18
Mrz 13

Sind Blogs geeignet für Kampagnen und Aktivismus?

Ich lese gerade, dass Teresa Buecker vom „feminist burnout“ spricht. Das erinnerte mich daran, dass ich mich kürzlich gefragt habe, ob Bloggen als Kampagnenwerkzeug überhaupt taugt. Die erste Antwort ist natürlich: Aber klar, was könnte schneller und trotzdem bleibender sein?
Vergleicht man den Aufschlag, den Günter Wallraff mit seinen BILD-Büchern gemacht hat, mit dem des BILDblogs, oder den von Alice Schwarzers frühen Büchern mit dem der Mädchenmannschaft, dann stellt man fest, dass den Bloggern immer mal wieder der Vorwurf der Kleinteiligkeit gemacht wird, der Korinthenkackerei.
Eine Dokumentation des Arbeitsstils der BILD auf ein paar hundert Seiten ist natürlich etwas anderes als die Langzeitstudie, die das BILDblog macht, Großthesen wie die, dass in der Vagina gerade einmal so viele Nervenzellen seien wie im Dickdarm, lassen eher aufhorchen als ein Link zum Frauen*Barcamp in Iserlohn.
Aber gehen solche Monolithen in Blogform? Könnte man den einen, großen 200 Seiten langen Text schreiben, als pdf auf sein Blog klemmen und sagen: lest – das ist alles, was ich zu sagen habe?
Ich bewundere jeden, der beim täglichen Bloggen zu einem Thema nicht ausbrennt. Ich habe es mal mit Fußball gemacht, ich konnte bald keine Bälle mehr sehen.