Was würdet Ihr davon halten, wenn Blogger eine Solidaritätspauschale für die recherchierenden Journalisten zahlen würden?
Jetzt, da die WAZ nicht mehr für die Dienste der dpa bezahlt, gerät das Geschäftsmodell der Presseagenturen ins Wanken – aber da Blogger jenseits von Google einfach nicht besonders gut darin sind, an Informationen zu gelangen, benötigen wir nun einmal alle die Leute an der Front.
Der kommentierende Schreiber ist angewiesen auf die Korrespondenten, Interviewer und Archiv-Wühlmäuse.
Wie wäre es, das auch entsprechend zu entlohnen?
Und auch, wenn das Bloggen für die meisten von uns nur ein Hobby ist – kosten andere Freizeitbeschäftigungen nicht auch Geld?
Ich meine übrigens nicht: Geld bezahlen für den Ticker, dass da keine Missverständnisse aufkommen.
Ich rede von einer Geste, einer Anerkennung.
Denn Geiz macht doof.
ich halte das für eine sehr anständige idee. müsste ja pro blogger gar nicht viel sein und könnte trotzdem die fronten zwischen web- und papierschreibern etwas aufweichen. man müsste wahrscheinlich dennoch die kriterien etwas genauer fassen, denn blogger, die ausschließlich über die eigene katze und besuche bei oma schreiben (und das sind ja gar nicht mal wenige) wären wohl weniger bereit, einen solchen beitrag zu bezahlen.
Wenn sie sich im Gegenzug verpflichten würden, KEINEN PIEP zum Amoklauf zu schreiben, dann wäre das ein guter Tausch.
Meinst du, damit der Ticker nicht stockt und wir die Meldungen dann später über Google-News finden? Da fände ich es doch besser, wenn die Agenturen sich ein Blogger-Angebot ausdenken: Zehn Nachrichten pro Tag für günstiges Geld, oder so.
Das wäre auch nicht schlecht. Aber in erster Linie soll es ja darum gehen, eine bedrohte Art zu retten.
Ich sichere mir mit einem Greenpeace-Beitrag ja auch nicht eine Lebertran-Portion.
Ich glaube nicht, dass Agenturen eine bedrohte Art sind. Warte mal ab, wie lange die WAZ das durchhält. Die Saarbrücker Zeitung hatte es auch mal versucht und ist wieder zurückgekehrt zur dpa. Ich meine, irgendwo müssen die Infos ja herkommen. Irgendeiner muss Google ja füttern. Warte auf den nächsten Terroranschlag in irgendeiner westlichen Metropole. Glaubst Du, dass die WAZ dann die Kapazitäten hat, da Korrespondenten hinzuschicken? Nee, also ich spende für wirklich bedrohte Arten…Die Kleine Hufeisennase beispielsweise.
Die kleine Hufeisennase liegt auch mir am Herzen, allerdings ist ihr Aussterben nicht demokratiegefährdend.
Bevor die jemanden irgendwo hinschicken, machen die eine Klickstrecke der hundert schönsten Amoklaufstrecken.
Die Bilder für die Klickstrecke kommen aber auch von den Agenturen ;)
Oder vom Leserreporter
Bekäme man, wenn man dafür bezahlen würde, auch eine Garantie für den Wahrheitsgehalt der Nachrichten?;-)
Die WAZ-Gruppe wird es lange, sehr lange durchhalten, denn es mangelt nicht an anderen Informationsquellen. Daß man sich bei dpa abgemeldet hat, heißt nicht, daß man auf alle anderen verzichtet. Ansonsten können sie ja auch einfach im Netz bei den anderen (auch bei dpa-Artikeln) kostenlos abschreiben, wie die meisten Blogger;-)
Ich für meinen Teil würde durchaus einen kleinen Obolus entrichten, aber im Grunde könnte man das auch pauschal über die Domainanbieter abrechnen und an die Agenturen weiterleiten. Dann zahlt man halt nicht 9,99 für seine Domain, sondern 10,25 oder so. Die VG Wort kassiert ja auch von den Kopiergeräteherstellern eine Pauschale. Allerdings sind Blogger (jedenfalls, die die ich kenne) sehr kreativ und tragen zur Meinungsvielfalt bei. Und das ist ja auch was wert.
Hier mal eine interessanter Link zum WAZ-Hintergrund:
http://www3.ndr.de/sendungen/zapp/archiv/printmedien/wazdpa100.html
Habe übrigens auch was zum Amoklauf geschrieben, bin aber weder ein notorischer Oma-Besucher (da tot) und kein Katzenbesitzer (leider) ;-))
Ich zahle denen jetzt schon mittelbar was über die Aboentgelte meiner Tagszeitung. :)
@Malte:
> Wenn sie sich im Gegenzug verpflichten würden, KEINEN PIEP
> zum Amoklauf zu schreiben
Wenn *du* dich verpflichten würdest, KEINEN PIEP mehr ins Internet zu schreiben, dann hätte ich wieder Freude am Leben.
Dann auch eine kleine Spende an den Bund Notleidender Banker.
Und Opel.