Dem Tagesspiegel zufolge sind im vergangenen Jahr in Berlin eine Million Telefongespräche abgehört worden. Die meisten Überwachungen wurden wegen Rauschgiftdelikten bewilligt. Was in einer Stadt, in der der Drogenhandel so offen vonstatten geht, dass er auch über den Offenen Kanal Berlin betrieben werden könnte, recht erstaunlich ist. Liebe Polizei, in der Hasenheide gibt es Drogen. Und die Händler, die telefonieren nicht, die sagen: “Brauchst du?” Und die Kunden, die halten ihre Autos in der zweiten Reihe an, springen raus und kaufen. Sie signalisieren ihre Kaufbereitschaft durch eine gezückte Geldbörse. Die Kunden sind übrigens im Mittel ein bis zwei soziale Schichten höher angesiedelt als die Verkäufer. Was ich damit sagen will: die wählen. Aber nicht nur Telefonnummern. Sondern vielleicht auch mal Parteien, die eine intelligente Drogenpolitik befürworten. Dann müsst Ihr, liebe Polizisten, nicht mehr so viele Telefonate fremder Leute anhören und könnt stattdessen mal eure Frau anrufen. Denn die habt Ihr bestimmt schon lange nicht mehr gesehen.
Ja als ich die Zahl gehört habe, da hab ich auch erstmal gestutzt. Das ist schon eine echt krasse Hausnummer. Wenn man das hochrechnet, Berlin hat Einwohner (TÜ/Einwohner) das auf das ganze Land über den Daumen,,, boah, nee mir wird schlecht.
Und trotzdem werden kaum Terror-Raubkopierer-Kinderporno-Mörder aufgrund dieser Zahlen dingfest gemacht. Mal davon ab, daß dies jedes einzelne Mal ein ziemlicher Eingriff in die Privatsphäre ist (richterliche Genehmigung?) – wenn es denn etwas bringen würde…
Davon ab hört man immer mal wieder, aus dem Dunstkreis des CCC, das aufgrund all dieser restriktiven Methoden und Maßnahmen nur in einem verschwindenden geringen prozentualen Anteil der Fälle auch Anklage erhoben wird?!
Ein weiterer, absonderlicher Fall der jüngst durch die Presse ging, und ich bezeichne es jetzt einfach mal als exemplarische Anekdote, sei hier auch noch genannt. Definitiv lesenswert, zu finden bei DCRS ( http://dcrs-online.com/seltsame-auswuechse-10jaehriger-von-polizei-abgehoert-200819422 )
(und Bild.de http://preview.tinyurl.com/3xwfja )
Nur am Rande: Das mit der intelligenten Drogenpolitik ist aber in näherer Zukunft dankenswerter Weise nicht zu befürchten. In Frankfurt/Main, Hamburg, Hannover, Karlsruhe, München, Köln und Bonn (in anderen Städten lief das Programm natürlich gar nicht erst) wurde Ende Februar die finanzielle Förderung der Heroinabgabe unter ärztlicher Aufsicht durch den Bund eingestellt.
Auch wirtschaftlich darf man gespannt sein, unter welcher Rubrik der “Bilanz” Summen wie die in Hannover durch die Stadt in das Projekt investierten 2,8 und durch das Land Niedersachsen zur Verfügung gestellten 2,55 Mio EUR oder zB die pro Jahr laufenden Kosten von 1,7 Mio EUR in Frankfurt ausgebucht werden.
Und das mit dem Abhören sollte man sich weiterhin vielmehr zu Amusementzwecken zu Nutze machen. Da wir doch heute alle irgendwelche flatrates haben, sollte man die auch als solche nutzen und dadurch dafür Sorge tragen, dass sich das an der “Strippe hängende” auswertende Fachpersonal ein paar Stunden unkommentiert eine Dauerwerbesendung bei QVC oder das wortlose Einschlafritual jobbedingt in verschiedenen Städten wohnender Paare anhören muß, nur weil es fast so schön ist als wäre der andere da….