Re:publica 09

Hätte ich einen Schulausflug, den eine Klasse ritalinresistenter Viertklässler ins Amsterdamer Drogenmuseum unternimmt, stenographieren müssen, es hätte einen größeren Erkenntniswert gehabt, als die Tweets von der Republica zu lesen. Vielleicht ist es also ein Weg, die Konferenz nach ihrem Motto zu bewerten. «Shift happens» – Wandel passiert. Passiert Wandel? Tim Pritlove nörgelte über die mangelhafte Organisation, die nicht-funktionierende Technik, die Panels, bei denen vier Leute sich um das Mikro balgten. Aber Entschuldigung – das war 2008. Und exakt der Tenor zur 2009er Konferenz.

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13 comments

  1. Du Nestbeschmutzer!;) Gut, daß mal einer nicht gleich die Lobeshymnen anstimmt!

    Ich habe mich auch eine ganze Zeit mit dem Gedanken herumgeschlagen, die Re:publica zu besuchen. Aber 25 Euro für eine Tageskarte! 60 Euro Bloggertarif! 80 Euro Normaltarif! Da setze ich mich lieber ran und blogge selber ein bißchen vor mich hin.

    Letztlich ist die Re:publica nichts anderes als ein Treffen eines kleinstädtischen Kaninschenzüchtervereins. Es kommen Kaninchenzüchter, Kaninchen und ein paar Schaulustige. Man lobt sich selbst und jeder hat den besten Rammler. Man bleibt weitgehend unter sich.

    Vielleicht sind Blogger einfach keine Herdentiere, keine Vereinsmeier. Vielleicht muß jeder Versuch einer Zusammenführung an der Individualität scheitern. Wo sind die Gemeinsamkeiten von Leuten, die davon leben (wollen) eben nicht so zu sein wie alle anderen?

    Schön, daß es die Re:publica gibt, warum auch immer.

  2. Wenn eine Konferenz das erfolgreichste deutsche Blog konsequent ignoriert: warum sollte ich mich dann für diese Konferenz interessieren?

  3. @capisto
    Heino ist nicht der erfolgreichste deutsche Sänger, Peter Hahne nicht der erfolgreichste deutsche Autor.
    Weil sie zwar ordentlich verkaufen oder verkauft haben, aber nicht folgenreich sind.
    Sie bedienen ein Segment.
    PI ist eine Ansammlung von Schulterklopfern und Zukurzgekommenen, aber ohne Belang für den Mainstream.
    (Und hat deutlich weniger Leser als das Bildblog).

  4. Ich würde eher einen Großteil der ” trendigen” Blogs mit Heino oder Hahne vergleichen wollen. Weil in wenigen Jahren keiner mehr über sie redet, die meisten auch Leserschwund haben.

  5. Mein Eindruck: Alles furchtbar spannend, aber keiner weiß warum. Nehmen wir z.B. die Twitterlesung die gestern abend gestreamt wurde. Die Idee ist sehr nett. Infos und Narichten die aus dem Kommunikationswerkzeug Twitter stammen für eine humorige literarische Veranstaltung zu verwenden. Tweets sollten ja recht pointiert und griffig sein. Soweit eine gute Idee. Aber nur ganz selten verdienen dann Tweets das Prädikat “originell” oder gar “brilliant”. Ein ähnlicher Zirkus wird m.E auch um Blogs veranstaltet.

  6. Hinrich Tunk

    @Martin:
    http://wirres.net/article/articleview/5169/1/6/#1605949
    Wenn Basic nicht mal 50 Riesen bekommt, obwohl er nach eigenen Angaben 35 p.a. generiert, dann zeigt das, dass etwas nicht stimmt. Es muss für Johnny Controlletti ein Schock gewesen sein. Spreeblick (Platz 2 in den Technorati-Schachts) is de facto nix wert. Obwohl: der Wert steigt ohne Malte ;-)

  7. die re:publica war vielleicht nicht ganz das, was viele erwartet haben – aber was haben sie denn erwartet? (die technischen pannen mal außen vor gelassen.)

  8. ist das eine rhetorische frage?

  9. Das PI Prinzip ist bei South Park recht gut erklärt finde ich. Dort hat man auch immer Butters der irgendeinen Bullshit faselt, sobald man ihn fragt wo er das her hat, antwortet er das Eric Cartman es ihm erzählt hat. Der sich dann immer als die einzige Quelle dafür herausstellt.
    Genauso verhält es sich mit PI Menschen. Jeder der bestimmten Kram vertritt, verkehrt üblicherweise dort.
    Ich bin ja sehr dafür das sich jeder ein Hobby zulegt, aber…

  10. Was erwartet ihr von einer Gesellschaft in der 24 Jährige freudestrahlend zugeben kein Internet zu haben und auch nicht zu brauchen?

    PI? Schmudelkinder werden doch nie eingeladen.

  11. PI ist ja im Grunde ein ganz gutes Beispiel, dass politische Blogs hohen Zulauf haben können, wenn eine Teilöffentlichkeit sich nicht durch die etablierten Medien ausreichend repräsentiert bzw. informiert fühlt. Oder ist es einfach nur die Hetze, der Appell an die niederen Instinkte?

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