Juni, 2009


10
Jun 09

Solokarpfen

Im Moment kann ich dieses Blog nicht angemessen füllen, daher verweise ich auf die langen schönen Texte auf dem still gestarteten Solokarpfen.de.
Ich werde da demnächst auch schreiben. Sobald ich die seltsame Verschwörung der Zeitdiebe gegen mich aufgedeckt und zerschlagen habe.


10
Jun 09

Schprechen sie Tweetenshlize!


10
Jun 09

Wenn alle Parteien sich nach der Art der Piraten einen ehrlichen Namen geben würden

Die Angst-Partei/Die alkoholisierte-superintrigante Angstpartei, die Geld-Partei, die Konzern-Partei, Die Moralisch Überlegenen/Die Besseren, die Geschichte wiederholt sich – Heute mal als Farce-Partei, die Toten-Partei, die Ich-mag-Tiere-lieber-als-Menschen-Partei, die Wir sind so hässlich, uns bleibt nur der Hass-Partei, die Geschirrspüler mit Bewegungsdrang-Partei, Die Irren, Die Irren auf Buchbasis, Die Basis ist das Buch der Irren-Partei.

Viel Spaß beim Zuordnen.

inspiriert durch Marcel Weiss


5
Jun 09

Opas Wahlkampf

Noch wird es vermutlich nicht wahlentscheidend sein, wem die Generation der Blogger und Twitterer ihre Stimme bei der Europawahl geben wird. Und doch ist es von Interesse, welche der etablierten Parteien am ehesten von dem neuen politischen Bewusstsein der digitalen Ureinwohner profitieren kann. Oder ob gar in der Piratenpartei eine neue politische Kraft entsteht.

Im heutigen Blogblick der Netzeitung geht es um die Wahlen zum Europäischen Parlament.
Hätte man vor den Wahlen den Parteien die Aufgabe gestellt, möglichst viel falsch zu machen im digitalen Wahlkampf, die Parteien des bürgerlichen Lagers könnten sich zufrieden zurücklehnen, denn diese Mission hätten sie tatsächlich übererfüllt.

Dabei hat dieses spukische Netz im Grunde nur ein Geheimnis: Die, die dort unterwegs sind, wollen ernst genommen, als Gesprächspartner akzeptiert werden.

Wenn bei mir im Blog Nebelkerzen aus dem Konrad-Adenauer-Haus gezündet werden oder in viel größerem Ausmaß bei den Ruhrbaronen der Autor eines kritischen Artikels von FDP-Angestellten regelrecht unter Trollbeschuss genommen wird – dann drängt sich doch die Frage auf, ob bei CDU und FDP überhaupt irgendetwas verstanden wurde.

Selbst bei der zweiten Stellungnahme der CDU zu der Geschichte in diesem Blog hier kam die Kommunikationsabteilung der Regierungspartei nicht über ein “Guck dich doch an” auf Nachmittagstalkshowniveau hinaus.

(…) übereifrige Wahlkämpfer, die nicht mit allen Funktionsweisen von Communities oder IP-Adressen-Registrierung vertraut sind, scheint es in jeder Partei zu geben. Wir hatten die vermeintlichen CDU-Mitstreiter, die tatsächlich aber aus der SPD-Parteizentrale kamen, schon Anfang März zu Besuch. Eigentlich wollten wir darum auch keinen Zirkus veranstalten und haben die Kommentare, nach einer kurzen Entschuldigungsmail aus dem Willy-Brandt-Haus, einfach ausgeblendet.
Da das Jamba-Phänomen aber für die SPD ein sehr wichtiges Thema zu sein scheint, und jetzt auch auf eine der offiziellen Wahlkampfseiten gehoben wurde, hier noch mal für alle zum nachlesen die Kommentare Nr. 5 und Nr. 6 von „Wilhelm Müller“ und „christian bergmann“ direkt aus der Nordkurve (…)

Die SPD hätte das doch auch gemacht, määäh, selber, selber.

Sehr verehrte Christdemokraten: Ich bin nicht die SPD.
Ich schreibe nur so vor mich hin und wer sich hier ein bisschen umschaut, merkt schnell, dass in meinem Blog nicht nur Menschen kommentieren, die mich lieben und bewundern.
Lassen Sie mich es anders sagen: Ich bin nicht Ihr Feind, ich bin, im Gegenteil, ein zu umwerbender potentieller Wähler. Ein potentieller Wähler, der erwartet, dass man mit ihm spricht wie mit einem Erwachsenen.

Wie man im Netz auftritt, macht Julia Seeliger vor. Ja, ich weiß, die ist beim politischen Feind und daher pfuibäh, aber Gegnerbeobachtung sollte doch zu einem erfolgreichen Wahlkampf dazu gehören.
Was macht Julia Seeliger also richtig? Sie versucht nicht, den perfekten PR-Auftritt hinzulegen.
Sie lehnt sich weit aus dem Fenster, entschuldigt sich, wenn sie übertrieben hat (und sagt nicht: “Andere machen doch auch mal Mist”), sie ist ansprechbar und nimmt an Diskussionen auch in anderen Blogs teil. Und zwar als Julia Seeliger, nicht als Ursula von der Leyen.

Ich bin nicht immer ihrer Meinung, überhaupt nicht. Aber ich merke, dass es bei ihr um etwas geht.

Nicht nur deswegen werde ich die Grünen wählen.
(Trotz der WUMS!-Wahlplakate, die aus einer Zeit stammen müssen, als Akronyme noch Schwänze hatten und sogar trotz der ultraesoterischen Haltung der Grünen zur Homöopathie.)

Als es noch darum ging, den Wähler zu entmündigen, blühende Landschaften zu versprechen und sichere Renten, da konnte man so kommunizieren. Helmut Kohl hat ja nicht einmal dem Spiegel Interviews gegeben.
Und Konrad Adenauer wollte gar einen eigenen Regierungssender haben (die Pläne sind gescheitert, heraus kam das ZDF – ich bin mir der Paradoxie dieser Aussage durchaus bewusst).

Diesen Zeiten mag man nachtrauern, aber sie sind nun einmal vorbei.


3
Jun 09

Mein Nachbar ist verliebt in Dr. Silvana Koch-Mehrin

Am meisten, sagte mein Nachbar, sei er zur Zeit verliebt in Silvana Koch-Mehrin.

“Überall sind die Plakate von der. Was für eine geile MILF. Ganz groß: Dr. Silvana! Und ganz klein: Koch-Mehrin. Dr. Silvana! Überleg mal!”

Gefühlt wäre sie tatsächlich eher eine Sylvia. Nein, viel mehr noch: Kathrin. Würde man mich aus dem Schlaf herausreißen und anbrüllen: “Wie lautet der Vorname von Koch-Mehrin?”, ich würde murmeln: Silke.

“Und?”, fragte ich meinen Nachbarn.

“Na, ist doch voll SM-mäßig!” Seine Stimme überschlug sich. Dann sagte er in Theresa Orlowksi-Manier: “Dr. Silvana: RUF! MICH! AN!” und ich dachte “Naja.”

“Und dann baumelt da noch irgendwas Dunkles, so ne Kette oder so, das sieht aus, als hätte die ein Riesendekolleté. Die FDP, die macht voll was los. Hier in Kreuzberg natürlich nicht, aber in Mitte: Alles voll mit DR. SILVANA.”

Ich mag meinen Nachbarn. Er ist so begeisterungsfähig, gerade wenn es um unsere gemeinsame Nachbarin von schräg gegenüber, die die nackteste Frau der Welt ist, geht. Oder um irgendeine andere Frau.
Er begeistert sich so sehr, dass er fast ein wenig ins ärgerlich Wirkende kippt, so als halte er es für eine Verhöhnung durch das Schicksal, mit derartig sagenhafter Sexualität konfrontiert zu werden.

“Ich habe die dann gestalkt, ich dachte: entweder nimmst du das jetzt ernst oder eben nicht”, raunt er dann, nun eine Mischung aus Graf Zahl und beschwipstem Kölner Drogendealer nach einem gewonnenen Spiel der Haie, “die sagt natürlich immer nur das Falsche, alles Scheiße, was die will.”

Ich tätschel unbeholfen seine Schulter, ich habe auch viel durchgemacht mit der FDP.

“Wählen kann man die natürlich nicht, aber die ist schon Hammer.”

Ich drücke meinen Nachbarn an mich. Die Instinkte dieses jungen Mannes mögen seltsame Wege einschlagen, aber man kann nicht sagen, dass sie ihn täuschen würden.


2
Jun 09

Baumbeweiner

via Fred


1
Jun 09

Magnatizing

fakeopel

2007 schrieb Dominik Baur im Spiegel über die Vorgehensweise Magnas. Er zitierte den Politologen Anton Pelinka: “Stronach kauft sich mit einer überraschenden Direktheit, man könnte sagen Schamlosigkeit, die politischen Eliten. Und die lassen sich das gefallen.”

Ich muss da gleich etwas erklären: “Kaufen” ist hier in einem eher literarischen Sinn gebraucht, um Himmels Willen reden wir nicht von Kaufen im Sinne eines irgendwie gearteten synallagmatischen Verhältnisses.

Also nicht: Hier hast du 100000 Euro, geh, schaff mir das Umweltamt vom Hals.
Eher: Man kennt sich, man hat damals in Sachen Umweltamt so vernünftig und unideologisch zusammengearbeitet, schau ich hab hier einen interessanten Posten für dich.

Kaufen wäre so etwas nur in einer Welt, in der zum Beispiel Wolfgang Clement nicht leben wollen würde.

Und bei Opel?
Ach, ob man jemanden, der zu allem entschlossen ist, noch kaufen muss?
Aber in ein paar Jahren, wenn alles längst vergessen ist, sollte man schon mal schauen, wer Berater sein wird oder ein bisschen Aufsicht macht oder mal irgendwo rumsitzt für Magna.
Nur so interessehalber.

Bild: Nerdcore, via
Weltfrieden
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