die nicht dem “lokalen Standard” entsprechen, sprich für Europa Menschen mit anderer Hautfarbe und auch Behinderte, zusammen. Die Rechte von Schwächeren stärken, ihre Wahrnehmung in der Gesellschaft von Einzelpersönlichkeiten, nicht von äußerem Anschein oder Sexualität abhängig machen. Die Konzentration auf Einzelaspekte davon als alleiniges Leitmotiv erscheint mir einfach nicht sinnvoll, weil es dazu verleitet einen Tunnelblick zu entwickeln und blind für Seitenaspekte zu werden. Menschen, die offensichtlich nur an ihre eigenen Probleme denken, kritisieren also Menschen, die offensichtlich nur an ihre eigenen Probleme denken. Soetwas mag ich nicht ernst nehmen.

    In diese Falle tappt auch Noah Sow, was schon bei der rein optischen Lesbarkeit ihres Blogs deutlich wird. Wegen Augenschmerzen habe ich, als normal sehender Mensch, das Durchforsten der dortigen Kommentare schnell aufgegeben.

    In der Sache sehe ich es ähnlich, wie im ersten Kommentar bei Noah Sow beschrieben: Es wäre wesentlich eloquenter gewesen, die Lampe als Anschauungsmaterial zu nutzen. Dabei hätte sie zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Sie hätte den dortigen Studenten den “Antiras-Sticker” vor Publikum von der Stirn reißen UND jenem Publikum ihre Botschaft näher bringen können.

    So hat sie leider nur ein paar Blogger aufgescheucht.

  120. @Teo Das war auch meine erste Reaktion nach der Lektüre von Noahs Blog: Ich hätte bei der Lesung mit der Lampe gearbeitet, talk about Steilvorlage. Der Text von Nadine hat mir gezeigt: Ich habe keine Ahnung davon, was es heisst, in Noahs Haut zu stecken. Und auch wenn ich meinen Teil an Diskriminierungen in meinem Leben erfahren habe, weiss ich nicht, wie es ist, ständig mit solcheb Lampen, rassistischer Sprache ect konfrontiert zu werden. Im Ergebnis geht es mich wirklich gar nichts an, wie Noah mit dieser Situation umgegangen ist. Alle, die sagen, das hätte ich anders gemacht, sollten sich mal vorstellen, das waere die 1000ste Lampe. Ich werde jetzt mal ihr Buch lesen, sicher lerne ich noch etwas.

    Zum Text von Malte: Mir ist nicht klar, was Dein Problem war, Form oder Inhalt. Zur Absolutheit von Nadines Beurteilungen: Das ist das Privileg der Jugend, was Du ja schenbar auch für Dich in Anspruch nimmst.

  121. @ Malte / zum Gewaltbegriff

    Gehört die Wikipedia eigentlich auch zum feministischen-akademischen-Eflenbeinturm?

    http://de.wikipedia.org/wiki/Gewalt

    Ich konnte die jedenfalls ganz ohne Studium bedienen.

    Und außerdem: die anderen Betroffenen dieses Vorfalls haben sich auch schon (u.A.) zu Lampe geäußert:

    http://asta.hs-fulda.org/news/veranstaltungen/685-ausgefallen-lesung-mit-noah-sow

    Vielleicht magst Du das auch zur Kenntnis nehmen und denen nicht auch noch vorschreiben was sie zu denken haben?

  122. Malte,

    Sich vor einer Veranstaltung nicht über den Veranstaltungsort zu informieren ist an sich schon unprofessionell! „Ich kannte den Laden nicht“ ist keine Entschuldigung, es macht alles nur noch schlimmer.
    Ich verstehe auch nicht, warum sich dauernd alle an einem Begriff aufhängen, dessen Nichtkennen Noah Sow erst noch hingenommen hat.
    Gewalt und Übergriffe geschehen nicht nur auf körperlicher Ebene, auch auf sprachlicher oder in den Dingen, die in einem Rauem sind.
    Das Gegeneinanderausspielen verschiedener Gruppen, die alle von Diskriminierung und Gewalt betroffen sind ist Verhöhung der Arbeit aller dieser Gruppen.

  123. man kann versuchen, menschen zu erreichen. und man kann sich auf seinen ärger, oder den anderer, konzentrieren.

    frau auch.

    .~.

  124. @Cassandra
    Klick ruhig mal ein wenig herum in dem von dir verlinkten Artikel. Da gibt es zum einen den engen Gewaltbegriff. Und dann den weiten, unter den auch strukturelle Gewalt fällt. Und in dem Artikel zur strukturellen Gewalt heißt es dann:
    “So argumentierte auch Herbert Marcuse, wenn er betonte, dass es für unterdrückte Minderheiten ein Naturrecht auf Widerstand gebe: Wenn diese Minderheiten Gewalt anwendeten, so begönnen sie keine neue Kette von Gewalttaten, sondern zerbrächen die etablierte. Hierin wird deutlich, dass der Begriff der institutionalisierten Gewalt impliziert, dass eine Überwindung der beschriebenen Zustände im Wege der inneren Reform nicht möglich ist. Wenn die strukturelle Gewalt den kritisierten Gesellschaftsformen wesenshaft inhärent ist, so bedarf es eines revolutionären Prozesses, um sie aufzubrechen.

    Dies war beispielsweise auch eine zentrale Legitimationsstrategie der RAF, die revolutionäre Gewalttaten stets mit der vorgängigen „Gewalt des Systems“ rechtfertigten, wobei sie selbst definierte, was als „Gewalt des Systems“ zu gelten habe.”"

    Und exakt so wie die Diskussionen in der RAF sich in immer wirreren Schleifen wanden, so verzwirbelt auch die Subkultur der akademischen Genderologie. Der Andere ist im Zweifel immer Faschist. Juchee.

  125. @Marieken: Damit stellt sie allerdings persönliche Befindlichkeiten über die Sache. Ich möchte damit nicht sagen, dass die Lampe verletzend wirken kann und dass man auch nach der 1000. Lampe nicht immer noch davon angerührt sein darf, aber wer sich gegen Gewalt wehren will und im Angesicht einer Stehlampe das Handtuch wirft und den Ring verlässt, der wird arge Probleme haben seinen Kampf je zu gewinnen.
    Auch die Unprofessionalität der Veranstalter, mit der man in gewissem Umfang bei Amateuren, wie es Studenten nunmal in der Regel sind, rechnen muss, ist keine Entschuldigung.

  126. [...] Ist im Winter ja recht einfach. Und wenn man sich dann ein wenig in die Materie reingefuchst hat und man sich nicht gänzlich im Theoretikum verliert, kommt da vielleicht ja auch Einiges bei rum. Ihr dürft mir dann hier beim Scheitern und Wachsen [...]

  127. Vielleicht sollte man noch dazu sagen, dass solche Lüsterknaben in der Renaissance aufkommen, also lang vor dem Kolonialismus, und es sich dabei um Sklaven gehandelt hat. Man fand das putzig. Würde Nadine Lantsch also noch ein wenig weitergehende Diskriminierungsstudien empfehlen. Da geht noch was_Innen.

  128. @Malte

    ach so, dann ist der Begriff der strukturellen Gewalt natürlich völlig unbrauchba… nein, Moment, was?

    Meinst Du das wirklich ernst?

  129. @Teo Ja das klingt super, kämpfen bis zum umfallen, kennt man ja aus Kinofilmen und so, und wer das nicht muss, stellt dann ihre Entscheidung in Frage, diese “Runde” mal auszulassen. Sorry, aber daran möchte ich nicht teilnehmen.

  130. Ich stehe bei solchen Vorfällen und Diskussionen immer etwas staunend und weinend nebendran.

    Weil ich beide Seiten verstehen kann, die eigentlich nicht mal so sehr unterschiedliche Seiten sind.
    Zum einen direkt Betroffene von Diskriminierungen, die sich in der Regel irgendwann nicht mehr in der Lage sehen, all die Scheiße zu ertragen und dementsprechend dünnhäutig reagieren. Das ist ihr gutes Recht, ich bin selbst recht empfindlich, was bestimmte Themen angeht.
    Dennoch wäre der Sache manchmal auch gedient, wenn nicht jedes Individuum als Repräsentant einer Rasse, eines Geschlechts, einer Musikrichtung etc. angesehen wird.
    Seien es Antideutsche, Antirassist_Innen, Feminist_Innen und sonstwas: Wer Recht hat, erreicht auch ohne Geschrei manchmal was. Nicht, dass Radikalität irgendwie schlimm wäre, aber hie und da ist ein unradikaler oder nüchterner Ton viel radikaler, weil man mehr erreicht. Nicht jedes Widersprechen ist rassistisch, nicht jede Meinung ist der Weisheit letzter Schluss, man muss nicht immer Fehlerfreiheit erwarten.
    Und vor allem muss man nicht bei absolut allem gleich die ganz große Keule schwingen. Ich meine das nicht zu diesem Vorfall jetzt, ich weiß zu wenig, um da was sagen zu können.
    Es besteht aber ein Unterschied, ob man “man” sagt oder schreibt, weil “mensch” subjektiv nicht so gut klingt oder ob man partout nicht einsieht, dass “Neger” ein rassistisches Wort ist, von härteren Dingen ganz zu schweigen.
    Dementsprechend wäre es ja nur konstruktiv, auch unterschiedlich zu reagieren.
    Für mich persönlich ist das zumindest Unangenehmste, so hart angegangen zu werden, weil ich mich beispielsweise erdreiste, bei Hitze mein T-Shirt auszuziehen, oder mich ungern auf meine Hautfarbe reduzieren lasse. Zumal ich ziemlich viel an der Analyse des Weltzustands teilen würde.

    Dieser Ton hindert auch leider sehr oft den Erkenntnisgewinn. Denn der Kern der Sache wird in der Regel verfehlt. Aus “Lasst uns versuchen, gemeinsam etwas zu erreichen gegen die große Scheiße” wird “Nur wennn ihr alles genau so macht wie ich, kriegt ihr einen Ausweis von mir ausgestellt, der wieder entzogen wird, wenn ihr nicht mehr nach mir und mir nachredet”.

    Und auf der anderen Seite Leute, die eigentlich das Problem genauso sehen, bei der Lösung desselben aber einen anderen Weg versuchen. Weil sie das Privileg genießen dürfen, in der Regel nie Minderheit gewesen zu sein. Und daher nicht so dünnhäutig sind.

    Dabei entsteht dann meistens irgendwo die Reibung, weil man sich nicht einig wird in der Ausdefinierung des Weges, der aus dem Problem (Benachteiligung von XY, äh XX z.B.) führen soll.
    Z.B. Humor: Was darf man, was nicht? Humor hat Grauzonen und das klappt manchmal nicht, weil man mit etwas Mutwilligkeit auch Böses verstehen kann.

    An dieser Stelle ist mir die Lust ausgegangen, zu schreiben. Daher fehlt auch eine Pointe.

    Und am Ende hassen sich alle. Und ich bin ein wenig traurig.

  131. @Teo
    nur mal ganz kurz: dein Standpunkt ist wirklich außerordentlich unbedarft. Es fängt ja schon an wo man völlig Anführungszeichenfrei was von “Menschen mit anderer Hautfarbe” schwadroniert. Welches Denken steht dahinter? Weiß als standardeinstellung, die “anderen” als Sonderfall. Sorry, das war ein Fehlstart.

    Daran kann man was sehen – ich sag’s mal so: Das normale Alltagswissen kann nicht der Ausgangsspunkt für eine Rassismusdiskussion sein. Denn das Alltagswissen, der “gesunde Menschenverstand” (etc.) sind genau das Problem, sie sind mit Rassismen durchsetzt. Dieses Alltagswissen muss Gegenstand der Untesuchung und der politischen Arbeit sein. Und deshalb ist die Sprache so wichtig, denn in ihr äußert sich das Wissen natürlich.

  132. @Don Alphonso: Soo viel älter als der Kolonialimus scheint mir die Renaissance nicht: “Als Kolonialzeit bezeichnet man heutzutage gemeinhin die Epoche des neuzeitlichen Kolonialismus, der mit dem Übergreifen von Portugal und Kastilien/Spanien auf Afrika und Südamerika gegen Ende des 15. und zu Beginn des 16. Jahrhunderts einsetzte(…)”, schreibt wikipedia. Und an anderer Stelle: “Die Anfänge der Renaissanceepoche werden im späten 14. Jahrhundert in Italien gesehen; als Kernzeitraum gilt das 15. und 16. Jahrhundert.”

    Aber abgesehen von solchen historischen Haarspaltereien kann ich nachvollziehen, dass Frau Sow nicht im Beisein dieser N-Wort-Funzel lesen mochte. Was nun den Furor von Frau Lantzsch angeht, hmja, jede(r) wie er meint zu müssen…

  133. @Mark: Der Don meint das vermutlich im Vergleich zum deutschen Kitschkolonialismus, mit Platz an der Sonne, Mohrenköpfen, Negerküssen und anderem Großdeutschen Quark.

  134. Ich finde auch die Organisatorinnen sollen sich bei der Autorin entschuldigen, damit die antirassistische Arbeit weitergehen kann. Jetzt müssen ja alle denken, daß an den Universitäten Rassisten die Herrschaft an sich gerissen haben. Man sollte vielleicht auch bald einen neuen ASTA wählen, damit der Schaden begrenzt bleibt. Und die Lampe muss wirklich weggeworfen werden, sonst passiert sowas nur wieder, wer hat die denn gespendet, vielleicht kann man das herausfinden und denjenigen oder diejenige auffordern, sich zu entschuldigen?

  135. Warren G. Harding

    @momorulz

    “Mädel”? In einer Diskussion über die Gewalt gegen PoC mit einem Begriff aus der LTI um sich zu werfen, das erfordert schon ganz dicke Eier!

  136. Hallo Warren, was ist denn PoC, ich lese das hier die ganze Zeit, aber ich kenne die Abkürzungen nicht, LTI kenne ich auch nicht, sorry, falls das schon mal erklärt wurde.

  137. Warren G. Harding

    Melanie, schon der weiße und rassistische Aufklärer Kant sagte: “Versuche, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen”. Wo der nicht ausreicht, da nutzt mensch Google.

  138. @TheGurkenkaiser
    Dort fehlt natürlich ein “als der weißen”. Ich denke, auch du siehst am Rest der Beschreibung meiner Ansichten, dass es mir vor allem auf die Vermeidung von Generalisierung ankommt. Ich bin derzeit keiner der von mir genannten Gruppen zugehörig, also natürlich immer leicht abzustempeln. Ich bin auch kein Aktivist oder sonstwas. Ich bin Laie, der durchaus versucht sich in andere Menschen hineinzuversetzen. Ich kann mir auch vorstellen einmal behindert zu sein oder in Zukunft homosexuelle Neigungen entwickeln. Deshalb halte ich die Betrachtung jedes Individuums unabhängig seiner äußeren Merkmale für wichtig.
    Der, auch von Malte kritisierte, elitär wirkende Zeigefinger verschreckt viele Menschen einfach zu sehr, als dass sie viel Verständnis für das jeweilige Anliegen vorbringen könnten. Verkopfte Argumente verkopft vorzutragen und den Leuten zu erzählen, was sie alles falsch machen und dabei zu hoffen, dass man die breite Bevölkerung erreicht, kann doch gar nicht funktionieren.

  139. Ich glaube, in dem Kontext, in dem Momo Mädel benutzt, würde ich es auch benutzen. Übertreibt mal nicht. (wo jetzt schon alle Herrenhengste hier aufgeschlagen sind)

    Whiskey Tango Foxtrott

  140. Ja, Melanie, und die Eltern von demjenigen oder derjenigen, die die Lampe gespendet hat, die sollten sich auch dafür entschuldigen, dass, und das kann man wohl ohne Übertreibung sagen, jetzt alle im Universum denken, dass an allen Universitäten Rassisten regieren. Aber die Großeltern müssen sich nicht mehr entschuldigen, das wäre albern. Die Lampe dagegen sollte vor Gericht gestellt werden und ihr Erbauer sollte sich zur Strafe 18 Stunden als weiß angemalte lebende Statue in die Fußgängerzone stellen. Dann wären wieder alles gut.

  141. Warren G. Harding

    “Ich kann mir auch vorstellen einmal behindert zu sein oder in Zukunft homosexuelle Neigungen entwickeln.”

    Ach, das kannst du dir vorstellen. Na, dann ist ja alles in Butter! Das Schlimmste ist, dass dir vermutlich nicht mal klar ist, was für eine chauvinistische Supremacy-Kacke du hier gerade an den Tag legst!

  142. Warren G. Harding

    “Ich glaube, in dem Kontext, in dem Momo Mädel benutzt, würde ich es auch benutzen. ”

    Und dein Anspruch darüber zu entscheiden, wann ein Begriff tolerabel ist und wann nicht, leitet sich woraus genau ab?

    Ich sehe da gerade keinen Unterschied zwischen dir und den Männern hier, die meinen die Lampe wäre nicht so schlimm und die PoC sollten sich nicht so anstellen.

  143. Aber man kann doch die Lampe jetzt nicht einfach da stehen lassen, dann gibt es nur wieder solchen Ärger .

  144. @Warren G. Harding Wäre es besser, wenn ich mir nicht vorstellen könnte anders zu sein als derzeit? Bin ich nun privilegiert, wie es immer wieder behauptet wird, darf mir dessen aber nicht bewusst sein? Oder bist du es, der ein Werturteil in meine Ausführungen hineindenkt?

  145. Momo schrieb: “Es geht nicht um das Mädel, sondern ein Klima, das bei einer Antira-Woche herrscht. Und um das, was Du da oben geschrieben hast.”

    Das ist eine gebräuchliche Wendung für Mädchen mit regionalem Bezug.

    http://de.wiktionary.org/wiki/M%C3%A4del

    Er leitet sich, mein Anspruch, immer aus den Kontexten heraus ab.

  146. Warren G. Harding

    @Teo: Ja, das wäre besser. Dann würdest du nämlich die Tatsachen anerkennen. Sich hinstellen und so zu tun, als könne man sich in eine andere Gruppe hineinversetzen, ist pures Herrenmenschendenken und vollkommene Anmaßung. Du kannst dir vorstellen behindert oder schwul zu sein? Mit allen Alltagsdiskriminierungen, die es dabei gibt? Dann bist du besser als ich, ich nehme mir das nämlich nicht heraus.

    @heike: Lies mal Klemperers LTI! Der hat mit der Kontext-Ausrede schon direkt nach dem Krieg aufgeräumt. Von den Nazis besetzte Begriffe weiterzuverwenden heißt kontextungebunden Naziideologien gesellschaftsfähig zu halten. Lies mal was Gurkenkaiser oben zur Sprache geschrieben hat und denk mal drüber nach!

  147. Herr Gesangsverein

    Also ich würde ja gerne bei dem Thema mit einsteigen, bzw. durchsteigen, aber WTF! is PoC? Point of Contact? Ports of Calls? Pures Organisiertes Chaos? Oder doch die Post colonial studies?
    Und: Ist mit LTI das “Notizbuch eines Philologen” gemeint? Viktor Klemperer?

  148. Das ist schon ganz ziemlich hart. Lauter chauvinistische Supremacy-Arschlöcher, getarnt als liberale, nachdenkliche, liberale Mitteleuropäer, man könnte ihnen fast auf den Leim gehen, aber ihre Ignoranz demaskiert sie, denn wenn sie googeln könnten, hätten sie ja unschwer folgendes herausgefunden:

    1. POC (Schwedischer Helmhersteller)
    2. Proof of Concept (Wikipedia-Artikel)
    3. POC (Wikipedia-Abkürzungserklärung)
    4. Professional Organizers in Canada
    5. Physical Optics Corporation
    6. Porsche Owners Club
    7. diese tolle Liste: http://www.acronymfinder.com/POC.html

    Letztgenannte Liste ist echt unterhaltsam, da ist schon Punkt 8 unser Volltreffer, während die Wikipedia-Liste etwas länger braucht, da muß man vorher 17 andere Definitionen in Erwägung ziehen und verwerfen.

    Leute! Habt ihr alle einen Knall? Es ist eine simple Wahrheit, daß die Haltung gegenüber Menschen und der Menschheit sich daran zeigt, wie man sich Individuen gegenüber verhält. Es ist eine weitere simple Wahrheit, daß der Tonfall nicht einfach nur Beiwerk ist, sondern Ausdruck einer inneren Haltung. Und hier sehe ich gerade, wie Menschen, die ALLE das gleiche wollen, nämlich daß Menschen eben primär als Menschen betrachtet werden und nicht als Träger einer Hautfarbe, eines Migrationshintergrundes oder einer Behinderung, anderen Menschen in äußerst ungehörigem Tonfall über den Mund fahren, sich gegenseitig belehren und beschimpfen, und zwar in einem Tonfall, der aufs Traurigste zeigt, daß es hier an einer ganz prinzipiellen Sache mangelt, nämlich der Sache, um die es eigentlich geht, nämlich: Respekt vor Menschen.
    Man möchte sich ernsthafte Sorgen über den Zustand der Menschheit machen. Haltet ein! Seid nett zueinander! Ja, genau: Nett! Wer nicht weiß, was PoC bedeutet, den kann man auch einfach mal in freundlichem, non-patronizing Tonfall darüber aufklären, anstatt ihn zu beschimpfen oder zu belehren. Wer versucht, sich in die Lage von Behinderten oder Schwulen hineinzudenken, ist deswegen noch kein Arsch, zumindest besteht eine gewisse Chance, daß er keiner ist. Müssen denn erst ein paar echte Nazis ankommen, damit ihr euch daran erinnert, wo der Feind steht? Ihr spielt das dämliche alte Spiel der spaßbefreiten Linken, die sich selbst zerfleischt. So wird das nie was mit der Rettung der Welt vom Bösen jeglicher Couleur (darf man das so sagen?) Hugh, ich habe gesprochen (sorry, das ist wahrscheinlich auch unkorrekt). Und jetzt kommt bestimmt gleich jemand und klärt mich darüber auf, daß das alles nicht so einfach ist, weil ich davon ausgehe, daß das Wort “Wort” einfach soviel wie “Wort” bedeutet, und das allein ist ja schon rassistisch. Legt los. Ich bin bereit.

  149. Herr Gesangsverein

    Ok, gewonnen. LTI ist demnach klar. Ein Blick nach oben zur rechten Zeit wirkt manchmal wunder. Aber PoC?

  150. @Warren G. Harding: Natürlich nicht inklusive aller kleinen und großen Sticheleien, aller Probleme und Rückschläge, aber im Zusammenhang meines Kommentars ist das auch nicht wichtig. Es geht darum möglichst gleich gute Lebensqualität für möglichst viele unterschiedliche Lebensweisen zu schaffen (unter Berücksichtigung der Spielräume, die durch die persönlichen Grenzen jedes Menschen gegeben sind). Nicht mehr und nicht weniger.
    Dabei bezog ich den hypothetischen Fall einer Änderung meiner Lebensweise mit ein.

  151. Ich finde Mädel ja auch keinen besonders schönen Begriff für eine junge erwachsene Frau. Der Begriff stammt ja wohl aus dem 14. Jhd. Allerdings sagt mir mein ziemlich sensibles Sprachempfinden nicht sofort ‘Nazi-Sprech’. Da muss was passiert sein. (LTI habe ich gelesen)

  152. Warren G. Harding

    @Dietrich: Das ist aber nett, dass endlich jemand kommt und uns allen erklärt, wie wir uns zu verhalten, zu fühlen und was wir zu denken haben.

    Mansplaining in Reinform.

    Und damit du nicht wieder die Wikipedia benutzen musst, gebe ich dir den passenden Link gleich mit: http://nancyfriedman.typepad.com/away_with_words/2010/09/word-of-the-week-mansplain.html

  153. Warren G. Harding

    @heike

    “Bei “Mädel” weiß auch kaum noch jemand, dass es von den Nazis okkupiert wurde”: http://www.sueddeutsche.de/kultur/nazi-worte-im-sprachgebrauch-maedel-verpflichtet-1.573966

    Aber Unwissenheit macht es nicht besser. Was die Nazis vergiftet haben, darf nicht reingewaschen werden! Egal woher das Wort stammt, egal wie harmlos es aussehen mag.

  154. However, some lighter-skinned people who do not identify as white, as well as lighter-skinned people who may be of mixed race, feel alienated by the term, feeling that it places too much emphasis on the color of a person’s skin, and that skin color is not what determines race or even ethnicity or heritage.

    http://en.wikipedia.org/wiki/Person_of_color#Political_significance

  155. Malte, mal alles andere dahingestellt, der springende Punkt ist: Du machst Dich mit diesem Blogpost aus einer privilegierten Macker-Position heraus über die Auseinandersetzung lustig und verarschst Menschen, die sich um eine gendergerechte Sprache bemühen. Aus diesem Grund halte ich Dich jetzt für einen derart widerlichen Kotzbrocken von Privilegienpenis dass es kracht. Wenn Du was kritisieren willst, dann tu es inhaltlich und reflektiert statt mit dem polemischem Arschlochtum des Privilegierten.

  156. @Warren G. Harding

    Ähm, war nicht der Auslöser dieser interessanten Debatte die Vorschrift, was man beim Anblick einer bestimmten Lampe zu denken und wie man sich zu verhalten hat?

  157. @Warren G. Harding wir können das ja mal bei nem glas wein ausdiskutieren, immerhin sind sie ehemaliger präsident – da lohnt so ein treffen schon.

  158. @Malte:

    Ich wüsste nicht, was von Dir zu lernen wäre, außer, wie man mit aller Macht dominante Positionen verteidigt. Gesabbel über die RAF – in eine anderen Diskussion war es mal die ETA, das ist ja so etschreckend, weil auch US-Evangelikale Homosexualität selbst als Terrorismus behaupten, wo holt ihr das immer alle her? Ein bißchen Tea-Party gesüppelt? – ist ebenso überflüssig, wie auf “Die Sprache des Nationalsozialismus” zu verlinken als “Lernhimweis” unter einem Eintrag, der über eine schwarze und eine lesbische Frau her zieht, sich alle Mühe gibt, diese lächerlich zu machen und deren Perspektiven als irrelevant abzutun. Du kannst davon ausgehen, dass ich mich im Gegesatz zu Dir mit der Sprache des Nationalsozialismus von meinem 16. Lebensjahr an auseinader setzen MUSSTE, schon, weil ich damals im KZ gelandet wäre, wenn ich da schon gelebt hätte und mich hätte erwischen lassen. Was meine Emphatie für Noah und Nadine deutlich gesteigert hat, autobiographisch, dieses Bewusstsein.

    Eine, die Dir mit einem Zynismus und einer Vehemenz abgeht, dass es schon atemberaubend ist. Dass man dann noch von Heten über den Rosa Winkel belehrt wird, DAS ist diese unzumutbare Struktur.

    Schade ist, dass der Kommentar von @xaftershowx weiter oben gar nicht zur Kenntnis genommen wurde. Der war gut. Passt aber auch nicht ins Schema. Wahrscheinlich bricht jetzt eine Diskussion über die “schwulen Nazis” aus, auch so ein Klassiker für Mehrheitsgesellschaftler. Viel Spaß!

  159. Also hier in Soest sagen wir Mädel und das war schon immer so, deswegen sind das doch keine Nazis. Kommt mal wieder auf den Teppich, Feminismus heißt doch nicht, das jetzt alle sich streiten müssen nur weil ein Missgeschick passiert ist. Ihr Frauen regt euch immer gleich auf obwohl nichts passiert ist.

  160. “Dass man dann noch von Heten über den Rosa Winkel belehrt wird, DAS ist diese unzumutbare Struktur.”

    Was jetzt? Dürfen ‘Heten’ nichts über Geschichte lesen, um sich dann von kompetenten Wissensinhabern belehren zu lassen, sie seien so ignorant? Am besten in Blogbeiträgen, in denen ihnen dann Rassismus vorgeworfen wird, wie der unvorsichtigen Lesungs-Organisatorin. Unzumutbare Struktur ist, dass es den Rosa Winkel und die durch ihn hier symbolisch angesprochenen Gräuel gegeben hat, aber doch nicht, dass jemand unabhängig von seiner eigenen sexuellen Ausrichtung mit anderen unabhängig von deren sexuellen Ausrichtung darüber diskutiert.

  161. Was Dietrich sagt.

    Ich weiß bis jetzt auch immer noch nicht, wie “poc” ausgesprochen wird. “People / person of colour” ist mir geläufig, aber bei “pock” oder “pee-o-see” hätte ich auch ratlos gekuckt.

  162. LTI :Sprache des Nationalsozialismus, lateinisch Lingua Tertii Imperii für: „Sprache des Dritten Reiches“

    POC: people / person of color

    gern geschehen ;)

    und: danke Dietrich!

  163. An dieser Stelle möchte ich mich noch einmal für die traumhafte Satire bedanken, die hier zustande gekommen ist.

    Was haben wir heute also gelernt?
    - Die Kombination aus Räume nicht vorher checken und auf die Abkürzung POC nicht fachkundig zu reagieren macht einen zum Rassist_in.
    - Weiße Heten haben zu folgenden Thema kein Recht eine Meinung zu haben: Frauen, Rassismus und Homosexualität im Dritten Reich.
    - Der Definitionsmacht ist uneingeschränkt Folge zu leisten. Bei Infragestellen dieses Mechanismus’ gibt man sich Zweifelhaft als Rassist_in zu erkennen.
    - Noah Sow ist DIE Kompetenz in Sachen Rassismus. Anzweifeln dürfen Urteile diesbezüglich lediglich Menschen die noch mehr diskriminiert werden als Frau Sow.
    - Lesbische schwarze Frauen die nach gesellschaftlichen Kriterien hässlich sind und denen am Besten noch ein Bein fehlt sind Quasi die “King_innen of Definitionsmacht”. Das Wort ist da Gesetz. Nicht mal Judith Butler dürfte da was gegen sagen!
    - Man darf sich in diesem Internet auch nicht mehr über andere Menschen lustig machen. Es sei denn man entspricht der Person aus dem letzten Punkt. Kritisch wird es lediglich bei gleichen Anzahl von Diskriminierungen denen man ausgesetzt ist. Darf eine jüdische Lesbe einem schwarzen Schwulen in seine Befindlichkeiten reinreden? Da müsste das Anti-Diskriminierungs-Tribunal nochmal einen eindeutigen Beschluss veröffentlichen!
    - Polemik ist zu unterbinden und die Titanic ab morgen zu verbieten!

    Danke. Bitte macht weiter so!

  164. Warren G. Harding

    Wow! Wenn mensch mal überlegt, dass der Auslöser der Diskussion der unbedachte Rassismus des Fuldaer ASTA ist, dann ist es schon beeindruckend, wieviel unbedachter Rassismus, Faschismus, Sexismus und wieviel Homophobie hier in den Kommentaren mitspielt.

    Das Autonome FrauenLesbenReferat bei uns an der Universität würde euch mal richtig den Marsch blasen! Ein Heterosexueller eignet sich den homosexuell-emanzipatorischen Begriff Hete an und setzt ihn abwertend in Gänsefüßchen und keiner der hier Anwesenden hat ein Problem damit?

    Wenn ihr an so einer Stelle nicht merkt, dass was falsch läuft, dann ist es auch kein Wunder, dass ihr in der Rassismusdiskussion die Täterrolle nicht erkennt. Glückwunsch zu soviel angewandter Weißmannheit!

  165. @einwurf:

    Unzumutbar ist, dass eine Hete glaubt, mir erzählen zu müssen, was im Nationalsozialismus abging. Unzumutbar ist, wenn Weiße PoC darüber belehren, was Rassismus sei und was nicht.

    Ansonsten sollte sich auch jede Hete damit beschäftigen und diesbezügliches Wissen weiter geben, ja in der Tat. Das über die Nürnberger “Rassegesetze”, über Judenwitze – Gott, was waren die nur humorlos und verbiestert, die Juden damals, angesichts des “Stürmers”! Völlig verbiestert! -, über die Vorgeschichte der Shoah in den deutschen Kolonien, über Zwangsheteronormativität, über Mütterkreuze, über die Internierung von Lesben als “Asoziale”. Auch über die Fortsetzung dessen in den 50ern, das Fortbestehen des 175, das Recht des Mannes, die Ehe zu “vollziehen”, auch wenn es eine Vergewaltigung war, weil das sonst Scheidungsgrund war, darüber, wie Müttern Kinder weg genommen wurden, weil sie “Rassenschande” begangen hatten mit US-GIs, Schwarzen, die dann in den Süden der USA zurück kehrten, wo Segregation herrschte, darüber hat sogar der Bundestag diskutiert – immer her damit!

    Aber Links zur “Sprache Nationalsozialismus” jemandem gegenüber zu posten, der sich Diffamierungen von NPD-Seite bezüglich des “Schwulen-Kultes” ausgesetzt sieht, unter einem Beitrag, der sich über die Perspektive von PoC und feministisch orientierten, unter lesbisch verbuchten Frauen erhebt – nee, sorry, da kann der Herr auch gleich bei denen mit mischen, die regelmäßig das Mahnmal zur Verfolgung von Schwulen im 3. Reich mit zertrümmern und”Nazis” da drauf sprühen, wenn er der Ansicht ist, dass die, die einst Opfer des “3. Reiches” waren, nunmehr die Sprache der Täter adaptiert hätten, während sie PoC-Perspektiven unterstützen und feministische gleich mit. Ich schreib jetzt nicht, wer daran eine Freude hätte.

  166. Wenn ein Heterosexueller einem Homosexuellen etwas über die Sprache im Dritten Reich erzählt ist das, als würde er das Mahnmal zur Verfolgung Schwuler im Dritten Reich zerstören?

    Es ist für dich unzumutbar wenn jemand der seine Sexualität anders auslebt als du, dir etwas zum Thema Nationalsozialismus erzählt?

  167. Also worum ging es jetzt hier ?
    Das jemand sich nen Fehltritt geleistet hat und ausversehen ein klein wenig Rassistisch war ?

    Ach Leute es ist ja nicht so als hätten wir größere Probleme als sowas .

    Wenn jetzt bitte Godwin´s Law einspringen könnte die Nazivergleiche sind ja nun zu genüge vorhanden .

    Auch :

    Anstatt das die Herren_innen und Damen_innen sich hier in den Kommentaren streiten könnten Sie sich auch einfach mal gepflegt auf die Fresse hauen das macht genausoviel Sinn wie eine Diskussion über Rassismus oder Feminismus oder Diskutismuss wenn nicht alle auch das selbe Recht haben Recht zu haben .

  168. @mettskillz:

    Im Kontext dieser Diskussion ja, wo es ja um nichts anderes geht, als die Perspektive weißer, heterosexueller Männer als die hegemoniale auszuweisen und deren Privilegien zu sichern. Zum Glück opponieren hier gerade sehr viele.

    Das “3. Reich” hat darüber hinaus auch noch den Kapitalismus gesichert, ja. Mittels Weltkrieg und Shoah. Wie der Kolonialismus zuvor half, den Kapitalismus zu etablieren und dann zu forcieren und zu sichern. Sieht man ja an der Lampe, wie man das gemacht hat.

    Ansonsten bestreite ich Dir aber nicht, dass das “3. Reich” sich den Expertisen weißer, heterosexueller, nicht-jüdischer Männer verdankte. Ein Wissen, das auf Erfahrungen in der Kolonialgeschichte zurück greifen konnte. Insofern hast Du vielleicht recht, dass ihr da die Experten seid. Und wisst, wie man so was macht.

    PS: Bevor jemand mit “Godwins Law” kommt: Es war Malte, der das Thema “Nazis” bereits im Eintrag eröffnete und dann durch Setzen eines Links.

  169. “Unzumutbar ist, dass eine Hete glaubt, mir erzählen zu müssen, was im Nationalsozialismus abging. ”

    So ein Blödsinn. Sexuelle Ausrichtung hat nichts damit zu tun, wieviel man über den Nationalsozialismus weiß. Du wirst dich daran gewöhnen müssen, dass auch Heterosexuelle* dir etwas über Dinge erzählen, über die sie Fachwissen angesammelt haben. Sonst lebst du bald mit einem sehr beschränkten geistigen Horizont.

    *Fragst du deine Gesprächspartner vor jeder Information, die sie dir geben, welche Sexpraktiken sie bevorzugen?

  170. Und ich habe den Begriff in einfache Anführungszeichen gesetzt, das ist noch schlimmer als Anführungzeichen. ;)

  171. Es ist doch folgendermaßen:
    Jede Bewegung hat ihre vernünftigen Fürsprecher, aber es gibt dann eben auch immer ein paar Hooligans. Das ist beim Fussball so, beim Islam, bei den Piraten und das ist beim Feminismus ganz genau so.
    Ich z.B. finde Antje Schrupp super. Aber so ne Posse kann man doch nicht verteidigen. Da geht es doch schon lange nicht mehr um die Sache, da geht es um die pure Kampfeslust.
    Wer mir jetzt vorwirft, dass ich den Sachverhalt vereinfache, dem kann ich nur sagen, dass ich die Abkürzung zur Wahrheit nehme.
    Man kann für eine Sache einstehen, aber man kann sie auch in den Dreck ziehen, wenn es nur ein Ventil ist für den eigenen Aggressionsstau.

  172. [...] druff 30. Oktober 2011 Christian SoederLiebe Leute, die ich mehrheitlich eigentlich schätze: ist das euer Ernst, gefühlte 1000 Kommentare ins Internet zu stellen, weil [...]

  173. Warren G. Harding

    Klasse, Martin. Wer sich gegen Sexismus einsetzt, der ist ein Hooligan. Und zum Aggressionsstau: Komm, wirf noch “Untervögelung” in den Raum und du hast das Bullshit-Bingo vollgemacht.

    Ist echt erschreckend, was für erzreaktionäre Sexisten glauben gute Menschen zu sein, sobald sie sich den Deckmantel des Antirassismus überwerfen.

  174. @einwurf:

    Ich bin gewöhnt daran, dass Heten mir erzählen, woran ich mich gewöhnen muss. Dafür sorgt ihr eh, alltäglich. Notfalls mit Gewalt.

  175. Möchte noch jemand etwas Popcorn? :,D

  176. “Insofern hast Du vielleicht recht, dass ihr da die Experten seid. Und wisst, wie man so was macht.”

    Nein.

    “Dafür sorgt ihr eh, alltäglich. Notfalls mit Gewalt.”

    Nein.

  177. @Warren G. Harding:
    Ich hatte jetzt auch nicht Dich gemeint, sondern eher Frau Lantzsch. Ach, mich nervts auch gehässig zu sein und Untervögelung kann ich anderen nun nicht vorhalten.
    Es geht mir um Aufrichtigkeit in der Sache. Und die vermisse ich eben oft.
    Wenn sich Menschem mit Verve und Leidenschaft einer Sache widmen, finde ich das fast immer gut.
    Hier scheints mir doch eher so, dass Dummheiten anderer in erlittenes Unrecht umgedeutet und aufgesogen werden um sich letzendlich dann beschweren zu können. Das ist doch Kinderkram.
    Ich nehme für mich in Anspruch sehr sensibel zu reagieren, wenn ich merke, dass sich jemand unwohl fühlt und ich versuche dann zu helfen.
    Vielleicht kann ich auch mit der ganzen politischen Sphäre nichts anfangen, vielleicht geht mir das ab.
    Aber ich erkenne die Menschen, die eine Hand reichen, wenn jemand am Boden liegt und ich erkenne die Menschen, die zutreten wenn jemand am Boden liegt. Tendenziell würde ich Lantzsch und Noah Sow zu zweiteren Gruppe zählen.

  178. Der RCDS stimmt immer geschlossen ab.

  179. Ich kann niemanden ernstnehmen, der das Gendergap benutzt.

    Ich kann niemanden ernstnehmen, der Worte wie “Weißmannheit”, PoC oder Mansplaining benutzt.

    Ich kann niemanden ernstnehmen, der einem autonomen FrauenLesbenReferat angehört.

    Ich kann es nicht – sorry, geht nicht!

  180. “Ich kann niemanden ernstnehmen, der das Gendergap benutzt.

    Ich kann niemanden ernstnehmen, der Worte wie “Weißmannheit”, PoC oder Mansplaining benutzt.

    Ich kann es nicht – sorry, geht nicht!”

    Word !

  181. Die Kunst in einer Diskussion ist nicht, immer Recht zu haben, sondern möglichst oft Recht zu bekommen, liebe Leute.

  182. mühsamer Erich

    Die hier versammelten und sich auf Kosten von Marginalisierten auskotzenden mehrheitsgesellschaftlichen typischliberalen Rassist_innen hier denken vermutlich, dasß die vom ASTA angebotene sofortige Entfernung der rassistischen Lampe ausreichend gewesen wäre, hähh, was??! Ihr wollt ja so gerne über Frau Sow und ihre Gefühle entscheiden, weil sie euch den rassistischen Spiegel vorhält.

    Ihr elenden privilegiennutzenden Selbstopferisierer, ihr sadistischen Herrenwitzler, die ihr noch nicht einmal den von Kolonialterror ausgelösten Schmerz von rassistisch Marginalisierten zu akzeptieren bereit seit! Ihr könnte weder Begriffe, noch Kategorien der PoC-gestützten AntiRa-Arbeit sauber unterscheiden, kennt keine Basics wie z.B. die einschlägigen Bücher von Noah Sow! Da ist es doch absolut kein Wunder, dass ihr übergriffig und furchtbar gewaltsam sogar noch gegen die elementarsten PoC-Regeln verstösßt! Mit strukturerhaltenden Rassist_innen wie euch überhaupt nur zu reden, das würde bedeuten, die rassistischen Strukturen dieser Gesellschaft widerstandslos zu replizieren. Dass die Autorin Noah Sow nun genau darauf keine Lust hat, ist nicht nur völlig nachvollziehbar, sondern mehr noch, genau das stellt das von Julia Seeliger herbei gesehnte Role Model dar, nämlich, wie man euch und anderem rassistischen Dreck bitteschön umgehen sollte. Der bloße Umstand, dass die ASTA-Rassist_innen jetzt für einen nicht gehaltenen Vortrag zahlen müssen, wird diesen üblen und völlig uninformierten Fremdschämmaximierern, welche sich AntiRa-Arbeit als locker unterhaltsames Konsumgut vorgestellt haben und den safe place-Gedanken mit gewaltsamen Kolonialschmuck verhöhnten, eine nachhaltige Lehre sein! Das larmoyante reaktionär-stammtischartige Gelaber von Malte Welding und die willige mehrheitsgesellschaftliche, pseudoemanzipierte Vollstreckerin Julia Seeliger schlagen dem Fass den Boden endgültig aus. Nicht einmal die fachliche Kompetenz der mehrfachen Buchautorin Noah Sow sind sie bereit anzuerkennen. Ihr jammert über eure Entblößung als tätige Rasisst_innen?

    Aufgabe von PoC ist es nicht, den Unterdrückern die Händchen zu halten oder uns von euch belehren zu lassen. Kein Pardon für weiße, privilegierte, mehrheitsgesellschaftliche, opferverhöhnende, prokapitalistische, konsumistische, heteronormative, dreckige Rassist_innen und ihre Supremacy reproduzierenden Praxen! Nirgendwo! Eure Probleme sind nicht unsere Probleme! Seht doch selbst, ihr Vertreter einer heteronormativ-weißen Rassist_innen-Haltung, wie ihr klar kommt!!!

    Das Problem von PoC ist nicht zuviel Radikalismus, sondern einzig, zynischsatten-hegemonialperspektivischen Mehrheitsgesellschaftlern wie euch und euren unbedarften, niveaulosen, geschmacklosen Gesabbel irgendeine Legitimität einzuräumen!!!

  183. Geht ein Mann zum Arzt.

    Mann: Frau Doktor ich habe Bauchschmerzen. So rechts unten. Außerdem ist mir öfter schlecht und ich musste mich auch schon übergeben.
    Frau Doktor: Machen Sie sich keine Sorgen, wir schauen uns das mal an. Machen wir mal eine Sonografie.

    Während der Untersuchung Smalltalk:

    Mann: Ist ja toll, was man heutzutage alles sehen kann mit so einem Ultraschall, ich hab mich schon immer für Anatomie interessiert, wollte sogar mal Medzin studieren.

    Dann die Diagnose:

    Frau Doktor: Ich fürchte sie haben eine akute Appendizitis. Wir werden wohl eine Laparotomie machen müssen und den Appendix vermiformis entfernen.

    Mann: Äh, das verstehe ich nicht, was heißt das?

    Frau Doktor: Wie? Sie kommen hier her, wollen von mir behandelt werden, erzählen mir von ihrem Interesse an Anatomie und Medizin und verstehen nicht mal die ersten zwei Sätze?
    Ich werde sie nicht behandeln! Suchen sie sich einen anderen Arzt oder wälzen sie erstmal den Pschyrembel.
    So eine Frechheit!

    Never attribute to malice that which is adequately explained by stupidity.
    (Hanlon’s razor)

    Man kann es sich natürlich auch leicht machen und Dummheit mit der böswilligen Weigerung zu lernen gleichsetzen. Dann erübrigt sich auch jede Diskussion im Sinne eines Austausches von Gedanken, der zumindest theoretisch in der Lage ist neue Sichtweisen oder Standpunkte hervorzubringen.

  184. Warren G. Harding

    Um diese Diskussion mal wieder zurück zu der Ernsthaftigkeit zu bringen, die sie auf den ersten paar Seiten hatte: Noah Sow ist hier das Opfer. Und sie hat in ihrem Buch erklärt, welche Folgen diese Form von Gewalt auf PoC hat. Und sie hat es in Vorträgen erklärt. Und in Gesprächen. Und in mehr Gesprächen.

    Es ist völlig verständlich, dass sie das irgendwann nicht mehr möchte, wenn sie sich regelmäßig rassistischer Gewalt ausgesetzt sieht. Ihr vorzuwerfen, dass sie den Tätern nicht auch noch erklärt, warum sie Täter sind, verdreht die Rollen auf ziemlich infame Weise.

    Können wir uns wenigstens darauf einigen?

  185. @Malte – ich wollte noch was zu deinem Vorwurf, ich wäre “autoritätshörig” sagen (gestern Abend hatte ich keine Zeit mehr).
    Das ist natürlich totaler Quatsch. Autoritätshörig ist, wenn man von außen vorgegebenen Autoritäten nachplappert (Lehrer, Leitmedien, Alphablogger etc.), weil man die damit verbundenen HIerarchien akzeptiert. Wenn ich aber bestimmten Menschen, die mir in einem Thema etwas voraus haben (wie Noah Sow mir in Bezug auf Antirassismus), Autorität zuspreche, dann ist das genau der Hebel, mit dem ich diese Art von Hörigkeit vermeide.
    Beispiel: Ich war als Jugendliche nicht einverstanden mit der Art und Weise, wie gesellschaftlich über Frauen (also mich) gesprochen wurde. Aber dann lernte ich feministische Texte kennen, die das Frausein anders interpretierten, auf eine Weise, die mich etwas verstehen ließen. Diese Denkerinnen nahm ich mir dann zum Maßstab, und nur das ermöglichte es, dass ich dem Mainstreamdenken die Autorität absprechen konnte. Kein Mensch kann nämlich auf alles von alleine kommen, wir sind auf andere, die uns etwas voraus haben, angewiesen. Der Trick besteht darin, sich dabei nicht auf vorgegebene Autoritäten zu beziehen, sondern auf die, die man sich selbst wählt.
    Das bedeutet nicht Kritiklosigkeit – Autorität, die nicht auf Macht basiert, zeigt sich zwar gerade darin, dass jemand etwas Anderes sagt, als das, worauf ich schon von allein gekommen wäre. Sie beinhaltet also durchaus auch Konflikte. Aber der Maßstab kann nicht sein, dass die Anderen das sagen, was ich selbst unmittelbar plausibel finde. Es muss auf meiner Seite ein Interesse da sein, etwas hinzuzulernen.
    Es ist diese Art der Offenheit für andere, die mir etwas voraus haben, ist notwendig , um im eigenen Denken voranzukommen. Man muss dabei sich selbst und die unmittelbaren eigenen Intuitionen zurück nehmen können, denn jeder Mensch hat für sich selbst immer nur eine partikulare Sichtweise. Ich als weiße Deutsche kann zum Beispiel schlicht und einfach bestimmte Einsichten über Rassismus nicht haben, das liegt in der Natur der Sache. Und wenn ich etwas darüber lernen möchte, dann geht das nur, wenn ich mich für das interessiere, was andere (mit mehr Erfahrung) darüber sagen. Und zwar gerade auch dann, wenn das für mich zunächst einmal kontraintuitiv und unverständlich ist.
    Andersrum habe ich gelernt, dass das, was man selbst sagt, auch nur von Menschen aufgenommen wird, die einen entsprechenden Wunsch haben, etwas dazuzulernen und nicht nur ihre eigenen Gewissheiten verteidigen möchten.
    Wer etwas zu irgend einem Thema dazu lernen will, lässt sich übrigens auch nicht von ungewohnten Begriffen abschrecken. Wer hingegen nichts dazu lernen will, kann sich natürlich darauf rausreden, dass die anderen sich gefälligst erst einmal so ausdrücken, dass es in den eigenen kleinen Kosmos reinpasst.
    Aber genau so schmort man halt immer weiter im eigenen Saft.

  186. mühsamer Erich

    @ Silentjay

    Es wäre gut, wenn ein weißer heteronormativer Mann wie du sich an die Verhaltensoption im eigenen Nickname gehalten hätte, an Stelle des von dir betriebenen gewaltsamen, mehrheitsgesellschaftliche Dominanz unterstützenden Herumwitzelns über diejenigen, die unter Heterosexismus und Rassismus zu leiden haben.

    Dann erübrigt sich auch jede Diskussion im Sinne eines Austausches von Gedanken, der zumindest theoretisch in der Lage ist neue Sichtweisen oder Standpunkte hervorzubringen.

    Genau so ist es! Exakt. Für die von euch Marginalisierten erübrigt es sich, und zwar in jeglicher Hinsicht, sich von euch belehren zu lassen. Die Erlernung neuer Sichtweise und Standpunkte ist EURE Aufgabe, angefangen mit der Zurkentnisnahme von PoC-Basics.

    Okay? Jetzt begriffen??

  187. @Antje Schrupp

    “Wer hingegen nichts dazu lernen will, kann sich natürlich darauf rausreden, dass die anderen sich gefälligst erst einmal so ausdrücken, dass es in den eigenen kleinen Kosmos reinpasst.”

    Das lustige, nein, traurige an der gesamten Diskussion ist, dass von euch Vorwürfe kommen, die genau so auch auf euch zutreffen.
    Ihr möchtet, dass man gefälligst irgendwelche Begriffe kennt. Und dass man von unbedarften, bzw. unwissenden Menschen in bezug auf das eigene Verhalten, oder die Kommunikation auch noch etwas lernen kann haltet ihr für total abwegig.

  188. Es ist natürlich ein ganz feiner Trick. Zu einem bestimmten Thema entwickle ich eine Theorie und verschiedene Fachbegriffe. Dann sage ich selber, dass diese Theorie die einzig relevante Theorie in diesem Themengebiet ist. In einer Diskussion über dieses Themengebiet setze ich nicht nur voraus, dass mein Gegenüber diese Theorie kennt sondern auch, dass er dieses Theorie ebenfalls als allein relevant anerkennt.
    Tut er das nicht, oder kennt er die der Theorie eigenen Fachbegriffe nicht werte ich ihn ab und verweigere die Diskussion. Das ist praktisch und macht jede Diskussion zum “Heimspiel”.
    Letztenendes macht es die ganze Sache aber zur Inzest-Diskussion wie man es in entsprechenden Blogs immer wieder lesen kann. Bedient sich jemand nicht dem als Leittheorie entsprechenden Vokabular oder vertritt jemand gar eine andere Theorie, so wird die Diskussion gar nicht erst geführt. Man diskutiert lediglich untereinander, was vielleicht auch die von Malte angesprochene Radikalisierung befördert.
    Es dringen keine Gedanken mehr von außen ein, man verweigert sich anderen Ansichten sondern bleibt nur unter sich. Dass in einem solchen Kontext keine wirkliche Meinungsbildung mehr entstehen kann sollte klar sein.

  189. Warren G. Harding

    @heinrich: “Das lustige, nein, traurige an der gesamten Diskussion ist, dass von euch Vorwürfe kommen, die genau so auch auf euch zutreffen.”

    http://en.wikipedia.org/wiki/Victim_blaming

    @mettskillz: “Es ist natürlich ein ganz feiner Trick. Zu einem bestimmten Thema entwickle ich eine Theorie und verschiedene Fachbegriffe.”

    Das hat doch nichts mit Tricks zu tun. Du kannst dir nicht vorstellen, warum in einer Diskussion mit einer seit Jahrhunderte diskriminierten Gruppe diese bestimmte negativ geladene Begriffe von vornherein ausschließt und ein gewisses Selbstbestimmungsrecht über die Eigenbezeichnung fordert?

    Ich mach’s dir mal ganz deutlich: Muss ein Homosexueller in einer Debatte jedes Mal den Vernagelten erklären, warum er von ihnen nicht “Schwuchtel” genannt werden will? Ist es schon ein “Ausschließen”, dass man nicht mit Leuten redet, die “Neger” und “Mohr” in einer PoC-Diskussion verwenden und dann erwarten, dass man ihnen erklärt, warum das scheiße ist, statt sich selbst zu bilden?

  190. @Heinrich @mettskillz – Ich weiß nicht, von wem Ihr da redet, von mir nicht. Ich verlange auch von niemandem irgendetwas. Ich habe nur versucht, zu erklären, womit ich gute Erfahrungen gemacht habe, vielleicht interessiert es ja jemanden. Euch interessiert es halt nicht, daran kann ich nichts ändern.

  191. @mühseeliger Erich

    Sehr schön. Danke. Ich sammle solche “Wie ignoriere ich jeden Versuch der Erklärung und zimmere eine Beleidigung daraus”-Beispiele nämlich.

    Wäre ich ein weißer heteronormativer Mann, der Witze reißt über rassistisch-heterosexistisch maginalisierte Menschen, würde es mir an dem von dir unterstellten Privilegienpenis vorbei gehen, was hier abgeht.

    Oder ist hier irgendwas, was solche Menschen zwingt sich damit auseinander zu setzen?

    Und das man als interessierte Laie bei dem Thema sowieso sofort eins auf die Fresse bekommt, tut ein übriges.

    Nein nein, ich bin absolut dafür, das sich hier niemand zurück nimmt, weiß, priviligiert und männlich wird es schon abkönnen.

    Wir sind ja alle so weit, wenn wir eins in die Fresse bekommen, dann werden wir sofort nachdenklich und überlegen, was wir falsch gemacht haben.

    Ach fuck schon wieder Zeit verschwendet, geh ich mal bügeln.

  192. mühsamer Erich

    Der heteronormative, sich selbst opferisierende Mettskillz leidet unter der, zugegeben nur rein theoretischen, Möglichkeit, dasß er beim Thema Rassismus etwas dazu lernen könnte und kommt zur Abwehr stattdessen mit “Inzest” um die Ecke. Noch was??! Kommt im Anschluss gleich auch “abartig”, “hysterisch”, “unnatürlich”, “pathologisch”, “krankhaft” und “unmenschlich” von dir?

    Die kennen wir schon, diese beliebten Abwertungstricks der Mehrheitskulturnormierer. Hätte es auch nur einen Beweises bedurft, um die Unsinnig keit einer Diskussion mit euch zu zeigen, deiner wäre besonders gelungen gewesen.

  193. Gähn. Nachdem das ganze hier mit der Beschreibung “zweifelhafter Typ” noch ganz entspannt losging, wurden mir mittlerweile in meiner Hautfarbe begründete detaillierte Kenntnisse in der Planung eines Genozids vorgeworfen sowie von dir jetzt, dass ich (was auch immer) etwas als unnatürlich und krankhaft bezeichne. Interessant. Dass du eine Metapher nicht als solche erkennen kannst oder willst ist vermutlich auch die Schuld von meinen (herrschenden) Artgenossen.

    Jedenfalls gehte s ja genau darum nicht: ich halte mich für Unfehlbar im Thema Rassismus. Aber andersrum wird ein Schuh draus. Ich bin nicht derjenige, der hier eine anzuerkennende Meinung predigt.

    Der ständige Verweis auf meine Sexualität sowie Hautfarbe und angeblichen Status in der Gesellschaft ist übrigens ermüdend.

  194. @mühsamer Erich: Also hältst du Schuldzuweisungen und erhobene Zeigefinger für einen probaten Weg die Gesellschaft zu verändern? Wie viele Menschen ausserhalb deiner Infoblase kennst du denn so?

  195. @mettskillz

    Im Allgemeinen:
    Was du beschreibst ist im Grunde der (mehr oder weniger) übliche Wissenschaftsbetrieb. Es existiert eine vorherrschende Lehrmeinung gestützt auf ein Konstrukt bestehend aus Thesen, Fachbegriffen, Argumenten und so weiter. Eine Kritik dieser Lehrmeinung setzt dabei eine Beschäftigung mit dieser voraus. Kommt nun jemand und kritisiert diese Lehrmeinung und dabei wird deutlich, dass er/sie grundlegende Elemente nicht verstanden hat/nicht kennt (etwa aus Unwille oder Desinteresse), führt dies unweigerlich dazu, dass die betreffende Person nicht ernst genommen und somit vom Betrieb ausgeschlossen wird. Wer ein Konstrukt kritisieren möchte, sollte also ebenfalls die Bereitschaft mitbringen dieses Konstrukt zuerst einmal zu verstehen. Warum sollte es dann die Aufgabe der VertreterInnen einer vorherrschenden Lehrmeinung sein, einerseits auf den dünnen Grundlagen des/der Gegenüber zu diskutieren und zum anderen ihn/sie auch noch über die Lehrmeinung aufzuklären? So funktioniert das einfach nicht.

    Im Speziellen:
    Problematisch an dieser Stelle ist, dass die Gegenargumente die hier kommen genau das sind, was von Lantzschi, Antje Schrupp, momorulez, dem Gurkenkaiser und so weiter kritisiert wird (die Angesprochenen mögen mir widersprechen, wenn ich sie falsch wiedergebe). Nämlich unreflektierte Privilegienpimmelei von Leuten, die sich dann wundern und vor allem beschweren, dass sie ausgeschlossen werden. Eine (zumindest ansatzweise) erschöpfende Auseinandersetzung mit von den genannten Personen vertretenden Konzepten würde dafür sorgen, dass hier wirkliche Gegenargumente kommen würden und nicht nur auf Halbwissen basierendes und durch Emotionen ob des Angriffs auf die eigenen Privilegien verwässertes rumgemaule.

  196. Es macht wenig Sinn eine Diskussion zu führen wenn man in erster Linie als priviligierter Pimmel wahrgenommen wird :) Aber trotzdem Danke für die Erklärung.

  197. Wer sich im Ernst von einer Lampe Gewalt angetan sieht, hat doch eigentlich ganz andere Probleme als Rassismus.

    Das einzige in dieser ganzen Geschichte zu beklagende Opfer ist die Vernunft.

  198. “Warum sollte es dann die Aufgabe der VertreterInnen einer vorherrschenden Lehrmeinung sein, einerseits auf den dünnen Grundlagen des/der Gegenüber zu diskutieren und zum anderen ihn/sie auch noch über die Lehrmeinung aufzuklären? So funktioniert das einfach nicht.”

    Ich werde Noah Sows persönliche Entscheidung, die Veranstaltung zu verlassen, sicher nicht kritisieren, da es stimmt: Wo für sie Rassismus anfängt und endet, bestimmt ganz alleine sie. (“Wie großzügig vom heteronormativen usw.” – mühsamer erich)

    Aber um deine Frage, warum es ihre Aufgabe ist, aufzuklären, zu beantworten: Sie hat sie sich ausgesucht. Sie schreibt Bücher, um aufzuklären, sie lässt sich zu Veranstaltungen einladen, sie definiert sich als Aufklärerin zum Thema Rassismus. Wenn sie nur mit Leuten reden möchte, die schon alles wissen, also im Wissenschaftsbetrieb bleiben möchte, sollte sie das vielleicht besser kommunizieren.

  199. mühsamer Erich

    Es geht doch um unreflektierte Privilegienpimmelei. Du zielst auf die Abwehr einer Auseinandersetzung mit dem eigenen, mehrheitsgesellschaftlichen Rassismus. Das ist es, was hier in aller Klarheit Privilegienpimmelei genannt wurde.

    Über deine Abwehr von Reflektion und über die eigene Rolle im mehrheitsgesellschaftlichen Diskurs dabei nachzudenken, “macht wenig Sinn” für dich?

    War ja klar.

  200. @mettskillz
    der punkt ist, zuerst schreibst du und nachdem ich gelesen habe was, komme ich zu dem schluß, dass privilegienpimmel ein passender – mir bis dato zwar unbekannter – begriff für dich ist.
    am beispiel n-wort erkläre ich es dir mal:
    was ist lustig dran, wörter zu verwenden, die andere verletzen? wieso ist die reaktion von malte und vielen anderen hier nicht mal betretenes schweigen darüber, dass sich da ein mensch verletzt fühlt? statt dessen wird das ins lächerliche gezogen, was, ich soll jetzt n-wort sagen und das wort nicht mehr aussprechen? ich sags aber, einmal, zweimal, dreimal, ich kanns sogar fünfmal sagen! weil ich denks ja eh aus, wenn ich vom n-wort spreche… ja genau. ihr denkt nur an euch und von euch aus, wie es euch geht, wie ihr euch fühlt usw. es geht aber nicht um euch. der gedanke, dass es kein wort gibt, dass euch so verletzt wie das n-wort poc verletzt, weil ihr in eurem leben nie die erfahrung gemacht habt von rassismus betroffen gewesen zu sein, kommt euch nicht. statt dessen fühlt ihr euch angegriffen, weil ihr habt ja auch probleme. das eure probleme alle anderen auch haben, auf die idee kommt ihr nicht. es ist so, alle deine probleme haben andere auch, nur bei anderen kommen dann noch zusätzliche sachen dazu. wenn ein mensch durch das aussprechen eines wortes verletzt wird, geht es nicht darum, dass du dir das wort trotzdem denkst, wenn du n-wort sagt, sondern darum, dass der andere es nicht hören muss und sieht, dass du begriffen hast, warum dieses wort für ihn eine verletzung ist und dass du bereit bist, rücksicht auf ihn zu nehmen, es nicht zu verwenden, um ihn nicht zu verletzen. du musst dich fragen, warum du es lustig findest, wörter zu verwenden, die andere verletzen, warum du nicht mal ruhig bist, sondern deine reaktion ist, dagegen zu sein, dass die sich von dem wort verletzt fühlen, sie ins lächerliche zu ziehen und ihnen zu erklären, dass das doof ist und dann erwarten, dass sie weiter mit dir argumentieren, nach deinen regeln spielen und dir bitte erklären sollen, warum du dieses wort nicht aussprechen sollst und sobald sie das tun dann anfängst, deine befindlichkeiten über ihre zu stellen, wenn dich das n-wort verletzt, fühl ich mich durch den privilegienpimmel verletzt. das ist eine abwehrhaltung. jemand, der verstehen will, der an austausch interessiert ist, der verständigung will, antje schrupp würde schreiben, interesse hat, der verhält sich anders. und du wehrst nicht nur ab, du versuchst anderen deins aufzudrücken, du willst das ganze dominieren, die anderen sollen nach deinen regeln mit dir umgehen, sollen sich von dir beleidigen und verletzen lassen, dir aufmerksamkeit geben, ihre zeit mit dir verbringen. du musst lernen, dass du, wenn du einen menschen verletzt, dieser mensch nicht mehr die energie dafür hat, sich mit dir auseinanderzusetzen, irgendwann verstummt man, und manche haben gelernt, dass so lange jemand in diesem beißreflexverhalten steckt, es auch nichts bringt, da sie am ende immer unterlegen werden, weil sie keine kraft mehr haben werden gegen die vielen verletzungen, die von dir ausgehen, anzuschreiben.
    deshalb sind blogs, auf denen so moderiert wird, dass du dein dominanzverhalten nicht ausleben kannst und denen raum geboten wird, die sonst von dir zum schweigen gebracht werden, so wichtig, wo eben nicht gilt, dass das n-wort wieder und wieder geschrieben wird, wieder und wieder jedem daher gelaufenen privilegienpimmel erklärt werden muss, warum das menschen verletzt, warum man sich nicht darüber lustig machen soll, sondern diesen privilegienpimmeln gesagt wird: die infos gibt es, du musst sie lesen. wer den willen dazu hat, kann das verstehen. dir fehlt der wille.

  201. Nehm es mir nicht übel. Aber ich konnte es nicht lesen. Ab und an ein Absatz macht die Sache leichter. Im übrigen mache ich mich nicht darüber lustig, dass sich jemand verletzt gefühlt hat. Wäre nett wenn du derartige Vorwürfe gleich mit einem kurzen Verweis belegen würdest.

  202. Wo kann man die Lampe denn jetzt kaufen, ich hätte die gern! :D

  203. @mettskillz
    und wieder. dagegen. “so wie du schreibst, nehme ich das nicht an, du musst anders schreiben, so wie ich das will.” dominanzverhalten. mit jedem kommentar bestätigst du, was dir vorgeworfen wird.

  204. Hey Malte,

    Sie sind doch autor. Ich dachte immer sprachliche präzision wäre da von vorteil.
    Objektiv betrachtet führt das gendergap diese präzision in die deutsche sprache ein.
    Und platz-ökonomischer ist es auch.

    Verschließen Sie sich nicht den Möglichkeiten.

    rohe grüße
    steak_tartar

  205. Ja. Genau. Dominanzverhalten. Irgendwann ist auch gut, oder? Hätte er den Text in Spanisch geschrieben hätte ich auch darum gebeten auf Deutsch zu wechseln. Und wäre konsequent auf Leerzeichen verzichtet worden hätte ich mich auch verweigert. Ich glaube die Definitionsmacht bezüglich dem was ich für zumutbar halte liegt bei mir, oder?
    Hier kann – und das ist ja das schöne – jeder schreiben wie ihm die Finger gewachsen sind. Und jeder entscheiden was er lesen möchte und was nicht. Und es gibt keinerlei Konsequenzen wenn jemand etwas schreibt wie er es schreibt oder jemand etwas liest oder es sein lässt.
    Und ich hab gerade keine Lust mir einen ellenlangen Kommentar durchzulesen bei dem völlig auf Leserlichkeit verzichtet wurde. Das hat nichts mit Dominanz sondern mit Bequemlichkeit zu tun. Und jetzt kann sich mein Gegenüber entscheiden ob er dem folgt oder ob er es sein lässt.

  206. Warren G. Harding

    Eine ganz andere Frage: Welche Konsequenzen hat das eigentlich für das erwähnte Cafe? Das scheint ja ein Universitätsprojekt zu sein.

    Da wird also auf Steuergelder öffentlicher Rassismus praktiziert und eine No-Go-Area für PoC geschaffen. Wäre vielleicht an ASTA und Studentenschaft da mal einen Bewusstseinswandel herbeizuführen!

  207. genau mettskilz, weil du kannst dir das leisten, du bist nämlich nicht den ganzen tag mit rassismus konfrontiert, du kannst einfach gehen und es dir bequem machen, poc können das nicht, sie gehen auf eine antirassismus-veranstaltung und – bumm! sind sie dann verletzt, kommen leute wie du. hahahaha. hab dich doch nicht so. ich finde, das soll dich nicht verletzen. und wie ich dich bezeichne, bestimme auch ich. und wie du mit mir reden sollst auch. und ärmer als du bin ich auch.
    das verdrehst du dann auch noch, du tust so, als ob deine situation und die von poc vergleichbar wäre und dein gehen das gleiche wäre, wie wenn poc sich wegdrehen und gehen, weil du nicht sehen magst, das poc alle probleme haben, die du auch hast, nur noch ein großes zusätzlich, rassismus, das du nicht hast und das passt dir nicht, denn du möchtest ja, das sich alles um dich dreht und du bist sowieso der ärmste von allen. ein langer text erscheint dir unzumutbar, aber das hier youtube-videos verlinkt werden und dauernd darüber gelacht wird, dass das n-wort nicht ausgesprochen werden soll und es “lustig” trotzig x-mal ausgesprochen wird, das sollen alle aushalten, weils dir ja nicht schlimm vorkommt, denn dich betrifft es ja nicht un du kannst ja gehen. es ist viel schlimmer, dass es nichts gibt, was du erlebt hast, was genau so schlimm ist, wie die erfahrungen, die poc machen müssen. ganz doof, für privilegienpimmel.

  208. Auch an dieser Stelle noch einmal: mir wurde unterstellt ich würde darüber lachen wenn sich jemand diskriminiert wird. Bin ich jetzt ein Privilegienpimmel weil ich diese (falsche) Aussage gerne belegt hätte?

    Dann behauptest du ich würde meine Situation mit der Situation von PoC vergleichen. Auch hier bitte: könntest du kurz zitieren wo ich das mache.

    Weiter stellst du die Behauptung auf ich würde nicht sehen, dass PoC Rassismus ausgesetzt sind. Könntest du das bitte anhand eines kurzen Zitates belegen.

    Und was ich in meinem Leben erlebt habe und was ich ausgesetzt bin weißt du überhaupt nicht, oder kennen wir uns persönlich?

  209. mettskillz
    in jedem kommentar. soll ich alle rein kopieren? lies dir doch mal selber nochmal durch, was du so postest.

  210. Nadine Lantzsch ist gegenüber Bisexuellen auch etwas fragwürdig eingestellt – vgl. entsprechenden Podcast mit Deef Pirmasens: http://www.podcast.de/episode/1569737/Lantzschi_%26_Deef_reden_über_Queerness_-_1_von_4

  211. Nein. Ich würde mich nur freuen wenn du die drei gestellten Behauptungen kurz belegen könntest.

  212. mettskillz,
    das brauche ich nicht, das tust du selbst, mit jedem weiteren kommentar.

  213. Danke für die Antwort.

  214. Es soll sich kein Mensch gezwungen fühlen, Situationen aushalten zu müssen, die für sie oder ihn unerträglich sind. Das sollte doch klar sein, oder?

    Andererseits (und das richtet sich jetzt mal an die privilegierten Intellektuellen, die in ihrem Elfenbeintum nur noch an ihren Diskursen stricken): Ihr merkt schon noch, daß hier unten inzwischen die Hütte brennt? Daß sich bis in die Unis wieder “das wird man doch wohl sagen dürfen”-Nullphrasen durchsetzen? Daß die kommenden Generationen schon wieder Menschen ungehemmt als “Neger” oder “Zigeuner” bezeichnen? Daß mit einer “scheiße ist das neue gut”-Mentalität oft auch völlig verdreht wird, warum etwas scheiße war und was genau? Daß bestimmte Positionen nicht nur die Generation jenseits der 60 verloren haben sondern auch die nachfolgenden? Daß der Holzstapel, auf dem demnächst die “Gutmenschen” verbrannt werden, immer höher wird?
    Ich frag nur mal.

  215. mettskillz
    bitte. wo ist denn der kommentar, in dem du oder malte sich betroffen zeigen darüber, dass noah sow verletzt wurde?

  216. mühsamer Erich

    @ Till

    Wenn du die Problematik und Privilegienstruktur von Cis-Gender nicht verstehst, solltest du dich vielleicht ein wenig informieren. Ist das so schwer?? Du kannst das wollen, wenn du offen wärst. Lantzschi steht mit ihrer Position schlicht in fast völliger Übereinkunft mit dem Stand der feministischen Wissenschaft.

    Nur bitte, was hat Lantzschis Position mit dem üblen Rassismusthema hier zu tun, mit den Stammtischpöbeleien von Malte Welding, mit den gewaltsamen Herrenwitzeleien von ihm und anderen gegen Noah Sow, die von einem schweren rassistischen Vorfall betroffen ist?

    Hmm??! Bist wohl noch so ein Hegemonie verteidigender weißer Hetenmann, was? Wundern würde mich das nicht. Nur, warum erklärst du Inkompetenz in Fragen von Queerness und Rassismus implizit zur Kardinaltugend?

  217. “Eine ganz andere Frage: Welche Konsequenzen hat das eigentlich für das erwähnte Cafe? Das scheint ja ein Universitätsprojekt zu sein. ”

    Nachdem sich der Asta öffentlich entschuldigt hat ist es natürlich auch noch notwendig, dass dieser hart bestraft wird. Er sollte aufgelöst werden, alle beteiligten Personen sollten ihren Studienplatz verlieren und an den Pranger gestellt werden. Jawohl!

    Ich kann echt nicht begreifen, wieso ihr Leute dermaßen anpampt, die eh schon auf eurer Seite stehen. Soll das konstruktiv sein?
    Da der Tag nur 24 Stunden hat, frage ich mich dazu auch, wie ihr euch um z.B. um Leute mit tätlichen Rassismus-Erfahrungen kümmern wollt, wenn ihr euch an ungeschickten Studis schon mit ganzer Kraft abarbeitet.

  218. heinrich
    sie stehen nicht auf unserer seite, denn sie wissen gar nicht, was unsere seite ist, sonst würden sie nicht so eine aktion abziehen, sie kleben sich nur ein etikett auf die stirn, um sich gut zu fühlen.

  219. @Stefan

    Der Asta, um den es hier geht, ist also nur eine Bande übler Rassisten, der nur nach aussen hin antirassistisch wirken möchte? Nicht dein ernst…

    Wer gibt dir denn bitte das Recht über die Motivation anderer derart abfällig zu urteilen?

  220. @Antje Schrupp
    Da kann ich dir nicht widersprechen, was deine Autoritätsdefinition angeht.

    Ich bin mir nur nicht sicher, ob sie uns hier weiterbringt.
    Don Alphonso beispielsweise ist Kunsthistoriker. Und der sagt, dass “das Tragen einer Lampe beim Zubettgehen ein Zeichen ausdrücklicher Beehrung dessen, der dieses Amt vollführen durfte” gewesen sei. Und kommt zu dem Schluss: “Also nix Lampenschlepper, sondern Zeichen besonderer Bevorzugung.”

    http://rebellmarkt.blogger.de/stories/1923472/

    Jeder kann das Vorhandensein einer Autorität mit dem Vorhandensein einer Gegenautorität kontern. Zwei meiner Schwestern haben einen pakistanischen Vater und sind akademisch ungleich gebildeter als Sow: Sind sie daher auch Rassismusexpertinnen?
    Bin ich tatsächlich Liebesexperte, weil ich den Medien so genannt werde und ein Buch dazu geschrieben habe?

    Nicht meine PoC-Schwestern, nicht meine Freunde aus aller Welt, nicht mein schwuler Blumenhändler nimmt mir mein Privileg: Ich habe keine Minderheitenerfahrung. Um mich mal selber zu zitieren: “Ich bin ein weißer Mann. Ich bin undiskriminierbar. Allerdings kann jeder jederzeit von mir tödlich beleidigt werden. Meine bloße Existenz ist kaum entschuldbar. Ich bin verantwortlich für Sklaverei, die Unterdrückung der Frau, die Ausrottung der indigenen Völker Amerikas, die Kolonialisierung, den ersten und den zweiten Weltkrieg, Napalm, Bhopal, Babyrobbenschlachtung und den Klimawandel. Weil er an allem Schuld ist, hat der weiße Mann am Ende also doch einen Weg gefunden, sich benachteiligt zu fühlen: Weil es ihm so gut geht, kann er sich nicht beschweren, er ist die einzige Minderheit der Welt, für die die Uno nicht in Zusammenarbeit mit dem nordrhein-westfälischen Kultusministerium einen Kongress organisiert.”

    http://www.berliner-zeitung.de/newsticker/das-problem-ist-nicht–dass-in-diesem-land-die-unterschiedlichsten-menschen-leben–sondern–dass-wir-nicht-mehr-wissen–wie-man-sich-ueber-den-anderen-aufregt—und-es-dann-gut-sein-laesst-nerv–mich-doch-,10917074,10750368.html

    Und dennoch: Muss nicht selbst ich irgendein Mittel zur Hand haben, zu entscheiden, wer für mich Autorität ist und wer nicht? Was, wenn eine PoC-Dame, die ebenfalls ein Buch geschrieben hat, sagt, dass sie den Ausdruck PoC abscheulich findet, weil er sie an den verpönten Begriff “Farbige” erinnert?
    Ich kann meistens nicht mehr tun, als mich bei den betreffenden Minderprivilegierten selber zu erkundigen, wie sie bezeichnet werden wollen.
    Manche wollen “behindert” genannt werden, andere genau das auf gar keinen Fall: kein Problem. Aber wenn schon die Nachfrage zum Gesprächsabbruch führt, weil man doch wissen müsse, was der richtige Begriff ist (und sei er noch so umstritten und individuell unterschiedlich erwünscht), dann fehlt doch genau die von dir erwünschte Offenheit.

  221. Ihr nehmt doch alle Drogen!

  222. Vielleicht ist dieses Argument schon oft gekommen, aber ich schreib´s trotzdem: War nicht das Problem die unverständige Reaktion der Veranstalter auf Snows Reaktion? Weil, ich selbst reg mich oft genug auf über die Unsensibilität mancher Zeitgenossen und kann Nadine Lantschs Reaktion gut verstehen: Es hat für mich etwas mit Fremdschämen zu tun.

  223. [...] sehr sicher, dass er sich nicht für einen Rassisten hält. Ich habe den Eindruck, dass er seine kleine Replik auf die Empörung von zwei Frauen, die eine Feministin, die andere schwarze Aktivistin, für Satire [...]

  224. Erstaunlich ist, welche Rolle in der Anti-Diskriminierungsbewegung dem guten alten “Bewusstsein” beigemessen zu werden scheint. Das ist ja bürgerliches Denken, oder nicht? Es gehört doch zum philosophischen Baisinventar des bürgerlichen Selbstmissverständnisses, dass das Bewusstsein das gesellschaftliche Sein bestimme. Entscheidend ist demgegenüber doch eher, was sich materiell tut: Der Anteil des “kaukasischen Typs” an der Weltbevölkerung nimmt rapide ab, Ende des Jahrhunderts werden noch 4% der Weltbevölkerung sogenannte “Weiße” sein. Auch die BRD hat sich in den letzten 40 Jahren immer bunter eingefärbt, dass es eine Freude ist. Jimmy Hartwig wurde von Helmut Schön noch wegen zu viel dunkler Haus abgewimmelt – man vergleiche damit die heutige Nationalmannschaft. Spätestens unsere Nachfahren werden sich köstlich über diese Debatten amüsieren. Es ist völlig wurscht, ob so eine Lampe in einem Cafe in Klein-Kleckers-Fulda steht oder nicht steht – die Geschichte nimmt auf jeden Fall einen Verlauf, der darüber hinwegrollt. Als wenn der häufige Gebrauch des Wortes “Schlitzauge” irgendetwas an dem Aufstieg Asiens ändern würde. Da kann man ganz ruhig bleiben und seine Lesung durchziehen.

  225. @Malte
    Du willst jetzt aber nicht sagen, daß es der bevorzugte Hausneger gewesen ist, der die Lampe tragen durfte?

    Oh je.

  226. @Sannie

    Ich zitiere bloß, mache mir diese Ansicht jedoch nicht zu Eigen. Und das obwohl Don Alphonso auf diesem Gebiet ohne Zweifel eine Autorität ist.

  227. “War nicht das Problem die unverständige Reaktion der Veranstalter auf Snows Reaktion?”

    Nein, das Problam war, die Reaktion als unverständig zu interpretieren.

  228. Die politisch korrekte Geisteselite ist überall:

    Bin letztens über einer Diskussion bei Wikipedia um das alte Zigeunerschnitzel gestolpert, in der es darum geht, ob „aus Gründen der Correctness Namen klassischer Gerichte bei Wikipedia geändert werden sollten“.

  229. (ein schönes Beispiel dafür, daß Autoritäten oft schlicht und einfach für die Tonne sind)

  230. Irgendjemand hatte übrigens gestern gesagt, bei Nadine Lantzsch sei von Rassismus nicht die Rede gewesen. Hier ihr Tweet, mit dem sie auf ihren Artikel verlinkt hat: “Zum rassistischen Normalzustand in Fulda dieser wütende Brief, der gern benutzt und abgeändert werden darf >> “

  231. Zum Glück sind die meisten Frauen normal! Ihr seit ja alle hysterisch!

  232. Ich werde diskriminiert!

    Eine “Pock” wird Opfer einer Lampe!
    Nee, Leute, nehmts mir nicht übel. Aber das ist so unfreiwillig komisch. Ich weiß, das Klöppeln von Büßerhemdchen ist eure ganze Welt, damit versucht ihr, Abbitte zu leisten für das Böse in der Welt und eure Kollektivschuld abzutragen. Es ist an Lächerlichkeit kaum zu überbieten.

    Was aber viel schlimmer ist, als eure selbstgerechte Attitüde: Ihr verhöhnt die wahren Opfer von Rassimus. Und die betroffene “Pock” ebenso. Ihr suhlt euch gemeinsam in einer Kultur des Beleidigtseins zum Zwecke der Selbsterhöhung.

  233. R.Hughes/R.Gernhardt

    Wie war eigentlich die Reihenfolge? Komm ich da überhaupt noch mit, bin ich noch korrekt? Heute? Morgen?
    …Neger, Schwarze, Soulbrothers, Farbige, Anderspigmentierte(?), … und nun das neueste(?): PoC… Sorry, wenn was fehlt.
    .
    Früher hätt’ ich einfach drüber gelacht und gesagt: “Gender ist doof”. Heute verdienen einige Damen damit Geld & Ansehen(?), können damit angeben und wollen diese dotierten Plätze natürlich behalten. Also reißen sie die Klappe auf. Können die nix anderes?
    .
    Alles reichlich albern. In 10, 20, 50 Jahren lacht man über den modischen Schwachsinn …natürlich aus den USA wie jede doofe Mode seit Jane Fondas Aerobic.
    .

  234. Ich versuche mal darzustellen, wie es mir erging mit diesem Post, und was ich dabei gelernt habe. Vielleicht hilft das ja jemandem, die Standpunkte zu verstehen. Ich bin übrigens männlich und habe helle Haut.

    Ich bin über einen Tweet auf diesen Artikel gelangt und war zunächst inhaltlich auf Seiten des Autors (Malte Welding), auch nachdem ich den Blogpost bei Noah Sow gelesen hatte.

    Meine erste Reaktion war nämlich: was für eine völlig übertriebene, hysterische, arrogante Reaktion! Nur weil jemand eine Abkürzung nicht kennt, und wegen einer häßlichen Lampe quasi wortlos gehen und die ganze Veranstaltung sausen lassen? Und noch dazu dieses »gewaltvoll« – gewaltvolles Bild, gewaltvolle Sprache: wie albern! Was ist denn daran bitte gewaltvoll?

    Doch dann habe ich die Kommentare unter Noah Sows Post gelesen, alle. Und dann den Artikel hier noch einmal, und ebenfalls alle Kommentare gelesen, bis gestern, als es noch weit unter 100 waren. Und so langsam begann etwas zu dämmern.

    Da gibt es eine Person, Noah Sow, die eine Expertin auf dem Gebiet des (Anti)rassismus ist – das bedeutet, sie hat sich sehr intensiv auseinandergesetzt, nicht zuletzt daher, da sie selbst betroffen ist. Und betroffen ist sie nicht freiwillig, sie ist Rassismus ausgesetzt. Und sie ist sensibilisiert, das heisst, sie hat ein geschärftes Gespür für auch subtilste Ausprägungen von Rassismus. Sie nimmt also Rassismus auch dort wahr, wo andere – und im speziellen Nichtbetroffene, nämlich Weiße – nichts wahrnehmen.

    So wird es durchaus verständlich, dass sie so reagiert hat, als sie die Lampe erblickt hat. Für jemanden, der nie Rassismus am eigenen Leib spüren musste, ist es nur eine geschmacklose Lampe. Für Noah Sow ist es eine Beleidigung – und absurde Ironie, da sie ja gerade aufgrund ihrer besonderen Sensibilität eine Autorität auf ihrem Gebiet ist und letztlich zu dieser Veranstaltung eingeladen wurde! Wenn man derart fokussiert darauf ist, Rassismus in all seinen Formen zu erkennen, dann ist der Anblick dieser Lampe durchaus ein seelischer »Schlag in die Magengrube« – und damit durchaus gewaltvoll. (Gewalt muss nicht körperlich sein. Seelische Gewalt ist ebenso Gewalt, vielleicht sogar die schlimmere Form von Gewalt, denn körperliche Wunden heilen relativ schnell.)

    Was die gewaltvolle Sprache angeht, kann ich nur mutmaßen, dass es um das ungefragte Duzen geht. Wer Rassismus erfahren hat, hat womöglich schon mal erlebt, in einem Kontext einfach geduzt zu werden, wo man Andere (Weiße) gesiezt hätte – nämlich weil Schwarze ja »weniger wert« seien, »die kann man ruhig duzen«. Ich kann also verstehen, dass man es als hochgradig beleidigend (und daher gewaltvoll) empfinden kann, ungefragt geduzt zu werden. Ich erinnere daran – Noah Sow ist (wahrscheinlich) hoch sensibilisiert, und was für die meisten Personen höchstens respektlos wäre, ist für sie ein verbaler Angriff.

    Versetzt man sich also auf diese Art und Weise in sie hinein, ist ihre Reaktion durchaus nicht mehr übertrieben, sondern sehr wohl nachvollziehbar. Ich bin nun nicht gerade mit ausufernd viel Empathie gesegnet, aber ich kann mich in diese Situation hineinversetzen. Und wäre ich jemand, der eine gewisse professionelle Routine hat mit Veranstaltungen dieser Art, dann wäre wohl auch mir an diesem Punkt der Gedulds- und Toleranzfaden gerissen und ich hätte gesagt: Leute, sorry, unter diesen Voraussetzungen trete ich hier nicht auf. Ihr macht erst mal eure Hausaufgaben, und dann sehen wir weiter. Tschüß.

    In dem Kommentaren sowohl hier als auch bei Noah Sow wurde und wird nun weiterhin gefordert, sie hätte die Situation ja besser handhaben können und nicht so reagieren müssen. Und sie hätte das alles doch mal erklären können, dass man es versteht. Und das sei im Übrigen ihre »Pflicht«.

    Nun – ich kann verstehen, dass man das sagt, aber ebenso gut verstehe ich die Reaktionen darauf, nämlich dass Noah Sow da ausdrücklich überhaupt nicht in irgendeiner Pflicht steht. Sie ist eine Person und repräsentiert Personen, denen Rassismus angetan wurde, und dann soll sie auch noch tolerant sein und erklären, warum das jetzt ein Problem war? Das kann niemand fordern. Das wäre ja so, um mal ein überspitztes Bild zu nehmen, als würde man einem kleinen Kind eine reinhauen, das Kind weint, und man beschwert sich dann beim Kind, dass es weint, und es möge doch bitte mal erklären, was daran jetzt so falsch war. Und, so lange das Kind es mir nicht erklärt, so lange haue ich schön weiter Kindern eine rein.

    In der Tat stehen wir als nicht-betroffene (und daher tatsächlich privilegierte) Weiße in der Pflicht oder auch Schuld, wenigstens die Empathie aufzubringen, wie sich Rassismus anfühlt für jemand, der davon betroffen ist. Das müssen wir selbst tun, das kann uns niemand abnehmen.

    Es ist sehr leicht für uns (Weiße), diese Sachen geringzureden und uns darüber lustig zu machen. Wir sind ja nicht betroffen!

    Ich verstehe beide Standpunkte, aber in diesem Fall ist die Sache für mich sehr klar: die Reaktion von Noah Sow war korrekt; und die Folgereaktionen von Nadine Lantzsch et al. sind es ebenso. Hier müssen wir (nicht von Rassismus Betroffenen) uns tatsächlich mal an die eigene Stirn tippen.

  235. Sannie: “@Malte
    Du willst jetzt aber nicht sagen, daß es der bevorzugte Hausneger gewesen ist, der die Lampe tragen durfte?”
    Unter Ludwig dem XVten dürften das dann doch eher der bevorzugte Marquis gewesen sein.
    Es ist natürlich nur noch bedingt sinnvoll hier irgendwas zu schreiben, aber trotzdem:
    “Schwerer rassistischer Vorfall”? Ich bitte euch.
    Und, immer wieder, die Frage an euch Über-Korrekte: Merkt ihr nicht, dass ihr eurem eigenen Anliegen einfach nur schadet? Ihr behandelt Leute als Feinde, die sich das gleiche Ziel zu eigen gemacht haben wir ihr. Wenn diese dabei eurer Meinung nach sich falsch verhalten; wäre es dann nicht viel logischer, klüger, respektvoller, menschlich angenehmer, etc, etc ihnen FREUNDLICH EURE POSITION zu eklären?
    Übrigens hat jawohl jeder von uns irgendwas an sich, was ihn diskriminierbar macht. Malte ist, wenn ich mich recht entsinne, estnischer Herkunft. Die Jungs waren bekanntlich weder unter Stalin noch unter Hitler besonders gut gelitten. Über Jahrhunderte wurde ihre Kultur zerstört, etc, pp. Und nur weil Malte nicht dunkel genug ist, ist er nicht Opfer sondern Täter in eurer verqueren Ideologie.
    Rassisten.

  236. @schoschie

    Als ich angefangen habe hier mitzulesen, wurde ich immer fassungsloser, wegen der ganzen Ignoranz hier.

    Und jetzt bin ich tatsächlich ein wenig fassungslos, nach dieser langen Kommentarschlacht, deinen reflektierten Kommentar zu lesen, aus dem hervorgeht, dass Du tatsächlich Zeit inventiert hast, um dich mit der Sache zu beschäftigen anstatt nur reflexartig loszumeinen.

    Also, ja, gute Aktion hier von Dir. Für mich eine positive Überraschung am Abend.

  237. Ich würde wahnsinnig gern mal all die Leute, die sich hier äußern, gemeinsam bei Kaffee und Kuchen in einen realen Raum setzen und sehen, wie die Debatte dann verlaufen würde. Außerdem bin ich gespannt, welches Fehlverhalten (samt Wortneuschöpfung und dazugehöriger Erklärung) mir angesichts dieser Idee jetzt als nächstes vorgehalten wird. “Mansplaining” kann es ja diesmal eigentlich nicht sein, weil ich mich ja nicht zu einem Sachverhalt äußere (also etwas erläutere), sondern ein Szenario entwerfe, aber da gibt es bestimmt was anderes hübsches. (“Mansplaining”, also das erläutern von Sachverhalten im autoritativen ich-weiß-bescheid-Tonfall, ist übrigens keineswegs Männern vorbehalten, das habe ich auch schon von Frauen erlebt, am meisten jedoch in geschlechtsneutralen Blogkommentaren, die sind immer voll davon.) Aber egal, ich glaube weiter an das Gute im Menschen, liebe sie alle bis zum Beweis des Gegenteils und bin auch weiterhin davon überzeugt, daß all die Leute, die hier herumgeifern wie wütende Giftzwerge und linksradikaler Oberstudienräte, im realen Leben ganz sanftmütige, umgängliche Zeitgenossen sind. Am liebsten würde ich euch alle mal zu einer Tortenschlacht einladen. Malte, wollen wir das machen? Simsalabim, da schließt sich ja schon der Kreis zum Anfang.

  238. Ich fasse dann mal zusammen, weil die Diskussion sich ja nun schon eine Weile im Kreis dreht: Liebe männliche weiße Blogger,
    wenn mal eine Weile nicht so viele Leute eure Texte lesen, ist ein Rundumschlag eine gute Idee. Dafür eignen sich Werke aus anderen Blogs, vorzugsweise von Feministinnen, vorzugsweise wenn es darin um Diskriminierung geht. Davon kann man sich dann angegriffen fühlen und vom hohen Roß herunter darüber meckern, auf welchen Rössern andere so sitzen.
    Weil viele auch der Meinung sind, Feministinnen und andere Gruppen, die sich über Diskriminierungen beschweren, sollten doch mal nicht so rumnölen und anderen ein schlechtes Gewissen machen, werden sich viele zustimmende Kommentatoren auf euren Blogs einfinden. Die anderen bleiben dann irgendwann auch weg, weil eine solche Diskussion nichts bringt und auch nur nervt. The end.
    PS: Habt doch einfach mal kein schlechtes Gewissen mehr wegen eurer strukturellen Privilegien, das würde die Diskussion sicher entspannen.

  239. Guilty of Being White

    When I’m born I’m pink
    When I’m grow up I’m white
    When I’m sick… man look at myself I’m green
    When I’m in the sun I turn red
    When I’m cold I’m blue
    And when I die I look purple
    And after I’m dead I will be yellow
    And You Got The Fucking Nerve To Call yourself People of Color?

  240. @Schoschie:
    Ich mag deinen Kommentar wegen seiner rationalen, ruhigen Art – auch wenn ich so ziemlich in jeder Hinsicht anders denke. Wenn alle so kommentieren würden, wäre das Internet schön.

    Jetzt zu meinen Widersprüchen ;) :
    “Sie nimmt also Rassismus auch dort wahr, wo andere – und im speziellen Nichtbetroffene, nämlich Weiße – nichts wahrnehmen.”
    Das ist das Problem mit der absurden Theorie der Definitionsmacht: Ist es Rassismus, wenn 999.999.999 Inder über Raj bei The Big Bang Theory lachen, einer aber tief verletzt ist von den Kuh-Witzen?
    Wenn man derart fokussiert darauf ist, Rassismus in all seinen Formen zu erkennen, dann ist der Anblick dieser Lampe durchaus ein seelischer »Schlag in die Magengrube« ”
    Also gibt es weniger Rassismus, wenn wir alle ein bisschen öfter mal die Hühneraugen zudrücken würden. Da gebe ich dir Recht. Es ist wie mit dem Gespenster-sehen: Die sind auch solange da, wie ich mich doll genug auf meine knarrenden Dielen konzentriere.
    Zum Kindervergleich: Da wird sie bevormundet von dir behandelt. Sie ist eben kein Kind. Die naiven Studenten die Kinder – und hätten so behandelt werden sollen. Außerdem solltest du nicht vergessen, dass es im Blogpost von Malte nicht primär um Sows Reaktion ging, sondern um Lantschs offenen Brief, in dem steht:
    ” Das bodenlose Fass könnte nicht größer sein, wird leider aber noch übertroffen von den gewaltvollen wie übergriffigen Reaktionen und der Supremacy-Haltung, denen sich Noah Sow bei Betreten des Raumes in Gegenwart einer der weißen Organisator_innen ausgesetzt sah.””
    Und das ist der Schwachfug über den sich hier alle echauffieren/lustig machen. Der ASTA und dem Mädchen im “antifa-look” war und ist das ganze offensichtlich sehr unangenehm – und dann von “gewaltvollen, übergriffigen Reaktionen” und einer “Supremacy-Haltung” zu schreiben ist … nunja, mir fehlen die angemessenen Worte.

    Das man sich gefälligst ‘nen Kopp über Chauvinismus zu machen hat ist jawohl selbstverständlich – und kaum ein Kommentar, egal aus welchem “Team” hat hier etwas anderes behauptet.

  241. @Marieken
    Ein interessanter Irrglaube, der hier schon häufiger geäußert wurde. Für Laien vielleicht nicht nachvollziehbar, aber die zustimmden Zuschriften – und auch die Leserzahlen – bei meiner harmlosen Kolumne sind deutlich größer.
    Hier bekomme ich bloß die ganze Zeit Mails von Leuten (erstaunlicherweise hauptsächlich Frauen), die mir zustimmen, aber dazu sagen, dass sie sich nicht trauen würden, das offen zu sagen. Bei der Berliner Zeitung dagegen bade ich in Liebe.
    Insofern: Warum sollte man hier künstlich polemisieren für ein paar müde Klicks? Ich meine das tatsächlich so. Und ich halte Leute wie Lantzschi im Sinne Rainer Paris’ für “bescheuert”.

  242. “Der kognitiven Schmalspur entspricht das Prinzip der Affektbündelung. Der Bescheuerte hasst und verachtet die Normalen, aber er braucht vor allem handliche Schuldige, die er an den Pranger stellen und für alles verantwortlich machen kann. Es ist wie eine Sucht nach moralischer Selbsterhöhung. Wo immer sich ein Anlass bietet, rastet die Empörung ein. Allerdings lässt sich die Erregung nur schwer auf Dauer stellen und ist mit der Zeit immer weniger abrufbar. Außerdem sind die Demonstrationsgelegenheiten irgendwann ausgeschöpft, die Themen und Kampagnen wiederholen sich, Aufmerksamkeit und Resonanz von Medien und Publikum lassen spürbar nach. Die Bescheuertheit beginnt, sich mit sich selber zu langweilen. Sie glaubt die Ideologie, der sie sich verschrieben hat, nur noch halb, glaubt aber gleichzeitig, nichts anderes glauben zu können. Den Zweifel nicht zuzulassen und ihn, etwa durch rastlosen Aktivismus, beständig wegzudrücken, wird nun oberstes Gebot.” http://www.eurozine.com/articles/2008-01-07-paris-de.html

  243. @Marieken:
    Zu deinem – mindestens 2/3 ironischenem – letzten Satz :
    Bist du wirklich der Meinung, dass auch noch heute das Geschlecht so wichtig als strukturelles Privileg ist? Mich interessiert, weshalb.
    Ich persönlich hab meine strukturellen Privilegien (über die ich schlicht froh bin, an deren Nihilierung für die nächsten Generationen ich aber dennoch arbeite) eigentlich immer in der sozialen Position meiner Familie, meiner Erscheinung und meiner Intelligenz gesehen.

  244. Ich werde diskriminiert!

    @schoschie

    Deine Gedankengänge sind nachvollziehbar. Allerdings sehe ich gar nicht ein, wieso das individuelle Beleidigtsein von jemandem für mich Handlungsmaxime sein soll, wenn ich die Person gar nicht beleidigt habe. Das ist in meinen Augen zu viel verlangt. Und zwar deshalb, weil mein Beleidigtsein auch meine Angelegenheit ist und niemand daher kommt und mir hunderte Postings an Aufmerksamkeit schenkt.

    Jeder Mensch ist Unannehmlichkeiten und Diskriminierungen ausgesetzt. Jeder! Damit umzugehen, gehört zum Erwachsenwerden dazu. Daher ist dein Kleinkindbeispiel sogar sehr zutreffend. Ein Kleinkind hat noch nicht gelernt, mit seinen Affekten umzugehen. Es erwartet von der ganzen Welt, dass sie sich an seine Bedürfe anpassen möge.

    Es ist doch bezeichnend für diese politisch korrekte Szene, dass für sie nur Opportunitätskriterien gelten. Wenn du mal vergisst, sie mit ihren queeren Selbstbezeichnungen anzusprechen, dann fühlen sich nicht “gemeint”. Aber von einer Lampe fühlen sich plötzlich alle gemeint und hängen sich das Opfermäntelchen um. Fakt ist aber, dass niemand durch die Lampe zu schaden gekommen ist.
    Dieser Vorfall ist ein Hohn. Eine Instrumentalisierung der Opferrolle in Tateinheit mit emotionaler Erpressung. Er fällt auf den fruchtbaren Boden diffuser kollektiver Schuldgefühle.

  245. Wie gut, daß ich ein Rechter bin, gar Wähler der bösesten rechten Partei überhaupt. Da ich Rassist bin, habe ich mit der Lampe keine Probleme. Eher schon mit Nadine und ihren Freundinnen. Aber die Lösung naht: Nadine und ihre Freundinnen morden ihre Kinder , so 200000 im Jahr. Die Islamhläubigen dagegen bekommen Kinder. Haben in einigen Jahrzehnten die Macht in Deutschland, während es für Nadine ungemütlich wird. Es ist zwar nicht meine Ordnung, die da kommt: aber es ist eine Ordnung.

  246. Der dem Verfolgen der Blogtexte und der Kommentare ist mir noch ein Seitenaspekt(?) der Diskussion aufgefallen.

    Und zwar die Diskussion der “Hol-” oder “Bringschuld” von Kenntnissen von z.B. Termini wie PoC oder Mansplain etc.

    Ob solche Begriffe als bekannt vorausgesetzt werden können, ist letztendlich vom Kontext abhängig. Ist das Ziel eine Diskussion auf einem höheren Niveau können die Begriffe bekannt vorausgesetzt.

    Bin ich aber ein Teil einer politischen Bewegung, die gesellschaftliches Bewusstsein und die Verhältnisse tatsächlich ändern will, muss ich die Leute dort abholen wo sie stehen.

    Das ist natürlich unendlich mühsam, meiner Erfahrung nach aber unumgänglich.

    Mich würde an dieser Stelle das Selbstverständnis der hier derjenigen interessieren, die hier für eine “Holschuld” plädieren. Seht Ihr Euch selbst und die Diskussion hier als Teil einer politischen Bewegung?

  247. @Einer

    “Bin ich aber ein Teil einer politischen Bewegung, die gesellschaftliches Bewusstsein und die Verhältnisse tatsächlich ändern will, muss ich die Leute dort abholen wo sie stehen. ”

    Das ist die Antwort des AStA in Fulda:

    http://asta.hs-fulda.org/news/veranstaltungen/685-ausgefallen-lesung-mit-noah-sow

    Der Kernsatz lautet:”Wir bedanken uns dafür, dass Frau Noah Sow uns durch ihre konsequente Reaktion die Augen geöffnet hat.”

    Abholung also erfolgreich abgeschlossen.

    Weiter oben habe ich jemanden ganz zaghaft gelobt, weil er sich tatsächlich bemüht, sich in die Sachlage einzuarbeiten bevor er eine Meinung bildet.

    Inzwischen hatte ich schon wieder Zweifel bekommen, ob eine Lob für eine Sache die Standart sein sollte, nicht vielleicht das falsche Signal setzt.

    Ganz ehrliche und direkte Frage(n): Als du dich hier mit der Sache beschäftigt hast, bist du auch schon auf die AStA-Aussage gestossen?

    Und wenn, nein, denkst Du, Du hättest auf die Idee kommen sollen, zu gucken ob der AStA sich schon geäußert hat? (Den Link zur AStA-Homepage findet man bspw. auch in Frau Sows Blogeintrag)

  248. Fazit des Kaspertheaters: Aus Feministinnen wird nichts, weil sie sich wie die Irren aufführen, nicht weil sie Frauen sind. Das ist kein gläserner Wall, sondern der Grenzraum zur Vernunft, vor dem wohl so einige Mädel hier hängengeblieben sind.

  249. Was sind PoC-Regeln?

  250. @ Tondinho

    Meine Internetkristallkugel sagt mir: Das du selbst, wie ich, schwarz bist, bisher noch nichts von “poc” gehört hast und denkst das Sow übertreibt und Malte recht hat, richtig?

    Vielleicht interessiert es dich, dass es der Begriff “poc” von Sow selbst benutzt wird und in ihrem Buch verwendet wird, zu dem sie eine Lesung halten sollte.

    Es geht also darum, dass sich die Veranstalter_innen nicht mit den Inhalten der Person beschäftigt haben, die sie selbst eingeladen haben.

    oder Du meinst vielleicht POC-Regeln. Dann habe ich hier was für dich:

    http://www.nktcables.de/Career/Arbeiten%20bei%20nkt%20cables/Offene%20Stellen/Project%20Controller

    sag’ Bescheid ob’s mit der Stelle geklappt hat.

  251. :)
    vielen dank für den tipp !

  252. Warren G. Harding

    Wow! Der ASTA in Fulda lernt nichts, aber auch gar nichts.

    Statt sich in ordentlicher Form zu entschuldigen, dreht der ASTA den rassistischen Angriff um, so dass er jetzt aus der Sache gelernt hat. Damit ist also wieder klar, um wen es geht: Weiße Männer.

    Weiße Männer haben aus der Gewalt gegen andere gelernt. Damit hat es sich ja gelohnt. Eine Entschuldigung sieht anders aus.

    Dass es nach der Situation zu “kontroversen Standpunkten zu dem Standleuchter” kam, zeigt zudem, dass mindestens ein Teil des ASTA das zugrundeliegende Problem nicht sehen will und die hier vorliegende Gewalt gezielt ignoriert und das Cafe gerne weiterhin als No-Go-Zone haben möchte.

    Da merkt man, was für ein Wind in Fulda weht.

  253. @ Malte:

    Bist Du eigentlich persönlich enttäuscht, wie sich Nadine seit damals verändert hat, oder worum gehts?

    Für Deinen Vorwurf (Spieglein an der Wand, wer ist hier die Beste und Gerechteste im ganzen Land) fände man ja jeden Tag irgendeinen Aufhänger.

  254. Erbförster PorNo

    Gonzales: There is one question, Inspector Callahan: Why do they call you “Dirty Harry”?
    De Georgio: Ah that’s one thing about our Harry: doesn’t play any favorites! Harry hates everybody: Limeys, Micks, Hebes, Fat Dagos, Niggers, Honkies, Chinks, you name it.
    Gonzales: How does he feel about Mexicans?
    De Georgio: Ask him.
    Harry Callahan: Especially Spics.

    Nach ausführlicher Auseinandersetzung mit dem hervorragendem Filmkunstwerk, dem obiger Dialog entstammt, erkennt der intelligente Rezipient, daß die dem Polizeibeamten Callahan eigene Geisteshaltung im Grunde eine etwas andere ist. Herr Callahan hasst nicht so uneingeschränkt die gesamte Menschheit, sondern den unerträglich dummen, arschlöchigen Teil derselben – und das eben unabhängig von ethnischer, religiöser oder sexueller Herkunft und/oder Orientierung. Denn – und das ist wohl eine der zentralen Aussagen des Werkes – eben jene unerträglich dummen Arschlöcher gibt es in allen Farben, Konfigurationen und Aberglaubensrichtungen. Mit beinahe täglich wachsender Lebenserfahrung scheint mir dies tatsächlich eine der weisesten Einstellungen gegenüber der Menschheit: Don’t play any favorites!

  255. [...] habe ich den Artikel »Im Herzen die Weißeste von Allen«, sowie die 254 (Stand 30.10.11, 23:17 Uhr) Kommentare dazu, bei Malte Welding gelesen. Was dort in [...]

  256. Welch arge Verwirrung, wo ist bloß der Ausweg?

    Nur gut, daß ich zur Schwarzen Muttergottes in der Kupfergasse pilgern und dort um Erleuchtung nachsuchen kann.

  257. [...] Im Herzen die Weißeste von Allen [...]

  258. @Malte

    Ja, natürlich. Autorität ist aber (im Unterschied zum „Beweis“ oder zur Macht) nicht universal, sondern immer nur in der Beziehung, in der sie zirkuliert: Es GIBT keine absolut richtige Bedeutung für diese Lampe, sondern diese Bedeutung wird ausgehandelt. Dich überzeugt die Meinung von Don Alphonso, mich überzeugt die Meinung von Noah Sow.

    Und jetzt kommt der Punkt, wo wir unsere Ansichten argumentativ vertreten müssen und darauf angewiesen sind, die jeweils andere Seite irgendwie zu überzeugen (also uns Autorität zu erwerben). Die Kritik an deinem Blogpost kam daher, dass du genau das nicht tust, denn er enthält überhaupt keine Argumente, sondern geht von der (wie sich gezeigt hat falschen) Annahme aus, es würde reichem, sich über die anderen lustig zu machen.

    Was du über die armen weißen Männer schreibst, die angeblich für alles verantwortlich sind und zu nichts etwas sagen dürfen, ist pure Koketterie. Jedenfalls kommt es so bei mir an, ich verstehe schlicht nicht, was du damit sagen willst.

    Aber zu deinem dritten Punkt: Es ist eine verbreitete, aber dennoch falsche Annahme, dass alle, die aus einer nicht-mainstreamigen Position sprechen, zum Sprachrohr ALLER in ihrer Position gemacht werden. Natürlich haben nicht alle PoC, alle Frauen etc. dieselben Meinungen, wie sollten sie auch? Um aus einer Erfahrung eine Schlussfolgerung zu machen, ist ja Denken notwendig, und verschiedene Leute mit derselben Erfahrung denken eben eventuell unterschiedliches.

    Natürlich hätte eine andere Referentin vielleicht den Vortrag trotz Lampe gehalten, vielleicht Noah Sow selbst an einem anderen Abend. Es geht doch gerade um die Subjektivität der ehemals Subalternen: Sie hat das eben in dieser Situation so entschieden und es ist ein Fakt, dass die anderen mit dieser Entscheidung leben müssen.

    Um mal ein anderes Beispiel zu bringen: Eine Frau, die vergewaltigt wird, kann daraus unterschiedliche Schlussfolgerungen ziehen. Es gibt welche, die prangern danach Männergewalt an, und es gibt andere, die sagen, man soll um sowas keinen so großen Bohei machen. Trotz dieser Unterschiede basiert aber beides auf der realen Erfahrung, vergewaltigt worden zu sein. Und spielt sich daher auf einer ganz anderen Ebene ab, als die Meinungen von Leuten, die diese Erfahrung nicht gemacht haben.

    Das heißt aber doch nicht, dass du als “Privilegierter” nicht sprechen darfst oder keine Meinung haben darfst. Wenn man mit den Ansichten anderer Leute nicht einverstanden ist, hat man immer ganz viele Möglichkeiten, zu intervenieren. Die Veranstalter konnten mit Noah Sow reden, du kannst Blogposts dazu schreiben, man kann ihre nächste Veranstaltung besuchen und dort mitdiskutieren etc.etc.

    Aber: Man hat doch keinen ANSPRUCH darauf, dass sie auch darauf eingeht! Es gehört zum freien Diskurs, dass die Menschen entscheiden können, mit wem sie diskutieren und mit wem nicht, und das ist womöglich eine der wichtigsten Entscheidungen.

    Noah Sow kann also sagen (wie privilegierte Menschen das ja schon immer konnten): Ich hab auf dich einfach keinen Bock jetzt. Und das ist eigentlich das einzig Neue, dass jetzt auch die Privilegierten damit rechnen müssen, dass andere Menschen das Gespräch mit ihnen abbrechen, einfach so und ohne irgend jemandem dafür Rechenschaft abzulegen.

    Das ist aber eigentlich (also für Nicht-Privilegierte) ganz normal und alltägliches Wissen: Es ist ganz normal, dass man, bevor man überhaupt gehört wird und sprechen darf, erst einmal eine Beziehung und eine Gesprächsgrundlage schaffen muss. Dass es keinen Anspruch darauf gibt, jederzeit und überall gehört zu werden, sondern dass darüber die anderen entscheiden, mit denen ich reden will. Das liegt einfach in der Natur der Sache.

  259. @Antje Schrupp
    Weißt du, weshalb wir da nicht weit auseinander sind?
    Weil wir in ganz wenigen Sachen weit auseinander sind.

    Ich kenne auch das hier in die Schlacht eingebrachte Vokabular, ich lese sogar recht regelmäßig
    http://blog.iblamethepatriarchy.com/ – ich bin, so sehe ich es nun einmal: nicht der Feind.
    Auf 9 von 10 Demos schreiten wir Seite an Seite: aber darum geht es eben in diesem Konflikt nicht.

    Es geht um das Festzurren einer links-internen Machthierarchie. Wem es gelingt, den Gewaltbegriff noch absurder zu definieren, wer es schafft, eine noch abwegigere Opfergruppe ausfindig zu machen, wer clever genug ist, dem Anderen den Gebrauch eines gerade erst als übergriffig festgelegten Begriffs nachzuweisen (Das ist lame! – Du bist Ableist!), der gewinnt bei diesem Moralbingo.

    Ich nehme eine junge Frau, die vor zwei Jahren noch gegen “die Linken” argumentiert hat, dass es jedem CSU-Abgeordneten die Filzpantoffeln ausgezogen hätte, nicht als moralisches Vorbild an. Ich weise darauf hin, dass ihre Art, Leute anzugehen, kontraproduktiv ist – und ich lache viel dabei, denn ich finde diese angelernte Sprache, die Lantzsch verwendet, hochkomisch.
    Das heißt übrigens nicht, dass das meine einzige Reaktion auf diese Sprache ist. Ich lache oft über Vorgänge, die ich in einem anderen Licht auch traurig oder bedenkenswert oder sonstwie finde.
    Dass Lantzsch aber von “Raumverschöner_innen” schreibt, das finde ich wirklich einfach saukomisch. Bei ihrer Vorgeschichte aber ist es so komisch, dass ich es selbst jetzt nicht schaffe, ganz ernst zu bleiben.

    Vor etwa einem Jahr habe ich einen langen Artikel in der Berliner Zeitung geschrieben, in dem es um die Vereinbarkeit von Familie und Karriere ging. Die Reaktion in der Redaktion bei der Blattkritik war: Das ist doch ein Achtzigerjahre-Thema. Wenn die alte Lantzsch von 2009 meinte, Linke würden Themen so besetzen, dass sie nicht im Mainstream ankommen können, dann hatte sie da – wahrscheinlich eher zufällig- einen Punkt: Wer den Begriff Raumverschöner_innen ungebrochen verwendet, verändert nichts außer den Hierarchien in seiner Peer. Der Verwender ist moralischer Häuptling: Bis ein anderer noch gewiefter ist.

  260. @schoschie:

    “Gewalt muss nicht körperlich sein. Seelische Gewalt ist ebenso Gewalt, vielleicht sogar die schlimmere Form von Gewalt, denn körperliche Wunden heilen relativ schnell.”

    Natürlich kann Gewalt auch seelisch sein. Aber seelische Gewalt als die schlimmere Form von Gewalt zu bezeichnen, erscheint mir doch ein wenig gewagt. Meines Wissens ist noch niemand von seelischer Gewalt auf der Stelle tot umgefallen. Wohl aber von körperlicher. Zudem enthält körperliche Gewalt doch in den allermeisten Fällen auch eine gehörige Portion seelischer Gewalt. Ich kann mir zumindest keine Situation vorstellen, in der jemand seinem Mitmenschen in seelischer Hinsicht gewaltlos gegenübertritt, ihm körperlich aber eine reinhaut. Diese problematische Begriffsrelativierung dann noch zu untermauern, indem man sagt, körperliche Wunden würden schnell verheilen, erscheint mir äußerst gewagt. Wäre ich ein Opfer, ich käme mir hier verhöhnt vor. Wäre ich in einer Geistesverfassung wie unsere gefiederten Freunde, würde ich dich jetzt wüst beschimpfen. So vermisse ich einfach nur ein wenig die Tugend des Auf-dem-Teppich-Bleibens, Kirche-im- Dorf-Lassens und klaren Denkens, zumindest an dieser spezifischen Stelle deiner ansonsten erfreulich unaufgeregten Überlegung.

  261. Mit der Reaktion Noah Sows hab ich kein Problem. Wenn man zu einer Lesung eingeladen wird, kann man schon erwarten, dass sich die Verantstalter ein klein wenig kundig gemacht haben über das, was ich so schreibe, und das, was ich erreichen will.

    Ein Problem habe ich mit Gestalten wie Nadine Lantzsch, einer Berufsbetroffenen, die die Deutungshoheit über jegliche Diskriminierung reklamiert, und zwar in einer überaus selbstgerechten und widerlichen Art und Weise. Damit usurpiert sie eigentlichen Opfer und macht letztendlich nichts anderes, als was sie anprangert. Bei solchen Freunden braucht man echt keine Feinde mehr.

    Als Frau und Feministin kotzen mich solche Gestalten extrem an.

  262. @Warren G. Harding

    Genau, Unverschämtheit. Aus der Sache lernen! Die beispiellose Gewalt nimmt kein Ende. Uns gehen langsam vor lauter Hyperventilation schon die Steigerungsbegriffe der Empörung aus.

    Die einzig richtige Reaktion ist der sofortige Abriss des Cafes, einschließlich Lampe und die sofortige Auflösung der Universität in Fulda.

  263. @Warren G. Harding

    ” In ordentlicher Form zu entschuldigen”, was verstehen Sie darunter? Ein langes Selbstbezichtigungsschreiben mit ausdrücklichen Demutsklauseln, doch bitte, bitte von weiteren Stafaktionen abzusehen? Beigelegte Fotos, die Selbstkasteiung belegend?

  264. @Maltefan

    Ja, die Bezeichnung der “Berufsbetroffenen” trifft das Problem sehr gut.

    Weisse Studentinnen, die gesellschaftlich selbst eine sehr privilegierte Stellung innehaben und aus dieser Stellung heraus Gruppen angreifen die vermeintlich noch etwas mehr privilegiert sind (weiße Männer), aber natürlich nur im Interesse “benachteiligten Gruppen” zu ihrem Recht zu verhelfen (z.B. schwarze Frauen)

  265. @ mühsamer Erich (30. Oktober 2011 um 09:30):
    Hey, astreine Satire!

  266. kopfschüttelnd

    Hat sich Noah Sow eigentlich schon für ihren peinlichen Auftritt und die Beleidigung des AStA und der Organisatorin entschuldigt? Lantzsch sollte sich ebenfalls für ihren hetzerischen Blogartikel entschuldigen, das eigentliche Opfer dieser Farce wird ja offenbar gezwungen, auf der AStA-Seite noch den Kotau zu proben, das ist eine unhaltbare Situation.

  267. Frau Schupp,

    “Natürlich hätte eine andere Referentin vielleicht den Vortrag trotz Lampe gehalten, vielleicht Noah Sow selbst an einem anderen Abend. Es geht doch gerade um die Subjektivität der ehemals Subalternen: Sie hat das eben in dieser Situation so entschieden und es ist ein Fakt, dass die anderen mit dieser Entscheidung leben müssen. ”

    Stimmt. Das ist ja völlig in Ordnung. Aber kritisieren darf man einen Vorgang schon, wenn die Betroffene ihn öffentlich macht, oder? Noah Sow stellt das Geschehen in ihrem Blog pointiert aus ihrer Sicht dar, also kann ich mich als Leser dazu verhalten. Aber genau dieses Sich-Verhalten dazu wird ziemlich erschwert, wenn diese Lantzschi von einem “bodenlosen Fass” spricht, das “nicht größer sein” kann.

    In Anbetracht der Tatsache, dass es hier um eine Koloniallampe ging und um eine Entschuldigung deswegen und um eine nicht gewusste seltene Abkürzung (man bedenke: Die Geschichte spielt in Fulda, dort gelten die Grünen noch als Kommunisten), also offenbar um Naivität und Unerfahrenheit und Gedankenlosigkeit, ist es wohl eher bodenlos übertrieben, hier von einem bodenlosen Fass (in Sachen Rassismus) zu reden.

    Natürlich entscheidet ein Betroffener, was er als rassistisch empfindet und nicht der Nicht-Betroffene. Ich (als Weißer) würde diese Lampe wahrscheinlich eher historisch interessant finden, in Bezug auf das unglaubliche Menschenbild damals, und bemerkenswert kitschig, sonst nichts. Aber sicher kann das ein Schwarzer oder eine Schwarze völlig anders sehen und empfinden.

    Dennoch sollte es möglich sein, die Absage von Noah Sow begründet zu kritisieren. Und das geht eben nicht mehr, wenn die Latte von Leuten wie Lantzschi (und Noah Sow selbst, wenn ich das richtig sehe) so hoch gehängt wird. Das ist dann auch eine Frage der Gesprächskultur.

    Und dieses “vielleicht Noah Sow selbst an einem anderen Abend” zeigt doch den individuellen Aspekt solcher Geschichten. Da immer nur die üblichen Vorzeichen zu diskutieren (schwarz oder schwul etc.) ist m.E. zu einseitig.

  268. @genova
    Ich finde, jeder Gast hätte bei einer dermaßen unprofessionellen Vorbereitung das Recht gehabt, den Vortrag zu schmeissen. Und so eine Lampe ist tatsächlich rassistisch; ich würde auch keinen Vortrag über Feminismus halten wollen in einem Raum, wo bspw. Frauen entwürdigend dargestellt werden — ganz egal, ob diese Darstellung einen historischen Hintergrund hat. Die Veranstalter hätten das wenigstens checken können.
    Und tatsächlich ist es ja offenbar nicht so, dass da nur “eine seltene Abkürzung nicht gewusst” wurde – die Veranstalter haben Noah Sow offenbar eingeladen, ohne ihre Bücher auch nur gelesen zu haben, denn sonst hätten sie die Abkürzung ja wohl gekannt.
    All das ergibt ein überaus ärmliches Bild der Veranstalter, und ich habe jedes Verständnis für die Abreise.

    Nicht allerdings dafür, dass Frau Lantzsch als diensthabender Definitionsobermotz für Rassismus da jetzt nochmal ordentlich einen drauflegen muss.

  269. Überbordender Subjektivismus von verzogenen Vorstadtgören ohne ernsthafte Probleme. Ekelhaft.

  270. malte,

    das eigentliche problem, nachdem ich mir jetzt den podcast rein gezogen habe ist doch, da redet ein tor mit einer torin, die torin ist heute keine mehr, was der tor fest stellt.

    nun ist der tor aber tor geblieben und realisiert, die ganze liebe, die er von den torinnen bekommt ist gar keine, es ist nur anhimmelei und die wächst sich aus und das nur in zwei jahren, der tor fühlt sich bedroht, die geglaubte anerkennung und wertschätzung entpuppt sich als einbildung. die gefühlte überlegenheit der eigenen position, aus der heraus der tor der torin gegenüber wohlwollend war, ist weg. die ex-torin stellt die überlegenheit des tors infrage.

    was macht nun der tor? sich weiter entwickeln? lernen?
    nein. er verdrängt die ursache seines ärgers. er ist und bleibt ein tor.

  271. @Stefan
    Bist du hier der Chefkomödiant?

  272. malte,

    ich versuche, zu verstehen und auf meinen letzen kommentar hin dachte ich mir, wird der tor darüber nachdenken oder wird er wieder seinem beißreflex nachgeben und in seiner abwehrhaltung verharren, in dem er versucht, das ganze ins lächerliche zu ziehen? oder.

  273. Passiv-aggressive Kommentare sind doch echt die besten :)

  274. Bei Stefan weiß ich noch nicht, was seine Entschuldigung ist: Gurkenkaiser ist ein so genannter absoluter Beginner, Lantzsch Fan von Angelina Jolie – welcher Minderheitenstatus berechtigt ihn wohl, eine Vollmeise mit sich rumzutragen?
    Arbeitslosigkeit allein zählt nicht. Howgh.

  275. maltefan

    hast du gelesen, was noah sow an weiße unterstützer_innen gerichtet geschrieben hat auf ihrer seite?
    als weißer kann man einfach gehen, in dieser situation, und ist es nicht eigentlich ehrenwert, den kopf hin zu halten, als nicht betroffener?

    ich meine, was diese weiße extorin jetzt abbekommt wäre sonst ungefedert auf noah sow geprallt (nicht, dass der schild sie vor fiesen seitenangriffen bewahren würde, aber ein bisschen was wehrt er ab)…
    also die torargumente: ich bin kein rassist, weil ich hab schwestern, ich würde mich nicht durch ein plakat verletzt fühlen, das liebe als unwichtig bezeichnet und ich muss dauernd an das n wort denken, wenn ich n wort sage und ich finde das witzig.

    nur mal so ein paar gedanken vom chefkomödianten;)

  276. malte

    es ist eine mischung aus erworbenen fähigkeiten, haltungen und empathie, die dem tor fehlen, ich zähle einige auf:
    - sich selbst nicht so wichtig nehmen
    - anderen zuhören
    - andere ernst nehmen, auch wenn sie aus tiefer verletzung heraus extrem wütend reagieren
    - das eigene dasein nicht über die anerekennung durch andere zu definieren, vor allem nicht durch junge mädchen
    - stolz, sich dafür auf minderheiten herum zu trampeln, zu schade zu sein
    - wertschätzung sich selbst gegenüber, so dass man sich nicht klein fühlen muss, wenn andere intellektuell an einem vorbei ziehen
    - mut, sich den eigenen fehlern zu stellen

  277. @stefan
    Ja, hab ich gelesen. Ich hab auch überhaupt kein Problem damit, Partei zu ergreifen für die Sache der Unterdrückten. Ich hab bloß was gegen diese hysterische Art, gleich nochmal ne Schippe draufzulegen. Wenn ich noch jedes Verständnis dafür habe, dass sich Betroffene dem “Immer nett sein und den Erklärbär spielen”-müssen verweigern und entziehen, fehlt mir jedes Verständnis für dieses “Ich spring auf den Zug mit auf und zeig’s Euch aber mal so richtig”-Gekreische einer völlig Unbetroffenen. Auch wenn sie hauptberuflich qua Gender-Studies-Studium Unterdrückungsexpertin ist.

    Es mag ja manchem irgendwie nett und putzig vorkommen, wenn man als Frau meint, gleich noch in die Schuhe aller anderen Unterdrückten und Marginalisierten schlüpfen zu können; ich finde das nur anmaßend. Man kann einen Diskurs auch mal auf einer anderen Ebene führen als “Ich bestimme, wie und worüber hier geredet wird, alles andere ist Gewalt”, vor allem, wenn man selber gar nicht zu den Opfern zählt.

  278. @chefkomödiant

    Nein. Nadine Lantzsch kann sich nicht dahinter verstecken, mit ihrer eskalierenden Einmischung nur einen “Schild” für Noah Sow geschaffen zu haben um sie vor “fiesen Seitenangriffen” zu bewahren.

  279. Hallo, seit gestern beschäftige ich mich näher mit der Medienelite von Nadine Lantzsch und ich bin einigermaßen verwirrt. Schaut man sich an, wie sie in Videos, auf Panels oder auf Vorträgen auftritt, sieht man eine junge Frau, die schüchtern, unsicher und weit davon entfernt ist, als besonders sprachbegabt aufzufallen. Die Schriftform hilft ihr. Ihre Lehrmaterialien auch. Google ist aber scheinbar ihre Waffe der Wahl.

    Das zum einen. Zum zweiten, macht sie eben eines nicht: Die tatsächliche Auseinandersetzung mit sich und ihrem Dasein. Sie versteckt ihre eigenen Privilegien (relativ abgesichert nach der Masterarbeit zu Hause zu sitzen und zu gucken was passiert) hinter Wortkonstrukten, die sie vor allem schützen. Schützen vor echter eigener Verantwortung. Das geschriebene Wort reicht als Tat.

    Aber was ich eigentlich sagen wollte, hat Kadda heute schon richtig gut gemacht: http://juliaschramm.de/blog/moderne/wahrheit-und-normen/#comment-1013

  280. Und Malte, das wünsch ich mir zum Opferfest: Bitte, bitte nach alldem jetzt nicht verbrodern.

  281. maltefan

    es sind nicht nur frauen, die da unterstützen, und ich sehe es anders als du, wenn ich mir betrachte, welch ein wust an rassistischen äußerungen, persönlichen beleidigungen, sexismen noah sows reaktion folgt, da kann man nicht wirklich davon sprechen, dass die reaktion der weißen extorin in irgendeiner weise unangemessen wäre.

    lawen4cer
    es reicht natürlich, dass du das sagst:)

    tobias
    nun, dank malte beschäftige ich mich auch mit diesem blog und unter uns, da ist viel hirnwixxerei dabei:) da kann man aktiv den meinungsbildungsprozess einer extorin verfolgen. was ich dort vorgefunden habe ist aber vor allem den willen, es besser zu machen, und nicht weiter im eigenen saft schmoren wollen, dank der vielen privilegien, die man so hat, frau auch. und zwischendrin finden sich einige perlen. eine davon ist dieser offene brief nach fulda.

  282. malte

    das was der tor macht, hat was mit arbeiten zu tun, also er ist leistungsträger? och, ernsthaft? na dann hat er ja endlich auch etwas gefunden, dass er sich das etikett minderheit auf die stirn kleben kann, sein trotzig-unreifes verhalten sei entschuldigt!

  283. @Warren G. Harding
    “Um diese Diskussion mal wieder zurück zu der Ernsthaftigkeit zu bringen, die sie auf den ersten paar Seiten hatte: Noah Sow ist hier das Opfer.”

    Ja, das Opfer einer Lampe.

    Entweder Frau Sow fühlt sich wirklich von einer dämlichen Lichtquelle angegriffen oder sie hat die Gelegenheit schnell erkannt und daraus einen aufmerksamkeitsfördernden Aufschrei konstruiert.

    Im ersten Fall würde ich ihr zu einer Therapie raten – im zweiten Leuten wie dir, attention whores wie Frau Sow zu meiden und mich wirklich relevanten Themen zu widmen.

  284. Es macht mich wütend, mit welchen Wohlfühlsorgen wir in diesem Land unsere Zeit verschwenden. EINE BESCHISSENE LAMPE.

    Solange Frau Sow keine wahren Sorgen hat…
    Opfern von wirklichem Rassismus muss dieser Mist wie eine Ohrfeige vorkommen.

  285. @Tobias
    Ich kann hier keine Lantzsch-Analyse liefern, nach dem Podcast hatten wir – was wahrscheinlich nachvollziehbar ist- keinen Kontakt mehr.
    Ob sie wirklich so privilegiert ist? Eher doch ist die Opferkarte ihre einzige Aussicht, irgendwann mal für etwas bezahlt zu werden. Vielleicht wird ja der Posten der Gleichstellungsbeauftragten an der Uni Fulda frei.

  286. maltefan,

    “Ich finde, jeder Gast hätte bei einer dermaßen unprofessionellen Vorbereitung das Recht gehabt, den Vortrag zu schmeissen. Und so eine Lampe ist tatsächlich rassistisch”

    Ja, die Lampe ist rassistisch. Ich habe so ein Ding noch nie gesehen und vermute, dass ich, sähe ich sie in irgendeinem Café, deswegen dem Betreiber keinen Rassismus vorwerfen würde, so wie ich dem Finanzminister nicht vorwerfe, ein Nazi zu sein, weil er im ehem. Reichluftfahrministerium, original restauriert, residiert. Das ist einfach mal meine Vermutung meines Verhaltens, vielleicht zu kunsthistorisch motiviert.

    Das ist aber auch egal. Wenn Frau Sow den Vortag nicht halten will, ist das eben so und sie entscheidet aus einer Position heraus, die ich akzeptiere muss. Sie ist betroffen, nicht ich. Ich habe jetzt immerhin gelernt, dass diese Figur auch 2011 wehtun kann, wenn man betroffen ist.

    Mich nervt nur, wenn ich aus der Betroffenheit von Frau Sow eine eigene simulieren soll. Ich hoffe mal, dass ich mit allen Diskriminierten dieser Erde prinzipiell solidarisch bin, kann mir aber meine eigene Perspektive nicht aus dem Kopf wegoperieren. Diese Solidarisierung, verbunden mit dem gehässigen Herumgehacke auf den vermeintlich Dominanten, halte ich teilweise für Heuchelei.

    Ich glaube, es wäre der Sache dienlicher gewesen, die Lampe wegstellen zu lassen und den Vortrag zu halten. Es wäre ja bei dem sicher aufnahmebereiten Publikum fruchtbare Aufklärungsarbeit möglich gewesen. Es geht da ja auch ums Abholen, wo der andere gerade steht. Selbst, wenn er in Fulda steht.

    Man könnte ja auch eine Privilegiertensituation daraus basteln, dass Frau Sow aus Hamburg kommt und in die Katholikenhohmanndreggerdeppenstadt Fulda reist. Ich nehme es dieser Studentin schlicht ab, dass die naiv ist. Und ich würde da eben nicht soweit gehen, dieser naiven, aber lernbereiten Frau die Tür zuzuschmeißen mit dem Hinweis, sie habe gefälligst das Buch zu lesen.

    Noch was:

    “die Veranstalter haben Noah Sow offenbar eingeladen, ohne ihre Bücher auch nur gelesen zu haben, denn sonst hätten sie die Abkürzung ja wohl gekannt.”

    Der Veranstalter war die Antira-Gruppe, was die wussten, ist unklar. Nicht gekannt hat die Abkürzung die Antifagrünestudentin. Sorry, aber davon, ob die eine diesen Begriff kennt oder nicht würde ich nun wirklich nichts abhängig machen. Das ist doch Kinderkacke.

    Andererseits führen diese Diskussionen hier und in anderen Blogs ja auch zu gewissen Klärungen. Ein paar unangenehme Männer markieren den Macho und mein Vorposter Florian kümmert sich jetzt um die wirklich relevanten Themen. Gratuliere.

    Aber ich habe zu solchen Themen und Fällen nie eine abgeschlossene Haltung. Man lernt ja manchmal auch hinzu.

  287. genova

    aber niemand fordert, dass du eine betroffenheit simulieren sollst, du bist doch betroffen, du akzeptierst, dass sich da jemand verletzt gefühlt hat, du lachst sie dafür nicht aus und versuchst statt dessen zu verstehen, woher diese verletzung kommt und akzeptierst, dass poc eben eine andere lebensrealität haben als weiße und deren dominanz wird hier und an anderer stelle ja offensichtlich.

  288. Ich durfte (…) Nadine Lantzsch aus nächster Nähe miterleben, über einen längeren Zeitraum, im beruflichen Umfeld, ums mal so zu sagen. Hier passiert genau das, was sie bezweckt: Aufmerksamkeit erheischen. Für die die Substanz ihrer Thesen keine Grundlage bietet.

  289. nicole

    also in dem offenen brief sind ja ziemlich viele grundlagen mitgeliefert… kann man von deinen drei zeilen jetzt ja nicht behaupten:) nix für ungut!

  290. Ich habe ein Problem mit dem Begriff “Rassismus”. Zum einen gibt es den sehr ausführlichen Wikipedia-Artikel, aus dem folgende Definition stammt, die dem Vernehmen nach weithin akzeptiert ist:

    Memmi (Wikipedia): „Der Rassismus ist die verallgemeinerte und verabsolutierte Wertung tatsächlicher oder fiktiver Unterschiede zum Nutzen des Anklägers und zum Schaden seines Opfers, mit der seine Privilegien oder seine Aggressionen gerechtfertigt werden sollen“

    Zum anderen findet man bei oder von Frau Sow Sätze wie den folgenden. Er ist natürlich aus dem Zusammenhang gerissen, aber mir scheint, dass damit die grundsätzliche Haltung vieler PoC beschrieben wird.

    Sow (Tagesschauinterview, auf ihrer Seite verlinkt): “…Rassismus ist ein System, in dem Weiße davon profitieren, dass sie bestimmte Privilegien haben. Es ist egal, wo diese Weißen wohnen.”

    Wenn ich mich mit dem Thema beschäftigen will, ist also erstmal nicht klar, wovon genau die Rede ist. Die Einschränkung “weiß gegen schwarz/nicht-weiß” ist offensichtlich zu speziell.

    Nehmen wir mal an, ich akzeptiere die spezielle Definition, also Privilegien von Weißen und so weiter. Dann kann ich durch Auseinandersetzung mit dem Thema wohl sensibler für die Erscheinungsformen des Rassismus gemäß dieser Definition werden und bei passender Gelegenheit dagegen wirken. Damit bin ich aber nicht sensibilisiert für andere “Heterophobien”,
    beispielsweise Islamophobie oder Feindlichkeit gegenüber Ausländern, die sich gar nicht durch das oberflächliche Merkmal “Hautfarbe” von mir unterscheiden. Desweiteren werden damit Konflikte von “Nicht-Weißen” verschiedener Ethnien untereinander überhaupt nicht erfasst.

    Sinnvoller erscheint mir also der allgemeine Rassismusbegriff, da dieser zur Bekämpfung eines viel weiter gefassten Spektrums von Diskriminierung geeignet ist, und weil er auf viele (alle?) Kulturkreise angewandt werden kann.

    Die praktische Auswirkung ist folgende: Will man heterophobe Diskriminierung allgemein bekämpfen, muss Unterrichtsmaterial allgemeiner ausgerichtet sein als auf die Auflösung schwarz-weißer Konflikte. Da ich seit längerem in kein Schulbuch geschaut habe, kann ich dazu nichts weiteres schreiben.

    Wollte ich nur mal einwerfen.

  291. @stefan
    Eine Frau und Feministin, die meint, die ganze Aufklärung damit diskreditieren zu können, dass Kant ein Rassist war, und die den Rechtsstaat als Unterdrückungsinstrument weisser Männer bezeichnet, ist also Deiner Meinung nach keine Torin mehr. Nimmt sich gar selber nicht so wichtig? Lölchen.

    Nadine Lantzsch weiss nicht, auf welchen Schultern sie steht, hat keine Ahnung von europäischer Geistesgeschichte, weiss nicht, wem sie es überhaupt zu verdanken hat, dass sie ihren “Rotz” ins Internet posten kann, spielt sich aber auf, als sei sie im Besitz der alleinigen Wahrheit und beansprucht jegliche Diskurshoheit für sich.

    Für solche Leute kenne ich ein passendes Sprichwort: Dummheit und Stolz wachsen auf demselben Holz.

  292. Hallo.
    Ich hätte als eine angemessene und gleichwohl saucoole Reaktion von Noa Sow erwartet, nämlich genau DA zu lesen. Neben dieser Lampe und sie als schönes Beispiel zu benutzen, ob nun als Diskirminierung ihrer Hautfabre oder einfach als schäbiges Einrichtungsobjekt. In der Lesung. Wenn alle zugucken und zuhören. Das hätte allen Anwesenden im Saal die Schamesröte ins Gesicht getrieben und die Veranstalter hätten sich die Peinlichkeit genau in diesem Moment gefallen lassen müssen.

    Aber weil man – wie hier so oft zitiert – sensibiliert ist, ist es wohl einfacher mit dem Finger drauf zu zeigen und Buhuhu zu rufen. [im übertragenen Sinne - ja ich las auch den Blogeintrag von Frau Sow]

    Ich möchte noch kurz darauf hinweisen, dass ich als hellhäutige Mitteleuropäerin bitte nun unter der Gruppe der PonC – people of no colour betitelt werde. Wer jetzt denkt ” Was bildet die sich ein, sich über den Begriff lustig zu machen?!” der irrt, denn Gleichberechtigung funktioniert in beide Richtungen. Ob man mag, oder nicht.

    Der ständige Hinweis und das immer wiederkehrende mit dem Finger aufs eigene Anderssein zeigen – ob Sensibilisiert oder auch nicht – führt genau zum Gegenteil, nämlich dass die Aufmerksamkeit eben wieder auf genau das Anderssein gerichtet wird.

    So geschieht es nicht selten, dass das kleinste Staubkorn fehlgeleiter Interpretation zum Anlass genommen wird, seine eigene Farbigkeit (wenn vorhanden – bitte stoßt euch nicht an dem Begriff, er vermag bitte nicht als diskriminierend verstanden werden) nochmals hervorzuheben und im angeschlossenen Nebensatz zu erwähnen, dass man als eben solche Person anderer Hautfarbe mit den und den Problemen umzugehen hat.

    Für mich persönlich auch eine Art Rassismus. Aber danach fragt ja auch keiner. Weil, wenn ausgesprochen, sofort eine Diskussionswelle losgetreten wird. Weil darf man ja nicht sagen. (und nicht “..das wird man ja wohl noch sagen dürfen..” oder derartiges. Bitte differenzieren.) Und ich würde mein Zigeunerschnitzel bitte weiterhin Zigeunerschnitzel nennen dürfen ohne von wütenden Over-the-top Menschenrechtlern gleich das Messer mit dem gewaltfrei gepresstem Bambusholzgriff im Rücken zu haben.

    Danke und.. : ich mein ja nur.

  293. Das Problem ist ja, dass zwar immer wieder betont wird, dass es nicht Aufgabe einer diskriminierten Gruppe sein kann, auf Diskriminierung hinweisen zu müssen, gleichzeitig Frau Sow sich aber genau diese Aufgabe auf die Fahnen geschrieben hat. Dieses Ziel wird durch solche Aktionen aber genau nicht erreicht. Die Abreise von Frau Sow führt nur bei denjenigen zu Bestürzung, die ohnehin schon hypersensibilisiert sind, wobei man dieses Spiel um absolute correctness ja (wie Malte dargestellt hat) als Weißer letztendlich sowieso nicht gewinnen kann.

    Der Rest aber schüttelt den Kopf über diese Posse und kommt vielleicht sogar zu dem Schluss, dass Diskriminierung wohl scheinbar nur noch ein Luxusproblem sein kann, wenn das schlimmste Übel nur noch darin zu bestehen scheint, dass irgendwo noch eine geschmacklose Lampe rumsteht und nicht, dass es etwa z.B. immer noch Gebiete gibt, in denen Poc sich nicht ohne Gefahr eines körperlichen Übergriffes begeben können.

  294. [...] Medienelite einen Brief, den Sie an den Asta Fulda schickte. Das wiederrum löste wohl aus, dass Malte Welding sich berufen fühlte sich zu der Angelegenheit zu äußern. Allerdings äußerte er sich nicht über die [...]

  295. [...] Medienelite einen Brief, den Sie an den Asta Fulda schickte. Das wiederrum löste wohl aus, dass Malte Welding sich berufen fühlte sich zu der Angelegenheit zu äußern. Allerdings äußerte er sich nicht über die [...]

  296. [...] Medienelite einen Brief, den Sie an den Asta Fulda schickte. Das wiederrum löste wohl aus, dass Malte Welding sich berufen fühlte sich zu der Angelegenheit zu äußern. Allerdings äußerte er sich nicht über die [...]

  297. Ich werde diskriminiert!

    dass es nicht Aufgabe einer diskriminierten Gruppe sein kann, auf Diskriminierung hinweisen zu müssen

    wer sagt das? wer darf das eigenlich festlegen?

    wer ein problem hat, muss es kommunizieren. andere – die ohne problem – sind da nicht in der pflicht. ich weigere mich, durch die welt zu laufen und auf anderer leutz diskriminierungen hinzuweisen. das ist nicht meine sache. wer rechte will, z.b. das recht auf selbstbezeichnung, hat auch pflichten: hier die pflicht diese bezeichnung zu kommunizieren.

    ich halte die hier wieder einmal deutlich gewordene haltung des passiven beleidigtseins mit dem verweis auf die eigene “hypersensibilität” für absolut schädlichen subjektivismus, der mit der carte blanche “diskriminierung” von der ganzen welt rücksicht auf den eigenen bauchnabel einfordert, aber nichts als gegenleistung zu bieten bereit ist. kein wunder, dass solche leute nicht aus der komfortablen opferecke raus wollen und die abstrusesten diskriminierungen erfinden.

  298. Ich werde das Gefühl nicht los, dass Monty Python schon alles zu dem Thema gesagt haben.
    Und wenn man dann noch das Gesamtwerk Larry Davids dazu nimmt – aber das sind ja auch bloß wieder Cis-Männer.

  299. Ich werde diskriminiert!

    Malte, wenn du schwarz – nee POC wärst, eine frau, homo- oder besser und transsexuell, dazu sichtbar behindert, übergewichtig (weightism), alt (ageism), hässlich (lookism) und einen migrationshintergrund hättest, dann hättest du immer recht. aber so … pech gehabt.

  300. Es stellt sich dann aber die Frage, ob die Zugehörigkeit zu einer dieser benachteiligten Gruppen biologisch bedingt ist oder nur ein gesellschaftliches Konstrukt darstellt.

    Da jede Form von Biologismus abzulehnen ist, ist es das gute Recht von Malte sich selbst als schwarz, weiblich etc. zu definieren.

  301. [...] about the discussion it sparked. Most articles on this subject matter (for example here, here and here, all in German) were debated quite heatedly with comments in the hundreds and accompanying tweets. [...]

  302. [...] nächsten Tag erscheint unter dem Titel “Im Herzen die Weißeste von Allen” ein Post bei Malte Welding. Der erste Beitrag, den ich von ihm gelesen habe. Und da war wieder dieses [...]

  303. @lawen4cer
    Übrigens tatsächlich ein Punkt, den ich nicht verstanden habe. Wenn der totale Konstruktivismus gilt – warum stoppt er genau an der Stelle, an der sich jemand als Nicht-Rassist bezeichnet? Wenn immer Selbstbezeichnung Fremdbezeichnung schlägt – warum in genau diesem Kontext nicht?

  304. Ja, Monty Pythons und vor allem weil @lawen4cer Satz: “Da jede Form von Biologismus abzulehnen ist, ist es das gute Recht von Malte sich selbst als schwarz, weiblich etc. zu definieren.” daran erinnerte: http://www.youtube.com/watch?v=GryQiamGxpY

  305. Ich dachte eher an die Volksfront von Judäa. Ah, die kommt da ja auch vor.

  306. Spalter!

  307. “Nehmen wir an, daß ihr euch darauf einigt, daß er keine Babys bekommen kann, weil er keine Gebärmutter hat, woran niemand schuld ist, nicht mal die Römer, aber daß er das absolute Recht hat Babys zu bekommen.”

  308. Ich werde diskriminiert!

    Wenn immer Selbstbezeichnung Fremdbezeichnung schlägt – warum in genau diesem Kontext nicht?

    weil das ganze konstrukt mumpitz ist.
    niemand von denen kann schlüssig erklären, warum selbstbezeichnung vor fremdbezeichnung gelten soll oder das geschecht eine sache der freien wahl wäre. oder warum es keine kollektivsubjekt gibt – bis auf den weißen heteromann.
    all diese egomanen prämissen gelten nur unter opportunitätsvorbehalt. zuvörderst wollen diese leute sich selbst “selbstbezeichnen” usw. was sie für sich reklamieren gilt aber längst nicht für andere. und warum ist das so? ja, weil sie pharisäer sind, die allein auf moralische gewinnmitnahme aus sind.

  309. maltefan

    ach je! na dann mach dich mal schlau:

    http://fokus-familienrecht.blogspot.com/2011/07/nadine-lantzsch-vielleicht-doch-zweimal.html

    hab ich jetzt extra für dich raus gesucht. und erklär mir, warum du dir das nicht selbst raus gesucht hast? ich meine, ich habe das damals auch gelesen und mir gedacht, na die spinnt ja, aber nach sorgfältiger prüfung der fakten… da ist das gleiche passiert wie hier auch. das ist wirklich arg, wie hier eine person versucht wird fertig zu machen und wie sich diese fehlinfos dann in den köpfen fest setzen, v.a. das sich niemand die fakten ansieht, das grenzt jetzt langsam an rufmord.

  310. [...] verfolge seit Sonntag die Diskussionen auf bei die Kadda und vor allem Malte Welding zu der Angelegenheit mit Noah Sow. Ich folge außerdem dem Blog von Feministische Generationen von [...]

  311. @stefan
    Du hast ja echt nicht mehr alle Latten am Zaun. Weil irgendjemand die kleine Lantzschi, die sich halt noch nicht so gut verständlich ausdrücken kann, verteidigt hat, machst du mich hier von der Seite an?
    Ich kann selber lesen, habe damals alle möglichen Kommentare gelesen, auch verteidigende, und habe die Stirn, mir eine eigene Meinung zum Thema zu bilden, die offenbar von deiner abweicht. Und die lautet weiterhin: Wer meint, die ganze Aufklärung dissen zu müssen, weil Kant ein Rassist war, der sollte nur noch mit einer Papiertüte über dem Kopf aus dem Haus gehen, anstatt sich als großer Genderobermotz aufzuspielen.

    @Nicole: Guter Text.

  312. [...] Im Herzen die Weißeste von allen „Und doch ist der Konvertitenfuror das, was ihre Texte so unerträglich macht. Es gibt in ihrem Denken keine Gelassenheit, keine Freundlichkeit, keinen nach vorne gerichteten Enthusisasmus. Alles ist Häme, jedes Wort ein nach oben gereckter Arm, der dem Mitschüler signalisiert: “Ich weiß was. Und du nicht.” Da lädt jemand eine Autorin ein, hat das Café, in dem gelesen wird, vorher nicht untersucht, und kennt die Abkürzung des in Deutschland nicht besonders üblichen Begriffs People of Color nicht: und wird dafür hingestellt, als hätte sie das Dritte Reich mit Gaskammern beliefert. Das ist ein Ichbinbesseralsdu-Wettbewerb, bei dem ich kotzen muss.“ [...]

  313. maltefan

    sag mal, liest du überhaupt, was da steht?
    “Es geht nicht darum, Rechtsstaatlichkeit generell in Frage zu stellen oder die Unschuldsvermutung abzuschaffen.”
    NICHT.
    ja wenn dir anscheinend entgeht, dass das da nicht gemacht wird, kann ich dir auch nicht helfen, deine unterstellungen sind falsch.
    weiters: kant war nun mal rassistisch. das wird auch niemand ernsthaft bestreiten. was glaubst du eigentlich, nur weil manche auch sehr sinnvolles hervor gebracht haben, waren sie heilige und fehlerfrei?
    hier ging es um rassismus, von dem noah sow betroffen war. sie wehrt sich und fordert weiße um unterstützung. dem kommen einige nach. und daraufhin fangen hier einige an, persönliche angriffe zu fahren, die ich nicht nachvollziehen kann.
    jetzt plötzlich geht es um gender? ja du liebe zeit, also ich bin jetzt zum dritten mal auf der medienelite gewesen. das ist ein kleiner blog. welches berohungspotential seht ihr denn in diesem persönchen? irgendwas scheint “die kleine lantzschi” ja bei dir auszulösen, dass du nicht mehr fähig bist, mal in ruhe zu lesen, was die da schreibt: einen mehr als gerechtfertigten brief an die asta fulda und wie hier die perspektive der betroffenen verhöhnt wird zeigt nur, dass es zu wenige solcher briefeschreiber gibt.
    ich meine, “mohr”, hallo? was soll das hier? was soll dieses verhalten hier, grad mit fleiß zu zeigen, wie egal einem die von rassismus betroffenen sind, videos zu verlinken, in denen sich andere darüber lustig machen, dass betroffene sich durch bestimmte wörter verletzt fühlen. haha. wie lustig, scheiß ich drauf, ich verwende es trotzdem. gehts noch? und das alles, weil ihr die kleine genderlantzschi nicht mögt?
    wie geschrieben, ich kann differenzieren. kant war rassist, aber eben auch aufklärer. du kannst das anscheinend nicht.

  314. @Stefan
    Ja, ich lese, was da steht, danke der Nachfrage, und auch noch einiges mehr. Du hingegen liest anscheinend überhaupt nicht, was ich schreibe.

    Weder habe ich irgendwo bestritten, dass Kant ein Rassist sei — das weiss ich nicht, aber es interessiert mich auch nicht, weil das nicht das Geringste mit den Errungenschaften der Aufklärung zu tun hat. Nadine Lantzsch benutzt das allerdings als Totschlagargument, um die ganze Aufklärung als als rassistisches Konstrukt weisser Männer abzutun.

    Noch habe ich irgendwo bestritten, dass diese Lampe rassistisch sei — im Gegenteil habe ich das mehrfach geschrieben. Also nochmal die Nachfrage: liest du eigentlich, was ich schreibe?

    Warum Leute wie Nadine Lantzsch mir mächtig auf die Eierstöcke gehen, habe ich auch schon mehrfach geschrieben, muss ich das jetzt wirklich nochmal wiederholen? Nein, es wurde kein “mehr als gerechtfertigter Brief” geschrieben, es wurde in der Wettrüstspirale der hysterischsten Reaktionen nochmal die eine oder andere Schippe obendrauf gelegt.

    “Gewaltvolle und übergriffige Reaktion” — Eine wohlmeinende, aber ahnungslose und naive Studentin, die zu recht für ihre Ahnungslosigkeit abgewatscht wurde, wird dann im Nachhinein von lantzschi, die noch nicht mal dabei war, auch noch hingestellt wie eine Horde marodierender Vergewaltiger.

    “Das bodenlose Fass könnte nicht größer sein” — Es ist also im Rassismus kein Steigerungspotential mehr vorhanden; mit einer blöden, gewalttätigen Lampe und einer wohlmeinenden, aber uninformierten und planlosen Studentin ist also die Spitze schon erreicht? Da fragst du dich nicht mehr wirklich, warum Feminismus und Anti-xy teilweise nur noch als Lachnummer wahrgenommen werden, oder?

  315. maltefan

    nein, ich frage mich hier gar nichts zum thema feminismus, denn hier ging es um rassismus. ich frage mich, warum diejenigen, die anscheinen ein lantzschi-feminismus-problem haben dann nicht dieses problem mit ihr klären, anstatt dafür ein anderes zu benutzen. das ist es, was die ganze aktion hier so mies macht. eure persönlichen streitigkeiten interessieren mich nicht und ich wiederhole es jetzt nicht noch einmal, der kollege hat es sehr schön zusammen gefasst, vielleicht zweimal hinsehen, bevor man mit dem bashing los legt und das trifft auch auf diesen fall zu.
    ich lese sehr genau. z.b. noah sows seite und die dort verlinkten ausgelagerten kommentare, und daraus geht deutlich hervor, was so ein einlassen auf die lampe bewirkt hätte: abstreiten, herunter spielen, ins lächerliche ziehen.
    dass dir die aufregung lächerlich vorkommt liegt daran, dass du nicht weißt, wie häufig schwarze rassismus in ihrem alltag ausgesetzt sind. diese lantzschi anscheinend schon. also, prügelt sie von mir aus für ihren feminismus aber nicht dafür, dass sie hier klar stellung bezieht.

  316. “Eine kommunikative Verständigung über die Grundlagen des Lebens gilt ihr als blasphemisch und gefährlich. Zur Vermittlung der „wahren Lehre“ benötigt sie organisatorisches Handeln und prägt über die indoktrinierende Institution nicht nur das Weltbild der einzelnen Menschen, sondern auch deren Sprache in einer Weise, die die Verständigung mit Aussenstehenden erschwert.”
    (http://de.wikipedia.org/wiki/Sekte)

  317. Meanwhile, echter Rassismus.
    http://faz-community.faz.net/blogs/fernsehblog/archive/2011/11/01/8-gruende-warum-die-macher-von-schwiegertochter-gesucht-in-die-hoelle-kommen.aspx
    Zitat:
    “8. Weil im Hintergrund “Africa” von Toto angespielt wird, wenn die dunkelhäutige Kandidatin im Bild zu sehen ist, und Vera Int-Veen, wenn dieselbe junge Frau beschenkt wird, aus dem Off sagt: “Das Geschenk hat voll ins Schwarze getroffen.”"
    und:
    “Die dunkelhäutige Kandidatin (gebürtig aus Kenia) muss trommeln, tanzen (…) und bekommt konsequenterweise nur Bettwäsche mit Giraffen und Savannenmotiven drauf.”

    Wie bitte kann SOWAS vom Rot-Braunen Mob ignoriert werden? Müsste man nicht sich darüber echauffieren, wenn man tatsächlich Antirassist ist und nicht Berufsklugscheißer, Vollzeitbetroffener und allgemeiner passiv-aggressiver Jammerlappen?
    Meine Fresse.

  318. Warren G. Harding

    Und weil RTL rassistisch ist, sollen wir den rassistischen Übergriff auf Noah Sow ignorieren?

  319. Welchen nochmal?

  320. Was heutzutage manchen schon alles als “Übergriff” gilt…

  321. @Stefan

    Aus dieser Reaktion:
    “Das können wir doch lösen. Ich kannte ja das Café vorher gar nicht.”

    wird von einer an Konflikt Interessierten:
    “Das bodenlose Fass könnte nicht größer sein, wird leider aber noch übertroffen von den gewaltvollen wie übergriffigen Reaktionen und der Supremacy-Haltung (…)”

    Das bodenlose Fass, das eigentlich nicht größer sein könnte, wird durch die Reaktion “Das können wir doch lösen. Ich kannte ja das Café vorher gar nicht”, die als übergriffig empfunden wird (von einer anderen Weißen, nämlich besagter Berufseskaliererin), noch: übertroffen. Das bodenlose Fass!
    Selbst wenn ein Dreijähriger, der gerade von einer Kommission zum Dalai Lama erkoren wurde, diesen Zusammenhang mit dieser Empörungsviruosität hergestellt hätte, hätte er Hohn, Spott und kein Marilleeis verdient.
    Aber so ist es einfach Loriot.

  322. @stefan
    Rassismus und Feminismus wird doch von den Lantzschis dieser Welt als großer Unterdrückungszusammenhang verstanden, da brauche ich doch nichts mehr vermischen. Das geht doch schon aus dem Totschlagargument “Kant=Rassist –> Aufkläruntg = Unterdückungsinstrument weisser Männer –> Rechtsstaat taugt nicht zur Verfolgung von Vergewaltigungsvorwürfen” hervor. Was Lantzschi vereint, das soll der mensch nicht trennen.

    Ich habe auch kein persönliches Problem mit Lantzschi, mir geht nur ihr dämliches Geschwurbel auf den geist. Beispiel gefällig? “Rassismus ist kein Problem von Menschen, die tagtäglich mit den Wirkungen und Folgen von Rassismus umgehen müssen, sondern ein Problem von weißen.” Lassen wir mal die absolut hanebüchene Implikation beiseite, dass Nicht-weiße niemals Rassisten sein können (Sudan, anyone?), dann bleibt immer noch die geilste Umdefinition des Wortes “Problem” seit Orwells Neusprech. Ein Problem hat jetzt also nicht mehr der, der unter einem Zustand leidet und ihn ändern möchte, sondern der, der den Zustand gar nicht wahrnimmt oder ihn vielleicht gut findet. Also wenn Dir morgen einer eine reinhaut, dann hast nicht Du das Problem, dass die Zähne wackeln, sondern der andere. Was glaubst Du denn, wer bereit ist, derartigen Wortvergewaltigungen zu folgen? Doch nur diejenigen, die eh schon sensibilisiert sind und was ändern wollen, wie beispielsweise irgendein Provinzasta, der sich dann auch prompt demütig in den Staub wirft und um Verzeihung winselt. Alle anderen glauben doch höchstens, dass Lantzschi ein Rad abhat.

    Damit ist dann aber auch klar, dass diese Cargo-Kult-Wissenschaft gar nicht darauf ausgelegt, die gesellschaftlichen Verhältnisse zu ändern, sondern nur dazu, dass Gestalten wie Lantzschi sich anderen, die keine Zeit oder Lust haben, sich deren Technobabbel anzueignen, überlegen fühlen können.

  323. “Und weil RTL rassistisch ist, sollen wir den rassistischen Übergriff auf Noah Sow ignorieren?”
    Das habe ich nicht geschrieben. Ich frage, warum ihr RTL ignoriert.
    Die Antwort ist: Weil es zu einfach wäre sich mit denen anzulegen. Da würde man ja Rückhalt bekommen – was sich mit Sekterier- und Opfertum bekanntlich nicht gut verträgt.

  324. [...] um Noah Sow (Noah Sows Blogeintrag, Nadine Lantzsch Kommentar zu Noah Sows Blogeintrag und Malte Weldings Kommentar zu Noah Sow und Nadine Lantzsch) fand ich nur so mittelspannend aber in ihr spiegelt sich die Problematik einer bestimmten [...]

  325. [...] ist in den Kommentaren von weißen Männerbündnissen zwischen Don Alponso und Malte Welding die Rede, die Lantzschi (stellvertretend für die Frauenwelt bzw. als Gegenmeinung kleinreden und [...]

  326. [...] diesen beiden Blogposts rekonstruieren lässt: To Whites It Should Concern von Nadine Lantzsch und Im Herzen die weißeste von allen von Malte [...]

  327. Ich finde die Diskussion über Frau Lantzsch müßig; mit ihr diskutieren ist ja ihrer stringenten Kommentarauswahl gar nicht möglich. In einem Terry-Pratchett-Roman wäre sie Mitglied der “Campaign for Equal Heights” oder würde diese für sich gründen. Sie desavouiert mit ihren Beiträgen ihr behauptetes Anliegen. Dessen ungeachtet gewinnt sie bei ihrer Zielgruppe den wohl erhofften Zuspruch; und darüber hinaus findet sie auch bei ihren Kritikern eine Aufmerksamkeit, die nicht durch von Qualität oder Originalität ihrer Texte gerechtfertigt ist, sondern alleine wegen eines grotesk übersteigerten Absolutheitsanspruchs. Harald Schmidt – war er es zuerst? – hatte einst den Begriff der Medienhure geprägt.

    Leider zu kurz kommt bei dem “Lampenfall” Frau Sow – wahrscheinlich aus rassistischen Gründen, man sollte das als Weißer bei sich selbst nie ausschließen. Frau Sow hat wie Mario Barth ihr monothematisches Programm gefunden, mit dem sie seither tourt, nur sind die Lacher ungleich verteilt – aus meiner Sicht unverständlicherweise. Denn sie hat schon den galligen Humor einer Kabarettistin, wenn sie beispielsweise Rassismus als von Weißen ausgehend definiert, während Geschichte und Gegenwart wie mit dem Genozid in Ruanda oder dem Darfur-Konflikt ja vielfach und ständig gegenteiliges lehren. Da wird dann auch mal das Bild einer geschmacklosen Lampe “nicht gewaltfrei”, selbst wenn Menschen rund um den Globus diese Einschätzung wohl nicht teilen können bzw. gerne den Luxus hätten, dass Gewalt nur der Anblick einer Lampe ist.

  328. Schön, worüber man hier tagelang angestrengt diskutieren kann, um die eigene Deutungshoheit zu erlangen. Mir ist eure ganze Debatte völlig egal. I am the 99 %.

  329. Was mich am meisten überrascht hat, ist die Tatsache, dass man Kompetenz jetzt studieren kann.

  330. Ich kannte den Begriff PoC bis vor kurzes auch nicht.

    Und wir leben hier immer noch in Deutschland.

    Wenn es der Frau Sow nicht passt, das in diesem Land deutsch gesprochen wird, kann sie gerne ausreisen.

    Unglaublich: Ich gehe doch auch nicht in ein afrikanisches Land und schreibe des Leuten vor was sie zu denken oder wie sie zu sprechen haben.

  331. Was ein Schwachsinn!

    @Gurkenkaiser
    “Es fängt ja schon an wo man völlig Anführungszeichenfrei was von “Menschen mit anderer Hautfarbe” schwadroniert. Welches Denken steht dahinter? Weiß als standardeinstellung, die “anderen” als Sonderfall.”

    Ach, und wenn ich, was weiß ich, turmalinhäutig bin, hätte malvenfarbige, neonorange, und mintgrüne keine andere Farbe als ich?

    Und anhand eines Kommentars lassen sich selbbstverständlich auch sofort die sexuellen Präferenzen des Kommentierenden ersehen?

    Merkt Ihr eigentlich noch was, mit Eurem Gepantsche aus Gegender, Selbstgerechtigtkeit und PC?

    Ich schließe ich mich außerdem dem Verweis des Don Alphnso an und fühle mich im übrigen ab sofoert kunsthistorisch diskriminiert…

  332. Ich werde diskriminiert!

    Weiß als standardeinstellung, die “anderen” als Sonderfall.

    so ist das. und zwar kontextabhängig. wenn ich pro woche eine/n “PoC” sehe, dann ist das ein sonderfall. wenn ich in afrika bin, wo man jeder woche einen weißen sieht, dann ist das der sonderfall.

  333. [...] #split {}#single {}#splitalign {margin-left: auto; margin-right: auto;}#singlealign {margin-left: auto; margin-right: auto;}#splittitlebox {text-align: center;}#singletitlebox {text-align: center;}.linkboxtext {line-height: 1.4em;}.linkboxcontainer {padding: 7px 7px 7px 7px;background-color:#ffffff;border-color:#ffffff;border-width:0px; border-style:solid;}.linkboxdisplay {padding: 7px 7px 7px 7px;}.linkboxdisplay td {text-align: center;}.linkboxdisplay a:link {text-decoration: none;}.linkboxdisplay a:hover {text-decoration: underline;} function opensplitdropdown() { document.getElementById('splittablelinks').style.display = ''; document.getElementById('splitmouse').style.display = 'none'; var titleincell = document.getElementById('titleincell').value; if (titleincell == 'yes') {document.getElementById('splittitletext').style.display = 'none';} } function closesplitdropdown() { document.getElementById('splittablelinks').style.display = 'none'; document.getElementById('splitmouse').style.display = ''; var titleincell = document.getElementById('titleincell').value; if (titleincell == 'yes') {document.getElementById('splittitletext').style.display = '';} } Weihnachtskarten gestalten, drucken – noch rechtzeitig zum Fest!SchlosskapelleDemokratie braucht uns – Offener Brief gegen die Demokratieerklärung im Programm “Weltoffenes Sachsen”Offener Brief an Bundeskanzlerin Merkel: Warum beleidigen Sie Menschen, die ein Grundrecht wahrnehmen?Peter Hille: Ich bin, also ist SchönheitUnterwegs im Web 2.0: ein KommentarWas sagt das Bildungsniveau eines Menschen über diesen Menschen aus? Ganz einfach: Sein Bildungsniveau.Alles gut verpackt!?Ich will Bestatter werden – BestatterweblogIm Herzen die Weißeste von Allen [...]

  334. [...] Video, Joghurt-Spot – Video, Noah Sows Erlebnis, Lantschi über Noah, Malte Welding über Lantschi, Das Projekt Hatr.org, Antje Schrupp über das [...]

  335. [...] Weldinggate (nochmal: Noah Sows Erlebnis, Lantschi über Noah, Malte Welding über Lantschi) [...]

  336. Alter Beitrag, ich weiß (pun not intended).

    Finde es aber trotzdem erwähnenswert, daß ausgerechnet die Mädchenmannschaft, für die Lantzschi schreibt, kürzlich ihr eigenes Lampengate hatte, wieder mit Noah Sow:
    http://maedchenmannschaft.net/stellungnahme-aufgrund-der-ermoeglichung-rassistischer-reproduktionen-bei-mmwird5/#comment-202432

    Aber keine Panik: die “weiß positionierten Autorinnen der MM” werden ein “Critical Whiteness Training” absolvieren.