Eva Schweitzer und die Hodenlosigkeit deutscher Blogger

Eva Schweitzer, eine Journalistin, deren Anwalt (entgegen Schweitzers Wunsch) einen Blogger abmahnte, weil dieser einen ihrer Artikel in weiten Teilen kopiert hat, äußert sich zu der Angelegeheit. In ihrem Artikel wird deutlich: Die empörungsbereiten Blogger haben nicht nur keine Eier, sie sind nicht bloß sexistisch, borniert, denk- und redefaul, nein: Ihnen geht auch vollkommen die Fähigkeit ab, selbständig einen Text zu erstellen. Im Gegensatz zu Frau Schweitzer, weshalb eben Blogger von Schweitzer klauen und nicht umgekehrt.
Moment, klauen? Geistiges Eigentum ist doch immer Eigentumsanmaßung, die Gedanken sind frei und die Nutellabrote schmiert die Mama?!
Ja, klar. Aber Creative Commons war ursprünglich gedacht als Möglichkeit, Ideen zu erweitern. Es war nicht so gedacht, dass ganz unten in der Nahrungspyramide ein paar Contentidioten sich etwas einfallen lassen und oben werden die mittelalten Blogmännchen dafür gefeiert, dass sie in der Lage sind, Videos einzubinden und Links zu setzen. Die zum Denunziantentum neigenden deutschen Topblogger können nicht bloß nicht telefonieren, weil sie ja immerzu daddeln auf ihren Telefonen, die klüger sind als sie selbst, sie kriegen ihren Rechner auch nicht mehr hochgefahren, um etwas Eigenes zu produzieren.
Aber Empörungserektionen, die gehen noch. Glückwunsch.

91 comments

  1. Heute in der Galerie der beliebtesten AbmahmerInnen: Eva, die Abmahnfee.

  2. :D selten so gelacht. markus & johnny. und alle so: yeah!

  3. Aus Eva Schweitzers Blog-Eintrag ist eine ziemlich hochgetragene Nase herauszuhören.

  4. Nur getroffene Hunde bellen. Recht hat Sie, die Frau Schweizer!

  5. der herr schroeder

    Diese Stellungnahme von Frau Eva Schweitzer klingt vollkommen nachvollziehbar. Und Ihre Gedanken zum Thema sehr passend. Ohne Hoden, Kein Hodenbaden!

  6. Auf diesem Weg möchte ich ihnen indirekt zustimmen, auch wenn ich die inneren Details im einzelnen nicht kenne. Aber letzten Endes sollte man da viel weiter gehen und sich mal genau anschauen, was am Ende noch Eigenkreativität ist und wo der Ideendiebstahl anfängt, dies gilt vor allem für Leute die sich täglich im Netz bewegen, egal ob Blogger oder Journalisten. Ich fand es schon sehr surreal, wieviel von meinen Ideen in den letzten Jahren Eingang gefunden hat in diverse Artikel von unterschiedlichsten Bloggern – ich habe das bestimmt auch gemacht. Bewusst oder unbewusst. Irgendwann beginnt man nämlich zu glauben, man würde Einfluss nehmen, thematisch oder sonst wie. Trotzdem – letzten Endes bleibt es dabei, dass man niemals auch nur geringfügig irgendwie davon profitiert, dass andere die eigenen Ideen und Inhalte für ihre Zwecke benutzen. Leider wird der Content dann auch noch in eine falsche Richtung gezerrt.

    Sollten auch Sie mal drüber nachdenken, Herr Welding!

    Freundliche Grüße

  7. Ich glaube ja, daß man beide Positionen zugleich vertreten kann: Daß Frau Schweitzer deutlich übers Ziel hinausgeschossen ist und mit der selbst ausgelösten – Wille hin, Ahnungslosigkeit her – Abmahnerei kein Augenmaß besessen hat und dies auch im Nachhinein (noch) nicht begreift. Und daß das Zitat bei nomnomnom zu lang ist und nicht im Geringsten weiterentwickelt wird, also ja: fremden Content auf die eigene Seite hievt, ohne das irgendwie selbst weiter zu veredeln. Insofern fühle ich mich nicht empörungseregiert, sondern eher genervt bis gelangweilt.

  8. Die Schweizer hat se doch nicht mehr alle. Erst auf dicke Hose machen und dann mit einer arroganten Attitüde großmäulig einknicken.
    Als Gegenleistung fuers Einknicken sich von Philipp den Apfel flicken lassen. So eine gütliche Einigung gabs doch vor einigen Wochen schon mal. Nur mit einer Tasse Tee.

  9. @ratzfatz
    viele deiner Ideen?
    Welche denn?

  10. Also, meines Erachtens ist Frau Schweizer deutlich übers Ziel geschossen. Mag sein, dass das Zitat zu lang war, aber Deshalb gleich mehr als 2.000 Euro? Muss nicht sein. Zumal besagter Artikel bei Zeit nur 89 Euro Wert!

    Was den fall für mich aber wirklich zur Frechheit macht, ist der Ton, den Frau Schweitzer in ihrer Stellungnahme anschlägt. Vermutlich läuft sie in new York desöfteren gegen eine Laterne, weil sie die Nase so hoch trägt, dass sie nicht erkennen kann, was vor ihr passiert.

  11. @Matze
    Ich finde das erfrischend. Besser als dieser Opferkult in den Blogs.

  12. @Oli
    Aus dem oben verlinkten Artikel geht doch Schritt für Schritt das Zustandekommen dieser Summe hervor.

  13. von jemandem dessen brotberuf öfter als nicht im zusammenschustern einer blogschau für die netzzeitung bestehet ein spannende these.

    und das frau schweizer als ehemalige hausbesetzerin … aber so ist das mit den nordischen paarhufern eben …

  14. So auf Anhieb wüsste ich auch nicht, wer weiter über das Ziel hinausgeschossen ist: Johnny oder die Abmahn-Eva. Tatsächlich ist Johnnys Pöbelei genausowenig angebracht wie die hohen Geldforderungen von Eva – dennoch hat nomnomnoms Seite keinen Grund sich auf ein Zitierrecht zu berufen, nicht bei sowenig Eigenleistung. Alles in Allem wäre ein respektvolleres Herangehen beiderseits erfreulicher als dieser Grabenkrieg im Sandkasten.

  15. @malte, ja so einige. und es ist im grunde genommen nur moralisch verwerflich. haftbar machen kann man dafür niemanden. ich denke, ich bin da auch nicht die einzige, der es so ergangen ist. man fühlt sich nur irgendwann etwas komisch dabei, wenn man sehenden auges seine eigenen ideen davongaloppieren sieht. ja ich weiß – dass ist im prinzip nur die exakte variante von creative commons: jemand entwickelt deine idee weiter. im grunde genommen liegt es dabei auch ein stück weit an einem selbst, wie man mit seinen gedanken im internet umgeht. mir hat das zum großteil auch nicht weh getan. aber das ist genau das, was du mit „contentidioten“ umschreibst und damit sehr gut auf den punkt gebracht. ich habe meine medienkompetenz diesbezüglich insofern weiter entwickelt, dass ich zum beispiel nicht mehr blogge, um einem regelmäßigen abschreiber (journalist) nicht mehr futter zu geben und dass ich, wenn ich irgendwo kommentiere, immer darüber nachdenke, ob es auch mir was nutzt. sehr engstirnig und eigensinnig – ich weiß. aber dass sind die lehren, die ich daraus gezogen habe.

  16. Sind Autoren nach der Veröffentlichung entrechtet?

  17. @westernworld
    Da du im Falle eines erneuten Nachdenkens sicher selber auf den Unterscheid stoßen würdest, erspare ich mir eine Antwort.

    @ratzfatz
    Du würdest mich sehr glücklich machen, wenn du ein einziges Beispiel nennen könntest.

  18. @malte. nein, das möchte ich nicht. das würde mir nämlich nichts, rein gar nichts bringen. es handelt sich dabei auch nicht um große multikonzerne, sondern nur um einzelne autoren, blogger wie journalisten. wenn du mir so nicht glaubst, dann nimm es einfach als eine phänomen-beschreibung. ist ja nicht weiter wild. gehört aber dazu, wenn man sich täglich im netz bewegt. also hake es unter medienkompetenz ab. o.k.? danke! :)

  19. ein beispiel wäre: man schreibt einen blogartikel und ein anderer übernimmt verschiedene formulierungen daraus in seinen text – nennt man auch tendenziöses schreiben. wenn jemand das öfters macht, fällt das dem erst-autoren natürlich auf. ein weiteres beispiel – ganz normal, jemand hat eine idee, wie man eine schwieriges thema angehen könnte und jemand anderes schreibt aufgrund dieser idee einen artikel, der dann viel lob bekommt – lob aufgrund der herangehensweise – u.s.w. …

  20. Danke. Einfach danke. Die Selbstgerechtigkeit dieser digitalen Lafontaines und die vollkommen unkritische Hexenjagd der Kommentatoren dort, rechtfertigt ex post jede, aber wirklich jede Beleidigung der Bloglandschaft. Blogorrhoe, ick kann dir riechen.

    (Abseits der Frage, welche Rolle deine Antipathien bei der Meinungsfindung gespielt haben)

  21. Vielleicht in der Sache ganz erhellend: Der Artikel eines Journalisten, der von Gawker verlinkt wurde – und sich zunächst gefreut hat, bis sein Redakteur sagte: „They stole your story. Where’s your outrage, man?“
    http://www.washingtonpost.com/wp-dyn/content/article/2009/07/31/AR2009073102476.html?sid=ST2009073103389

  22. @ratzfatz: Namen bitte. Wenn schon, denn schon. Und ein konkretes Beispiel. Das muß ja wirklich beachtlich gewesen sein.

  23. Das abgehobene Verhalten der Frau Schweitzer: http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,657868,00.html
    Mich erinnert es jedenfalls an die im Artikel geschilderte Frau Westermann.

  24. malte, du musst doch nicht die lücke füllen, die fonsi hinterlassen hat. das steht dir doch gar nicht.

  25. @matthias schumacher weißt du – ich bin nicht wahnsinnig, das zu tun. und persönlich am nervigsten fand ich vor allem die abschreiberei. dass mit den ideen, die relativ schnell von anderen weiterentwickelt werden können, habe ich vor drei jahren beim ersten mal sofort begriffen und deswegen ärgert mich das zum großteil gar nicht so sehr (außer wenn es denn schon mal in die kommerzielle richtung ging) – weil ich es wusste. wenn aber jemand meine formulierungen ungefragt für komplett andere zwecke missbraucht, zudem mir unglaublich feindlich gesinnt ist und auch sonst ziemlich häufig meine person, mein schreiben – mein sonstiges leben für seinen scheiß benutzt – dann wird man irgendwann sehr, sehr wütend.

    und ich entschuldige, dass ich maltes kommentarfunktion dafür missbraucht habe, dass meine wut auf diese person endlich bei ihm ankommt und er begreift, wie ekelhaft und widerwärtig sein verhalten gewesen war. die letzten artikel sind anders. ich blogge ja auch schon seit geraumer zeit nicht mehr.

    nenn es kleinkrieg matthias, aber mit bestimmten leuten lege ich mich öffentlich nicht mehr an.

  26. malte, ich hab deinen text jetzt mehrmals gelesen, weil ich mir nicht sicher war, ob er eine grade oder ungrade zahl ironischer brüche enthält, was ja entscheidend für das textverständnis ist.

    langsam ahne ich: er ist gar nicht ironisch gebrochen.

    was mich zur ersten frage bringt: hä?

    und zur zweiten: kannst du mal ein bis sieben beispiele für deutsche topblogger beim denunzieren nennen?

  27. Ja, man kann schon sehr staunen über die Anschlussfehler im Logischen… Mal ist das Recht für alle da und mal werden die Dominosteinchen in die andere Richtung gekippt. Stimmungsbarometer.

  28. Was amüsiert mich mehr? Dieses Trara mit einem Anwalt, das sich auch mit einer kurzen E-Mail hätte klären lassen oder das Fingerdeuten auf die Eierlosen vom Eierlosen.

  29. @ratzfatz: Na dann drück ich mal die Daumen;)

  30. @nilz @stefan
    Stefan, als ich einmal eine Kollegin von dir interviewt habe, bekam ich am nächsten Tag eine Mail von ihr, in der sie fragte, warum ich diese Beschimpfungen (gemeint waren zwei unfreundliche Kommentare) stehen lasse. Mir war das weiter gar nicht aufgefallen. Bei der Gelegenheit habe ich mich gefragt, was für eine seltsam dicke Haut ich durch das Internet bekommen habe. Wenn nun Frau Schweitzer sich darüber wundert, warum sie in einem Blog vorgeführt wird, obwohl sie formaljuristisch im Recht ist und moralisch umgehend einen Fehler eingeräumt hat, wenn darüber hinaus sich dutzende von Kommentatoren darüber ergehen, was für ein seltsamer Mensch diese Frau ist, dann mögt ihr beide denken: So ist halt das Netz – heute schreien alle rum und morgen ist wieder ein Popstar gestorben oder eine Katze duscht. Für sie ist es aber im Moment ziemlich beschissen.
    Dass ihr euch da mit jemandem solidarisiert, von dem ihr zu glauben scheint, es würde euch etwas mit ihm verbinden – sei es geschäftlich oder was auch immer, finde ich bedauerlich. Denn ihr schreibt beide nicht mit dieser Volkstribunenhaltung.

  31. @Tinchen
    Mir fehlt da der Kontext.

  32. Danke.
    Ich dachte schon, die Blogs sind – quasi automatisch – wieder mal nur voller Hasstiraden (die, die ich heute besucht hatte, waren’s) weil da jemand tatsächlich wagte, einen Dieb abzumahnen.

  33. Ich finde es skandalös, von einer Journalistin zu klauen, die nicht mal richtig Deutsch kann. (Es heisst Lawine, Frau Schweitzer. Nicht Avalanche.)

  34. Wir dürfen eines nicht vergessen: Frau Schweizer hat Philipp immer noch am Haken. Und wenn es um das liebe Geld geht, sind wir alle Raubtiere. Philipp ist erledigt.

  35. Ich sehe daseher so dass sich Frau Schweitzer sehr wirkungsvoll selbst hingerichtet hat. Ziemlich egal, wer hier in der Sache recht hat — wer so dummdreistet Zeug daherschwadroniert, sollte ohnehin eher seine Leser bezahlen als umgekehrt.

  36. @ratzfaz: Ideen sind NICHT geschützt – die Gedanken sind noch immer frei und jeder, der mag, darf Gedanken von anderen übernehmen und weiter denken.

    Was geschützt ist, ist die FORM, die Darstellung, das jeweilige WERK – konkrete Texte also, nicht die Ideen selbst, von denen sie handeln.

    Und es ist gut, dass es so ist, denn sonst wären alle lahmgelegt, weil quasi alle Ideen und Gedanken der Vergangenheit GESCHÜTZT wären: Ende aller Weiterentwicklung!

    Davon abgesehen finde ich es angesagt und anständig, jemanden zumindest zu nennen, bzw. lobend zu erwähnen, dessen Ideen man sich grade zu eigen gemacht hat.

    Erzwingen kann man diesen Anstand aber nicht.

  37. „Was geschützt ist, ist die FORM, die Darstellung, das jeweilige WERK – konkrete Texte also, nicht die Ideen selbst, von denen sie handeln.“

    Genau darum ging es mir!
    Herzlichen Dank!

    „Davon abgesehen finde ich es angesagt und anständig, jemanden zumindest zu nennen, bzw. lobend zu erwähnen, dessen Ideen man sich grade zu eigen gemacht hat.

    Erzwingen kann man diesen Anstand aber nicht.“

    Leider zu häufig nicht.
    Aber ich habe Hoffnung. Und mehr als das.

  38. Malte, das hier ist ein großer Haufen Bullshit und wenn Du ein kleines bisschen Bescheid weisst über die Implikationen des Webs auf Copyright und die Cut’n’Paste-Kulturtechnik, dann weisst Du das auch.

    1.) >obwohl sie formaljuristisch im Recht ist

    Das entscheidest nicht Du sondern ein Gericht. Ob das Zitat zu lang war, geschenkt. Es ist ein Zitat und ein Hinweis, dass da ein toller Text steht. Dass dabei aufmerksamkeitsökonomische Nebeneffekte entstehen (z.B. „super, Nomnomnom hat auf den Text hingewiesen, sonst niemand!“) ist dabei juristisch zwar unerheblich, aber auch Du weisst: Die Justiz hängt den realen Gegebenheiten immer ein paar Jahre hinterher. Ein progressiver Richter könnte hier also durchaus zugunsten von Philipp entscheiden.

    Außerdem wurde bei der Abmahnung die urheberrechtliche Deckelung der Kosten schlicht „übersehen“.

    2.) Deine Nachtreterei gegen mittelalte Blogger geht mir enorm auf den Sack. Das ist extrem unfein. Und auch das weisst Du eigentlich. You’re no gentleman. Wahrscheinlich empfindest Du das als Kompliment. Da hast Du was mit Trollen gemein, genau wie Fonsi. Da hab ich nur einen Rat: Learn more about Online-Conversation.

    3.) Verfechter des Copyrights (zu denen ich Dich jetzt einfach mal dazu zähle, obwohl ich weiß, dass Du da ambivalent eingestellt bist) behaupten immer, die Kopier-Mentalität des Internets führe zu einem Ende der Kreativität.

    Tatsächlich bin ich überwältigt von der Kreativität und dem Output, den das Netz trotz der ihm innewohnenden Kopiertechnik offenbart. Wie kommt das? Wie kann sich eine Meme entwickeln? Wie kann ein banales 5-Sekunden-Video eines sich umdrehenden Erdhörnchens tausende Remixe nach sich ziehen? Wie kann ein Erdhörnchen die Kreativität tausender Menschen nach sich ziehen?

    Die Antwort ist einfach: Der Link. Die Vernetzung. Die Vernetzung der Menschen und ihrer oftmals absurden Ideen. Aber das haben weder Du noch Frau Schweitzer in ihrer juristischen Verblendung kapiert.

    Schade.

    (P.S.: Ich finde es einigermaßen absurd, dass man hier einem gestandenen Online-Journalisten Lektionen in Online-Journalismus erteilen muss. Aber scheinbar weiß Malte tatsächlich nicht, was das Prinzip Internet für Medien wirklich bedeutet.)

  39. Wow, Malte zeigt was bloggen ist: verallgemeinern (DIE Blogger klauen) und beleidigen.
    Profilierung ist alles
    Da hat Staeck (Blogorrhoe) vlt doch recht.

    Gruß

  40. @rene
    Na, wenn alles nur vom Richter abhängt, können wir uns Beratungsgespräche beim Anwalt zukünftig ja sparen.
    Leider liegt Malte mit seiner rechtlichen Einschätzung ziemlich richtig. Die Länge ist nur ein Faktor von mehreren; es kommt auch auf die Eigenständigkeit des zitierenden Werkes an. Schon der Wortlaut von §51 UrhG hilft da weiter.
    Vielleicht erkennt Eva aber auch die moralische Lage, die „Bloggosphere“ hört mit dem Pöbeln auf und alle einigen sich gütlich.

  41. Entschuldigung, bin ich hier richtig bei der Wikipedia-Löschdiskussion?

  42. @ Malte

    Ich wollt’s grad erklären, habe dann aber erstmal die Updates beim Spreeblick und der taz gelesen, und nun hat sich meine Meinung etwas verschoben. Das macht mich grad etwas ratlos. Wenn es unters Zitatrecht fällt, haben die Kollegen von nebenan durchaus recht mit ihren Anmerkungen. Wenn nicht, greift „Gleiches Recht für alle. Information ist eine Holschuld.“ Im Moment, was ich heute nachmittag noch anders sah, störe ich mich auch daran, dass Frau Schweitzer jemanden zur Kasse bittet, der sie zitiert, nicht beklaut, und lobend auf sie hinweist. Und an ihrem Tonfall, der für mich generös-hochtrabend daherkommt. Heute nachmittag sah ich es so: Was haben denn die von nebenan für einen Ton drauf?! Was ist denn das für eine seltsame zweierlei-Deutung von Textklau? Wenn „große Medien“ das tun, ist das nicht okay. Aber wenn „kleine Blogger“ es machen, ist es in Ordnung? Doppelter Maßstab.
    Ich bin mir noch nicht sicher, welches Argument ich für vorrangig halten soll. Und wünsche mir schlussendlich einfach nur Frieden. Für alle.
    Alle.

  43. Wenn ichs richtig verstanden habe, ist nomnomnom zunächst mal bei der technischen Grobprüfung „hängengeblieben“; nach näherer Betrachtung ist Frau Schweitzer zum Ergebnis gekommen, dass doch ein zulässiges Zitat vorliegt und sieht von der Durchsetzung der Mahnung ab – weil sie ja eben nicht „kleine“ Blogger, sondern große Verlage belangen will.

    Das Problem ist erst entstanden, weil sich die Betroffenen nicht gleich zusammentelefoniert haben, sondern erstmal öffentlich unter reger Beteiligung von Dritten ausgekotzt haben. Das ist also die Wurzel der ewigen Streitereien Journalisten vs Blogger: Sie reden zuwenig miteinander. Mehr miteinander statt übereinander kommunizieren in der Kommunikationsbranche!

  44. Morgendliche Betrachtungen…

    Man hätte ja ewig schlafen können, würden einem die Schmerzen nicht aus dem Bett treiben ~ Tag 62 rauchfrei, Tag 19 ohne Auto & Schmerzattacke Tag 8 …
     
    Statt des Trainings hatte ich es gestern ja vorgezogen beim Arzt rum…

  45. Malte hat Recht.

  46. Schon schlimm, wenn man sich zwanghaft abgrenzen muss. Ich finde in Ihrem Beitrag leider keinerlei Begründungen für die erhobenen Beleidigungen, und abgesehen von einem einzigen Satz auch keinerlei Auseinandersetzung mit dem Thema. Aber Hauptsache, man erscheint nicht als der Empörungsblogger, über den Sie sich empören.

  47. ja, der selbstgerechte meinungsmob nervt. die lust, mit der ständig die nächste sau durchs dorf getrieben wird, ist wirklich erstaunlich. bei den simpsons sind das die mit den heugabeln. aber man ist ja immer auf der richtigen seite, klar. denn ab 20 gleichlautenden kommentaren ist man da ja abgesichert.

    „empörungserektionen“… tolles wort!

  48. Herrschaften, ist doch ganz einfach, der Herr Welding möchte, wie die gute Frau Schweitzer übrigens auch, die Gunst der Stunde nutzen um sich ein wenig bekannt(er) zu machen. Mit provokanten Thesen auf einen fahrenden Zug aufspringen ist doch ein alter Hut.

  49. @g.wissen

    Bekannt machen vielleicht … ich habe von Frau Schweitzer bisher noch nichts gewusst. Die ganze Geschichte scheint mir aber eher Negativwerbung zu sein. Auf mich wirkt es wie Geldmacherei und es schwingt eine Angst der klassischen Journalisten vor der Bloggerwelt mit. Die Anwaltsaktion ist sowas von peinlich …

  50. heribert riesenglied

    jo, google mal die olle ;-) bald heißt es wieder chemnitz oder berlin anstatt new york falls der anwalt nicht die gunst der stunde nutzt!

  51. Bravo! Ein richtiger, wichtiger Artikel. Ich, als Autorin finde die Selbstverständlichkeit wie Blogger sich im Internet an dem kreativen Potenzial anderer bedienen mehr als armselig.

  52. der herr schroeder

    „(P.S.: Ich finde es einigermaßen absurd, dass man hier einem gestandenen Online-Journalisten Lektionen in Online-Journalismus erteilen muss. Aber scheinbar weiß Malte tatsächlich nicht, was das Prinzip Internet für Medien wirklich bedeutet.)“

    Mal langsam mit den jungen Pferden. Lernen Sie vorerst vernünftig zu differenzieren, bevor Sie glauben, der restlichen Welt Lektionen erteilen zu müssen. Was ist passiert?: Da hat irgendein Blogger aus dem hintersten Hinterhof Texte benutzt, von einer Journalistin, die davon lebt, Texte zu verfassen und offensichtlich nicht möchte, dass ihre Arbeit unkontrolliert die Runde macht. Anstatt die Lage in bescheidener Art und Weise im persönlichen Kontakt zu klären, wird die Frau im Internet vorgeführt, damit jeder Kindskopf sie mit E-Mails bombardieren kann. Wenn Sie das meinen mit dem „Prinzip Internet“, dann müssen Sie noch lange damit leben, dass man Sie nicht ernst nimmt.

  53. Eva Schweitzer oder der Elefant im Porzelanladen…

    An und für sich nichts besonderes: wieder mal eine Abmahnung von jemandem, der den Streisand Effekt nicht kennt. Wieder trifft es einen kleinen Blog, wieder eine Welle der Empörung. Was diesen Fall interessant macht, ist die arrogante, selbstdarstell…

  54. Humoristisch aggieren

    Ich habe großen Respekt vor diesem Blogeintrag, der nur von einem geistig unabhängig Gebliebenen mit einem starken Rückgrat stammen kann (obwohl auch ich Schweitzers Reaktionen völlig daneben fand).

    Nur eines verstehe ich nicht: den Widerspruch zwischen dieser Aussage von dir —

    „Die zum Denunziantentum neigenden deutschen Topblogger können nicht bloß nicht telefonieren, weil sie ja immerzu daddeln auf ihren Telefonen, die klüger sind als sie selbst…“

    — mit dem einen oder anderen Zeitgenossen in deiner eigenen Blogroll, auf den das nun gerade zutrifft. (Und Alphonso kann ja von dir nicht gemeint sein, weil der nun gerade nicht vom Daddeln schwärmt und auch sonst ins gleiche Horn bläst wie dein Eintrag).

    Dieselbe Frage zu deiner Blogroll stellte ich mir schon bei deiner unschwer zu entschlüsselnden Mehrfach-Attacke auf Sascha Lobo in deiner Parodie des (in der Tat peinlichen) Internet-Manifestes.

  55. Realitätsfern und arrogant. Genau wie Eva.

    Naja, wer nicht mit der Zeit geht…

  56. Ich kann folgen und stimme Malte zu.

    Dass es so viele gibt die zu diesem Thema Lattenschüsse abgeben war ja klar, es gehen offensichtlich viele (so wie Felix) mit der Zeit, obwohl sie nicht wirklich wissen wo’s lang geht.

  57. Parallelität…

    Die Medien haben noch immer nicht realisiert in welcher (Glaubwürdigkeits-)Krise sie eigentlich stecken. Der jüngste Abmahnungsfail Abmahnungsfall mit Frau Schweitzer in der Hauptrolle, deckt eine der größten Schwächen des Journalismus auf: die Ü…

  58. Vier fette Absätze von insgesamt 9 zu kopieren und mit 2! (in Worten zwei) ganzen Sätzen einzuleiten ist trotzdem dämlich.

    https://twitter.com/coraxaroc/status/5272199627

    Erst recht wenn man eine Seite in Deutschland betreibt. Wieviel man zitieren darf, darüber kann man ja immer streiten aber hier stand alles interessante auf der nomnommdingsbumsseite quasi als „eigenständiger Artikel“ aber ohne, dass da auch nur ir-gend-etwas eigenständiges bei stand.
    Sowas zu machen ist dämlich.
    Sowas in Deutschland LG HH / Buske zu machen noch dämlicher.
    Sich öffentlich darüber aufzuregen peinlich.
    Und so jemanden als unschuldig Verfolgten hinzustellen ist oberpeinlich.

  59. Na, komm. Nach deiner Logik sind Verweise auf Werke anderer lediglich ein Ausdruck der Unfähigkeit eigenständige Werk zu produzieren – nichts weiter? Oder weiter gedacht: Die ganze Verlinkungskultur im Internet also tatsächlich eine Bankrotterklärung unserer kulturellen Entwicklung? :-)

  60. Irgendwas passt mir an Deinem Artikel nicht.. ahh jetzt hab ichs: Wenn Du Eier in der Hose hast, dann schreib dir doch deine Blogsoftware und deinen Server selbst. Am besten auch gleich die Datenbank – oder lebst Du etwa auf einem Kostenlos-Planeten?

  61. @Humoristisch aggieren
    Es gibt schließlich einen Unterschied zwischen Feindschaft und Meinungsverschiedenheit. Und am heftigsten kritisiert man das, was auch der Kritik würdig ist.
    Das Internet-Manifest ist ja von einigen sehr respektablen Personen unterzeichnet worden – nur deshalb war es überhaupt nötig, sich dessen anzunehmen.
    Aber Rückgrat braucht man dafür eigentlich gar nicht. Ist ja keiner von den Gemeinten bewaffnet

  62. @pfuiteufel
    Weil ich Privatfernsehen schaue, also etwas umsonst nutze, kannst du in einem Restaurant kostenlos speisen?

  63. @Manniac
    Wie kommst du darauf? Es geht darum, CC mit Sinn zu füllen, nicht darum, die Linkkultur abzuschaffen. Wenn du zB einen Film drehst, dann freust du dich darüber, verlinkt zu werden.
    Wenn ich aber ein Quiz, das du für deinen Arbeitgeber entwickelt hast, auf meine kommerzielle Seite stelle und darunter einen Link packe, dann hat dein Arbeitgeber dich umsonst bezahlt.
    Frühstück.

  64. endlich mal einer dabei, der sich nicht in den Mob einreiht. Super Kommentar, danke.

  65. Sehr schöner Kommentar

  66. Ich finde hier werden zwei vollkommen unterschiedliche Problem verbunden. Ja viele Blogs konzentrieren sich auf das Linken, anstatt selbst interessante Beiträge zu erstellen. Und nein die komische Schweitzer kommt wirklich arrogant daher und hat sich die Häme durchaus verdient. Wobei ich durchaus auch ihr gutes Recht sehe, ihre Werke zu schützen und gegen den besagten Artikel vorzugehen. Das wäre aber sicher auch mit einer direkten Mail an die Blogbetreiber gegangen. Und der Abmahnwahnsinn sollte gestoppt werden!

  67. Humoristisch aggieren

    @Malte:

    „Es gibt schließlich einen Unterschied zwischen Feindschaft und Meinungsverschiedenheit.“ Ja, aber dazu ziehen verschiedene Leute an ganz verschiedenen Stellen die Grenze, und oftmals weiß man nicht im vorhinein, wo. Zumal: Es geht da ja um eine fundamentale Sichtweise auf die Tätigkeit, die sich vom Persönlichen bei vielen Bloggern kaum trennen lässt.

  68. Malte, danke für den Beitrag. Diese unausgewogene Aufregerkultur in der Blogosphäre bei bestimmten (in der Blogosphäre populären) Themen regt mich nämlich inzwischen extrem auf. Schön, dass sich wenigstens noch ein paar Leute dagegen stemmen.

    Zu Eva Schweitzer: Natürlich ist ihr Vorgehen überzogen und arrogant, wie sie allerdings den Bloggern die Stirn bietet und von all dem unbeirrt ihren Streifen durchzieht, finde ich schon wieder extrem unterhaltsam. Im Grunde nimmt sie die unpopuläre Position ein, die ansonsten nur Blogger für sich beanspruchen.

  69. Man sieht ja an den Reaktionen von Nilz, Niggemeier und vor allem dem Nerdcore-Typen, dass Malte Wedding mit diesem Beitrag voll ins Schwarze getroffen hat.

    Diese dauereregierten Männchen, die glauben , gleichzeitig Legislative, Exekutive und Judikative der Blogosphäre zu sein, nerven.

  70. Hach, und ich wollt schon mit bloggen anfangen, weils mich auch aufregt, was da manchmal so an „Ich reg mich auf“-Artikel geschrieben wird (Auslöser war u.a. die in großen Teilen argumentfrei geführte Wikipedia-Relevanz-Debatte).
    Danke schön. Ich hätte auch gar keine Zeit zum Bloggen.

  71. yo malte,

    ick versteh deinen artikel nich. werde mich deshalb noch mal inne uni einschreiben und dann in drei jahren noch mal anklopfen ;-)

    ABER: ick find deine headline toll!

    UHUND: ick find doof, dass die frau schweitzer ihre privatangelegenheit auf taz.de rumplautzen darf. mein ernst und recht höflich formulierter kommentar (auf dem taz.de-blog von frau schweitzer) wurde gar nicht erst beantwortet. ist nicht schlimm, aber schade ;-) hier noch mal der kern meiner kritik:

    „Ach ja, ich kann auch nicht ganz verstehen, wie eine Journalistin auf taz.de ihre privaten, rechtlichen Differenzen so breittreten kann/darf. Verstoßen Sie damit nicht ebenfalls gegen eine Art “ungeschriebenes Gesetz” ihres Berufsstandes? Meines Erachtens missbrauchen Sie die Taz für Ihren persönlichen Vorteil. Warum haben Sie nicht Ihre eigene berufliche Webseite (nordsuedmedien.de) oder Ihre Facebook-Pinnwand dafür benutzt? Ich kann es nur vermuten: Weil Sie die öffentliche Wirkung und die Reichweite von taz.de für Ihre privaten Interessen doch ganz gut gebrauchen können?“

    für mich ist frau schweitzer einfach zu weit gegangen, unabhängig davon ob sie recht hat oder nicht. mich erinnert ihre art und weise sehr an die geschichte sat1 und frau schreinemakers.

    ps: die verbalen entgleisungen vieler kommentatorInnen im taz.de-blog von frau schweitzer finde ich allerdings auch hodenlos ;-)

  72. @Jens
    wird recht häufig durcheinandergehauen, aber Tazblogs ist nicht gleich TAZ
    Auch ist es ja eben gerade nicht die Frau Schweitzer gewesen, die private, rechtliche Belange ins Licht gezerrt hat, sie hat lediglich reagiert

  73. @christoph: für mich ist die url blogs.taz.de die TAZ. es ist völlig ok, wenn du das anders siehst. ich sehe das so und meiner meinung nach, gilt dort trotzdem das impressum der TAZ. wenn ich mich nicht irre geht frau schweitzer in den kommentaren sogar darauf ein.

    ich gebe dir recht, ans licht gezerrt haben das vermutlich wirklich bloggerInnen, wer genau kann ich gar nicht sagen. insofern verstehe ich maltes wortwahl „Denunziantentum“, bin da aber noch nicht sicher, ob ich auch die meinung teilen kann.

    letztlich lässt sich die frage diskutieren:

    Muss man bei Abmahnungen direkt die „Bloggosphäre“ aktivieren und die abmahnenden Menschen schelten?

    ich vermute mal, man muss nicht. aber ich kann verstehen, dass private bloggerInnen den weg der öffentlichkeit nutzen wollen, wenn sie eine abmahnung von 1.200 euro ins haus geschickt bekommen.

    gruß jens

  74. Ohne gültigen Fahrschein fahren der Verlagsleiter Siegfried S. und der arbeitslose Blogger Manuelo W. in der S-Bahn. Beide werden von Kontrolleuren beim Schwarzfahren erwischt.

    Verlagsleiter Siegfried S. muss, da er ja Geld verdient und auf dem Weg ins Büro war, nun die Strafe für das Schwarzfahren bezahlen.

    Blogger Manuelo W. bekommt von den Kontrolleuren eine warme Suppe und einen Freifahrtschein als Jahreskarte.

    Eva Schweitzer hat recht, so sind die Deutschen

  75. @Michael

    „warme Suppe“ gibts tatsächlich, aber anders als deine Metapher suggeriert, und der „Freifahrtschein“ ist in der Realität oft ein „Einfahrschein“ ;-)

    http://www.berlinonline.de/berliner-kurier/berlin/knast_fuer_schwarzfahrer_strafen_bvg_anzeige/136921.php

  76. @Michael: Sehr guter Vergleich. Ich meine auch, dass in Deutschland gleiches Recht für alles gelten sollte, egal ob sie eine Wohnung in NY oder eine Pappkiste in Kreuzberg bewohnen!

  77. Leider hat Malte es bis jetzt noch nicht geschaft, Widerworte gegen meine Argumente zu formulieren. Schade.

    @ Der Herr Schröder: >“Lernen Sie vorerst vernünftig zu differenzieren, bevor Sie glauben, der restlichen Welt Lektionen erteilen zu müssen. Was ist passiert?: Da hat irgendein Blogger aus dem hintersten Hinterhof Texte benutzt, von einer Journalistin, die davon lebt, Texte zu verfassen und offensichtlich nicht möchte, dass ihre Arbeit unkontrolliert die Runde macht.“

    Bullshit. 1.) Benutzte Phil nicht Texte sondern einen Text und davon nicht mehr als ein Drittel. Ob das strafbar wäre, klären nicht Sie oder Malte sondern ein Gericht. Daneben tun „professionelle“ Journalisten sowas jeden Tag. Die nennen das dann Presseschau.

    2.) Ist es ein Wunder, dass ich hier bei Malte etwas zu Kontrolle von Kopien im Netz schreiben muss.

    Alle, die hier Beifall klatschen, haben wohl auch dieses Heidelberger Dingsbums unterschrieben und sind sich, ich wiederhole das hier explizit, der Implikationen der Auswirkungen von Netzwerk-Technologie auf Urheberrecht nicht wirklich bewusst.

    Beziehungsweise: Ihr gehört zu den Mönchen, die motzten, als Druckmaschinen auf einmal ungehörigerweise (und illegal) ihre Schriften vervielfältigten. Oder zu den Kutschfahrern, als ungehörigerweise komische Benziner die Straße übernahmen.

    @ JürgenG:
    >und vor allem dem Nerdcore-Typen,

    Go fuck yourself. Leuten, die mich so ansprechen, hab ich nichtmal nen Halbsatz zu Copyright in petto.

    Stefan hat da nen schönen Spruch für die Angesprochenen: Geht sterben.

  78. @ Malte: Willst Du Dich *wirklich* mit solchen Aussagen, wie von Michael geäußert gemein machen? Echt jetz?

    FDP-Wähler geworden, oder wie?

  79. Der nächste der sich lächerlich macht um sich Klickzahlen zu besorgen.
    Richter Ballmann (der kritische Kommentare gern mal streicht, hab sie im Cashe gelesen, nix Beleidigendes)
    ist so unverfroren die SZ anzuschreiben und sie darauf hinzuweisen, dass er selber Artikel teilweise übernimmt, erhält ne Antwort mit lediglich mit höflicher Bitte um Löschung oder Kostenerstattung gem. Angebot) und geberiert sich dann als Opfer und suggeriert in der Überschrift die SZ wolle ihn abmahnen lassen und nennt das auch noch „Drohung“

    http://is.gd/4PbXt

    Davon abgesehen schaltet er Werbung, hat kein Impressum (Admin C ist C. Hoenig von Kanzlei Hoenig) und gibt zu IPs zu loggen und auszuwerten.
    Der legt es echt drauf an.

  80. Bei: „mit lediglich mit“ nehme ich ein „mit“ zurück und „geberiert“ solte „generiert“ heißen.

  81. Genau, Visionär René hat das Internet begriffen – alle, die andere Meinung sind, sind rückständige Hinterwäldler. Copy/Paste (gerne auch „Snip“ genannt), ist nicht etwa Ausdruck dafür, dass der Blogger zu faul oder untalentiert ist, um etwas mit eigenen Worten zusammenzufassen – nein, es ist Kulturtechnik! Prof. Walter aka Apfel-C-René hat gesprochen. Schöpfungshöhe beginnt bei ihm ja bekanntlich auch schon mit einem „Yeah“ oder „WTF“.

    Klar man könnte einen guten Artikel auch einfach nur mit eigenen Worten loben, den Verfasser nennen und dann den Text verlinken – aber ein bisschen was soll schließlich auch für das eigene Blog abfallen, wenn einem solche Gedanken schon nicht selber kommen.

    Also, erspar‘ uns bitte diesen „Implikationen“-Bullshit! Das Ganze dient schlicht und ergreifend dazu, das eigene Blog für den Leser interessanter zu machen. Ob aus kommerziellen oder nicht kommerziellen Gründen spielt da überhaupt keine Rolle. Dass das andere vielleicht auch machen, ist natürlich ebenfalls keine Rechtfertigung. Und dass solche Sammel-Blogs gerne und häufig besucht werden, ist zwar verständlich (klar ist es toll, die interessantesten Sachen aus dem Netz an einer Stelle zu lesen), macht es aber nicht besser.

    Aber gut, spiel ruhig weiter den Robin Hoody des Internets – der es den raffgierigen Kreativen nimmt und den armen Ideenlosen gibt. Menschlich ist das ja durchaus verständlich, dass man sich eine Weltanschauung bastelt, in der aus der eigenen Scheiße Gold wird.

  82. @ Kulturtechniker: Aha. Jetzt ist es also verwerflich, ’ne interessante Website zu machen. Und Deine Haltung „Zitate aus Texten auf anderen Website finde ich doof“ unterfütterst Du mit genau keinem Inhalt, außer Beleidigungen und persönlichen Angriffen. Geil. Das ist also die argumentatorische Wucht von Copyright-Verfechtern und Abmahner-Verteidigern. Ich bin zutiefst beeindruckt.

    Malte? Wird mal wieder Zeit für’n Bier, oder?

  83. @René

    „Aha. Jetzt ist es also verwerflich, ‘ne interessante Website zu machen.“

    Wo steht das? Aus fremden Inhalten, ja.

    „Und Deine Haltung „Zitate aus Texten auf anderen Website finde ich doof“

    Wo steht das? Abgesehen von den ganz Verblendeten sieht das im vorliegenden Fall selbst unter Bloggern niemand mehr als legitimes Zitat an.

    „unterfütterst Du mit genau keinem Inhalt,“

    Ich hatte befürchtet, dass Du den nicht erkennst. Ich hatte ja versucht zu erklären, wie man einen Text ganz problemlos lobend erwähnen kann, ohne ihn ellenlang zu kopieren, ohne eigene weiterführende Gedanken.

    „außer Beleidigungen und persönlichen Angriffen.“

    Beleidigung? Darf ich Dich zitieren? „Das entscheidest nicht Du sondern ein Gericht.“ Ich sehe den Tatbestand nicht erfüllt.

    Aber wenn das zu grob war für René-„Das ist Bullshit!“-Walter, entschuldige ich mich und verspreche, mir von Deinem sachlichen Stil eine Scheibe abzuschneiden, bevor ich sterben gehe: „Alle, die hier Beifall klatschen, haben wohl… blablabla…“

    „Das ist also die argumentatorische Wucht von Copyright-Verfechtern und Abmahner-Verteidigern.“

    Bei „Abmahn-Verteidigern“ bleibt mir nur einmal mehr zu sagen: Wo steht das? Ja, Lesen und Verstehen sind zwei völlig unterschiedliche Begabungen.

  84. @ Kulturtechniker: Ich seh schon, Du bist ein genau so guter Letztes-Wort-Haber wie ich. Und die Anfeindungen bringen ja auch nix, deshalb: Ich verstehe ja durchaus, was Du meinst, habe da aber eine ziemlich andere Meinung.

    Inhaltlich hast Du Deine allerdings immer noch nicht unterfüttert.

  85. Das wirklich interessante an der Auseinandersetzung zwischen Schweitzer und den Bloggern ist die Art der Streiteskalation, wie sie eben für eine öffentliche Auseinandersetzung typisch ist. Da wird aus einer Mücke schnell ein Elefant, aus unbedachten Bemerkungen ein langer Krieg, an dem sich am Ende viele Unbeteiligte beteiligen und ihn zu ihrer Sache machen. Am Ende gibt es diesen Krieg, weil es eben diesen Krieg gibt, denn die meisten wissen dann gar nicht mehr, womit der Streit eigentlich begann.

    Das ist soziologisch sehr interessant und das gilt auch für den post von Malte (und selbstredend für meinen besserwisserischen Kommentar).

  86. Naja, im Endeffekt, ist das doch die Werbung, die Fr. Schweitzer gern hätte. Mit Ihren Wortwendungen ist sie doch in aller Munde und Mittelpunkt jeglicher Diskussionen im Netz. Wenn sie sich damit mal nicht ins eigene Bein geschossen hat…

  87. Der Krieg zwischen den Bloggern…:) interessantes Thema zu diskutieren… Finde dein Blog eigentlich sehr nett, weiter so!

  88. Man darf bei aller Erregung über verlinkende und zitierende Blogger nicht vergessen, dass Blogs Meinungsdarstellungen sind. Sicherlich ist es nicht richtig, wenn sich ein Blogger an Texten anderer bedient und das dann als sein eigenes geistiges Ergebnis darstellt.

    Zitate/Links mit Quellenangaben um sich zu den Meinungen des Autoren zu äußern, sind dagegen vollkommen legitim, da sich hier der Blogger nicht des geistigen Eigentums bedient, sondern lediglich seine Meinung zu einer bereits vorhandenen Meinung schreibt.

    Hinzukommt, dass kaum ein Blogger sein Blog für kommerzielle Aktivitäten benutzt. Somit ist eine Wertschöpfung aus der Nutzung eher gering.

  89. Ein Artikel über den man wirklich streiten, diskutieren und sonst was kann, aber nie auf einen Nenner kommen wird.