Frohe Ostern: Mixa warnt vor Atheisten

Atheisten haben mit Juden nicht viel gemeinsam.
Lediglich dieser Satz, den der Bischof von Augsburg zu Ostern gesagt hat, trifft auf beide zu:

Sie versuchen, die Realität der Auferstehung von den Toten und der Erlösung vom Bösen in das Reich der Mythen und der Fantasie zu schieben.

Außer den Juden haben es mit der Realität der Auferstehung auch die Muslime nicht so. (Die müssen fürs Auferstehen schon was tun, beispielsweise Menschen, die nicht Richtung Osten beten – eine Geste, die aus Allahs kosmischer Perspektive sicher recht putzig wirkt – in die Luft sprengen. Ich schreibe das in Klammern, weil schließlich Ostern ist.)

Der Vater einer muslimischen Freundin nennt das Kreuz konsequent “das Stück Holz” und ich liebe die Videos auf Youtube, in denen sich die Fanatiker beider Tuchreligionen befehden, nehmen wir beispielsweise dieses PI-nahe Machwerk:

Eine Reaktion auf diesen entzückenden Kapitalismusgegner:

Denn Mixa hat ja Recht (natürlich hat er im eigentlichen Sinne des Wortes mit noch weniger Recht, als er selber für möglich hält und auch gerade in der österlichen Rede kommt mehr Hirnriss zustande, als selbst jemand, der an jüdische Prediger glaubt, die den Tod überwinden, üblicherweise von sich gibt), wenn er sich gegen Atheisten wendet, denn die werden ihm tatsächlich dauerhaft gefährlicher werden als die paar Muslime in Deutschland.

Der Prediger in dem Video über mir ist in allen Aussagen über den Alltag näher bei Mixa als bei mir. Gottseidank streiten sie sich über Elfenflügelspannweiten.

Hoffentlich merken die den Clash der Religions Mitspielenden nicht, dass ihr eigentlicher Feind nicht zu einem Gott mit einem anderen Beschneidungsritual und anderen Vorstellungen von dem, was den Darmtrakt ziert, betet.

Sondern jemand ist, der eben nicht den einen Glauben durch etwas anderes ersetzt (“Du glaubst doch auch, jeder Mensch glaubt, du glaubst halt an den Urknall!*”)

Und es ist eben nicht missionarisch, hier immer mal wieder dem Atheismus eine Plattform zu bieten. Hätte ich hier ein Wetterkarten-Plug-In, dann wäre das keine Missionierung gegen den Donnergott Thor, Wahrscheinlichkeitsrechnung wendet sich nicht gegen die Glücksgöttin Fortuna.
Ich wende mich auch nicht gegen Gott, das kleine Nachtgespenst oder Mork vom Ork.
Ich wende mich dagegen, mir jeden Schwachsinn unwidersprochen anhören zu müssen.

Aufgeklärten Menschen, die sich geirrt haben, begegnet man jeden Tag. Der Unterschied zu Gläubigen ist bloß: Wir lassen uns überzeugen. Ich frage mich, wie unsereiner sich am Kreuz machen würde, in den Kellern der katholischen Inquisition oder bei einer Bekehrungssteinigung (jaja ich weiß, Muslime missionieren nicht, ich mag nur das Wort: Bekehrungssteinigung). Ich würde zur Not auch gen Osten beten, seltsame Gesten vor Holzstücken an den Wänden machen, vor Mauern trauern oder irgendeine Jungfrau, die ich sowieso nicht mag, ausbluten lassen zugunsten der nächsten Ernte. In einem Kampf auf Leben und Tod wäre ich Gläubigen deutlich unterlegen.

Ich liebe schließlich das Leben.

via Matthias Schumacher

*Wenn es den Urknall als Anfang des Universums nun doch nicht gegeben hat – na und? Heil der Quantelung der Raumzeit!

14 comments

  1. Eh, Malte? Du weißt schon dass die Himmelfahrt Mohammeds vom Felsendom in Jerusalem aus ein zentrales Element des Islam ist, oder? Übrigens ist das in Sichtweite und nur einen Hügel entfernt von Golgatha, was einen auf die Idee bringen könnte, dass es sich da um einen frühen Fall von Urheberrechtsverletzung usw. usf.

    Jedenfalls, gerade heute: http://de.wikipedia.org/wiki/Mohammed#Die_Himmelfahrt_und_die_.E2.80.9EReise.E2.80.9C_nach_Jerusalem

  2. Aber das war doch nur ein Ausflug. Keine Wiederauferstehung.

  3. Zu Mixa und seinen Äußerungen fällt einem echt nix mehr ein. Wie man das Nazi Regime als Resultat eines Atheismus bezeichnen kann ich mir rätselhaft.

    Ich denke das Video von Jacob Bronowski passt da ganz gut:
    http://www.youtube.com/watch?v=8mIfatdNqBA

  4. http://www.diewahr
    ereligion.de

    fand ich jedenfalls super.

  5. Irgendwer sollte diesen Text mal dem Papst anstelle seiner Osterrede unterjubeln… das wär sicher ein Heiden*spaß!

    In diesem Sinne: Urbi et orbi und dem Osterhasen noch dazu!

    *pun intended

  6. @Malte: Mein Dank sei mit Dir!

    Kann sich noch jemand an die Neujahrsansprache von 1986 erinnern? Da hatte die ARD versehentlich Kohls weise Worte vom Vorjahr gesendet. Ich glaub, bei Mixa sollte endlich auch mal jemand die Kassette wechseln. Oder benutzt die katholische Kirche noch Schellackplatten?;)

  7. Danke für den Artikel, Malte. Du sprichst mir aus der Seele. Irgendwie überrascht mich auch so eine Osterrede nicht mehr.

  8. Zu Ostern erwachen alle religiösen Schläfer. Ein christlich imprägnierter Verwandeter hat mir anlässlich des Bunte-Eier-Festes ein von amerikanischen Fundamentalchristen inspiriertes PowerPoint Kette gemailt. Betreff war “Winnenden” und der knappe Hinweis “Nachdenkliches”.
    Inhaltlich ging es darum, dass es mit den Kids wohl besser, und nicht Amok laufen würde, wenn man Bibelstunde und das Verhauen nicht abgeschafft und Kondome und Abtreibung eingeführt hätte. Es gibt sie also noch, die guten Dinge.
    (Bei Interesse: http://rapidshare.de/files/46688745/Ernte.pps.html )

  9. WTF ist Pierre Vogel??

  10. Lieber Malte, die Muslime beten nicht gegen Osten, sondern in Richtung Mekka. Je nachdem, wo sich der Gläubige auf dem Planeten gerade befindet, kann das in Richtung Osten, Westen, Norden oder Süden sein. Das musste mal zu Ostern erwähnt werden.

  11. herr vogel ist ein wahabi. ich bette in in richtung urknall um seine erlösung. möge die oortsche wolke meine gebete durchlassen. amen.

  12. OT: Hut ab vor Gesine Schwan. Die Gute versucht alles. Jetzt singtse auch noch:
    http://www.youtube.com/watch?v=BKmiND3HMO4

  13. NG NEWS +++ BREAKING NEWS +++ BREAKING NEWS +++ BREAKING NE
    http://wirres.net/article/articleview/5176/1/6/#1609974

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