Da in Berlin niemand lebt, der hier geboren wurde, ist man hier leidenschaftlicher Patriot als sonst wo. Es ist wie in Amerika.
Vor sechs Monaten in Berlin angekommene hessische Webdesigner mokieren sich über die ganzen Zugezogenen, rheinische Kunststudenten von Weltformat fangen schon auf der Autobahnabfahrt Potsdam an, Icke zu sagen und viele hören bereits auf, sich zu waschen, wenn sie in Wanne-Eickel ihr Billy-Regal abbauen.
In Gesprächen geht es ausschließlich darum, sich in der Anzahl von Geschlechtspartnern, deren Namen und Geschlecht man nicht kannte, zu übertreffen. Wichtig ist, dass der Geschlechtspartner jemanden kannte, der einmal in einem Café gearbeitet hat, in dem DJ Mülleimer ab und an eine Bionade zu sich nimmt. Wer einen Lebensentwurf hat, hat Angst. Wer zuende studiert hat, weiß nichts mit sich anzufangen.
Wedding ist mehr im Kommen als Sasha Grey. Und Neukölln. Da tapezieren schon die ersten Allgäuer die Uber-Lounges von Vorgestern, sehr gay, dabei völlig unschwul.
Ich habe weniger Plan als jeder andere, mein iPod ist skurriler bestückt als deiner und wenn ich Michael Jackson höre, dann nur ironisch. Meine Frisur ist postmodern, meine Bank die Postbank, mein Lohn unter Tarif und mein Mindestanspruch bodenlos. Die letzten Drogen waren nicht so gut, aber die LPG gleicht das bestimmt aus.
Im Beruf bin ich 15 Jahre alt, aber beim Ficken bin ich 90.
Ich bin skeptischer, ich bin schon-da-gewesener, ich bin here-and-nower, ich bin alles-schon-gesehen-habender, ich bin Berliner als du. Und ich hab schon drüber gebloggt, als du noch nachgedacht hast.
some of the most provicial people i know live in l.a. … wie ich immer beim aufkommen solcher hiper than thou diskussionen zu sagen pflege.
sehr schön auf den punkt gebracht. stellt sich die frage nach den ersten schwabenpogromen zum ersten mai.
Und ich hab schon drüber gebloggt, als du noch nachgedacht hast.
ist falsch und muss heißen:
Und ich hab schon drüber gebloggt, als du noch darüber gechillt hast.
Ansonsten bärenstark.
super.
Wie gut, dass ich Hamburger bin. Ich bin nämlich viel hamburger als du.
Gutes Ding!
Ich möchte den ersten Absatz heiraten bitte.
der zweite, dritte und der vierte absatz hätten gern eine stellungnahme
Ich sag dazu grundsätzlich nix. Be-Berliner kann man offenbar nicht sein, als wenn man aus Wanne-Speichel kommt.
@zweiter,dritter&vierterAbsatz: Es liegt nicht an Euch – es liegt an mir…
skuriller kommt von thriller. haha
hihi, ich schon ein witzbold…
http://www.korrekturen.de/beliebte_fehler/skuril.shtml
wie geil
Und die Berliner sind gefühlt allesamt in Wien und fangen ab Hütteldorf an, “Geh bitte” und “Das geht sich scho’ aus” zu sagen …
und du bist weniger zugezogen als ich.
Wie groß mal wieder! Äh… also äh … öh, was ich noch sagen wollte, ich bin ja hier geboren. Komm ich jetzt in die Vitrine zu den Bundesjugendspielpokalen?
Als ebenfalls Eingeborener betrachte ich das Kommen und Gehen der Hippen und Hübschen seit etlichen Jahren.
Und eigentlich ist es mir egal. Die Frisuren ändern sich, die Wohnungen werden bunter und statt Fassbrause trinkt man nun Bionade – ansonsten bleibt alles beim Alten.
Manchmal amüsiere ich mich (z.B. wenn die frisch auf die Kastanienalle gezogene Kleinfamilie aus Ba-Wü sich beschwert, daß Nachts immer so ein Lärm herrscht), manchmal ärgere ich mich (z.B. wenn ein Kleinstädter mit dreibuchstabigem Nummernschild aus Ortsunkenntis und Überforderung quer über vier Spuren abbiegt).
Aber im Grunde ist mir das alles Schnurz. Leute kommen und gehen. Das war schon immer so.
Berlin beibt Berlin, und dit war auch schon immer so! ;)
Malte, you made my day!
Aber ich bin wirklich hier in der geilsten Stadt der Welt geboren, wirklich kein Scheiss!
alter … wat willst du denn?
Ich fühle mit Andy, auch wenn ich mit acht Jahren (nicht vor acht Jahren) hierher verschleppt wurde. PBerg, FHain, Mitte und Co. sind ja auch eher so Ghettos für die geistige Schmalspurelite, die es auf dem Dorf nicht ausgehalten hat – mit einigen Restbeständen Eingeborener drin, die man noch nicht rechtskräftig raussaniert hat.